| Zeile 22: |
Zeile 22: |
| | Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Der [[Reißzug]] ist heute die älteste betriebene Standseilbahn der Welt, der [[Salzburger Stier]] das älteste betriebene (Orgel-)Hornwerk<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Hornwerk_%28Instrument%29 Wikipedia Hornwerk]</ref> weltweit. | | Die Burg ist nicht nur wegen ihrer spannenden Geschichte einen Besuch mit Führung wert: auch der Blick über Stadt und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] machen die Festung Hohensalzburg zu einem beliebten Ausflugsziel. Der [[Reißzug]] ist heute die älteste betriebene Standseilbahn der Welt, der [[Salzburger Stier]] das älteste betriebene (Orgel-)Hornwerk<ref>siehe [http://de.wikipedia.org/wiki/Hornwerk_%28Instrument%29 Wikipedia Hornwerk]</ref> weltweit. |
| | | | |
| − | Die Festung wird alljährlich von rund 900.000 Personen besichtigt (2010: 907.333). An Spitzentagen im August kommen bis zu 7.000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. | + | Die Festung wird alljährlich von rund 900 000 Personen besichtigt (2010: 907 333). An Spitzentagen im August kommen bis zu 7 000 Personen auf die Festung, womit auch die Kapazitätsgrenze erreicht wird. |
| | | | |
| | ==Lage== | | ==Lage== |
| Zeile 30: |
Zeile 30: |
| | ''Hohensalzburg'' ist nicht identisch mit der [[Salzpurch]], dem ''Castrum superius'', das Herzog [[Theodo II.]] von Bayern [[Rupert von Worms|Hl. Rupert]] geschenkt hat. Diese ''Salzpurch'' befand sich auf dem [[Nonnberg]], sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des Festungsberges mit ein. Die erste Nachricht von einer Burg auf dem Festungsberg findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof Gebhard. Da Erzbischof Gebhard [[1085]] ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden. | | ''Hohensalzburg'' ist nicht identisch mit der [[Salzpurch]], dem ''Castrum superius'', das Herzog [[Theodo II.]] von Bayern [[Rupert von Worms|Hl. Rupert]] geschenkt hat. Diese ''Salzpurch'' befand sich auf dem [[Nonnberg]], sie bezog mit ihren Außenanlagen aber die Kuppe des Festungsberges mit ein. Die erste Nachricht von einer Burg auf dem Festungsberg findet sich erst aus der Zeit von Erzbischof Gebhard. Da Erzbischof Gebhard [[1085]] ins Exil gezwungen wurde, konnte sein Burgvorhaben erst von seinen Nachfolgern fertig gestellt werden. |
| | | | |
| − | Schon damals bestand Hohensalzburg aus einem [[Romanik|romanischen]], gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude. Wesentlich ausgebaut wurde die Burg unter Erzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] (1461 - 1466), der zur Verstärkung der Ringmauer vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - errichtete. Sein Nachfolger, Erzbischof [[Bernhard von Rohr]] (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden oder aufständischen Salzburgern an der Südseite der Burg eine Bastei, erhöhte die Ringmauer und sicherte den östlichen Aufgang zum Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. [[Johann III. Beckenschlager]], Erzbischof von 1482 - 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten. | + | Schon damals bestand Hohensalzburg aus einem [[Romanik|romanischen]], gemauerten Palas, dem Wohnturm, einer Kapelle und einem Nebengebäude. Wesentlich ausgebaut wurde die Burg unter Erzbischof [[Burkhard II. von Weißpriach]] (1461 - 1466), der zur Verstärkung der Ringmauer vier Rundtürme - Glockenturm, Trompeterturm, Krautturm und den Schmiedturm - errichtete. Sein Nachfolger, Erzbischof [[Bernhard von Rohr]] (1466 - 1482), baute zum Schutz vor verschiedenen Feinden oder aufständischen Salzburgern an der Südseite der Burg eine Bastei, erhöhte die Ringmauer und sicherte den östlichen Aufgang zum Nonnberg durch eine drei Meter dicke Mauer. [[Johann III. Beckenschlager]], Erzbischof von 1482 bis 1489, erweiterte die Festung um zwei Gebäude: das erste Zeughaus und den Schüttkasten. |
| | | | |
| | [[Leonhard von Keutschach]] (1495 - 1519) baute die Festung weiter zum prunkvollen Herrschersitz aus. So fügte der geistliche Regent dem [[Hoher Stock|Hohen Stock]] weitere Etagen hinzu, legt eine neue Zisterne an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den [[Salzburger Stier]], legte den [[Reißzug]] als Transportanlage für die Festung an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen. | | [[Leonhard von Keutschach]] (1495 - 1519) baute die Festung weiter zum prunkvollen Herrschersitz aus. So fügte der geistliche Regent dem [[Hoher Stock|Hohen Stock]] weitere Etagen hinzu, legt eine neue Zisterne an und erhöhte die bereits bestehenden Türme. Überdies "schenkte" er den Salzburgern die Orgel im Krautturm, den [[Salzburger Stier]], legte den [[Reißzug]] als Transportanlage für die Festung an und ließ Kuchlturm und Bäckerei bauen. |
