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| | In ihr befindet sich ein Hochaltar von [[1682]]/[[1683]] ([[Salzburger Barock]]), der ursprünglich für die Kirche in Untereching gefertigt wurde und seit [[1774]] in St. Koloman steht. Das Altarbild mit Darstellung des hl. [[Koloman]] und des hl. Dionysius ist aus der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]. | | In ihr befindet sich ein Hochaltar von [[1682]]/[[1683]] ([[Salzburger Barock]]), der ursprünglich für die Kirche in Untereching gefertigt wurde und seit [[1774]] in St. Koloman steht. Das Altarbild mit Darstellung des hl. [[Koloman]] und des hl. Dionysius ist aus der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]. |
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| | + | Vermutlich sind die den Gnadenort umgebenden Quellen als Ursprung der Wallfahrt anzusehen. Die spätgotische Kirche ersetzte wohl eine kleine Kapelle, die bei den als heilkräftig erachteten Quellen stand. Am 18. Juli 1518 wurde die Kirche von dem Salzburger Weihbischof Berthold Pürstinger konsekriert. Der wenige Jahre zuvor erfolgte Um- und Neubau der nahe gelegenen Burg Lebenau dürfte damit in Zusammenhang stehen. Nach einer Aufzeichnung aus dem Jahre 1612 versorgte einer der Brunnen die etwa einen Kilometer entfernte Burg mittels einer hölzernen Rohrleitung mit Trinkwasser. |
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| | + | Der heilige Koloman galt, da er erhängt wurde, als Patron gegen Kopfkrankheiten und wurde auch bei Gewitter und Seuchen angerufen. Zusätzlich wandte man sich in Lebenau an den Nebenpatron Dionysius, welcher wegen seiner Enthauptung ebenfalls bei Beschwerden des Kopfes und bei Krämpfen helfen sollte. |
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| | + | In einer Kirchenrechnung des Jahres 1594 erscheint die Quelle zum ersten Mal, als man eine eiserne Schöpfkelle an einer Kette vom Schmied anfertigen ließ. Mit dieser Vorrichtung konnte man Wasser aus dem Brunnen schöpfen. Ab 1624 werden eine Brunnensäule, die in Form eines Bildstocks gestaltet war und ein Brunnentrog aus Stein genannt. Der dort ebenfalls vorhandene Opferstock bestätigt eine Einbindung der Quelle in das Wallfahrtsgeschehen. Ein hölzernes Brunnenhaus scheint 1702 errichtet worden zu sein. |
| | + | Eine weitere Quelle, das so genannte „Fieberbrünndl“, liegt südwestlich der Kirche. Es galt als hilfreich bei Augenleiden und Fieber. |
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| | + | Ab der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stieg die Zahl der Wallfahrer immer weiter an, was sich auch auf die Einnahmen des am Brunnen angebrachten Opferstocks auswirkte. Dadurch war die St. Koloman-Kirche finanziell gut gestellt und konnte immer wieder ohne fremdes Kapital renoviert und neu ausgestattet werden. Trotz ihrer einsamen Lage, vom Pfarrdorf Fridolfing weit entfernt, war St. Koloman durch die Jahrhunderte immer Ziel von Prozessionen und Bittgängen. Doch auch zahlreiche einzelne Personen suchten die Kirche und die Brunnen auf. Ein allmählicher Niedergang der Wallfahrt machte sich zu Ende des 18. Jahrhunderts bemerkbar. |
| | + | Durch den Erwerb einer Reliquie des heiligen Koloman vom Stift Melk in Niederösterreich, gelang es dem Fridolfinger Pfarrer die Wallfahrt für einige Zeit wieder zu beleben. Um 1900 wurden nach Aussage von Gewährspersonen beide Brunnen noch von Wallfahrern aufgesucht. Das in den Jahrzehnten zuvor in Vergessenheit geratene und zugewachsene „Fieberbrünndl“ wurde Anfang der 1990er Jahre freigelegt. |
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| | === Besonderheiten === | | === Besonderheiten === |
| | :Zahlreiche Kerbschnitzereinen am Portal; | | :Zahlreiche Kerbschnitzereinen am Portal; |
| | :freigelegte Rötelzeichnung; | | :freigelegte Rötelzeichnung; |
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| − | Unweit der Kirche befinden sich zwei Quellen (ca. 250 m westlich und ca. 100 m östlich), deren Wasser in früherer Zeit bei Einheimischen und [[Wallfahrt|Wallfahrern]] als Heilmittel gegen Augenleiden galt.
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| − | St. Kolomann war früher eine viel besuchte Wallfahrtskirche.
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |