Schach-Landesverband Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Frühe Zeiten'''<br /> | '''Frühe Zeiten'''<br /> | ||
Die Schachspielszene, neben Würfel... im Codex Buranus aus dem Spätmittelalter, bzw. die Lieder der carmina burana um 1320 dürften nach der Forschung im großen Salzburger Metropolitanumkreis entstanden sein. | Die Schachspielszene, neben Würfel... im Codex Buranus aus dem Spätmittelalter, bzw. die Lieder der carmina burana um 1320 dürften nach der Forschung im großen Salzburger Metropolitanumkreis entstanden sein. Vielleicht ein gewisser mitteleuropäischer Reflex auf das Buch der Spiele (ohne Titel, bzw. libros de los juegos) von 1284 (1321 altspanische Zeit) von König Alfons X., El Sabio (dem Weisen) in Sevilla, im christlichen Spanien, in dem viele alte arabische Mansuben, aber auch schon einige europäische Neuerungen verarbeitet werden. Oder die offene Frage, ob das Strategiespiel nicht weit früher schon über Italien, die räuberischen Wikinger, oder über Byzanz nach Mitteleuropa kam.<br /> | ||
Natürlich war (ist) auch das Schach-Buch von Jacobus de Cessollis "über die Sitten der Menschen und den Pflichten der Vornehmen und Niederen durch das Schachspiel" aus dem Spätmittelalter in Salzburg vorhanden. Im Schatz-Durchhaus in der Getreidegasse wurden bei Bauarbeiten einige Holz-Schachfiguren aus dem 16./17. Jhd. gefunden (SN 20.4.1996, Salzburg Mueum). Das Festungsmuseum zeigt ein altes Spielbrett. Auch zur Mozartzeit wird in Salzburg Schach gespielt (siehe: chessbase Artikel). Im weiteren geht es aber nur um organisiertes Turnierschach, Klubschach, und wird somit ein Zeitsprung vollzogen. <br /> | |||
'''1868-1910 Vom Schach-Kaffeehaus zum modernen Turnier'''<br /> | |||
Im Oktober 1868 wird in Salzburg ein Schachklub mit etlichen "tüchtigen Spielern" in Salzburger und Linzer Zeitungen erwähnt, der im Cafe Baldauf sein Lokal haben werde. | |||
Zwischen Jänner 1869 und März 1879 sind in der Stadt Salzburg dann drei kleine Stadtturniere im Café Baldauf am [[Platzl]], bei der [[Linzer Gasse]] und Nachfolger Cafe´s, dokumentiert.<br /> | |||
Sieger 1873: der Fotograph Ludwig Hardtmuth (1826-1875). <br /> | |||
Winter 1878-1879 Baumeister Josef Christoph (1842-1913). Quelle: Chronik der SSG <br /> | |||
Dann folgt eine organisatorische oder Quellen-Lücke.<br /> | |||
Das Schachspiel in der [[Stadt Salzburg]] verlagert sich nach dem Bahnbau 1860, dem der Westbahn[[1875]] und der aufkommenden wirtschaftlich-industriellen Entwicklung in ein 1874 neu erbautes Café Koller (später Krimmel) in der [[Neustadt]] an der heutigen [[Rainerstraße]]. Vielleicht war dieses nach dem damals berühmten Dragoner-Offizier Koller benannt? Das Nachfolger-Cafe des Baldauf (1868) hieß aber ebenfalls ab 1881 Koller, was leicht zu Verwechslungen führen könnte.<br /> | |||
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In den Cafés trifft sich das Bürgertum, höhere Beamte, Gewerbetreibende, Künstler. Zeitungslesen, Billard und Spiele prägen diese Kultur. Später (ab 1903) wird das Cafe´ nach dem neuen Pächter Krimmel genannt. | |||
Die Arbeiterschaft und Landbevölkerung kämpfen in dieser Zeit noch um´s Überleben. Es wird zwar genauso gespielt, wenngleich mehr Kartenspiel, in Salzburg Watten, Schnapsen, Färbeln, aber auch Brettspiele, Würfeln, Kegeln, Stockschießen im Winter, Bölzlschießen (Scheibenschießen),... Nur gibt es dazu wenig Aufzeichnungen. Schach wurde gelegentlich in Gasthäusen, Kantinen oder Arbeiterheimen, aber eher lose gespielt. Ab 1909 gab es zB. in Wien einen eigenen Arbeiterschachklub (zB. im Ottakringer Arbeiterheim). <br /> | |||
Auch in anderen Sportarten gibt es viele gute Hobbysportler, die aber doch keinem Meisterschaftsbetrieb beitreten wollen.<br /> | |||
'''1910 Gründung der Salzburger Schachgesellschaft''' | Wenngleich sich aus der Geschichte des Schach zeigt, dass viele der stärksten Spieler aus einfachen Verhältnissen stammen, Schach auch realtiv bildungs unabhängig ist, es auch einer sehr speziellen analytischen Begabung (und wie bei jedem Sport) vor allem intensiven Trainings und guter Nerven unter hohem Druck bedarf. Wie zB. auch Stefan Zweig in seiner Schachnovelle ausführt.<br /> | ||
Vergleich: Bei den übrigen Sportvereinen gibt es die ersten Organisierten früh im 19. Jhd. bei den Turnern und Athlethen, Wettkämpfe bei den Ruderern, der noble Pferdesport. Dann folgt Leichtathletik. Um 1905 bilden sich zB. etliche Schiklubs im Pongau/Pinzgau, um Gäste ausbilden zu können. Landhockey folgt, und erst nach dem ersten Weltkrieg entwickelt sich langsam der organisierte Fußballsport. Das damals häufige Feldhandball hat sich zum harten Hallensport mutiert.<br /> | |||
