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| | == Name == | | == Name == |
| − | Die Legende erzählt, dass in diesem Teil am Wolfgangsee, unmittelbar am Seeufer, wo noch heute ein altersgeschwärztes Madonnenbild zu finden ist, eine Gräfin, die sich auf Reisen befand, plötzlich von Geburtswehen überrascht wurde. Sie soll an jener Stelle einen Knaben geboren haben und die Stifertin des Madonnenbildes sein. Daher stammt der Name ''Frauenstein''. | + | Die Legende erzählt, dass in diesem Landschaftsteil am Wolfgangsee, unmittelbar am Seeufer, wo noch heute ein altersgeschwärztes Madonnenbild zu finden ist, eine Gräfin, die sich auf Reisen befand, plötzlich von Geburtswehen überrascht wurde. Sie soll an jener Stelle einen Knaben geboren haben und die Stifterin des Madonnenbildes sein. Daher stammt der Name ''Frauenstein''. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | [[1862]] fuhr der [[Salzburg]]er Kaufmann [[Ludwig Zeller]] im Herbst mit seiner damals jungen Gattin über den Wolfgangsee. Beide begeisterten sich für genau jenen Landschaftsteil um das Madonnenbild und im November desselben Jahres wurde der Kaufvertrag mit Magdalena und Johann Hödlmoser, vulgo Broat, bezüglich des Grundstücks geschlossen. Mit Peter Plamberger, vulgo Dichtlbauer, wurde ein Servitutsvertrag geschlossen, der die Nutzung des Quellwassers von seinem Grund erlaubte. | + | [[1862]] fuhr der [[Salzburg]]er Kaufmann [[Ludwig Zeller]] im Herbst mit seiner damals jungen Gattin über den Wolfgangsee. Beide begeisterten sich für genau jenen Landschaftsteil um das Madonnenbild und im November desselben Jahres wurde der Kaufvertrag mit Magdalena und Johann Hödlmoser, vulgo Broat, bezüglich des Grundstücks geschlossen. Mit Peter Plamberger, vulgo Dichtlbauer, wurde ein Servitutsvertrag geschlossen, der die Nutzung des Quellwassers von seinem Grund erlaubte. |
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| − | Zeller ließ eine Villa errichten, die Villa Frauenstein und rundherum einen Park mit drei Springbrunnen. [[1864]] übersiedelte die Familie von Salzburg an den Wolfgangsee, doch seine junge Frau starb bereits [[1870]] nach kurzem, schwerem Leiden. Ludwig Zeller verkaufte daraufhin das Anwesen und kehrte in die Stadt Salzburg zurück. | + | Zeller ließ eine Villa errichten, die Villa Frauenstein, und rundherum einen Park mit drei Springbrunnen. [[1864]] übersiedelte die Familie von Salzburg an den Wolfgangsee, doch Zellers junge Frau starb bereits [[1870]] nach kurzem, schwerem Leiden. Ludwig Zeller verkaufte daraufhin das Anwesen und kehrte in die Stadt Salzburg zurück. |
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| − | k.u.k. Oberleutnant Arthur Chevalier de Coline Tarsienne kaufte Frauenstein, schied aus dem Militärdienst aus und zog mit seiner Frau Betty Weihs, eine beliebte Provinzschauspielerin 1870 nach Ried. Doch schmälerte sein Vermögen der Börsenkrach 1873 derart, dass er wieder in den Armeedienst zurückkehrte und Frauenstein in den Sommermonaten vermieten musste. Bekannteste Mieterin war die gefeierte Burgschauspielerin Katharina Schratt. Sie wohnte jeweils 1886, 1887 und 1888 in den Sommermonaten in Frauenstein. | + | Der k.u.k. Oberleutnant Arthur Chevalier de Coline Tarsienne kaufte Frauenstein, schied aus dem Militärdienst aus und zog mit seiner Frau Betty Weihs, einer beliebten Provinzschauspielerin, 1870 nach Ried. Doch schmälerte sein Vermögen der Börsenkrach 1873 derart, dass er wieder in den Armeedienst zurückkehrte und Frauenstein in den Sommermonaten vermieten musste. Bekannteste Mieterin war die gefeierte Burgschauspielerin Katharina Schratt. Sie wohnte jeweils 1886, 1887 und 1888 in den Sommermonaten in Frauenstein. |
