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Alja Rachmanova-Hoyer (Quelltext anzeigen)
Version vom 17. Dezember 2007, 12:56 Uhr
, 12:56, 17. Dez. 2007keine Bearbeitungszusammenfassung
Die Familie übersiedelt in eine Villa am Giselakai, Arnulf von Hoyer bekommt eine Stelle als Gymnasiallehrer. Die als scheu und zurückhaltend beschriebenene Frau knüpft freundschaftliche Beziehungen zu Familien des Salzburger Bürgertums. „Rang und Namen bedeuteten ihr wenig. Vielmehr stand (...) das rein Menschliche im Vordergrund“ stellt Lieselotte v. Eltz-Hoffmann fest. Nach dem Anschluß Österreichs an das deutsche Reichwird sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, ihre Bücher werden verboten - um später als antibolschewistisches Propagandamittel an der Ostfront eingesetzt zu werden. Als im April 1945 ihr einziges Kind in den letzten Kämpfen um Wien von ihren eigenen Landsleuten erschossen wird und ihr Leben im Anbetracht der vorrückenden Roten Armee erneut bedroht ist, flüchtet sie mit ihrem Mann in die Schweiz. Das nächste Buch „Einer von Vielen“ ist dem Andenken ihres Sohnes gewidmet und schildert die Ereignisse nach der Übersiedlung nach Salzburg 1927 bis zum Tod des Sohnes 1945. „Dreiundzwanzig Jahre haben wir (...) unser Kind gehegt und gepflegt, haben es vor allem zu bewahren gesucht, was ihm schaden könnte, haben es mit einem Strom von Liebe umgeben, für den es keine Grenzen gab, der unsere Herzen ganz erfüllte. Nun ist unser Kind tot, weil es in einer Welt sein mußte, in der Haß stärker ist, als die Liebe, und uns, seinen Eltern, ist der eigentliche Sinn ihres Erdendaseins für immer genommen“, so beschreibt die Autorin im Vorwort des Buches ihren Schmerz über den Verlust. Und Arnulf von Hoyer schreibt 1946 in einem Brief an Freunde in Salzburg: „Es ist für uns natürlich sehr traurig, daß wir immer wieder von vorne anfangen müssen und wir sind, offen gestanden schon s e h r müde. Das Alleinsein, ohne unser einziges Kind, fällt uns sehr schwer und das Heimweh macht uns das Leben auch nicht leichter“. Die Hoyers beziehen in Ettenhausen im Kanton Thurgau in der Nähe von Winterthur ihren Alterswohnsitz. Die bekannteste Schriftstellerin der Nachkriegszeit verfaßt in ihrem Alterswerk Romanbiographien über Schriftsteller ihrer Heimat, die wie immer von ihrem Mann ins Deutsche übersetzt werden. Nach dessen Tod ist Alja Rachmanowa auf die liebevolle Pflege einer Nachbarin angewiesen. Sie überlebt ihren Mann um zwanzig Jahre und stirbt am 11. Februar 1991 im 93. Lebensjahr in Ettenhausen. Am Salzburger Kommunalfriedhof finden sie und die ihren ihre letzte Ruhestätte. Ihre Bücher sind Dokumente einer bewegten Zeit und legen ergreifendes Zeugnis ab, wie ein Leben, das mit ihren eigenen Worten „voll von Heimsuchungen und Katastrophen“ war, dennoch gemeistert werden kann.
Die Familie übersiedelt in eine Villa am Giselakai, Arnulf von Hoyer bekommt eine Stelle als Gymnasiallehrer. Die als scheu und zurückhaltend beschriebenene Frau knüpft freundschaftliche Beziehungen zu Familien des Salzburger Bürgertums. „Rang und Namen bedeuteten ihr wenig. Vielmehr stand (...) das rein Menschliche im Vordergrund“ stellt Lieselotte v. Eltz-Hoffmann fest. Nach dem Anschluß Österreichs an das deutsche Reichwird sie aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, ihre Bücher werden verboten - um später als antibolschewistisches Propagandamittel an der Ostfront eingesetzt zu werden. Als im April 1945 ihr einziges Kind in den letzten Kämpfen um Wien von ihren eigenen Landsleuten erschossen wird und ihr Leben im Anbetracht der vorrückenden Roten Armee erneut bedroht ist, flüchtet sie mit ihrem Mann in die Schweiz. Das nächste Buch „Einer von Vielen“ ist dem Andenken ihres Sohnes gewidmet und schildert die Ereignisse nach der Übersiedlung nach Salzburg 1927 bis zum Tod des Sohnes 1945. „Dreiundzwanzig Jahre haben wir (...) unser Kind gehegt und gepflegt, haben es vor allem zu bewahren gesucht, was ihm schaden könnte, haben es mit einem Strom von Liebe umgeben, für den es keine Grenzen gab, der unsere Herzen ganz erfüllte. Nun ist unser Kind tot, weil es in einer Welt sein mußte, in der Haß stärker ist, als die Liebe, und uns, seinen Eltern, ist der eigentliche Sinn ihres Erdendaseins für immer genommen“, so beschreibt die Autorin im Vorwort des Buches ihren Schmerz über den Verlust. Und Arnulf von Hoyer schreibt 1946 in einem Brief an Freunde in Salzburg: „Es ist für uns natürlich sehr traurig, daß wir immer wieder von vorne anfangen müssen und wir sind, offen gestanden schon s e h r müde. Das Alleinsein, ohne unser einziges Kind, fällt uns sehr schwer und das Heimweh macht uns das Leben auch nicht leichter“. Die Hoyers beziehen in Ettenhausen im Kanton Thurgau in der Nähe von Winterthur ihren Alterswohnsitz. Die bekannteste Schriftstellerin der Nachkriegszeit verfaßt in ihrem Alterswerk Romanbiographien über Schriftsteller ihrer Heimat, die wie immer von ihrem Mann ins Deutsche übersetzt werden. Nach dessen Tod ist Alja Rachmanowa auf die liebevolle Pflege einer Nachbarin angewiesen. Sie überlebt ihren Mann um zwanzig Jahre und stirbt am 11. Februar 1991 im 93. Lebensjahr in Ettenhausen. Am Salzburger Kommunalfriedhof finden sie und die ihren ihre letzte Ruhestätte. Ihre Bücher sind Dokumente einer bewegten Zeit und legen ergreifendes Zeugnis ab, wie ein Leben, das mit ihren eigenen Worten „voll von Heimsuchungen und Katastrophen“ war, dennoch gemeistert werden kann.
Artikel von Mag. Ursula Schliesselberger, 2004.
Artikel von Mag. Ursula Schliesselberger, Salzburg, 2004.