Es herrschte auch um diese Zeit noch die 6 Tage Arbeitswoche, mit dem Ziel einer 48 Stundenwoche. Die Freizeit war demnach bei einer ca. 60 Stunden Abeitswoche dem normalen Volk noch sehr begrenzt. Zudem herrschten noch weitgehende Armut in großen Teilen der Bevölkerung und teils triste Wohnverhältnisse. | |||
'''1910: Gründung der Salzburger Schachgesellschaft''' | |||
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Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des | Im Frühjahr [[1910]], im Jahr des Weltmeisterschafts-Kampfes zwischen dem Deutschen Dr. Emanuel Lasker und dem Österreicher Carl Schlechter, erfolgte die gründende Versammlung der Salzburger Schachgesellschaft am 30.4.1910 im Hotel Mirabell. (Nichtuntersagungsbescheid am 27.3.1910). Nach anderer Quelle im Hotel Mozart.<br /> | ||
Das Proponentenkommitee der Interessierten traf sich jedenfalls zuvor schon am 3.3.1910 im Café Krimmel. | |||
''Quelle zB. auch: Sportliche Rundschau Nr. 97, S 8, vom 30.4.1910.'' <br /> | |||
Der | § 1 der Vereinsstatuten: "Der Zeck der Gesellschaft ist, Schachfreunden (Herren und Damen) einen Vereinigungspunkt und Gelegenheit zur Übung und sachgemäßen Fortbildung im Schachspiele zu bieten und..". Klubabend war jeden Donnerstag ab 16.00 Uhr.<br /> | ||
Der | Der Meisterspieler, Staatsbahn Ing. Josef Hrdina (1882-1914), sowie die Schach-Senioren, Baumeister Joseph Christoph (1842-1913), Salzburger Gemeinderat von 1897-1909, der Sieger des kleinen Stadtturniers von 1878/79, und Bahninspektor Adolf Mehrer (1853-) sind die drei Initatoren und wurden am 21.6.1912 bei der Versammlung im Mozartstübchen des Stieglkeller Ehrenmitglieder der Salzburger Schachgesellschaft. <br /> | ||
Sie erhielten Ehrendiplome, vom Salzburger Maler Prof. Franz Kulstrunk gestaltet. | |||
''Quelle: SVBL 26.6.1912.''<br /> | |||
Der "Mehrer des Schach´s" als gewisse graue Eminenz wurde erster Salzburger Obmann, kam aber schon ab 1912 beruflich nach Wien, Meister Josef Hrdina wurde von der Bahn nach Tirol versetzt, wo er dann Innsbrucker Klubmeister wurde. | |||
Ab 1912 wurde Ernst Lechner, der spätere Präsident der Finanzlandesdirektion, Obmann der Salzburger Schachgesellschaft. | |||
Ernst Lechner hatte 1881 schon in Salzburg gemeinsam mit dem Literaten Hermann Bahr und Reininghaus (Brauerei), maturiert und war wohl neben dem Senior BM Christoph einer der frühen Spieler des Cafe´ Krimmel Ende des 19. Jahrhundert. Neben dem jungen Beamten Alois Laschensky, dessen Vater, dem Musiker beim Dommusikverein Christian Laschensky, dem Beamten Heinrich Ullrich, oder dem Architekten Franz Drobny. <br /> | |||
Einige Lehrer (Amannshauser, Barth,...), Schuldirektoren, Beamte, auch Bahn-und Postbeamte, Gewerbetreibende, Dachdeckermeister Otto Kunstmann,.. ein Adjunkt, Primarius, einige Offiziere, der Fotograph Carl P. Wagner, der aber bald nach Innsbruck ging . Morawetz, Kuhn, Juristen .. Landesrat Dr. Tischlinger, …finden sich berufsmäßig in der Mitgliederliste ab 1910 und den ersten Jahren aus anfangs 32 Personen. Im folgenden Jahr 1911 37, das bis 1923 auf 120 Spieler anstieg. | |||
(Vielleicht noch bessere Spieler aus dem Arbeiterstand hätten sich damals die teuren Standes-Cafes und hohe Klubgebühren aber gar nicht leisten können. Von denen wurde noch eher lose in Gasthäusern gespielt).<br /> | |||
Am 12. Juni 1910 finden im Salzburger Gasthaus zur Rose große Mannschafts-Vergleichskämpfe gegen das bayrische [[Traunstein]] und im Herbst der Retourkampf gegen die Klubs Traunstein und [[Trostberg] statt. Auch 2 Frauen nehmen im Juni bereits teil.<br /> | |||
Die damals in München weilenden Berufsspieler, Großmeister Rudolf Spielmann, S. Schapiro, Hans Fahrni und S. Alapin werden dazu engagiert.<br /> | |||
1910/1911 Heinrich Wolfrum (Rechnungsrat | Salzburg siegt im Juni 1910 11,5:5,5, verliert im Herbst aber gegen die mit Münchner verstärkten Chiemgauer 7,5:9.5 <br /> | ||
Gegen diese Bayern wird oftmals bis in die 1960er gekämpft, waren auch bahnmäßig günstig erreichbar. Auch zwei Mal wurde gegen Wels gekämpft, so lange es in Salzburg noch keine anderen Klubs gibt. | |||
Früher wurden auch gern Korrespondenz-(Beratungs)-Schachpartien zwischen Schachgesellschaften von Städten gespielt. So 1910/11 Salzburg gegen Innsbruck 2:2.<br /> | |||