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| − | Schratt spielte mit dem Gedanken, Frauenstein zu kaufen, doch kam ihr Karl Haiser zuvor und erwarb das Anwesen am [[17. August]] [[1888]]. Er lebte dann mit seiner Frau immer wieder hier. Er war sehr an einer verkehrstechnischen Aufschließung Rieds interessiert, errichtete mehrere Bootshäuser auf kleinen Uferparzellen rund um den See, damit er mit seiner kleinen Dampf-Barkasse von eigenem Grund ab- und auf eigenem anlegen konnte. Ab 1882/83 war der See ja dann durch die [[Ischlerbahn]] gut erreichbar geworden. Er erneuerte die Trink- und Nutzwasserleitungen aus der Dichtl- und der Haiserquelle sowie aus dem Hrubritzbach. | + | Schratt spielte mit dem Gedanken, Frauenstein zu kaufen, doch kam ihr Karl Haiser zuvor und erwarb das Anwesen am [[17. August]] [[1888]]. Er lebte dann mit seiner Frau immer wieder hier. Er war sehr an einer verkehrstechnischen Aufschließung Rieds interessiert, errichtete mehrere Bootshäuser auf kleinen Uferparzellen rund um den See, damit er mit seiner kleinen Dampf-Barkasse von eigenem Grund ab- und auf eigenem anlegen konnte. Ab 1882/83 war der See ja dann durch die [[Ischlerbahn]] gut erreichbar geworden. Er erneuerte die Trink- und Nutzwasserleitungen aus der Dichtl- und der Haiserquelle sowie aus dem Hubritzbach. |
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| − | Am [[14. März]] [[1910]] besichtigte ein Komitee des Vereins [[Verein Ferienhort|Ferienhort für bedürftige Gymnasial- und Realschüler]] unter Führung von Karl Hoch die Liegenschaft, die es für den Verein zu erwerben beabsichtigte. Am [[1. Juli]] [[1910]] erwarb der Verein das Grundstück um 119.000 [[Krone]]n (das entspricht rund 630.000 Euro Geldwert, 2011). Karl Haiser, beeindruckt von der Idee, hier einen Ferienhort zu errichten, gab das Grundstück günstiger ab. Kurz nach dem Verkauf starb Haiser. | + | Am [[14. März]] [[1910]] besichtigte ein Komitee des Vereins [[Verein Ferienhort|Ferienhort für bedürftige Gymnasial- und Realschüler]] unter Führung von Karl Hoch die Liegenschaft, die es für den Verein zu erwerben beabsichtigte. Am [[1. Juli]] [[1910]] erwarb der Verein das Grundstück um 119.000 [[Krone]]n (das entspricht rund 630.000 Euro Geldwert, 2011). Karl Haiser, beeindruckt von der Idee, hier einen Ferienhort zu errichten, gab das Grundstück günstiger ab. Kurz nach dem Verkauf starb Haiser. |
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| | Es entstand neben der Villa Frauenstein nun der heutige Ferienhort Ried. | | Es entstand neben der Villa Frauenstein nun der heutige Ferienhort Ried. |
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| | == Quelle == | | == Quelle == |
| − | * Festschrift ''100 Jahre Ferienhort am Wolfgangsee'', 2011, Mag. Gerhard Falschlehner | + | * Festschrift ''100 Jahre Ferienhort am Wolfgangsee'', 2011, Mag. [[Gerhard Falschlehner]] |
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| | [[Kategorie:Flachgau]] | | [[Kategorie:Flachgau]] |
| | [[Kategorie:St. Gilgen]] | | [[Kategorie:St. Gilgen]] |
| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |