Angelika Kirchschlager: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Angelika Kirchschlager''' (* [[1966]] in [[Salzburg]]) ist eine bekannte österreichische Mezzosopranistin.
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'''Angelika Kirchschlager''' (* [[1965]] in [[Wals]]) aufgewachsen in [[Salzburg]] [[Lehen]], ist eine bekannte Mezzosopranistin und lebt heute mit ihrer Familie - Sohn Felix wurde [[1996]] geboren - in Wien.
  
 
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Kirchschlager schaffte auch prompt die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Wien und studierte drei Jahre Schlagzeug. Letztlich interessierte sie sich aber doch mehr für ihre Stimme. Heute ist Kirchschlager eine der meistgefragten Mezzosopranistinnen.
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Seit [[2007]] ist Kirchschlager überdies "Kammersängerin" der Wiener Staatsoper und "Frau Professor" am [[Mozarteum]]. Dort wolle sie als Gastprofessorin künftig eine "Marktlücke füllen", sagt Kirchschlager. "Ich möchte vermitteln, dass es auf mehr ankommt als nur auf das Singen. Man singt, um etwas zu sagen."
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Aufgewachsen ist Kirchschlager, deren Mutter im Chor sang und deren Vater malte, in Salzburg-Lehen. Sie sang früh in der [[Franziskanerkirche]], wo sie als Chorsängerin auf die Studentin Barbara Bonney traf, die damals das Solo singen durfte.
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Mit acht Jahren nahm sie erstmals Klavierunterricht am Mozarteum. Sie besuchte das Musische Gymnasium, studierte in Wien Schlagzeug und Gesang und verdiente das erste Geld als Sängerin in der Rolle der zweiten Dame in Mozarts Zauberflöte an der Wiener Kammeroper. "Wir sind damals auch fast jeden Tag zum Heurigen gegangen. Wenn wir dort gesungen haben, waren die Getränke gratis."
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Kirchschlager lernte aber auch die Welt außerhalb des Künstlerlebens kennen. So arbeitete sie einmal als Kuchenmädchen in der Salzburger [[Konditorei Fürst]], wenngleich sie lieber Kellnerin gewesen wäre, wie sie sagt. Der Grund: "Das Kuchenmädchen bekam kein Trinkgeld."
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Heute sind das nur mehr Anekdoten aus einer fernen Vergangenheit. Kirchschlager ist eine weltweit gefragte Künstlerin. Sie sang an der Metropolitan Opera New York, der Mailänder Scala, am Londoner Covent Garden und arbeitete mit praktisch allen wichtigen Dirigenten zusammen. Sie gilt – was bei Schauspielern und Sängern durchaus nicht selbstverständlich ist – als unkompliziert, als jemand, der trotz steiler Karriere keine Starallüren pflegt. Vom Society-Rummel, der alljährlich rund um die [[Salzburger Festspiele]] ausbricht, bekomme sie nichts mit, sagt Kirchschlager. "Wenn ich in Salzburg singe, fahre ich mit dem Auto in die Garage und gehe dann ins [[Festspielhaus]]. Der einzige Ort, wo ich hingehe, ist das [[Triangel]]."
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"Ich glaube, von der Schönheit allein kann kein Sänger leben."
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"Ich sah bei 9/11 im Fernsehen, wie eines der Flugzeuge in das World Trade Center flog. Fünf Minuten später war meine Stimme weg."
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"Karriere kann man nicht 'machen'. Man kann nur sein Bestes geben und warten, was passiert."
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== Diskografie ==
 
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Version vom 23. Juni 2007, 08:02 Uhr

Angelika Kirchschlager (* 1965 in Wals) aufgewachsen in Salzburg Lehen, ist eine bekannte Mezzosopranistin und lebt heute mit ihrer Familie - Sohn Felix wurde 1996 geboren - in Wien.

Leben

Angelika Kirchschlagers musikalische Ausbildung begann am Mozarteum in Salzburg, wo sie Schlagzeug und Klavier studierte. Nach Abschluss des "Musischen Gymnasiums" in Salzburg ging sie 1984 an die Wiener Musikakademie und studierte bei Walter Berry Gesang. Im Anschluss daran wurde sie an die Wiener Kammeroper für Die Zauberflöte engagiert.

Der Erfolg der Rolle brachte ihr weitere Engagements als Zerlina in Don Giovanni sowie als Cherubino in Die Hochzeit des Figaro im Wiener Schloss Schönbrunn ein.

1990 beeindruckte Kirchschlager als Finalteilnehmerin beim internationalen Hugo-Wolf-Wettbewerb Stuttgart die Jury. Ein Jahr später gewann sie drei Preise bei der International Belvedere Competition in Wien. Des weiteren gab die lyrische Mezzosopranistin Konzerte in Australien, Frankreich, Deutschland, Italien sowie in der Tschechischen Republik.

