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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Nach Fertigstellung der im Volksmund als "Krimmlerbahn“ benannten [[Pinzgauer Lokalbahn]] im Jahr [[1898]], und ganz besonders ab dem Jahr [[1920]], wurden zahlreiche Häuser errichtet und das Dorf vergrößerte sich rasch. | + | Nach Fertigstellung der im Volksmund als "Krimmlerbahn" benannten [[Pinzgauer Lokalbahn]] im Jahr [[1898]], und ganz besonders ab dem Jahr [[1920]], wurden zahlreiche Häuser errichtet und das Dorf vergrößerte sich rasch. |
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| | === Namengebung === | | === Namengebung === |
| − | Die Wurzeln des Namens Schüttdorf sind im mittelalterlichen "sit“, "sid“ bzw. mittelhochdeutschen "schüt[e]“ und somit dem "Schütt“ (Anschüttung, Anschwemmung) des Schüttbaches zu suchen. Auch der Hofname Schütter zu Schütt (heute [[Schüttgut]]) ist daraus abzuleiten. | + | Die Wurzeln des Namens Schüttdorf sind im mittelalterlichen "sit", "sid" bzw. mittelhochdeutschen "schüt[e]" und somit dem "Schütt" (Anschüttung, Anschwemmung) des Schüttbaches zu suchen. Auch der Hofname Schütter zu Schütt (heute [[Schüttgut]]) ist daraus abzuleiten. |
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| | === Entwicklung === | | === Entwicklung === |
| − | Infolge von Regulierungsmaßnahmen an der [[Salzach]] im Bereich der [[Brucker Schwelle]] und der Anlage der Seekanäle wurde in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s der Seespiegel des Zeller Sees um rund einen Meter gesenkt.<ref>[[Josef Dürlinger|Dürlinger, Josef]] (1866): ''Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; mit chronologischer Tabelle''. Selbstverlag: Salzburg. S. 22. In: [[Rainer Hochhold]]: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 185; [[Erich Seefeldner|Seefeldner, Erich]] (1961): ''Salzburg und seine Landschaften.'' [[Verlag Das Bergland-Buch|Verlag "Das Bergland-Buch“]]: Salzburg-Stuttgart. S. 222</ref> Dadurch konnte ein Großteil der Zeller Moose in Wiesen- und teilweise sogar in Ackerland verwandelt werden, auf den dadurch neu entstandenen Kulturflächen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch erste "Hütteln“ gebaut, nach denen der neu entstehende Ortsteil als "Hütteldorf" bezeichnet wurde. Auf Antrag der Bewohner fasste die Stadtvertretung am [[22. August]] [[1930]] den einstimmigen Beschluss, den Namen in ''Schüttdorf'' zu ändern.<ref>Sitzungsprotokoll der Stadtgemeinde Zell am See. In: Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 307</ref> | + | Infolge von Regulierungsmaßnahmen an der [[Salzach]] im Bereich der [[Brucker Schwelle]] und der Anlage der Seekanäle wurde in der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s der Seespiegel des Zeller Sees um rund einen Meter gesenkt.<ref>[[Josef Dürlinger|Dürlinger, Josef]] (1866): ''Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; mit chronologischer Tabelle''. Selbstverlag: Salzburg. S. 22. In: [[Rainer Hochhold]]: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 185; [[Erich Seefeldner|Seefeldner, Erich]] (1961): ''Salzburg und seine Landschaften.'' [[Verlag Das Bergland-Buch|Verlag "Das Bergland-Buch"]]: Salzburg-Stuttgart. S. 222</ref> Dadurch konnte ein Großteil der Zeller Moose in Wiesen- und teilweise sogar in Ackerland verwandelt werden, auf den dadurch neu entstandenen Kulturflächen wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch erste "Hütteln" gebaut, nach denen der neu entstehende Ortsteil als "Hütteldorf" bezeichnet wurde. Auf Antrag der Bewohner fasste die Stadtvertretung am [[22. August]] [[1930]] den einstimmigen Beschluss, den Namen in ''Schüttdorf'' zu ändern.<ref>Sitzungsprotokoll der Stadtgemeinde Zell am See. In: Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 307</ref> |
