Felsbilder: Unterschied zwischen den Versionen
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In Österreich gibt es rund 20 Fundgebiete, die vorwiegend in den [[Salzburger Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]] in [[Oberösterreich]], der [[Steiermark]] und | In Österreich gibt es rund 20 Fundgebiete prähistorischer Felsbilder, die vorwiegend in Niederösterreich, in den [[Salzburger Kalkalpen|Nördlichen Kalkalpen]], im Salzburger Seenland, entlang der Traun in [[Oberösterreich]], der [[Steiermark]] und nahe der [[Stadt Salzburg]] liegen. Nicht wenige Felsritzbilder könnten aus vorgeschichtlicher Zeit stammen, besonders aus den Jahrtausenden der Pfahlbaukulturen an den Salzburger- und Salzkammergutseen, die in einem Tal am Wolfgangsee offenbar einen religiösen Rückzugsraum besuchten und Spuren ihrer religiösen Vorstellungen hinterließen. Im Felsbildermuseum in Spital am Pyhrn ([[OÖ]].) befand sich die erste umfangreiche Dokumentation über die bisher entdeckten Felsritzungen, die aber längst nicht mehr zur Verfügung steht. Die inländischen Experten für Felsritzbilder der österreichischen Kalkalpen sind heute Franz Mandl (Fundstellen), Andreas Kopf(Fundstellen), Josef Irnberger (Fundstellen) und Wolfgang Kauer (Fundstellen und Interpretation über die Methode des interalpinen und internationalen Vergleichs von Petroglyphen und Artefakten). | ||
Das untere [[Saalachtal]] | Das untere [[Saalachtal]], die Berge um [[Golling]] und [[Strobl am Wolfgangsee]] sind die hauptsächlichen Salzburger Vorkommen von Felsritzungen, die aus allen Zeitaltern stammen können. Einer der populärsten Fundorte ist die postglaziale [[Lenzenklamm]], Teilstrecke eines ehemaligen Pilgerweges. Viele Fundstellen wurden von [[Helmut Adler]] (* 1919; † 2002), ehemals Tierarzt in [[Lofer]], entdeckt und dokumentiert. Auf der [[Festung Kniepass]] befand sich in den 1990ern die Dauerausstellung "Felsritzbilder im unteren Saalachtal". | ||
==Schalensteine== | ==Schalensteine== | ||
Schalen auf Felsoberflächen | Schalen auf Felsoberflächen können künstlich hergestellte halbrunde Vertiefungen von wenigen bis zu 30 cm Durchmesser sein. Sie wurden oft ausgerieben oder ausgepickelt. Bedeutung und zeitliche Zuordnung der Schalen (cupules) sind umstritten. Im für seine Felskunst weltberühmten italienischen Valcamonica finden sich die "Felsen mit cupules häufig am Rand von Arealen mit figurativen Bebilderungen und entlang der Pfade, die zu ihnen hinführen. Sie könnten also als Wegzeichen oder Stationen fungiert haben, die zu den geweihten Orten führen." Für Archäologen sind Schalensteine bis heute eine Herausforderung, die häufig umgangen wird, da die archäologische Deutung und zeitliche Zuordnung der cupules ohne Fundkontext selbst dort schwer fällt, wo frühe Besiedlungen bereits nachgewiesen sind. Schalensteine können aber auch als Resultat der Tafoni-Verwitterung natürlich entstanden sein. Vom vorgeschichtlichen Menschen wurden sie weltweit kultisch-religiös oder als einfacher Speicher genutzt, gelegentlich auch als Lichtquelle. | ||
[[Schalensteine]] umgrenzen in bemerkenswerter Anzahl und Lage | [[Schalensteine]] umgrenzen in bemerkenswerter Anzahl und Lage das Gebiet um den [[Oberer Bockhartsee|Oberen Bockhartsee]], wo sie in (vor-)römischer Zeit zur Erzgewinnung verwendet wurden, wobei das Gelände nicht vom Gasteiner Tal aus, sondern von Süden her erschlossen worden war. Sie finden sich aber auch an möglichen ehemaligen Kultplätzen wie z. B. auf dem [[Danielsberg]] im oberen [[Mölltal]], auf dem nachweislich ein römischen Tempel, der Hercules geweiht war, stand, der wahrscheinlich eine vorrömische Kultstätte abgelöst hat. Flache Schalen in senkrechten Wänden wurden auch als Heilmittel gegen Kopfschmerzen eingesetzt, wie nahe dem Fagerstein in [[St. Koloman]], auf dem [[Schwarzer Berg]] und auf dem Falkenstein bei [[St. Gilgen]] am Wolfgangsee. | ||
== Liste der Fundorte == | == Liste der Fundorte == | ||