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== Leben ==
 
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Rochus Franz Ignaz [[Egedacher]] war am 30. Jänner 1749 in St. Andrä getauft worden, zwischen 1760 und 1767 taucht er als Kapellknabe auf, danach studierte er an der [[Universität Salzburg]] Theologie und am 16. März 1773 wurde er zum Priester geweiht<ref>''Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit des Erzbisthums Salzburg'', Salzburg 1822, S. 19.</ref>. Da er musikalisch war, [[Leopold Mozart]] war einer seiner Lehrer, stieg er später zum [[Chorvikar]] auf. Offenbar hatte er bei seinem Vater auch das Orgelhandwerk gelernt, denn er versah während der Krankheit seines Vaters die Instrumente und musste ''bey Hofe, als im Theater und in der ganzen Statt die Clavier stimmen''<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 9f.</ref>. Leopold Mozart nannte ihn den ''geistl. H. Egedacher'' und berichtete, dass er ''erst von Polling kommen, wo er eine Orgl aufgesetzt, die sein Vatter noch dahier gemacht hat. Itzt geht er nach Radstadt, wegen der neuen Orgel und wird 14 täge oder 3 wochen ausbleiben''<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 20f.</ref>. Da er die von seinem, inzwischen verstorbenen, Vater begonnenen Orgeln in Polling und Radstadt fertigstellen konnte, dürfte er das Orgelbau-Handwerk ganz gut beherrscht haben. Andererseits riet Leopold Mozart dem neuen Hoforgelmacher [[Johann Evangelist Schmidt|Johann Ev. Schmidt]], er solle alle Klavierzargen des verstorbenen Rochus Egedacher aufkaufen, damit dessen Sohn, dem geistlichen ''Egedacher die Gelegenheit benommen wird, schlechte Claviere zu machen, wodurch man nur unter einander in Verdruss kommt''<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 90.</ref>. Im Weiteren berichtete er am 19. Jänner 1786, nach dem Tode Rochus Egedachers, dass es ''der geist. Egedacher'' […] ''für gut befunden'' [habe] ''einigen Werkzeug auf die Seite zu'' räumen<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 10.</ref>. Und am 10. März 1786 drückte er die Hoffnung aus, dass der geistliche Egedacher bald ''unter eine Aufsicht kommt, und nicht etwa dem Orgelmacher durch Stimmen und Pfuschen etc. einigen Eintrag thun oder mit ihm in Zwistigkeit kommen möge''<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 65.</ref>. Eine Woche später schrieb Leopold Mozart, der offenbar hinterrücks die Entfernung Rochus Franz Ignaz Egedachers aus der Stadt Salzburg betrieben hatte, dass der sich mit Tränen in den Augen bei ihm verabschiedet habe. Mozart wollte ihm allerdings noch seine Musik-Noten zu den Franziskanern in Hundsdorf nachschicken, wohin Egedacher dann abgereist war<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 44–48.</ref>. Ahnungslos gratulierte Egedacher Mozart noch zu seinem Namenstag, dem 15. November (Leopold), und bat um die Herausgabe einiger Sonaten, die allerdings [[Maria Anna Mozart|Nannerl Mozart]] schon nach St. Gilgen mitgenommen hatte<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 1010, Z. 61f.</ref>. Wiederholt musste Rochus Franz Ignaz Egedacher im Priesterhaus von [[Maria Kirchental|Kirchental]], einer Korrektionsanstalt für zu disziplinierende Priester, Zeit verbringen, erstmals vermutlich 1781, als er von Regens Johann Georg Winkelhofer (1781–1784) ''als Trinker, Schuldenmacher, als faul und träge, als Lügner und Anstifter zu Streitereien bezeichnet'' worden war<ref>Rupert Struber: ''Priesterkorrektionsanstalten in der Erzdiözese Salzburg im 18. und 19. Jahrhundert'', Salzburg 2003 (Wissenschaft und Religion, Band 5), S. 114f.</ref>. Anlässlich seines späteren Aufenthaltes dort im Jahre 1806 reparierte er die Orgel, die sein Großvater [[Johann Christoph Egedacher]] 1717 erbaut hatte. Er brauchte für seine Arbeit vier bis fünf Wochen und erntete dafür von Regens Philipp Jakob Metzger (1805–1825) Lob, ''weil er'' [sich] ''viele Mühe in Ausbesserung, und gänzlicher Stimmung derselben'' [gemacht] ''habe – und weil die Orgel nach Aussage des hiesigen Organisten Leumüller in einen ziemlich guten Stand, und reine Stimmung hergestellt worden war''<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: ''Kasten 8, Fach 100, Faszikel 4'' (Lofer und Kirchental, 30. Juni 1806)</ref>. Das Konsistorium genehmigte für seine Arbeit ''4 [[Konventionstaler|Conventionsthaler]]''<ref>AES: ''Kasten 8, Fach 100, Faszikel 4'' (Salzburg, 2. Juli 1806)</ref>. Rochus Franz Ignaz Egedacher verstarb als letzter Lebender aus der Orgelbaudynastie der [[Egedacher]] am 22. Jänner 1824 in Salzburg<ref>''Sæcularis Memoria defunctorum sacerdotum Archidioecesis Salisburgensis ab anno 1800–1900'', Salzburg 1901, S. 7.</ref>.
