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| | === Zu den Eckpunkten des Projektes === | | === Zu den Eckpunkten des Projektes === |
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| | Die Grundidee des Projektes ist die Errichtung einer zentralen Reisebusgarage im Kapuzinerberg als Ersatz für die bestehenden [[Busterminal Salzburg Süd|Busterminals in Nonntal]] und der [[Paris-Lodron-Straße]]. Aufgeschlossen würde die Busgarage über den Citytunnel, der über den [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] und den Kreuzungsbereich [[Vogelweiderstraße]]/[[Schallmooser Hauptstraße]] in das bestehende Straßennetz integriert würde. Mit diesem Projekt könnten zwei Probleme auf einen Schlag gelöst werden: Das seit 20 Jahren bestehende Reisebusproblem und das tägliche Verkehrschaos rund um den Kapuzinerberg. | | Die Grundidee des Projektes ist die Errichtung einer zentralen Reisebusgarage im Kapuzinerberg als Ersatz für die bestehenden [[Busterminal Salzburg Süd|Busterminals in Nonntal]] und der [[Paris-Lodron-Straße]]. Aufgeschlossen würde die Busgarage über den Citytunnel, der über den [[Dr.-Franz-Rehrl-Platz]] und den Kreuzungsbereich [[Vogelweiderstraße]]/[[Schallmooser Hauptstraße]] in das bestehende Straßennetz integriert würde. Mit diesem Projekt könnten zwei Probleme auf einen Schlag gelöst werden: Das seit 20 Jahren bestehende Reisebusproblem und das tägliche Verkehrschaos rund um den Kapuzinerberg. |
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| | ====Die Busgarage==== | | ====Die Busgarage==== |
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| | Die Busgarage mit Terminal im Kapuzinerberg würde als kundenfreundliche Ein- und Ausstiegsstelle nicht nur über die gesamte Infrastruktur für Busgäste der [[Weltkulturerbe]]<nowiki>stadt</nowiki> Salzburg verfügen, sondern die Gäste direkt und schnell mitten ins Stadtzentrum bringen. In der Garage könnten 100 Busse abgestellt werden und müssten nicht mehr leer zu den Parkplätzen in der [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] und [[Busterminal Salzburg-Nord]] fahren. So würden sich die Fahrten beinahe halbieren und die Busse wären vor Ort rasch verfügbar. | | Die Busgarage mit Terminal im Kapuzinerberg würde als kundenfreundliche Ein- und Ausstiegsstelle nicht nur über die gesamte Infrastruktur für Busgäste der [[Weltkulturerbe]]<nowiki>stadt</nowiki> Salzburg verfügen, sondern die Gäste direkt und schnell mitten ins Stadtzentrum bringen. In der Garage könnten 100 Busse abgestellt werden und müssten nicht mehr leer zu den Parkplätzen in der [[Alpenstraße (Salzburg)|Alpenstraße]] und [[Busterminal Salzburg-Nord]] fahren. So würden sich die Fahrten beinahe halbieren und die Busse wären vor Ort rasch verfügbar. |
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| | ====Der Tunnel==== | | ====Der Tunnel==== |
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| | Ähnlich wie der [[Mönchsberg]] ist auch der Kapuzinerberg seit jeher eine natürliche Barriere für die strukturelle Entwicklung des zentralen Stadtraumes von Salzburg. Der Grundgedanke des neuen Planungskonzeptes basiert - im Gegensatz zu früheren Planungsüberlegungen - auf der niveaugleichen Anbindung der Tunnelachse, wodurch der Kapuzinerbergtunnel nicht nur Verbindungs- sondern verstärkt Erschließungsfunktionen für die Innenstadt übernehmen kann. Der Tunnel ist im Kern als Stadtstraßentunnel mit zwei Fahrstreifen ausgelegt. Die zu erwartenden Entlastungseffekte sollen unter anderem zu einer deutlichen Verbesserung der Verkehrssituation und der Wohnqualität in den dicht verbauten und bewohnten Stadtbereichen rund um den Kapuzinerberg führen. Das ausgearbeitete Verkehrsmanagementkonzept stellt einen wesentlichen Bestandteil des Projektes dar. | | Ähnlich wie der [[Mönchsberg]] ist auch der Kapuzinerberg seit jeher eine natürliche Barriere für die strukturelle Entwicklung des zentralen Stadtraumes von Salzburg. Der Grundgedanke des neuen Planungskonzeptes basiert - im Gegensatz zu früheren Planungsüberlegungen - auf der niveaugleichen Anbindung der Tunnelachse, wodurch der Kapuzinerbergtunnel nicht nur Verbindungs- sondern verstärkt Erschließungsfunktionen für die Innenstadt übernehmen kann. Der Tunnel ist im Kern als Stadtstraßentunnel mit zwei Fahrstreifen ausgelegt. Die zu erwartenden Entlastungseffekte sollen unter anderem zu einer deutlichen Verbesserung der Verkehrssituation und der Wohnqualität in den dicht verbauten und bewohnten Stadtbereichen rund um den Kapuzinerberg führen. Das ausgearbeitete Verkehrsmanagementkonzept stellt einen wesentlichen Bestandteil des Projektes dar. |
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| | ====Das Verkehrsmanagementkonzept==== | | ====Das Verkehrsmanagementkonzept==== |
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| | Für die Erstellung des Verkehrsmanagementkonzeptes wurden drei zentrale Vorgaben gemacht, die alle erfüllt worden sind: | | Für die Erstellung des Verkehrsmanagementkonzeptes wurden drei zentrale Vorgaben gemacht, die alle erfüllt worden sind: |
| | *1. Durch den Citytunnel darf es insgesamt zu keiner Erhöhung des Individualverkehrs kommen. | | *1. Durch den Citytunnel darf es insgesamt zu keiner Erhöhung des Individualverkehrs kommen. |
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| | ====Maßnahmen für den öffentlichen Verkehr ==== | | ====Maßnahmen für den öffentlichen Verkehr ==== |
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| | Zur Beschleunigung des Linienbusverkehrs tragen insbesondere die Ausbaumaßnahmen im Bereich Rudolfsplatz und Dr.-Franz-Rehrl Platz bei. Zu den Maßnahmen zählen Veränderungen an den Lichtsignalanlagen sowie ein Busfahrstreifen auf der Karolinenbrücke. Auch im Bereich der [[Schwarzstraße]] ist die Einführung eines Busfahrstreifens im Abschnitt zwischen dem [[Makartplatz]] und der [[Staatsbrücke]] ohne negative Auswirkungen auf den Individualverkehr möglich. Dadurch sollen auch die Entlastungen auf der Staatsbrücke (-13%) nachhaltig sichergestellt werden. | | Zur Beschleunigung des Linienbusverkehrs tragen insbesondere die Ausbaumaßnahmen im Bereich Rudolfsplatz und Dr.-Franz-Rehrl Platz bei. Zu den Maßnahmen zählen Veränderungen an den Lichtsignalanlagen sowie ein Busfahrstreifen auf der Karolinenbrücke. Auch im Bereich der [[Schwarzstraße]] ist die Einführung eines Busfahrstreifens im Abschnitt zwischen dem [[Makartplatz]] und der [[Staatsbrücke]] ohne negative Auswirkungen auf den Individualverkehr möglich. Dadurch sollen auch die Entlastungen auf der Staatsbrücke (-13%) nachhaltig sichergestellt werden. |
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| | ====Karolinenbrücke==== | | ====Karolinenbrücke==== |
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| | Die bestehende Karolinenbrücke wurde als Provisorium saniert, sodass von einer Nutzungsdauer aus heutiger Sicht bis etwa 2025 ausgegangen werden kann. Als schwer kalkulierbare Einflussgrößen gelten die Kolkproblematik im Pfeilerbereich (Gefahr bei [[Hochwasser|Hochwässern]]) und die Stahlqualität der 1938 errichteten Haupttragelemente. Hier kann ein problematischer Schaden auch früher – unerwartet – eintreten. Bis spätestens 2030 ist demnach mit dem notwendigen Neubau der Karolinenbrücke – unabhängig vom Tunnelprojekt – zu rechnen. | | Die bestehende Karolinenbrücke wurde als Provisorium saniert, sodass von einer Nutzungsdauer aus heutiger Sicht bis etwa 2025 ausgegangen werden kann. Als schwer kalkulierbare Einflussgrößen gelten die Kolkproblematik im Pfeilerbereich (Gefahr bei [[Hochwasser|Hochwässern]]) und die Stahlqualität der 1938 errichteten Haupttragelemente. Hier kann ein problematischer Schaden auch früher – unerwartet – eintreten. Bis spätestens 2030 ist demnach mit dem notwendigen Neubau der Karolinenbrücke – unabhängig vom Tunnelprojekt – zu rechnen. |
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| | ====Tunnelsicherheit==== | | ====Tunnelsicherheit==== |
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| | Das Lüftungs- und Brandschutzkonzept stellt sicher, dass im Normalbetrieb keine Tunnelabluft bei den Portalen austritt, sondern zentral über einen Lotschacht mit hoher Geschwindigkeit ausgeblasen wird. Im Brandfall liegt eine vollständige funktionelle Trennung des Citytunnels und des Busterminals vor, d. h. dass das Lüftungssystem des Citytunnels das Lüftungssystem des Bus-Terminals und umgekehrt strömungstechnisch nicht beeinflusst. Um die Rauchausbreitung im Brandfall zu beurteilen, wurde jeweils eine dreidimensionale Strömungssimulation zu einem Brandfall im Citytunnel und zu einem Brandfall im Bus-Terminal durchgeführt. Die Simulationen zeigen, dass eine Rauchausbreitung nur in unmittelbarer Nähe des Brandortes und der Absaugstelle stattfindet. Für den Tunnel und den unterirdischen Kreisverkehr wurde ein verkehrstechnisches Sicherheitsaudit durchgeführt. | | Das Lüftungs- und Brandschutzkonzept stellt sicher, dass im Normalbetrieb keine Tunnelabluft bei den Portalen austritt, sondern zentral über einen Lotschacht mit hoher Geschwindigkeit ausgeblasen wird. Im Brandfall liegt eine vollständige funktionelle Trennung des Citytunnels und des Busterminals vor, d. h. dass das Lüftungssystem des Citytunnels das Lüftungssystem des Bus-Terminals und umgekehrt strömungstechnisch nicht beeinflusst. Um die Rauchausbreitung im Brandfall zu beurteilen, wurde jeweils eine dreidimensionale Strömungssimulation zu einem Brandfall im Citytunnel und zu einem Brandfall im Bus-Terminal durchgeführt. Die Simulationen zeigen, dass eine Rauchausbreitung nur in unmittelbarer Nähe des Brandortes und der Absaugstelle stattfindet. Für den Tunnel und den unterirdischen Kreisverkehr wurde ein verkehrstechnisches Sicherheitsaudit durchgeführt. |
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| | ====Die Geologie==== | | ====Die Geologie==== |
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| | Das Nordportal des Kapuzinerbergtunnels würde vermutlich im [[Dolomit|Hauptdolomit]] im Grenzbereich zu den [[Mergel]]n errichtet. Nachdem der Grenzverlauf zwischen den beiden Decken flach nach Süden abtaucht, aber unregelmäßig bzw. vermutlich etwas wellig ausgeprägt ist, wird vermutet, dass der Tunnel in der Fortsetzung nach Süden etwa im Grenzbereich zwischen den beiden Decken verläuft. Die Kavernen und Zufahrtstunnel zu den Busgaragen können, abgeleitet aus bisherigen Untersuchungen, ausschließlich im Hauptdolomit errichtet werden. Dabei hat sich der dominante Hauptdolomit als meist sehr festes Gebirge dargestellt, das auch bei großen Hohlraumquerschnitten keinerlei Verformungen zeigte. | | Das Nordportal des Kapuzinerbergtunnels würde vermutlich im [[Dolomit|Hauptdolomit]] im Grenzbereich zu den [[Mergel]]n errichtet. Nachdem der Grenzverlauf zwischen den beiden Decken flach nach Süden abtaucht, aber unregelmäßig bzw. vermutlich etwas wellig ausgeprägt ist, wird vermutet, dass der Tunnel in der Fortsetzung nach Süden etwa im Grenzbereich zwischen den beiden Decken verläuft. Die Kavernen und Zufahrtstunnel zu den Busgaragen können, abgeleitet aus bisherigen Untersuchungen, ausschließlich im Hauptdolomit errichtet werden. Dabei hat sich der dominante Hauptdolomit als meist sehr festes Gebirge dargestellt, das auch bei großen Hohlraumquerschnitten keinerlei Verformungen zeigte. |
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| | ====Kosten==== | | ====Kosten==== |
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| | Die reinen Baukosten betragen für den Citytunnel rund 32 Mill. €, für die Busgarage mit Terminal und Zufahrt rund 50 Mill. €. Die geschätzten Baukosten für den Neubau der Karolinenbrücke, den Dr.-Franz-Rehrl-Platz, den Rudolfsplatz und den Knoten Schallmooser Hauptstraße/Vogelweiderstraße betragen inklusive der Verkehrslichtsignalanlagen rund 18 Mill. €. | | Die reinen Baukosten betragen für den Citytunnel rund 32 Mill. €, für die Busgarage mit Terminal und Zufahrt rund 50 Mill. €. Die geschätzten Baukosten für den Neubau der Karolinenbrücke, den Dr.-Franz-Rehrl-Platz, den Rudolfsplatz und den Knoten Schallmooser Hauptstraße/Vogelweiderstraße betragen inklusive der Verkehrslichtsignalanlagen rund 18 Mill. €. |
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| | ====Auszug aus den Studien==== | | ====Auszug aus den Studien==== |
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| | *Tunnelbautechnische Beurteilung, Machbarkeitsstudie; IGT Geotechnik und Tunnelbau | | *Tunnelbautechnische Beurteilung, Machbarkeitsstudie; IGT Geotechnik und Tunnelbau |
| | :„''Die Erfahrungen beim Bau der bereits errichteten Hohlräume im Kapuzinerberg (Glockengassengarage und Hochbehälter Kapuzinerberg) und der durchgeführten geotechnischen Überlegungen bzw. Berechnungen bestätigen die globale Standsicherheit der Querschnitte und somit die technische Machbarkeit des Projektes.''“ | | :„''Die Erfahrungen beim Bau der bereits errichteten Hohlräume im Kapuzinerberg (Glockengassengarage und Hochbehälter Kapuzinerberg) und der durchgeführten geotechnischen Überlegungen bzw. Berechnungen bestätigen die globale Standsicherheit der Querschnitte und somit die technische Machbarkeit des Projektes.''“ |
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| | [[Kategorie:Stadtberg]] | | [[Kategorie:Stadtberg]] |
| | [[Kategorie:Kapuzinerberg]] | | [[Kategorie:Kapuzinerberg]] |
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