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In Folge wurden von Dr. Rehrl immer und immer wieder anerkannte Fachleute zu Expertisen eingeladen. Diese verschlangen viel Geld. Und alle gaben der Trassenführung von Wallack den Vorzug, sofern sie überhaupt eine Bevorzugung aus diplomatischen Gründen anführten. Erst am [[9. August]] [[1933]] konnten sich Dr. Rehrl und der Verwaltungsrat, dessen Vorsitzender er war, zur Variante von Wallack durchringen!  
 
In Folge wurden von Dr. Rehrl immer und immer wieder anerkannte Fachleute zu Expertisen eingeladen. Diese verschlangen viel Geld. Und alle gaben der Trassenführung von Wallack den Vorzug, sofern sie überhaupt eine Bevorzugung aus diplomatischen Gründen anführten. Erst am [[9. August]] [[1933]] konnten sich Dr. Rehrl und der Verwaltungsrat, dessen Vorsitzender er war, zur Variante von Wallack durchringen!  
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== 1931==
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: [[1931]], [[24. September]]: Im Variantenstreit über den Verlauf der [[Scheitelstrecke der Großglockner Hochalpenstraße|Scheitelstrecke]] übergeben die Gutachter der Ingenieurgeologe Ing. Dr. Stiny (Professor an der Technischen Hochschule Wien) Oberbaurat Dr. Ing. [[Karl Imhof]] aus [[Böckstein]] zur Beurteilung aller geologischen und tunnelbautechnischen Fragen sowie der Alpinist Oberst [[Georg Bilgeri]] ihre Gutachten an den Salzburger Landeshauptmann.
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== 1932 ==
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: [[1932]], Februar: Prof. Dr. Ing. Leopold Örley von der Technischen Hochschule Wien überreicht sein Gutachten über die Machbarkeit der beiden Scheitelstreckentrassen im Variantenstreit.
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== 1933 ==
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=== Der Variantenstreit geht in die letzten Runden ===
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: [[1933]],  [[27. Juni]]: Auf der im Variantenstreit von Landeshauptmann Rehrl geforderten Trasste auf der [[Gamskar]]<nowiki>linie</nowiki> liegt immer noch meterhoch Schnee. Rehrl verlangt trotzdem die Vermessung dieser Trasse.
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: [[2. Juli]]: Die Trassierungsabteilung beginnt auf der Gamskarlinie ihre Arbeit.
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: [[4. Juli|4.]] bis [[7. Juli]]: Wallack und ein ''Unparteiischer'' messen die Schneemengen der beiden Varianten für die Scheitelstrecke:
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:: Wallack-Variante Hochtor: 37&nbsp;500 Kubikmeter Schnee
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:: Rehrl-Varianten Pfandlschartenlinie 20&nbsp;900 und Gamskarlinie 58&nbsp;300 Kubikmeter Schnee
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: [[5. Juli]]: Die Trassierungsabteilung bricht auf der Gamskarlinie ihre Arbeit aufgrund der Schneelagen ab.
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: [[16. Juli|16.]] bis [[18. Juli]]: Die Schneemessungen werden wiederholt und ergeben 8&nbsp;400 - 3&nbsp;200 - 30&nbsp;300 Kubikmeter Schnee
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: [[17. Juli|17.]] bis [[30. Juli]]: Die unterste Strecke der Gamskarlinie bis zur Überquerung der Rückzugsmoräne des südlichen [[Pfandlschartenkees]]es kann trassiert werden. Dann müssen die Trassierungsarbeiten abermals abgebrochen werden, da das gesamte höher liegende Gelände immer noch tief verschneit ist.
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: [[21. Juli]]: Der Schweizer Sachverständige Kantonoberingenieur A. Scola aus Chur erläutert am Abend im [[Hotel Gaisbergspitze]] Rehrl und Wallack sein Gutachten über die Varianten der Scheitelstrecke. Scola meint, für eine Touristenstraße dürfte nie das lange Loch des [[Pfandlschartentunnel]]s gebaut werden (Rehrl-Variante), wenn die Möglichkeit bestünde, zu wesentlich niedrigen Kosten einen ebenso lang befahrbaren offenen Straßenübergang bauen zu können.
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: [[24. Juli]]: Scola, Rehrl und Wallack fahren mit dem Nachtschnellzug nach [[Lienz]].
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: [[25. Juli]]: Die drei besichtigen die südlichen Anstiegslinien der [[Pfandlscharte]]n- und Gamskarlinie.
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: [[26. Juli]]: Zeitig in der Früh brechen die drei zusammen mit zwei Bergführern mit Pickel und Seil auf und gegen die gesamte Gamskarlinie ab - der 70-Jährige Scola zeigt sich erstaunlich fit.
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: [[27. Juli]]: Zeitig in der Früh brechen alle von [[Ferleiten]] mit einem Pkw auf und fahren ins Hochmais. Dort besteigt dann aber Scola ein Reitpferd, da er am Tag zuvor doch sehr ermüdet war. Sie schreiten und reiten die Hochtorlinie ab bis [[Guttal]] und fahren von dort dann nach Heiligenblut. Wallack wird klar, dass Scola, ohne noch ein Wort gesagt zu haben, sich für die Hochtorlinie entschieden. Seil und Pickel gegen Reitpferd-Trasse.
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: [[29. Juli]]: In Zell am See teilt Scola vor Rehrl, Wallack und einer Reihe von Ingenieuren des Glocknerstraßenbaues und einer der ''Fantasie-Schneegutachter'' (wie Wallack ihn in seinem Buch bezeichnet) seine Entscheidung mit: Die Hochtorlinie ist von den drei Trassen die beste. Rehrl gibt sich geschlagen und der Bau der Scheitelstrecke von Hochmais über das [[Fuscher Törl]] zum Hochtor kann beginnen.
    
==Weblinks ==
 
==Weblinks ==
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
* Buch [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]
 
* Buch [[Großglockner Saumpfad Römerweg Hochalpenstraße]]
* [[Franz Wallack|Wallack, Franz]]: ''Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues'', zweite Ausgabe, anlässlich der 25-Jahr-Feier der Großglockner Hochalpenstraße, 1960, Springer Verlag, Wien
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* [[Franz Wallack|Wallack, Franz]]: ''[[Die Großglockner Hochalpenstraße - die Geschichte ihres Baues]]'', zweite Ausgabe, anlässlich der 25-Jahr-Feier der Großglockner Hochalpenstraße, 1960, Springer Verlag, Wien
    
==Fußnote==
 
==Fußnote==