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Erzbischof [[Adalbert II.]], der [[1183]] erneut an die Macht kam, vollzog den Ausgleich mit Friedrich Barbarossa und den Übergang [[Salzburg]]s ins kaiserliche Lager. Um [[1185]] eröffnete er den [[Salzbergbau]] auf dem [[Salzbergwerk Dürrnberg]], der in römischer Zeit zum Erliegen gekommen war. Der Salinenort am [[Salzach]]ufer, zu dem die Sole vom Dürrnberg in Holzrohren geleitet und dort auf großen Pfannen versotten wurde, erhielt im Gegensatz zu [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] den Namen [[Hallein]] (haellinum von Hall = Salz), das "kleine Hall".  
 
Erzbischof [[Adalbert II.]], der [[1183]] erneut an die Macht kam, vollzog den Ausgleich mit Friedrich Barbarossa und den Übergang [[Salzburg]]s ins kaiserliche Lager. Um [[1185]] eröffnete er den [[Salzbergbau]] auf dem [[Salzbergwerk Dürrnberg]], der in römischer Zeit zum Erliegen gekommen war. Der Salinenort am [[Salzach]]ufer, zu dem die Sole vom Dürrnberg in Holzrohren geleitet und dort auf großen Pfannen versotten wurde, erhielt im Gegensatz zu [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] den Namen [[Hallein]] (haellinum von Hall = Salz), das "kleine Hall".  
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Erzbischof [[Eberhard II.]] ([[1200]] - [[1246]]) aus dem Geschlecht der Edlen von Regensberg (bei Zürich), der bedeutendste Salzburger Kirchenfürst des Mittelalters, sicherte der neuen Saline durch sehr modern anmutende Maßnahmen die Vorherrschaft im Ostalpenraum: Zunächst steigerte er die Produktion enorm und unterbot den üblichen Salzpreis bei weitem. Als er mit Hilfe des Dumpings die ältere Saline [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] vom Markt verdrängt hatte, griff er zum Mittel der Valorisation, beschränkte die Produktion und hob den Salzpreis wieder stark an.  
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Erzbischof [[Eberhard II. von Regensburg]] ([[1200]] - [[1246]]) aus dem Geschlecht der Edlen von Regensberg (bei Zürich), der bedeutendste Salzburger Kirchenfürst des Mittelalters, sicherte der neuen Saline durch sehr modern anmutende Maßnahmen die Vorherrschaft im Ostalpenraum: Zunächst steigerte er die Produktion enorm und unterbot den üblichen Salzpreis bei weitem. Als er mit Hilfe des Dumpings die ältere Saline [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] vom Markt verdrängt hatte, griff er zum Mittel der Valorisation, beschränkte die Produktion und hob den Salzpreis wieder stark an.  
    
Durch die Beherrschung des Wasserwegs auf der [[Salzach]], der einzigen leistungsfähigen Transportroute, konnten die [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe auch den Export der konkurrierenden Salinen Reichenhall und [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Berchtesgaden]] kontrollieren. Die [[Salzachschifffahrt|Salzschifffahrt]] von [[Hallein]] über Laufen nach Passau wurde noch im [[13. Jahrhundert]] durch erzbischöfliche Urkunden genau geregelt. Der Salzexport blieb bis zum Ende der geistlichen Herrschaft die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]].
 
Durch die Beherrschung des Wasserwegs auf der [[Salzach]], der einzigen leistungsfähigen Transportroute, konnten die [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe auch den Export der konkurrierenden Salinen Reichenhall und [[Salzbergwerk Berchtesgaden|Berchtesgaden]] kontrollieren. Die [[Salzachschifffahrt|Salzschifffahrt]] von [[Hallein]] über Laufen nach Passau wurde noch im [[13. Jahrhundert]] durch erzbischöfliche Urkunden genau geregelt. Der Salzexport blieb bis zum Ende der geistlichen Herrschaft die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischöfe]].
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===Der Vater des Landes Salzburg===
 
===Der Vater des Landes Salzburg===
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[[Eberhard II.]] wird gerne als "Vater des Landes Salzburg" bezeichnet. In engem Zusammenwirken mit Kaiser Friedrich II., dem er trotz Kirchenbann bis in den Tod die Treue hielt, gelang ihm durch die Erwerbung von Grafschaften und Herrschaften der Aufbau eines großen, geschlossenen Herrschaftsgebietes. Während die benachbarten Bistümer Brixen und Trient damals von ihren weltlichen Schutzherren (Vögten), den Grafen von Tirol, in das werdende Land Tirol eingebunden wurde, setzte Eberhard in Salzburg die Entmachtung der Vögte durch. Rechtsprechung und Verwaltung übertrug er den von ihm eingesetzten Beamten und sicherte damit den Bestand der geistlichen Herrschaft für Jahrhunderte.  
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[[Eberhard II. von Regensburg]] wird gerne als "Vater des Landes Salzburg" bezeichnet. In engem Zusammenwirken mit Kaiser Friedrich II., dem er trotz Kirchenbann bis in den Tod die Treue hielt, gelang ihm durch die Erwerbung von Grafschaften und Herrschaften der Aufbau eines großen, geschlossenen Herrschaftsgebietes. Während die benachbarten Bistümer Brixen und Trient damals von ihren weltlichen Schutzherren (Vögten), den Grafen von Tirol, in das werdende Land Tirol eingebunden wurde, setzte Eberhard in Salzburg die Entmachtung der Vögte durch. Rechtsprechung und Verwaltung übertrug er den von ihm eingesetzten Beamten und sicherte damit den Bestand der geistlichen Herrschaft für Jahrhunderte.  
    
Seit dem [[12. Jahrhundert]] wurden die [[Salzburger Erzbischöfe]] als "Reichsfürsten" tituliert und waren damit den bayerischen Herzogen gleichgestellt. Trotzdem bestand das von ihnen beherrschte Fürstentum nur aus "Herrschaften und Territorien", aus "Grafschaften, Gerichten und Vogteien" und galt weiterhin als Teil des Herzogtums Bayern.
 
Seit dem [[12. Jahrhundert]] wurden die [[Salzburger Erzbischöfe]] als "Reichsfürsten" tituliert und waren damit den bayerischen Herzogen gleichgestellt. Trotzdem bestand das von ihnen beherrschte Fürstentum nur aus "Herrschaften und Territorien", aus "Grafschaften, Gerichten und Vogteien" und galt weiterhin als Teil des Herzogtums Bayern.
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