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[[Datei:Fauststadt Salzburger Festspiele 1934.jpg|thumb|Die "Fauststadt]]
 
Die zwölften '''Salzburger Festspiele 1933''' fanden vom [[28. Juli]] bis [[31. August]] [[1933]] statt.
 
Die zwölften '''Salzburger Festspiele 1933''' fanden vom [[28. Juli]] bis [[31. August]] [[1933]] statt.
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== Die Festspiele ==
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== Das Festspieljahr 1933 ==
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Am Abend des [[17. August]] 1933 wurde in der [[Stadt Salzburg]] europäische Theatergeschichte geschrieben. Für [[Max Reinhardt]]s "[[Faust]]"-Inszenierung wurde die [[Felsenreitschule]] eine Naturbühne für großes Theater geworden, und das mit einer bisher noch nie gesehenen Simultanbühne, auf der alle Szenen ohne Umbauten zu verfolgen waren: die [[Fauststadt]].
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== Das Programm ==
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Per [[1. Juli]] 1933 hatte [[Adolf Hitler]], seit Ende Jänner 1933 deutscher Reichskanzler, die [[Tausend-Mark-Sperre]] erlassen, womit ein Großteil der Touristen ausblieb. Ziel dieses de-facto-Reiseverbots und anderer Sanktionen: Österreich sollte wirtschaftlich geknebelt werden, auf dass es Hitlers Wunsch folge, sich ans Dritte Reich anzuschließen.
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Am [[24. Juni]] 1933 war das Modegeschäft Ornstein in der [[Getreidegasse]], dessen Eigentümer von [[Nationalsozialisten]] als "jüdisch" verachtet war, per Bombenanschlag arg beschädigt worden. Auch Regisseur Max Reinhardt war längst von Nazis als "[[Juden|Jude]]" verunglimpft; er konnte 1933 nicht mehr nach Berlin, wo ihm das Deutsche Theater gehörte. Er verlor es ersatzlos. Auftritte deutscher Künstler in Österreich bedurften mittlerweile der Genehmigung von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. Mehrmals im Juli hatten deutsche Flugzeuge über Salzburg Flugzettel abgeworfen, die etwa zu Steuerstreik und Abheben der Spareinlagen aufforderten.
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Am Tag der "Faust"-Premiere ging der [[Christlich-Soziale Partei|christlich-soziale]] [[Landeshauptmann]] [[Franz Rehrl]] ans Radiomikrophon und sagte: "Wir begrüßen es mit besonderer Genugtuung (...), wenn Salzburg den ,Faust', die unsterbliche Schöpfung des größten Dichters der Deutschen, einer ebenso vielsprachigen wie dichtgedrängten Menge von Gästen vergegenwärtigen kann". Das Typoskript macht sichtbar, dass er akkurat diese Stelle überarbeitet hatte: Worte gestrichen, ergänzt, konkretisiert.
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Es wird einem bang, wenn man Fotos und Dokumente betrachtet, wenn man Franz Rehrls da ausgesprochenen Widerstand gegen Hitler und seine öffentliche Unterstützung Max Reinhardts sowie die Erläuterungen der Kuratoren liest, die im [[Stefan Zweig Centre Salzburg]] in der [[Edmundsburg]] in einer Ausstellung im Sommer [[2023]] zu sehen sind. Da ist zu erfahren, dass Bundeskanzler [[Engelbert Dollfuß]] im August 1933 zwei Mal nach Salzburg reiste, um demonstrativ zwei Mal Max Reinhardts "Faust" zu besuchen. Da liegt ein Artikel des "Stürmer"; in dieser antisemitischen Hetzschrift wurde der Salzburger "Faust" als "koscheres Fest der Beschneidung Goethes" und "Vergewaltigung arischer Schöpfung" beschimpft.
    
== Bildergalerie ==
 
== Bildergalerie ==
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* [https://archive.salzburgerfestspiele.at/archiv/j/1933 archive.salzburgerfestspiele.at Programm]  
 
* [https://archive.salzburgerfestspiele.at/archiv/j/1933 archive.salzburgerfestspiele.at Programm]  
 
* [https://archive.salzburgerfestspiele.at/geschichte/1933 archive.salzburgerfestspiele.at Geschichte]
 
* [https://archive.salzburgerfestspiele.at/geschichte/1933 archive.salzburgerfestspiele.at Geschichte]
 
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* [https://www.sn.at/festspiele/salzburger-festspiele/salzburger-festspiele-faust-wird-ein-politikum-142272649 www.sn.at], 19. Juli 2023: "Salzburger Festspiele: "Faust" wird ein Politikum", ein Beitrag von  [[Hedwig Kainberger]]
    
{{Salzburger Festspiele}}
 
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