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1911: Bayrischer Meister: Der Initator der SGS, der Meisterspieler und Eisenbahner Ing. Josef Hrdina (1882-1914) erringt am 23.7.1911 sogar die bayrische Meisterwürde am 3. bayrischen Schachkongress (17.-23.7. 1911) in München. Wobei er für das bayrische Traunstein spielt und erhält den Münchener Prinzregenten Ehrenpreis. <br /> | |||
Am 27.10.1913 gibt der Weltmeister, Weltenbürger und Philosoph Dr. Emanuel Lasker in Salzburg ein Simultan und hält Vorträge im Kurhaus. | |||
Nach dem Krieg kommen 1919 GM Richard Reti, in den 1920ern folgen die Spitzenspieler Vidmar, Grünfeld, der junge Tiroler Erich Eliskases. Es waren wohl die von Prof. Vidmar so postulierten goldenen Schachzeiten.<br /> | |||
GM Richard Reti überrascht 1927 mit einem Blind-Simultan Spiel. <br /> | |||
Die Schachgesellschaft hatte damals mit dem Hotelier und Politiker Karl Irresberger auch einen großen Förderer, der diese Gastspieler gratis nächtigen ließ.<br /> | |||
Ab Oktober [[1923]] wird das [[Café Mozart]] in der Salzburger[[Getreidegasse]] nach mehreren Wechseln (zuvor das Cafe Corso) ein Schachcafé mit zB. 1923 über 120 Mitgliedern und Sitz der Schachgesellschaft. Aktuell wird dort noch im kleinen Kreis täglich spätnachmittags, außer am Wochenende, oder bei zu starkem Touristenansturm, gespielt.<br /> | |||
'''Stadtmeister und offizielle Landesmeister 1910-1939 (anfangs als Klubmeister, bzw. Sieger im Winterturnier der Salzburger Schachgesellschaft)''' <br /> | |||
1910/1911 Heinrich Wolfrum (21 Teilnehmer; Rechnungsrat)<br /> | |||
1911/1912 Carl P. Wagner (Fotograph)<br /> | 1911/1912 Carl P. Wagner (Fotograph)<br /> | ||
1912/1913 Alois Laschenky (Beamter)<br /> | 1912/1913 Alois Laschenky (Beamter)<br /> | ||
1913/1914 Alois Laschensky<br /> | 1913/1914 Alois Laschensky<br /> | ||
1914/1915 Dr. Josef Frank (Magistratskonzipist,+5.1923)<br /> | 1914/1915 Dr. Josef Frank (Magistratskonzipist,+5.1923)<br /> | ||
1920/1921 Wilhelm Ullrich | 1920/1921 Wilhelm Ullrich <br /> | ||
1921/1922 Franz Motzko | 1921/1922 Franz Motzko <br /> | ||
1922/1923 Franz Motzko<br /> | 1922/1923 Franz Motzko<br /> | ||
1925 1. offizieller | 1925 1. offizieller Landesmeister: August Maggi (ATSV-Bischofshofen)<br /> | ||
1928 Erich Flir<br /> | 1928 Erich Flir <br /> | ||
1931 LM Karl Mayer<br /> | 1931 LM Karl Mayer<br /> | ||
1932 Dipl.Ing.Erich Flir | 1932 Dipl. Ing. Erich Flir br /> | ||
1933 LM Wallaschek<br /> | 1933 LM R. Wallaschek<br /> | ||
1935 LM Walter Kolneder<br /> | 1935 LM Walter Kolneder<br /> | ||
1936 | 1936 Stadtmeister Karl Mayer<br /> | ||
1937 LM | 1937 LM Willhelm David<br /> | ||
1939 LM Karl Mayer<br /> | 1939 LM Karl Mayer<br /><br /> | ||
Anmerkung: Die folgenden Salzburger Einzel-Landesmeister sind im online Archiv der SLV-Homepage abgebildet. | |||
'''Motzko''': Stärkster Spieler der Salzburger Schachgesellschaft Anfang der [[1920er]] Jahre und international angesehen, war der aus Teschen zugewanderte Bauunternehmer, Schachtheoretiker, Korrespondenzschachspieler und Problemkomponist [[Franz Motzko]] (* 1868, † 1929); Motzko Variante im Offenen Spanier.<br /> | |||
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''''''Nach dem 1. Weltkrieg: Landes-Vergleichskämpfe mit OÖ''''''<br /> | |||
1921: 1. Wettkampf gegen Oberösterreich | |||
Am 23. Okt. 1921 gab es in Vöcklabruck den ersten Wettkampf gegen Oberösterreich auf 16 Bretter (Linzer Tagespost v. 25.10.1921)<br /> | |||
''' | ''' 1923''' existiert eine kleine Schachgruppe, dem ATSV nahe, in Bischofshofen mit den Eisenbahnern August Maggi und Jakobek, die auch am 9. Mai 1926 am zweiten Vergleichskampf Salzburg gegen OÖ in Vöcklabruck auf 14 Bretter teilnehmen. Alle anderen waren von der Schachgesellschaft. <br /> | ||
'''1926:''' gibt es ein kleines 17-rundiges Turnier beim sogenannten "Athletik-Sportklub" (unklar, ob der SAK 1914, oder doch die Vorwärts-Maxglaner oder Itzlinger Arbeiter "Athleten“ gemeint waren), das der Zöllner Kahler gewinnt. | |||
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'''Die | '''1926: Die Salzburger Auswahl'' beim 2. Wettkampf gegen OÖ:<br /> | ||
August Maggi (ATSV Bischofshofen), Wilhelm Ullrich, Franz Motzko, Hopfinger, Alois Laschenky, der Student Erich Flir, | August Maggi (ATSV Bischofshofen), Wilhelm Ullrich, Franz Motzko, Hopfinger, Alois Laschenky, der Student Erich Flir, Hofrat Dr. Baldi, Dr. Hlawatschek, Dr. Oskar Günther, der Eisenbahner Jakobek (Bischofshofen), Czaika, Dr. Trubik, Kulm,.. (Major Kirchtaler hatte 1921 teilgenommen).<br /> | ||
