Kobler-Spängler-Briefe von 1871: Unterschied zwischen den Versionen
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[beiliegendes Blatt, Aufdruck: "Dr. Otto Spängler // Salzburg"] ''Lieber Franz! Für deine freundlichen Glückwünsche zur glücklichen Entbindung meiner lieben Louise danke ich dir herzlichst; Ich freue mich, dir das getreue Conterfei d[e]s Otto um Weihnachten zeigen zu können, XX gesagt, dß<ref>[[Otto Spängler]] schreibt durchgehend "dß" für "daß"; ich, [[Otto Holzapfel]], belasse das Kürzel. Seine Schrift ist flüssig, aber manche Wörter sind (für mich) schwer lesbar.</ref> bis dorthin die Ähnlichkeit noch besteht. Gott sei dank, dß alles gut vorüber ist. Zu den Rumäniern, einer schweren und meiste [?] glücklichen Geburt übergehend, theile ich dir mit, dß neulich einmal Schwager Karl mich ersuchte, meine Rumänier'' [wohl Wertpapiere, Anm.] ''der Vereinsbank in München zur Verfügung zu stellen, welche im Verein mit Bleichröder, Discontobank in Berlin u Creditanstalt in Wien die Sache in die Hand nehmen will aber nur unter der Bedingung dß diese genannten Institute zum mindesten die Hälfte aller Obligationen zur Disposition erhalten. Da es sehr schnellgehen / musste, so konnte ich dich nicht mehr vorerst benachrichtigen, und sandte schon meine 1600 u 100 Thlr'' [Taler? Teile? Anm.] ''der Mutter; kömmt ein Ausgleich zu Stande, so participiren alle, ob angemeldet oder nicht. Am 27 dM'' [des Monats, Anm.] ''ist außerordentlicher Gewerkentag zu Hammerau'' [ [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.]. ''Der Ausschuß will die Zurückname [?] des ihm ausdrücklich erteilten Verkaufsauftrages von Hohenaschau erwirken, weil nach Angaben des Ausschußes wir das Holz zur Verkolung selbst brauchen. Schließlich noch die Verrechnung:'' [Positionen jeweils untereinander:] ''Verbleibender Kassarest: 31.50; 6 Stück Coupons 1860. // XX Loose à 2 fl – 12. –; 1 Grundentlastungscoupon – 2.36; Zinsen von Reisigl // Pepi – 12.50; Summe: 58.36'' [Doppelstrich] ''// Ausgaben: Zeug zweier Bettenbe[züge]: – 33; Verschiedene Stoffe laut Brief der Mutter: 38.39; Monatgeld der Mutter 10.; Prolongation // auf der Sparkasse – 1.20. 58.36'' [Strich] ''49.92 // Kassarest 8.44 // Nach dem Gewerkentag folgt ein ausführlicher Brief. Dein treuer Bruder Otto.'' | [beiliegendes Blatt, Aufdruck: "Dr. Otto Spängler // Salzburg"] ''Lieber Franz! Für deine freundlichen Glückwünsche zur glücklichen Entbindung meiner lieben Louise danke ich dir herzlichst; Ich freue mich, dir das getreue Conterfei d[e]s Otto um Weihnachten zeigen zu können, XX gesagt, dß<ref>[[Otto Spängler]] schreibt durchgehend "dß" für "daß"; ich, [[Otto Holzapfel]], belasse das Kürzel. Seine Schrift ist flüssig, aber manche Wörter sind (für mich) schwer lesbar.