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| | An den Berglehnen der [[Areit]] und des [[Bruckberg (Berg)|Bruckberg]]es lagen früher bedeutende Bergbaureviere. Die Gruben der [[Kupfererzbergbau|Kupfer]]- und Schwefelkiesbergwerke wurden im [[16. Jahrhundert]] von privaten [[Gewerke]]n (Rosenberger, Freyeisen, ...) und anschließend von der [[Salzburger Hofkammer|fürsterzbischöflichen Hofkammer]] betrieben. Die im Wesentlichen bis [[1803]] befahrenen Einbaue befanden sich zwischen dem Schüttbachgraben im Osten und vom Beilgut in Richtung Westen bis [[Limberg]]. | | An den Berglehnen der [[Areit]] und des [[Bruckberg (Berg)|Bruckberg]]es lagen früher bedeutende Bergbaureviere. Die Gruben der [[Kupfererzbergbau|Kupfer]]- und Schwefelkiesbergwerke wurden im [[16. Jahrhundert]] von privaten [[Gewerke]]n (Rosenberger, Freyeisen, ...) und anschließend von der [[Salzburger Hofkammer|fürsterzbischöflichen Hofkammer]] betrieben. Die im Wesentlichen bis [[1803]] befahrenen Einbaue befanden sich zwischen dem Schüttbachgraben im Osten und vom Beilgut in Richtung Westen bis [[Limberg]]. |
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| − | Über die frühere Verwaltungsstruktur von Bruckberg (Bezeichnung nach Lahnsteiner: "Bruckberg-Schmitten“)<ref>Lahnsteiner, Josef (1980a): Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Selbstverlag: Hollersbach. S. 21. In: Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 309 bzw. 422</ref> ist sehr wenig bekannt, jedenfalls gehörte aber der Großteil der Berglehnen bis hin zur [[Schmittenhöhe]] zu einer eigenständigen Kommune. Die Eingemeindung in den Kommunalverband Zell am See erfolgte am [[1. Oktober]] [[1935]], als letzter Vorstand von Bruckberg-Schmitten amtierte der Unterkeilbauer Alois Amoser. | + | Über die frühere Verwaltungsstruktur von Bruckberg (Bezeichnung nach Lahnsteiner: "Bruckberg-Schmitten")<ref>Lahnsteiner, Josef (1980a): Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Selbstverlag: Hollersbach. S. 21. In: Rainer Hochhold: ''Cella in Bisontio - Zell im Pinzgau - Zell am See. Eine historische Zeitreise.'' 2013; S. 309 bzw. 422</ref> ist sehr wenig bekannt, jedenfalls gehörte aber der Großteil der Berglehnen bis hin zur [[Schmittenhöhe]] zu einer eigenständigen Kommune. Die Eingemeindung in den Kommunalverband Zell am See erfolgte am [[1. Oktober]] [[1935]], als letzter Vorstand von Bruckberg-Schmitten amtierte der Unterkeilbauer Alois Amoser. |
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| | === Infrastruktur === | | === Infrastruktur === |
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| | === Dorf, "Suburbia" und Raumordnung === | | === Dorf, "Suburbia" und Raumordnung === |
| | [[Datei:Schüttdorf vorne, Bruck i.Bildhintergrund.JPG|thumb|Im Bildvordergrund das Südende von Schüttdorf, dahinter die Westbahntrasse und die Bundesstraße, im Bildhintergrund das Brucker Gewerbegebiet Nord]] | | [[Datei:Schüttdorf vorne, Bruck i.Bildhintergrund.JPG|thumb|Im Bildvordergrund das Südende von Schüttdorf, dahinter die Westbahntrasse und die Bundesstraße, im Bildhintergrund das Brucker Gewerbegebiet Nord]] |
| − | Schüttdorf ist heute der bevölkerungsreichste Stadtteil. Er hat einerseits noch immer Dorfcharakter, andererseits ist Schüttdorf auch das "Suburbia“ von Zell am See geworden. Hier befinden sich der in der Zwischenkriegszeit entstandene und [[1959]] eröffnete [[Flugplatz Zell am See]], mit Tunnelausgangsportal und Umfahrungsverteiler bedeutende Straßenbauten, die großen Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte und Autohäuser. | + | Schüttdorf ist heute der bevölkerungsreichste Stadtteil. Er hat einerseits noch immer Dorfcharakter, andererseits ist Schüttdorf auch das "Suburbia" von Zell am See geworden. Hier befinden sich der in der Zwischenkriegszeit entstandene und [[1959]] eröffnete [[Flugplatz Zell am See]], mit Tunnelausgangsportal und Umfahrungsverteiler bedeutende Straßenbauten, die großen Supermärkte, Möbelhäuser, Baumärkte und Autohäuser. |
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| | Die Errichtung der erwähnten Großbetriebe ist aus Sicht der Stadtentwicklung zu einem gewissen Grad einsichtig, aber [[Raumordnung|raumordnerisch]] problematisch. Schüttdorf einerseits und [[Bruck an der Großglocknerstraße]] andererseits drohen durch den in den letzten Jahren erfolgten Bauboom zusammen zuwachsen und das Erscheinungsbild des [[Zeller Becken]]s nachhaltig zu beeinträchtigen. | | Die Errichtung der erwähnten Großbetriebe ist aus Sicht der Stadtentwicklung zu einem gewissen Grad einsichtig, aber [[Raumordnung|raumordnerisch]] problematisch. Schüttdorf einerseits und [[Bruck an der Großglocknerstraße]] andererseits drohen durch den in den letzten Jahren erfolgten Bauboom zusammen zuwachsen und das Erscheinungsbild des [[Zeller Becken]]s nachhaltig zu beeinträchtigen. |