Beim erneuten Schachwettkampf in Attnang gegen OÖ am 17.4.1929: Erich Flir, Alois Laschensky, | '''1929:''' Beim erneuten Schachwettkampf in Attnang gegen OÖ am 17.4.1929: Erich Flir, Alois Laschensky, Wilhelm Ullrich, Linnerth, Pagler, Dr. Günther, Czaika, Hopfinger, Karl Mayr, Otto Kunstmann, Koberz, Brünner, Siegel, Kucher, Dr. Hlawatschek, Kaltner, Schwarz.<br /> | ||
<br /> | '''1926 und 1930er: Salzburger Stadtteile und Bezirke'''<br /> | ||
Diese Klubs in den Salzburger Stadtteilen, bzw. Umlandgemeinden, Schachklub [[Lehen]] gegründet 1933, [[Maxglan]] gegründet 1934, [[Itzling]] 1935.<br /> | |||
Einige Jahre zuvor wurde aber in Maxglan und vor allem im damals noch selbständigen Arbeiter-und Eisenbahnerort Itzling-Gnigl bereits in losen Spielzirkeln, bzw. im Rahmen des ATSV (Arbeiterturn- und Sportverein) gespielt. <br /> | |||
Auch ein Schachzirkel, zumindest Anfang der 1930er, in [[St. Johann im Pongau]] im damaligen Cafe´Moser, und später beim Taxenbacherwirt an der Wagreinerstrasse, folgen, mit den späteren Pongauer Spielern Andraske, Rechberger, Leitner, Holleis,..<br /> | |||
Im November [[1909]] wird sogar schon in [[Tamsweg]] im [[Lungau]] eine Schachvereinsgründung beim Gast-und Kaffeehaus Brandl mit vielen Spielern zeitungsmäßig erwähnt (Obmann Dr. Franz Schierl). Im Jan. 1912 findet bereits in Hallein mit 7 TN (oder Runden?) ein kleines lokales Turnier statt. <br /> | |||
'''Künstler und Schachspiel:'''<br /> | '''Künstler und Schachspiel:'''<br /> | ||
Der weltbekannte Literat Stefan Zweig (1881-1942) spielte gelegentlich in den 1920ern im Cafe´Bazar. Als konkretes Mitglied der Schachgesellschaft scheint er aber nicht auf. Stefan Zweig hatte auch "die seelische Superiorität des Besiegten" stark interessiert | Der weltbekannte Literat Stefan Zweig (1881-1942) spielte gelegentlich in den 1920ern im Cafe´Bazar. Als konkretes Mitglied der Schachgesellschaft scheint er aber nicht auf. Stefan Zweig hatte auch "die seelische Superiorität des Besiegten" stark interessiert. | ||
(in: Die Welt von Gestern). Die Niederlage soll nicht nur ertragen, sondern gemeistert werden. | (in: Die Welt von Gestern). Die Niederlage soll nicht nur ertragen, sondern gemeistert werden.<br /> | ||
Der Eisenbahner-Literat Georg Eberl hatte die Sechsmeisterturniere 1942 besucht und nach dem Krieg darüber | |||
Der Eisenbahner-Literat Georg Eberl hatte die Sechsmeisterturniere im Kriegsjahr Juni 1942 mit Weltmeister A. Aljechin besucht und nach dem Krieg darüber lierarisch berichtet. In späteren Zeiten spielen etwa der Maler Alfred Deggendorfer (1899-1975, bei Maxglan und Mozart) intensiver. An Musikern schon Leopold Mozart, der ab 1737 in Salzburg studiert hatte, sowie auch seine Tochter Anna-Maria (Nannerl), spätere von Berchtold zu.... gelegentlich bei schlechtem Wetter.<br /> | |||
Die Pianisten Friedrich Gulda, wenn er mal in Salzburg war und Allessandro Misciasci, wohl der Beste (und eifrigste) der Künstlerriege, oder der Bratschist P. Langgartner, der ansonst die Viola Bastarda geigt.<br /> | |||
Der frühere Bergsteiger und bekannte Alpinist Wolfgang Axt ist zudem als guter Pongauer Ligaspieler erwähnenswert. <br /> | |||
'''1925: Erster Salzburger Landesmeister'''<br /> | |||
Erster Salzburger Landesmeister, damals noch ohne offiziellem Landesverband, aber von der Schachgesellschaft so ausgeschrieben, weil es auch ausserhalb der Schachgesellschaft in der Stadt gute Spieler im Lande gab, wurde im November [[1925]] im Café Mozart- zur Überraschung der Stadt-Salzburger- der Bischofshofner Eisenbahner August Maggi (1885-1973). Als "homum novum" (neuer Mensch) in der Presse bezeichnet. A. Maggi, der von der Grazer Schachgesellschaft her kam, spielt dann auch 1926 gegen den (geteilten) österreichischen Staatsmeister, den Wiener Siegfried R. Wolf, immerhin ein beachtliches remis (WSZ 1926).br /> | |||
''' | '''Frühe gute Spieler:''' | ||
'''1910 bis in die [[1940er]]''' sind der Beamte Alois Laschensky (1880-1945), Sohn des Musikers vom Dommusikverein, Christian Laschensky, der auch schon Ende des 19. Jhd. gespielt haben dürfte), Wilhelm Ulrich, der Unternehmer Franz Motzko (1868-1929), der Bischofshofener Eisenbahner August Maggi, Walter Kolneder und in den 1930ern Karl Mayr die besten heimischen Spieler. | |||
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'''1933''' wird der damalige Salzburger Landesmeister Richard Wallaschek (vom Welser Arbeiterschachklub) 4. bei der österreichischen Staatsmeisterschaft, im folgenden Jahr 1934 sogar Dritter.<br /> | |||
Ab 1928 kam stud. Erich Flir, in späteren Jahren einer der Besten, als "Zugroaster" von Tirol nach Salzburg und wirkte weit über seinen 80er in der Liga. Sein Vater Walter Flir (1881-1957) war Meisterspieler, als Jüngster einer der Mitbegründer des Innsbrucker ISK (1904), sogar Bayrischer Meister zu Kulmbach 1920 und Trainingspartner des späteren Weltklassespielers Erich Eliskases.<br /> | |||
''1929 und 1932'' fanden anläßlich des 25-jährigen Jubiläums des Linzer Schachvereines, neben dem Wettkampf zwischen dem (späterem) GM Erich Eliskases gegen Rudolf Spielmann (dem letzten Ritter des Königsgambits), Vergleichskämpfe der Salzburger mit dem Linzer Schachverein auf 17 Bretter statt. | |||
''Linzer Tagespost v. 17.4.1929, bzw. 9/1932, mit Auflistung der Spieler.''<br /> | |||
So wurde bei den Ansprachen 1929 die Not der damaligen Profi-Schachmeister beklagt und eine Schach-Notgemeinschaft gefordert. <br /> | |||
Im Nov. 1935 erfolgte ein Vergleichskampf der Salzburger gegen Wels.<br /> | |||
'''1936:''' In der ersten Republik | '''1936:''' Mannschaftsmeisterschaft: In der ersten Republik begann in Salzburg ab 1936 die Meisterschaft zwischen den damaligen drei Vereinen in der Stadt Salzburg. Organisiert durch eine Arbeitsgemeinschaft. <br /> | ||
Im Ständestaat wurden | |||
Ergebnis 1936: <br /> | |||
1. SK Itzling (9,5)<br /> | |||
2. Salzburger Schachgesellschaft (8,5)<br /> | |||
3. SK Maxglan (6) <br /> | |||
Die Itzlinger mit Kurt Berger, Leeb, Lehner, Reinegger, Weilguni,..siegten. Die SG stellte allerdings nur die zweite Garnitur auf. Der SK Lehen (1936) nahm noch nicht daran teil. Dann begannen nach dem Krieg erst wieder ab 8.Oktober 1950 die Mannschaftskämpfe.<br /> | |||
Im Ständestaat wurden die früheren Arbeiterturn-und Sportvereine (ASV, ATSV,..), die teils schon kleine inoffizielle Schachsektionen hatten, wie die Itzling-Gnigler und Maxlaner, im Jahr 1934 aufgelöst, und anschließend bis 1936 teils neu als eigene Schachvereine gegründet. <br /> | |||
'''Der Salzburger Landesverband'''<br /> | '''Der Salzburger Landesverband'''<br /> | ||
Anfangs schließt sich 1910 die Salzburger Schachgesellschaft (wie auch der Innsbrucker SK, gegründet Febr. 1904) dem Deutschen Schachbund an. Am 3. September 1921 dann dem neu gegründeten Österreichischen Schachverband | Anfangs schließt sich 1910 die neue Salzburger Schachgesellschaft (wie auch der Innsbrucker SK, gegründet Febr. 1904) dem Deutschen Schachbund an. Am 3. September 1921 dann dem neu gegründeten Österreichischen Schachverband. Quelle: Wiener Sporttagblatt v. 9.9.1921.<br /> | ||
Dieser ÖSV wurde, nach mehreren Versuchen in der früheren Monarchie um 1890, aber erst nach dem 1. Weltkrieg, am 12. Dezember 1920 gegründet (Österreichischer Schachverein). In der Zeit der Monarchie gab es nur einen gemeinsamen Heeres-Schachverein.<br /> | |||
Wegen waren der zunehmenden politischen Spannungen in dieser Zeit waren dann auch nicht alle österreichischen Schachvereine dabei. 1925 gründeten die Arbeiterschachvereine ihren eigenen Verband. Mitte der 1930 gab es zudem noch in Österreich den Alpenländischen Verband.<br /> | |||
1921 wurde jedenfalls von Salzburg dem Bayrischen Schachbund bis 1924 beigetreten. 1922/23 nahmen Salzburger Spieler an dessen Bewerben (Bayrische Meisterschaft 1922 in Innsbruck) teil.<br /> | |||
Auch erfolgte wieder ein Austritt aus dem ÖSV. In der Salzburger Schachgesellschaft wurde in den nächsten Jahren mehrfach der Wechsel diskutiert, im Spielausschuss zwar beschlossen, dann doch nicht umgesetzt. | |||
Es waren nur teils politische Überlegungen maßgeblich. Es hatte ja auch seine Vorteile, weil man so doch an den nahen bayrischen Bewerben (Einzelmeisterschaft) mitspielen konnte.<br /> | |||
Erst 1927 wurde nach 1921 letztlich dem österreichischen Verband (ÖSV) beigetreten. <br /> | |||
In der ersten Republik gab es noch keinen Salzburger Landesverband. Dieser wurde 1927 von der SG zwar angedacht, aber dann wurde diese Koordinationsfunktion Mitte der 1930er mittels einer Arbeitsgemeinschaft der drei Vereine, der Schachgesellschaft, SK Maxglan und SK Itzling erledigt.<br /> | |||
'''Am [[1. Juli]] [[1947]]''' wird nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], während der US-amerikanischen Besatzungszeit, vorerst die inoffizielle Landesgruppe Salzburg gegründet und erfolgte der Beitritt zum neu geschaffenenen ÖSB.<br /> | |||
'''Der Salzburger Landesverband wird dann offiziell am 24.8.1950, anfangs mit sechs Mitgliedern(Vereinen, bzw. Sportsektionen) gegründet.''' <br /> | |||
Erster Salzburger Schachklub 1910 - Mozart<br /> | |||
Salzburger Schachgesellschaft-Posthof<br /> | |||
ASV-Amateure-Itzling (1951 ATSV, dann ESV, aus diesen wurde dann im Dez. 1955 der ASK),<br /> | |||
Schachverein Bischofshofen (1950)<br /> | |||
Schachverein Holzwerke St. Johann im Pongau (1950)<br /> | |||
Schach-Sektion des Sportklubs [[Zell am See]]<br /> | |||
Schon im folgenden Jahr 1951 wurde in 2 Klassen mit 9 Mannschaften zu je 8 Brettern gespielt.<br /> | Schon im folgenden Jahr 1951 wurde in 2 Klassen mit 9 Mannschaften zu je 8 Brettern gespielt.<br /> | ||
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Bekannte Schachzirkel, aber noch nicht Vereine, gab es damals zudem schon in Hallein, Radstadt, Schwarzach, Saalfelden (Bericht von Präs. HR Ritter v. Hoch beim ersten Landestag im Febr. 1951). | Bekannte Schachzirkel, aber noch nicht Vereine, gab es damals zudem schon in Hallein, Radstadt, Schwarzach, Saalfelden (Bericht von Präs. HR Ritter v. Hoch beim ersten Landestag im Febr. 1951). | ||
Die Zeller hatten sich aber bald wieder verabschiedet und folgte später dafür der Werksport-und Kulturverein Kaprun aus dem Pinzgau . | Die Zeller hatten sich aber bald wieder verabschiedet und folgte später dafür der Werksport-und Kulturverein Kaprun aus dem Pinzgau . | ||
Seit | '''Seit 7. Oktober 1950 läuft die Salzburger Mannschaftsmeisterschaft'''.<br /> | ||
'''Schach in den 1940ern''' | '''Schach in den 1940ern''' | ||
Ab Jänner 1939 fand die Einzel-Meisterschaft unter dem Großdeutschen Schachbund im Cafe´Posthof statt. | Ab Jänner 1939 fand die Einzel-Meisterschaft unter dem Großdeutschen Schachbund im Cafe´Posthof statt.<br /> | ||
Im Juni 1942 und Juni 1943 | ''' | ||
Im Juni 1942 und Juni 1943''' organisierte dieser welt-bedeutende Sechsmeisterturniere in Salzburg, im Hotel Mirabell. Mit dem späteren Sieger, Weltmeister Alexander Aljechin und dem WM-Titel Aspiranten, dem Esten Paul Keres. Offenbar um im Krieg mit geringem Aufwand und Mitteln etwas Ablenkung und Normalität suggerieren zu können. Die hohen Erwartungen von Keres wurden aber von Aljechin noch stark gedämpft.(Der Direkt-Score von Aljechin gegen den jügeren Keres, der aber in den 1950ern am stärksten war, von 1935 bis 1943 war 9:5).<br /> | |||
Der junge Deutsche Klaus Junge aber schlug im Juni 1942 sogar den 50-jährigen WM Aljechin (1892-1946) in einer der jeweils beiden Partien, was die linientreue Presse als größte Sensation in der Geschichte des Schach´s feierte. Im Juni 1943 war Junge an der Front und nahm nicht mehr am 2. Turnier teil. Parallell dazu wurde im Juni 1942 auch ein europäischer Schachbund unter ns. deutscher Führung mit dessen Verbündeten und einigen Unabhängigen gegründet, der mit Kriegsende aber erlosch.<br /> | |||
'''Das Internationale Turnier Bad Gastein 1948'''<br /> | |||
1948, vom 25. Mai bis 20. Jun. fand, eigentlich unglaublich, nur drei Jahre nach dem Krieg, im Kurort Bad Gastein bereits ein Internationales Schachturnier statt, das der schwedische IM Eric Lundic gewann, vor dem Franzosen Nicolas Rossolimo und dem Ungarn Pal Benkö. Dazu gibt es zB. eine österreichische Sonderbriefmarke, bzw. Stempel. Die Organisation erfolgte vom Wiener Ing. Gerhard Bruckner.<br /> | |||
Das Gästeturnier (B-Turner) gewann der Badener Albert Lounek. | |||
Quelle auch: online Chronik des Schachklubs Baden bei Wien. <br /> | |||
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1949''' wurde in Salzburg Stadt ein kleines WM-Aljechin Erinnerungsturnier abgehalten (wie auch später 1992 eines in Salzburg-Gnigl, veranstaltet von SC Inter Salzburg, zum 50jährigen Turniersieg von Aljechin, bzw. zu seinem 100. Geburtstag). | |||
'''Sieger 1949:''' Dr. Hans Geiger, 2. Hopfinger 3. Dr. Walchshofer 4. Romanenko 5. Ing. Gerhard Bruckner.<br /> | |||
Der | Der frühere '''Itzlinger Schachklub''' der 1930er wurde Ende der 1940er wieder erweckt (unter ASV-Amateure, 1951 als ATSV-Itzling) mit dem Spitzenspieler Georg v. Berner (Stadt-und Landesmeister 1950/51, der aber 1951 nach Kanada auswanderte) und hatte seine Spiellokale beim Gasthof Aignherr in Itzling und beim ehemaligen Hotel Bahnhof. Mit den Spielern Klaus Albrecht, Stockinger, Weilguni, Kurt Berger, Brunauer, Brandauer, Spalt, Hagn, Borenitsch, Bitter, Stadler, Grabler,..1951 führten die Amateure in Kärnten gegen Wolfsberg-Kohlegrube ein Freundschaftsspiel. | ||
'''Entwicklung ab den 1950ern, Vereinsgründungen'''<br /> | |||
''' | '''1950''' teilte sich die Salzburger Schachgesellschaft in die Spielstätten und Vereine [[Café Posthof]] und Café Mozart (Erster Salzburger Schachklub 1910- (später erfolgte noch der Zusatz: Mozart").<br /> | ||
'''1953/1954''' erfolgen Teilnahme am europäischen Mitropa-und Westropa Cup mit guten Ergebnissen.<br /> | |||
DI Erich Flir, Walter Wöll von Mozart und Georg Berner (Amateure Itzling) sind in den [[1950er]]-1960ern wohl die besten Spieler.<br /> | |||
'''Schon 1950/51''' gibt es vielfache Vergleichskämpfe insbesondere von Mozart gegen Venedig, Rom, Schachring-Zürich, auf 25 Bretter gegen Traunstein (mit Chiemgauern verstärkt), in Bad-Gastein gegen den Kärntner Meister ESV-Admira-Villach und Wels. <br /> | |||
'''1950:''' Die SK´s Bischofshofen , St. Johann und die Schachsektion des Sportklubs Zell a.See werden (nach Vorgängern) 1950 gegründet. Der Halleiner Schachklub 1953, es wird aber schon einige Jahre zuvor gespielt (Chronik des SK Hallein). | |||
'''Im Dezember 1955''' wird der '''ASK''' als '''Arbeiterschachklub''' von Kurt Berger u.a. gegründet, der aber quasi ein Nachfolger des früheren Itzlinger Klubs (1935), bzw. der ASV-Amateuere, ATSV, ESV-Sektion war, aber auch einige Spieler der früheren Lehener-und Maxglaner Vereine der 1930er umfasste. | |||
Die ASKler sehen sich aber mehr als Nachfolger der Maxglaner und residieren nun nach dem früheren Sternbrau in Maxglan Mi. beim Wastlwirt. | |||
Der ASK, nun der "Allgemeine Schachklub", hat heute ein sehr lebendiges Klubleben, zumal sich viele Spieler in das Internet und zum Notebook verzogen haben.<br /> | |||
Im Pinzgau führte damals der Werksportklub Kaprun mit seinem Vorkämpfer Weikl u. Puchner. Auch der oö. 1. SK Bad Ischl (1936) spielte ab 1959 lange Zeit beim Salzburger Verband, Oberndorf-Laufen gründete sich 1959.<br /> | |||
1958 wird Karl Schatzl, der Oberkellner vom Cafe´Glockenspiel, der aber beim Verein Posthof spielt, Landesmeister (dazu gibt es zB. einen amüsanten Artikel vom Salzburger Literaten Walter Müller im SN-online-Archiv). | |||
Am 19. Juli 1959 gab es in Seekirchen ein schönes Schachfest mit 8er-Mannschaften und 30-Minuten Kurzzeit-Partien.<br /> | |||
'''Ab 1966''' gab es, ausgehend vom Schachklub Freilassing, Grenzlandturniere. | |||
'''1969/70''' der Saison wurde die Landesliga eingeführt. Bis dahin wurde nur in einer ersten und 2. Klasse gespielt. | |||
'''Ab 1973''' folgten die neuen Bewerbe Landes-Blitzmeisterschaft und Landescup. | |||
''Quelle: ASK Chronik.'' <br /> | |||
1974 Der Salzburger Maler und Grafiker Stefan Schneider (1908-190) aus St. Johann wird FIDE Internationaler Meister (IM) im scharfsinnigen und hoch logischen Problemkompositionsschach (damals noch ohne Computerunterstützung, mit etwa 300 Problemkompositionen). | |||
'''In den 1970ern''' bis Anfang der 1980er prägen die vielen guten Mozartler wie ÖM Walter Klimitschek und die Ranshofner Staatsligaspieler IM Arne Dür, J. Ager, Prameshuber das Salzburger Schach. Um nur einige zu nennen. <br /> | |||
Der engagierte Werksportverein-ATSV Ranshofen war 1971 von OÖ zum Salzburger Verband gestoßen (1998 umgegründet). Obmann Wolfgang Hackbarth wollte der damals wohl sehr starken VÖST-Linz ausweichen und witterte in Salzburg offenbar mehr Beute. Zudem war es auch leichter erreichbar. Er hatte großen Anteil an der Gründung der Staatsliga (nun Bundesliga).<br /> | |||
Im Café Mozart wird in den 1970/1980ern vor allem täglich Blitzschach gespielt (zB. W. Löffler, Peterwagner, Flir´s, Hamberger, oder die "berüchtigten" Cafehaus -Blitzer, Moser, Kopp,...) und Partien analysiert.<br /> | |||
Auch der bekannte Pianist Friedrich Gulda fand sich manchmal zum Blitzspiel ein, oder das Playboy-und Penthousegirl Brigitta C., die sogar sehr beachtliche 1840 nat. Elo und den WMK Titel errang. <br /> | |||
Damals kamen auch etliche Gewerbetreibende der Innenstadt ins Cafe Mozart zum Spiel und sponserten bei den Blitzturnieren schöne Preise. Durch die Ausdünnung des Gewerbes und die internationalen Ketten hat sich das nun etwas verflüchtigt. Der ASK oder Süd hatten immer ein sehr gutes Klubleben.<br /> | |||
'''Im Turnierschach''' entwickelt sich weltweit ab den 1970ern das Elosystem, eine Messung der Spielstärke, die nun in Variationen für andere Sportarten herangezogen wird. | |||
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GM Paul Keres kam 1970 erneut nach Salzburg. Der frühere Weltklassespieler GM Salo Flohr gab in den 1970ern 2 Simultanvorstellungen.<br /> | |||
Zur Zeit von Verbandspräsident Karl Groiss und Landesspielleiter Erich Schneider, bzw. in der Zeit von Weltmeister Bobby Fischer kam es in den 1970-1980er Jahren zu einigen neuen Vereinsgründungen und starker Aufwärtsentwicklung.<br /> | |||