</ref> bis dorthin die Ähnlichkeit noch besteht. Gott sei dank, dß alles gut vorüber ist. Zu den Rumäniern, einer schweren und meiste [?] glücklichen Geburt übergehend, theile ich dir mit, dß neulich einmal Schwager Karl mich ersuchte, meine Rumänier'' [wohl Wertpapiere, Anm.] ''der Vereinsbank in München zur Verfügung zu stellen, welche im Verein mit Bleichröder, Discontobank in Berlin u Creditanstalt in Wien die Sache in die Hand nehmen will aber nur unter der Bedingung dß diese genannten Institute zum mindesten die Hälfte aller Obligationen zur Disposition erhalten. Da es sehr schnellgehen / musste, so konnte ich dich nicht mehr vorerst benachrichtigen, und sandte schon meine 1600 u 100 Thlr'' [Taler? Teile? Anm.] ''der Mutter; kömmt ein Ausgleich zu Stande, so participiren alle, ob angemeldet oder nicht. Am 27 dM'' [des Monats, Anm.] ''ist außerordentlicher Gewerkentag zu Hammerau'' [ [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.]. ''Der Ausschuß will die Zurückname [?] des ihm ausdrücklich erteilten Verkaufsauftrages von Hohenaschau erwirken, weil nach Angaben des Ausschußes wir das Holz zur Verkolung selbst brauchen. Schließlich noch die Verrechnung:'' [Positionen jeweils untereinander:] ''Verbleibender Kassarest: 31.50; 6 Stück Coupons 1860. // XX Loose à 2 fl – 12. –; 1 Grundentlastungscoupon – 2.36; Zinsen von Reisigl // Pepi – 12.50; Summe: 58.36'' [Doppelstrich] ''// Ausgaben: Zeug zweier Bettenbe[züge]: – 33; Verschiedene Stoffe laut Brief der Mutter: 38.39; Monatgeld der Mutter 10.; Prolongation // auf der Sparkasse – 1.20. 58.36'' [Strich] ''49.92 // Kassarest 8.44 // Nach dem Gewerkentag folgt ein ausführlicher Brief. Dein treuer Bruder Otto.'' | ||
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==== Brief vom 13. und 14. November 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ==== | |||
Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; rückseitig kleines rotes Lacksiegel "F. Sp."; Poststempel "Mödling 14/11", rückseitig "Wien 14/11…" [verwischt] und "Salzburg Stadt 15/11 9-10 Früh 71"; ''Frl.'' [unterstrichen:] ''Fanny Schlegel // Salzburg // Marktpla[t]z 10 // II Sto[c]k''. Ein Bogen; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br /> | |||
''Mödling 13 Nov 1871 // Meine liebe Fanny! // Heute erhielt ich deinen lieben Brief, nimm meinen besten Dank dafür! Ich komme dießmal erst heute Abends dazu Dir zu schreiben, da ich gestern in Wien war u heute über Tag auch nicht Zeit hatte einen Brief zu beginnen.'' […] Auch er hat gerechnet, wie lang es bis Weihnachten ist, doch er wird, weil Aushilfe fehlt und sein ''College'' noch krank ist, nur wenige Tage, die eigentlichen Feiertage, / kommen können. Einerseits hat er ''Geduld'', wie sie es wünscht, andererseits den lebhaften Wunsch, sie bald zu sehen. Auch Fanni ist ja nicht ganz ''fieberfrei''. / Während des Schreibens lehnt er sich zurück und überlässt sich seinen Gedanken. // Datiert 14. November 1 ½ Uhr nachmittags: Er muss wieder über Land und kann nur kurz schreiben / und denkt an die Tage im Juni, an Alpenblumen, an die Glückwünsche zur Verlobung. Ihr letzter Brief war das 40. Schriftstück, das er aus ihrer Hand erhalten hat; bis er nach Salzburg kommt, werden es wohl noch ca. 10 Briefe werden. […] ''Gott gebe mir die Gnade mich stets deiner u. deiner Liebe wert zu zeigen. Leider schlägt es schon 2 Uhr u ich muß daher schließen. Viele Grüße an Deine Großmutter #'' [oben, auf den Kopf:] ''# sowie an deinen Vater. Ich verbleibe in inniger Liebe u. mit der Bitte, mich lieb zu behalten. // Dein treuer Franz.'' | |||
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