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==== Brief vom 5. November 1871 von Anna Loni an Fanny Kobler und Fanni Spängler ====
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==== Brief vom 5. November 1871 von Anna Loni an Fanny Kobler und Fanni Schlegel ====
 
Brief von Anna Loni, München, an Großmutter [[Fanny Kobler]] und Enkelin [[Franziska Spängler]] in Salzburg; ein Bogen; ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br />
 
Brief von Anna Loni, München, an Großmutter [[Fanny Kobler]] und Enkelin [[Franziska Spängler]] in Salzburg; ein Bogen; ohne Umschlag; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]:<br />
 
''Meine theure geehrte Freundin! // Kaum vermag ich Worte genug zu finden, um mich bei Dir wegen meines langen Schweigens, meiner großen Unart zu entschuldigen! – // Hat mich doch die Anzeige von der glücklichen Verlobung Deiner lieben Enkelin so freudig überrascht, wollte ich Dir doch sogleich aus voller Seele gratuliren; aber leider blieb es eben bis jetzt immer nur beim wollen. – Der bejammernswerthe Zustand meiner armen Schwester (der sich leider immer steigert) ihr und mein Hauswesen, der weite Weg und der Umstand; daß sie mich immer um sich haben will; greift mich so an und nimmt mich so in Anspruch daß ich oft Wochen lang zu gar nichts fähig bin, und alle / Gedanken nur in den einen Jammer untergehen! – Mögest Du in Deiner gewohnten Güte und Nachsicht dieses als Entschuldigung hinnehmen, und mir darob nicht zürnen, um dieß bitte ich Dich recht herzlich! – – // Und nun zu dir liebenswürdiges Bräutchen! Meine Theuren! aus gewiß vollen aufrichtigen Herzen rufe ich! Gottes reichsten Segen über daß glückliche Brautpaar. – // Daß dir liebe Fanny eine glückliche Wahl getroffen, dafür bürgt mir ihr edler liebenswürdiger Charakter, und sie – die so reich an Geist und Gemüth, mit allen Glücksgütern dieser Erde ausgestattet, in der Fülle der Jugend an der Seite eines braven edlen Mannes die ihr so neue, aber ernste Laufbahn des Lebens betritt, möge in vollen Zügen das ihr geworden Glück schlürfen, und sich Kraft sam[m]eln / für die ernsten Stunden, die ja an keinem Leben spurlos vorüberzieh‘n! Darum noch einmal Gottes reichsten Segen über Sie! – //''
 
''Meine theure geehrte Freundin! // Kaum vermag ich Worte genug zu finden, um mich bei Dir wegen meines langen Schweigens, meiner großen Unart zu entschuldigen! – // Hat mich doch die Anzeige von der glücklichen Verlobung Deiner lieben Enkelin so freudig überrascht, wollte ich Dir doch sogleich aus voller Seele gratuliren; aber leider blieb es eben bis jetzt immer nur beim wollen. – Der bejammernswerthe Zustand meiner armen Schwester (der sich leider immer steigert) ihr und mein Hauswesen, der weite Weg und der Umstand; daß sie mich immer um sich haben will; greift mich so an und nimmt mich so in Anspruch daß ich oft Wochen lang zu gar nichts fähig bin, und alle / Gedanken nur in den einen Jammer untergehen! – Mögest Du in Deiner gewohnten Güte und Nachsicht dieses als Entschuldigung hinnehmen, und mir darob nicht zürnen, um dieß bitte ich Dich recht herzlich! – – // Und nun zu dir liebenswürdiges Bräutchen! Meine Theuren! aus gewiß vollen aufrichtigen Herzen rufe ich! Gottes reichsten Segen über daß glückliche Brautpaar. – // Daß dir liebe Fanny eine glückliche Wahl getroffen, dafür bürgt mir ihr edler liebenswürdiger Charakter, und sie – die so reich an Geist und Gemüth, mit allen Glücksgütern dieser Erde ausgestattet, in der Fülle der Jugend an der Seite eines braven edlen Mannes die ihr so neue, aber ernste Laufbahn des Lebens betritt, möge in vollen Zügen das ihr geworden Glück schlürfen, und sich Kraft sam[m]eln / für die ernsten Stunden, die ja an keinem Leben spurlos vorüberzieh‘n! Darum noch einmal Gottes reichsten Segen über Sie! – //''