ESV-Bischofshofen mit dem jungen Josef Klinger (dem späterem GM), das 4x um 1980 Landescup-Finalist und Westligameister war, ASK, Hallein, Salzburg Süd,....<br /> | |||
SC Inter Salzburg wurde 1973, der Verein Salzburg-Süd 1979 gegründet. In den 80/90erern wirkte der USK Uttendorf hervorragend in der Westliga (spätere Bundesliga-B) mit seinen Spitzen Hahn und Feichtner. Der Landesverband flog 1978 nach Ägypten und folgend mit 50 Leuten zu einem Freundschaftskampf und Ausflug nach Moskau.<br /> | |||
'''Rahmenbewerbe:''' Die Vereine Mattighofen, Radstadt organisiserten schöne Mannschafts-Blitz, bzw. Kurzzeit-Turniere. Seekirchen schon im Juli 1959 einen Fußball-Kegel-Schachbewerb. Die drei Stadtvereine: ASK, Inter und Mozart in den 1970-8Oern Fußball-Schach Kombibewerbe. Bad Ischl Schach-Schirennen. Also kam auch der Spaß und Körpersport manchmal nicht zu kurz.<br /> | |||
Vom Herbst '''1984 bis 1996''' gab es ein eigenes Schach-Haus des Verbandes in Lehen, in der Strubergasse, das im Oktober 1984 mit einem Simultan des "Zauberers von Riga", dem Kombinationskünstler Ex WM Michael Tal eingeweiht wurde.<br /> | |||
'''Salzburger Open:''' DI Gerhard Herndl gibt die Halleiner Schachzeitung, mit Robert Rettenbacher die Verbandszeitung SIS heraus und organisierte '''ab 1986 das Halleiner Schach-Open'''. Dieses setzte sich durchgehend im Werfen (-Tenneck) und Schwarzacher Open fort.<br /> | |||
Mit dem Organisator DI Johann Fischer kam Inter Salzburg in den 1990ern zu Sternstunden in der Staatsliga. So spielt 1993 der spätere Weltmeister Wladimir Kramnik (damals aber schon Nr. 6 der Weltrangliste) für Inter Salzburg drei Partien in der österreichischen Staatsliga bei der Schachgala im Hotel Europa mit 300 Zusehern und Mitwirkenden im Rahmenprogramm.<br /> | |||
'''1992''', 2.-4. 10. wird im Gnigler Kultur-und Vereinsheim ein vom Klub Inter Salzburg (Fischer/Hager/Endthaler) organisiertes schönes 1. Intern. Salzburg Stadt- Schachopen mit 20.000 DM -Preisfonds (1 Stunde/40 Züge) im Rahmen des Mephisto-Grand-Prix Serie der Müchner Schachcomputerfirma abgehalten.<br /> | |||
1- IM Valentin Arbakov (Russ) Elo 2345 8,5 Punkte, 2. GM Alexander Woitkiewicz (Pol) 2530 7,5 3. GM Romulad Mainka 2550 7 4. IM Bjarke Kristensen (Dän)2370 7 5. IM Ralf Hess 2345 7. (Die FM Harald Herndl und Franz Hager waren die besten Salzburger). | |||
Quellen: Salzburg Krone und Staatsliga-Topchess, Hrsg.: Alexander Fauland und Hannes Krawagna. <br /> | |||
'''1996/97''' | ''''''1996/97'''''' Das MMM –Turnier von Salzburg-Süd. | ||
1. FM Reinhard Hanel(2340) 7, 2. FM Franz Hager (2240) 6,5, 3. Klaus Jürgens (D)(2185) 6, 4. MK Herbert Gottsmann (2170) 5, 5. Christoph Dölzlmüller (2170) 4,5, 6.-8. Franz Waggerl (2230), Hermann Hamberger (2205), MK | Vom 3.10.1996-20.3.1997 veranstaltete Salzburg-Süd unter Obmann Prof. Willi Sauberer das mit 20.000.- öS gut dotierte MMM Turnieer. 1000-Jahre Salzburger Münz-Markt-und Mautrecht. Ein 9-Rundenturnier der 10 Salzburger Spitzen. <br /> | ||
1. FM Reinhard Hanel (2340) 7, 2. FM Franz Hager (2240) 6,5, 3. Klaus Jürgens (D)(2185) 6, 4. MK Herbert Gottsmann (2170) 5, 5. Christoph Dölzlmüller (2170) 4,5, 6.-8. Franz Waggerl (2230), Hermann Hamberger (2205), MK Arthur Hinteregger (2140)je 4, Nico de Jongh (NL) (2110) 3, Christoph Löffler (oZ) 2. (Anmerkung: intern. Elozahlen) <br /> | |||
Ab Mitte der '''1980er Jahre''' lösen die vielfachen Möglichkeiten an Einzel-Open-Turnieren zu spielen die Länder-und Städtekämpfe (1978-1983 noch gegen OÖ, Kärnten und Stmk.) weitgehend ab. Dafür organisierten AK/ÖGB mit dem Verband ab 1982 für über 10 Jahre Betriebsschachmeisterschaften, wodurch das Schachhaus zu zusätzlichen Einnahmen kam.<br /> | |||
'''2000/1''' und 20021/2002 Inter-Salzburg (dann SIR) gewinnt 2x die Bundesliga B-Mitte. | |||
Die Computerisierung verödete einige Klubleben, erhöhte aber widerum den Wissensstand gigantisch. Schach steht in der Freizeit-und Fitnessgesellschaft in hoher Konkurrenz mit vielen Spielen und Programmen, bietet aber dem hobbymäßigen Gelegenheitsspieler, wie auch wie dem geselligen Klubmenschen, oder sportlich engagiertem Kämpfer doch so einiges.<br /> | Die Computerisierung verödete einige Klubleben, erhöhte aber widerum den Wissensstand gigantisch. Schach steht in der Freizeit-und Fitnessgesellschaft in hoher Konkurrenz mit vielen Spielen und Programmen, bietet aber dem hobbymäßigen Gelegenheitsspieler, wie auch wie dem geselligen Klubmenschen, oder sportlich engagiertem Kämpfer doch so einiges.<br /> | ||