| Zeile 47: |
Zeile 47: |
| | | | |
| | ==Die Türme der Festung== | | ==Die Türme der Festung== |
| − | ====Von der Stadt aus gesehen====
| + | ===Von der Stadt aus gesehen=== |
| | * '''Reckturm''': (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen<ref>{{Quelle Heimatkunde Hübl}}</ref> erklären das Wort von "recken" = strecken) | | * '''Reckturm''': (von mittelhochdeutsch "recke" = Verbannter, Flüchtling, vgl. "Rächen", andere Quellen<ref>{{Quelle Heimatkunde Hübl}}</ref> erklären das Wort von "recken" = strecken) |
| | * '''Bleitürmchen''': ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm | | * '''Bleitürmchen''': ein ganz kleines Türmchen zwischen Reck- und Glockenturm |
| Zeile 54: |
Zeile 54: |
| | * [[Bürgermeisterturm]], an den das ''Schlangengang'' anschließt, der nach Artillerie-Geschützen, den ''Feldschlangen'' (kleineren "wendigen" Kanonen) benannt ist | | * [[Bürgermeisterturm]], an den das ''Schlangengang'' anschließt, der nach Artillerie-Geschützen, den ''Feldschlangen'' (kleineren "wendigen" Kanonen) benannt ist |
| | | | |
| − | ====Im Inneren Teil der Burg====
| + | ===Im Inneren Teil der Burg=== |
| | * '''Kuchlturm''' im Schlossgraben: von Leonhard von Keutschach erbaut; der Name "Arrestanten-" oder "Krankenturm" ist viel jünger | | * '''Kuchlturm''' im Schlossgraben: von Leonhard von Keutschach erbaut; der Name "Arrestanten-" oder "Krankenturm" ist viel jünger |
| | | | |
| − | =====Im ''Hohen Stock''=====
| + | ====Im ''Hohen Stock''==== |
| | * Zwei '''Feuertürme''' auf der Süd- und der Ostseite des inneren Schlosses | | * Zwei '''Feuertürme''' auf der Süd- und der Ostseite des inneren Schlosses |
| | | | |
| − | ====von Nonntal aus gesehen====
| + | ===von Nonntal aus gesehen=== |
| | * '''Schwefelturm''': in einem Teil davon ist heute das [[Festungsrestaurant]] untergebracht | | * '''Schwefelturm''': in einem Teil davon ist heute das [[Festungsrestaurant]] untergebracht |
| | * '''Hasenturm''' | | * '''Hasenturm''' |
| Zeile 97: |
Zeile 97: |
| | Die Salzburger Festungs-Prangerstutzen-Schützen haben ebenfalls die Burganlage am Festungsberg als Vereinsmittelpunkt. Das festliche Schießen von der Festung Hohensalzburg lässt sich bis in die Barockzeit zurückverfolgen. Um diese Tradition wieder neu zu beleben, wurde auf Anregung von [[Karl Zinnburg]] und [[Wolf-Dietrich Iser]] im Jahre [[1979]] der Verein der Salzburger Festungsschützen gegründet. Seitdem üben die Festungsschützen dieses brauchtumsgebundene Schießen mit Prangerstutzen an wichtigen Festtagen und bei privaten Anlässen aus. Als Hauptschießplatz dient die Kuenburgbastei der Festung Hohensalzburg. | | Die Salzburger Festungs-Prangerstutzen-Schützen haben ebenfalls die Burganlage am Festungsberg als Vereinsmittelpunkt. Das festliche Schießen von der Festung Hohensalzburg lässt sich bis in die Barockzeit zurückverfolgen. Um diese Tradition wieder neu zu beleben, wurde auf Anregung von [[Karl Zinnburg]] und [[Wolf-Dietrich Iser]] im Jahre [[1979]] der Verein der Salzburger Festungsschützen gegründet. Seitdem üben die Festungsschützen dieses brauchtumsgebundene Schießen mit Prangerstutzen an wichtigen Festtagen und bei privaten Anlässen aus. Als Hauptschießplatz dient die Kuenburgbastei der Festung Hohensalzburg. |
| | | | |
| − | == Aktuelles 2011 == | + | == 2011 == |
| | | | |
| | Die Festung Hohensalzburg ist als Standort für das [[The-Sound-of-Music-Museum]] im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige [[Landeshauptmann|LH]]-Stv. [[David Brenner]] ([[SPÖ]]) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im sogenannten Speisehaus auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken. | | Die Festung Hohensalzburg ist als Standort für das [[The-Sound-of-Music-Museum]] im Gespräch. Kritik regte sich bei diesem Vorschlag, den der für Kultur zuständige [[Landeshauptmann|LH]]-Stv. [[David Brenner]] ([[SPÖ]]) 2010 präsentierte. Er schlug vor, ein bis zu 500 Quadratmeter großes Ausstellungsareal im sogenannten Speisehaus auf der Festung Hohensalzburg einzurichten. Kritiker hielten fest, dass einerseits ein zusätzlicher Eintritt für die Festung zu bezahlen gewesen wäre, andererseits meinten Fachleute, dass ein Gros der amerikanischen Touristen ein straff gehaltenes Besichtigungsprogramm für Salzburg habe und daher wohl kaum Zeit für Auffahrt auf die Festung und deren Besichtigung bliebe. Untermauert wurden diese Kritiken durch eine Umfrage unter 560 Personen, die 2010 an der Kasse umdrehten. Der Eintrittspreis von 10,50 Euro pro Person, der zwar alle in der Festung möglichen Besichtigungen inkludiert, sei für viele zu teuer. Auch sei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 145 Minuten auf 120 Minuten gesunken. |