Seit 1993 ist Kirchschlager Ensemblemmitglied der Wiener Staatsoper. In der Saison 2004/2005 war Kirchschlager im Haus am Ring als Dorabella, Cherubino, Octavian und Prinz Orlofsky zu erleben. Im Rahmen des Japan Gastspiels der Wiener Staatsoper verkörperte sie im Herbst 2004 die Zerlina und den Cherubino. Einen großen Erfolg feierte sie in der Titelrolle von Sophie's Choice bei der Uraufführung in London sowie an der Volksoper Wien. In der Spielzeit 2005/2006 sang Kirchschlager an der Wiener Staatsoper die Partien des Cherubino und Orlofsky. 2006/2007 gab sie im Theater an der Wien die Idamante in Mozarts Idomeneo.

Die Mezzosopranistin lebt mit ihrer Familie in Wien.

Vorgestellt

Wäre sie nicht mit einer wunderbaren Stimme gesegnet, würde Angelika Kirchschlager heute vielleicht bei den Wiener Philharmonikern trommeln und jedes Jahr vor einem Millionenpublikum den Radetzky-Marsch "einschlagen". Ein Mitglied der Philharmoniker hatte Kirchschlager für dieses Instrument begeistert, als sie in ihrer Jugend im Musikhaus Katholnigg in Salzburg Schallplatten verkaufte.

Kirchschlager schaffte auch prompt die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Wien und studierte drei Jahre Schlagzeug. Letztlich interessierte sie sich aber doch mehr für ihre Stimme. Heute ist Kirchschlager eine der meistgefragten Mezzosopranistinnen.

Seit 2007 ist Kirchschlager überdies "Kammersängerin" der Wiener Staatsoper und "Frau Professor" am Mozarteum. Dort wolle sie als Gastprofessorin künftig eine "Marktlücke füllen", sagt Kirchschlager. "Ich möchte vermitteln, dass es auf mehr ankommt als nur auf das Singen. Man singt, um etwas zu sagen."

Aufgewachsen ist Kirchschlager, deren Mutter im Chor sang und deren Vater malte, in Salzburg-Lehen. Sie sang früh in der Franziskanerkirche, wo sie als Chorsängerin auf die Studentin Barbara Bonney traf, die damals das Solo singen durfte.

Mit acht Jahren nahm sie erstmals Klavierunterricht am Mozarteum. Sie besuchte das Musische Gymnasium, studierte in Wien Schlagzeug und Gesang und verdiente das erste Geld als Sängerin in der Rolle der zweiten Dame in Mozarts Zauberflöte an der Wiener Kammeroper. "Wir sind damals auch fast jeden Tag zum Heurigen gegangen. Wenn wir dort gesungen haben, waren die Getränke gratis."

Kirchschlager lernte aber auch die Welt außerhalb des Künstlerlebens kennen. So arbeitete sie einmal als Kuchenmädchen in der Salzburger Konditorei Fürst, wenngleich sie lieber Kellnerin gewesen wäre, wie sie sagt. Der Grund: "Das Kuchenmädchen bekam kein Trinkgeld."

Heute sind das nur mehr Anekdoten aus einer fernen Vergangenheit. Kirchschlager ist eine weltweit gefragte Künstlerin. Sie sang an der Metropolitan Opera New York, der Mailänder Scala, am Londoner Covent Garden und arbeitete mit praktisch allen wichtigen Dirigenten zusammen. Sie gilt – was bei Schauspielern und Sängern durchaus nicht selbstverständlich ist – als unkompliziert, als jemand, der trotz steiler Karriere keine Starallüren pflegt. Vom Society-Rummel, der alljährlich rund um die Salzburger Festspiele ausbricht, bekomme sie nichts mit, sagt Kirchschlager. "Wenn ich in Salzburg singe, fahre ich mit dem Auto in die Garage und gehe dann ins Festspielhaus. Der einzige Ort, wo ich hingehe, ist das Triangel."


O-Ton

"Ich glaube, von der Schönheit allein kann kein Sänger leben."

"Die Stimme ist für mich ein Ventil, um meine seelischen Turbulenzen auszuleben."

"Ich sah bei 9/11 im Fernsehen, wie eines der Flugzeuge in das World Trade Center flog. Fünf Minuten später war meine Stimme weg."

"Karriere kann man nicht 'machen'. Man kann nur sein Bestes geben und warten, was passiert."


Diskografie

  • Händel Arien (2005)
  • W. A. Mozart: Le nozze di Figaro (2003)
  • Vergnügte Ruh. Bach-Arien (2003)
  • When night falls (1999)
  • Mahler/Korngold Recital (1997)

Weblinks

Quellen

  • Homepage der Wiener Staatsoper, Ensemblemitglieder
  • Porträt von Angelika Kirchschlager auf Ö1
  • Sony Classical, Biographie von Angelika Kirchschlager
  • Salzburger Nachrichten (Thomas Hödlmoser)