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Rochus Franz Ignaz [[Egedacher]] war am 30. Jänner 1749 in St. Andrä getauft worden, zwischen 1760 und 1767 taucht er als Kapellknabe auf, danach studierte er an der [[Universität Salzburg]] Theologie und am 16. März 1773 wurde er zum Priester geweiht.<ref>''Personalstand der Säkular- und Regular-Geistlichkeit des Erzbisthums Salzburg'', Salzburg 1822, S. 19.</ref> Da er musikalisch war, [[Leopold Mozart]] war einer seiner Lehrer, stieg er später zum [[Chorvikar]] auf. Offenbar hatte er bei seinem Vater auch das Orgelhandwerk gelernt, denn er versah während der Krankheit seines Vaters die Instrumente und musste ''bey Hofe, als im Theater und in der ganzen Statt die Clavier stimmen''.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 9f.</ref> Leopold Mozart nannte ihn den ''geistl. H. Egedacher'' und berichtete, dass er ''erst von Polling kommen, wo er eine Orgl aufgesetzt, die sein Vatter noch dahier gemacht hat. Itzt geht er nach Radstadt, wegen der neuen Orgel und wird 14 täge oder 3 wochen ausbleiben''.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 20f.</ref> Da er die von seinem, inzwischen verstorbenen, Vater begonnenen Orgeln in Polling und Radstadt fertigstellen konnte, dürfte er das Orgelbau-Handwerk ganz gut beherrscht haben. Andererseits riet Leopold Mozart dem neuen Hoforgelmacher [[Johann Evangelist Schmidt|Johann Ev. Schmidt]], er solle alle Klavierzargen des verstorbenen Rochus Egedacher aufkaufen, damit dessen Sohn, dem geistlichen ''Egedacher die Gelegenheit benommen wird, schlechte Claviere zu machen, wodurch man nur unter einander in Verdruss kommt''.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 90.</ref> Im Weiteren berichtete er am 19. Jänner 1786, nach dem Tode Rochus Egedachers, dass es ''der geist. Egedacher'' […] ''für gut befunden'' [habe] ''einigen Werkzeug auf die Seite zu'' räumen.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 10.</ref> Und am 10. März 1786 drückte er die Hoffnung aus, dass der geistliche Egedacher bald ''unter eine Aufsicht kommt, und nicht etwa dem Orgelmacher durch Stimmen und Pfuschen etc. einigen Eintrag thun oder mit ihm in Zwistigkeit kommen möge''.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 65.</ref> Eine Woche später schrieb Leopold Mozart, der offenbar hinterrücks die Entfernung Rochus Franz Ignaz Egedachers aus der Stadt Salzburg betrieben hatte, dass der sich mit Tränen in den Augen bei ihm verabschiedet habe. Mozart wollte ihm allerdings noch seine Musik-Noten zu den Franziskanern in Hundsdorf nachschicken, wohin Egedacher dann abgereist war.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 836, Z. 44–48.</ref> Ahnungslos gratulierte Egedacher Mozart noch zu seinem Namenstag, dem [[15. November]] (Leopold), und bat um die Herausgabe einiger Sonaten, die allerdings [[Maria Anna Mozart|Nannerl Mozart]] schon nach St. Gilgen mitgenommen hatte.<ref>Wilhelm A. Bauer / Otto Erich Deutsch: ''Mozart. Briefe und Aufzeichnungen''. Kassel u.a. 1963, Bd. III, Nr. 1010, Z. 61f.</ref> Wiederholt musste Rochus Franz Ignaz Egedacher im Priesterhaus von [[Maria Kirchental|Kirchental]], einer Korrektionsanstalt für zu disziplinierende Priester, Zeit verbringen, erstmals vermutlich 1781, als er von Regens Johann Georg Winkelhofer (1781–1784) ''als Trinker, Schuldenmacher, als faul und träge, als Lügner und Anstifter zu Streitereien bezeichnet'' worden war.<ref>Rupert Struber: ''Priesterkorrektionsanstalten in der Erzdiözese Salzburg im 18. und 19. Jahrhundert'', Salzburg 2003 (Wissenschaft und Religion, Band 5), S. 114f.</ref> Anlässlich seines späteren Aufenthaltes dort im Jahre 1806 reparierte er die Orgel, die sein Großvater [[Johann Christoph Egedacher]] 1717 erbaut hatte. Er brauchte für seine Arbeit vier bis fünf Wochen und erntete dafür von Regens Philipp Jakob Metzger (1805–1825) Lob, ''weil er'' [sich] ''viele Mühe in Ausbesserung, und gänzlicher Stimmung derselben'' [gemacht] ''habe – und weil die Orgel nach Aussage des hiesigen Organisten Leumüller in einen ziemlich guten Stand, und reine Stimmung hergestellt worden war''.<ref>[[Archiv der Erzdiözese Salzburg|AES]]: ''Kasten 8, Fach 100, Faszikel 4'' (Lofer und Kirchental, 30. Juni 1806)</ref>. Das Konsistorium genehmigte für seine Arbeit ''4 Conventionsthaler''.<ref>AES: ''Kasten 8, Fach 100, Faszikel 4'' (Salzburg, 2. Juli 1806).</ref> Rochus Franz Ignaz Egedacher verstarb als letzter Lebender aus der Orgelbaudynastie der [[Egedacher]] am 22. Jänner 1824 in Salzburg.<ref>''Sæcularis Memoria defunctorum sacerdotum Archidioecesis Salisburgensis ab anno 1800–1900'', Salzburg 1901, S. 7.</ref>
    
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==