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| | ==Erste Kirche== | | ==Erste Kirche== |
| − | Das starke Wachstum der Bevölkerung von Reichenhall könnte Anfang des [[9. Jahrhundert]]s der Grund für die Anlage eines neuen Friedhofs mit Kirche an der Straße nach Salzburg gewesen sein. Die dem heiligen Zeno geweihte Kirche ist wohl auf Initiative des Salzburger [[Erzbischof]]s [[Arn]] (785 - 821) um 810 dort erbaut worden. Der heilige Zeno von Verona († 372) galt als Beschützer vor Überschwemmungen, welche Reichenhall immer wieder heimsuchten. Auch die Verbindungen Arns zum Langobardenkönig könnten zur Wahl des Kirchenpatrons beigetragen haben. | + | Das starke Wachstum der Bevölkerung von Reichenhall könnte Anfang des [[9. Jahrhundert]]s der Grund für die Anlage eines neuen Friedhofs mit Kirche an der Straße nach Salzburg gewesen sein. Die dem heiligen Zeno geweihte Kirche ist wohl auf Initiative des Salzburger [[Erzbischof]]s [[Arn]] (785 - 821) um 810 dort erbaut worden. Der heilige Zeno von Verona († 372) galt als Beschützer vor [[Hochwasser|Überschwemmungen]], welche Reichenhall immer wieder heimsuchten. Auch die Verbindungen Arns zum Langobardenkönig könnten zur Wahl des Kirchenpatrons beigetragen haben. |
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| | ==Gründung des Stifts== | | ==Gründung des Stifts== |
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| | ==Zentrum der Seelsorge== | | ==Zentrum der Seelsorge== |
| − | Hauptaufgabe der Augustiner-Chorherren war die Seelsorge. Seit dem [[12. Jahrhundert]] unterstanden St. Zeno die Kirchen im Reichenhaller Tal (u.a. die [[Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau|Marienkirche]] in [[Großgmain]]) und die Pfarreien im Pillerseetal, Kössen und Kirchdorf in Tirol, [[Inzell]] und Reit im Winkl. Ab dem 14. Jahrhundert kamen [[Unken]], [[Sankt Martin bei Lofer]] und [[Petting]] am [[Waginger See]] hinzu. Von den 20 bis 30 Chorherren lebte die Hälfte nicht im Stift, sondern war in den genannten Pfarreien als Pfarrer tätig. | + | Hauptaufgabe der Augustiner-Chorherren war die Seelsorge. Seit dem [[12. Jahrhundert]] unterstanden St. Zeno die Kirchen im Reichenhaller Tal (u.a. die [[Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau|Marienkirche]] in [[Großgmain]]) und die Pfarreien im Pillerseetal, Kössen und Kirchdorf in Tirol, [[Inzell]] und Reit im Winkl. Ab dem [[14. Jahrhundert]] kamen [[Unken]], [[Sankt Martin bei Lofer]] und [[Petting]] am [[Waginger See]] hinzu. Von den 20 bis 30 Chorherren lebte die Hälfte nicht im Stift, sondern war in den genannten Pfarreien als Pfarrer tätig. |
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| | ==Besitzungen== | | ==Besitzungen== |
| − | St. Zeno besaß bis ins 16. Jahrhundert eigene Sudpfannen bei der [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Saline]] . Voraussetzung dafür war großer Waldbesitz (für Brennholz). Die Salzerzeugung war die größte Einnahmequelle des Stifts. St. Zeno übte über Jahrhunderte die Hofmarksrechte über die Hofmark Inzell aus. | + | St. Zeno besaß bis ins [[16. Jahrhundert]] eigene Sudpfannen bei der [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Saline]] . Voraussetzung dafür war großer Waldbesitz (für Brennholz). Die [[Salz]]<nowiki>erzeugung</nowiki> war die größte Einnahmequelle des Stifts. St. Zeno übte über Jahrhunderte die Hofmarksrechte über die Hofmark Inzell aus. |
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| | Außerdem besaß St. Zeno einen eigenen Weinberg bei Krems in der Wachau. Dieser Wein wurde im Kloster selbst getrunken und beim klostereigenen Hofwirt ausgeschenkt. Von [[1720]] bis [[1803]] brauten die Chorherren für ihren Eigenbedarf [[Bier]], das auch in den unterstellten Pfarreien ausgeschenkt werden durfte. Der unerlaubte Verkauf des Bieres an Reichenhaller Wirte führte zu Konflikten mit den Reichenhaller Brauern. | | Außerdem besaß St. Zeno einen eigenen Weinberg bei Krems in der Wachau. Dieser Wein wurde im Kloster selbst getrunken und beim klostereigenen Hofwirt ausgeschenkt. Von [[1720]] bis [[1803]] brauten die Chorherren für ihren Eigenbedarf [[Bier]], das auch in den unterstellten Pfarreien ausgeschenkt werden durfte. Der unerlaubte Verkauf des Bieres an Reichenhaller Wirte führte zu Konflikten mit den Reichenhaller Brauern. |
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| | ==Aufhebung== | | ==Aufhebung== |
| | Im Zuge der [[Säkularisation]] wurde das Kloster [[1803]] aufgelöst. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche und die Klostergebäude gingen zunächst in Privatbesitz über. [[1821]] wurden die Diözesangrenzen an die Landesgrenzen angeglichen. Das Gebiet östlich des [[Inn]], das bis dahin kirchlich zum [[Erzbistum Salzburg]] gehört hatte, fiel in die Zuständigkeit des Bistums München und Freising. [[1852]] übernahm der Orden der Englischen Fräulein die Gebäude und betrieb dort eine renommierte Mädchenschule mit Internat. Heute ist die Realschule im Besitz des Erzbistums München und Freising und nimmt seit 2013 auch Buben auf. | | Im Zuge der [[Säkularisation]] wurde das Kloster [[1803]] aufgelöst. Die Klosterkirche wurde Pfarrkirche und die Klostergebäude gingen zunächst in Privatbesitz über. [[1821]] wurden die Diözesangrenzen an die Landesgrenzen angeglichen. Das Gebiet östlich des [[Inn]], das bis dahin kirchlich zum [[Erzbistum Salzburg]] gehört hatte, fiel in die Zuständigkeit des Bistums München und Freising. [[1852]] übernahm der Orden der Englischen Fräulein die Gebäude und betrieb dort eine renommierte Mädchenschule mit Internat. Heute ist die Realschule im Besitz des Erzbistums München und Freising und nimmt seit 2013 auch Buben auf. |
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| | St. Zeno ist Hauptsitz der [[2012]] neu gegründeten Katholischen Stadtkirche Bad Reichenhall, in der alle bayerischen Pfarreien im Reichenhaller Tal zusammengeschlossen sind. | | St. Zeno ist Hauptsitz der [[2012]] neu gegründeten Katholischen Stadtkirche Bad Reichenhall, in der alle bayerischen Pfarreien im Reichenhaller Tal zusammengeschlossen sind. |
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| | ==Baugeschichte der Kirche== | | ==Baugeschichte der Kirche== |
| | === Romanik === | | === Romanik === |
| − | 1228 wurde die dreischiffige romanische Basilika mit flachen Holzdecken vollendet. Ursprünglich waren zwei Türme geplant, nur einer wurde jedoch tatsächlich gebaut und erhielt ein Satteldach. Architektonische Vorbilder waren der alte Salzburger Dom, der Dom von Gurk in Kärnten und oberitalienische Kirchenbauten. Mit 90 Metern Länge war St. Zeno eine der größten romanischen Kirchen in Altbayern. Vom romanischen Bau sind heute noch Portal und Apsis vollständig erhalten. | + | 1228 wurde die dreischiffige romanische Basilika mit flachen Holzdecken vollendet. Ursprünglich waren zwei Türme geplant, nur einer wurde jedoch tatsächlich gebaut und erhielt ein Satteldach. Architektonische Vorbilder waren der alte [[Salzburger Dom]], der Dom von [[Gurk]] in [[Kärnten]] und oberitalienische Kirchenbauten. Mit 90 Metern Länge war St. Zeno eine der größten romanischen Kirchen in Altbayern. Vom romanischen Bau sind heute noch Portal und Apsis vollständig erhalten. |
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| | ===Spätgotik=== | | ===Spätgotik=== |
| − | Kirche und Stift wurden [[1512]] durch Brand teilweise zerstört und daraufhin im spätgotischen Stil instand gesetzt und verändert. Baumeister war der salzburgische „Hofmaurer“ [[Peter Intzinger]]. Der Turm erhielt eine hochgezogene Kuppel mit 4 Ecktürmchen. Man errichtete die Portal-Vorhalle und in das Kirchenschiff wurde ein gotisches Gewölbe eingezogen. Die Krypta wurde zugeschüttet und 15 neue Altäre aufgestellt. Aus dieser Zeit (um 1520) stammen Taufstein, Kanzel und Chorgestühl. | + | Kirche und Stift wurden [[1512]] durch Brand teilweise zerstört und daraufhin im spätgotischen Stil instand gesetzt und verändert. Baumeister war der salzburgische „Hofmaurer“ [[Peter Intzinger]]. Der Turm erhielt eine hochgezogene Kuppel mit vier Ecktürmchen. Man errichtete die Portal-Vorhalle und in das Kirchenschiff wurde ein gotisches Gewölbe eingezogen. Die Krypta wurde zugeschüttet und 15 neue Altäre aufgestellt. Aus dieser Zeit (um 1520) stammen Taufstein, Kanzel und Chorgestühl. |
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| | ===Barock=== | | ===Barock=== |
| − | Am Beginn der Umgestaltung [[1647]] stellte man barocke Altäre auf. [[1673]] erfolgte ein Umbau des Turms, dem eine Kuppel aufgesetzt wurde, die an die Müllner Kirche in Salzburg erinnert (Kupferstich). Im Jahre 1745 wurden die gotischen Gewölberippen abgeschlagen und stattdessen Rokokostuck angebracht sowie die barocken Altäre durch neue im [[Rokoko]]stil ersetzt. Bei einem Brand wurde 1789 der Turm beschädigt, er erhielt ein Notdach. Erst im 19. Jh. hat man ihn in der heutigen Form instand gesetzt. | + | Am Beginn der Umgestaltung [[1647]] stellte man barocke Altäre auf. [[1673]] erfolgte ein Umbau des Turms, dem eine Kuppel aufgesetzt wurde, die an die Müllner Kirche in Salzburg erinnert (Kupferstich). Im Jahre 1745 wurden die gotischen Gewölberippen abgeschlagen und stattdessen [[Rokoko]]<nowiki>stuck</nowiki> angebracht sowie die barocken Altäre durch neue im Rokokostil ersetzt. Bei einem [[Brände (Geschichte)|Brand]] wurde [[1789]] der Turm beschädigt, er erhielt ein Notdach. Erst im [[19. Jahrhundert]] hat man ihn in der heutigen Form instand gesetzt. |
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| | ===Neuromanik=== | | ===Neuromanik=== |
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| | ==Weblink== | | ==Weblink== |
| − | * siehe auch [[Augustinerchorherrenstift St. Zeno]]
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| | * [http://www.kath-stadtkirche-badreichenhall.de/pfarreien/st-zeno-bad-reichenhall/ Homepage der Pfarre St. Zeno in Bad Reichenhall] | | * [http://www.kath-stadtkirche-badreichenhall.de/pfarreien/st-zeno-bad-reichenhall/ Homepage der Pfarre St. Zeno in Bad Reichenhall] |
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| | [[Kategorie:Kirche]] | | [[Kategorie:Kirche]] |
| | + | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] |
| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
| | [[Kategorie:Bayern]] | | [[Kategorie:Bayern]] |