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| | Dies führte auch zu neuen Schwerpunkten sowohl in der Lehre als auch in der Forschung, als welche Helmut Riedl neben dem bereits bestehenden glaziologischen Schwerpunkt die Speläologie und Karstmorphologie und die Bodengeographie als Schwerpunktsetzung seiner Habilitierungspolitik vor dem UOG 1975 bezeichnet.<ref>Riedl 2008, S. 57-60</ref> | | Dies führte auch zu neuen Schwerpunkten sowohl in der Lehre als auch in der Forschung, als welche Helmut Riedl neben dem bereits bestehenden glaziologischen Schwerpunkt die Speläologie und Karstmorphologie und die Bodengeographie als Schwerpunktsetzung seiner Habilitierungspolitik vor dem UOG 1975 bezeichnet.<ref>Riedl 2008, S. 57-60</ref> |
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| − | Die frühen 1970er Jahre werden durch den relativ jungen Ordinarius Helmut Riedl entscheidend geprägt und bringen viele neue Innovationen in das Geographische Institut. In dieser Zeit wird [[Wolfgang Kern]] als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt.<ref>Riedl 2021, S. 67</ref> | + | Die frühen 1970er Jahre wurden durch den relativ jungen Ordinarius Helmut Riedl entscheidend geprägt und bringen viele neue Innovationen in das Geographische Institut. In dieser Zeit wurde [[Wolfgang Kern]] als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt.<ref>Riedl 2021, S. 67</ref> |
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| − | Mit [[Karl Albrecht Kubinsky]] bringt Helmut Riedl einen ihm aus Graz bekannten Sozialgeographen ans Institut, der fast zehn Jahre lang in Salzburg unterrichtete und neben Sozialgeographie auch Politische Geographie unterrichtete und eine ganze Studentengeneration mit soziologischen Erhebungstechniken vertraut machte.<ref>Riedl 2021, S. 74</ref> | + | Mit [[Karl Albrecht Kubinsky]] brachte Helmut Riedl einen ihm aus Graz bekannten Sozialgeographen ans Institut, der fast zehn Jahre lang neben Sozialgeographie auch Politische Geographie unterrichtete und eine ganze Studentengeneration mit soziologischen Erhebungstechniken vertraut machte.<ref>Riedl 2021, S. 74</ref> |
| | Als erste Dissertation bei Helmut Riedl verfasste Wolfgang Kern eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung über das obere Mühlviertel.<ref>Kern 1972</ref> Wolfgang Kern wurde in der Folge nach Heinz Slupetzky und Erich Stocker der dritte Assistent in der Lehrkanzel von Helmut Riedl.<ref>Bobek et al 1974</ref> | | Als erste Dissertation bei Helmut Riedl verfasste Wolfgang Kern eine wirtschafts- und sozialgeographische Untersuchung über das obere Mühlviertel.<ref>Kern 1972</ref> Wolfgang Kern wurde in der Folge nach Heinz Slupetzky und Erich Stocker der dritte Assistent in der Lehrkanzel von Helmut Riedl.<ref>Bobek et al 1974</ref> |
| | Am 18.7.1972 wurde Heinz Slupetzky nur zweieinhalbjahre nach seiner Promotion für das Teilgebiet '''Hydrogeographie'''.<ref>Riedl 2021, S. 43</ref> Zu den Umständen, die zur Einschränkung dieser Venia führten, bestehen unterschiedliche Wahrnehmungen. Für Heinz Slupetzky selbst, hatte diese (unberechtigt) zu enge Venia den Vorteil, dass er damit nur geringe Chancen auf einen Ruf an eine andere Universität hatte, was ihm aufgrund seiner Forschungsschwerpunkte und seines Lebensmittelpunkts durchaus recht war.<ref>Slupetzky 2022, S. 71</ref> | | Am 18.7.1972 wurde Heinz Slupetzky nur zweieinhalbjahre nach seiner Promotion für das Teilgebiet '''Hydrogeographie'''.<ref>Riedl 2021, S. 43</ref> Zu den Umständen, die zur Einschränkung dieser Venia führten, bestehen unterschiedliche Wahrnehmungen. Für Heinz Slupetzky selbst, hatte diese (unberechtigt) zu enge Venia den Vorteil, dass er damit nur geringe Chancen auf einen Ruf an eine andere Universität hatte, was ihm aufgrund seiner Forschungsschwerpunkte und seines Lebensmittelpunkts durchaus recht war.<ref>Slupetzky 2022, S. 71</ref> |
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| − | Über die Jahre 1973 bis 1974 berichtet der 35. Geographische Jahresbericht aus Österreich.<ref>Arnberger et al. 1977</ref> Alleine die Besprechungen der Dissertation zeigen nun eine deutliche Verschiebung der Forschungsaktivitäten zur Lehrkanzel von Helmut Riedl. Als neue Lehrbeauftragte tauchen in diesem Bericht die Namen [[Helmut Hartl]] (Vegetationsgeographie), [[Wolfgang Schwackhöfer]] (Agrargeographie) und [[Peter Weichhart]]. Letzterer griff die fachinternen Diskussionen in der Folge der Kieler-Wende zur Wissenschaftlichkeit der Länderkunde und des Landschaftskonzepts auf und schlug in seiner Dissertation als Alternative zur drohenden Teilung des Faches in die Physische Geographie und in die Humangeogasphie einen neuen ökogeographischen Ansatz als Grundgerüst des Faches vor, den er als '''Komplexe Geographie''' bezeichnete.<ref>Weichhart 1973</ref> | + | Über die Jahre 1973 bis 1974 berichtet der 35. Geographische Jahresbericht aus Österreich.<ref>Arnberger et al. 1977</ref> Alleine die Besprechungen der Dissertation zeigen eine deutliche Verschiebung der Forschungsaktivitäten zur Lehrkanzel von Helmut Riedl. Als neue Lehrbeauftragte tauchen in diesem Bericht die Namen [[Helmut Hartl]] (Vegetationsgeographie), [[Wolfgang Schwackhöfer]] (Agrargeographie) und [[Peter Weichhart]]. Letzterer griff die fachinternen Diskussionen in der Folge der Kieler-Wende zur Wissenschaftlichkeit der Länderkunde und des Landschaftskonzepts auf und schlug in seiner Dissertation als Alternative zur drohenden Teilung des Faches in die Physische Geographie und in die Humangeogasphie einen neuen ökogeographischen Ansatz als Grundgerüst des Faches vor, den er als '''Komplexe Geographie''' bezeichnete.<ref>Weichhart 1973</ref> |
| − | Anfang 1973 erscheint die Festschrift für Hanns Tollner als dritter Band der Schriftenreihe.<ref>Lendl & Riedl 1973</ref> Dieser von Guido Müller als Schriftleiter koordinierte Sammelband enthält eine Reihe herausragender Beiträge international renommierter Wissenschaftler aus Deutschland, Slowenien und Österreich von der Antarktis- ubd Arktisforschung bis zur regionalen Klimatologie, die auch heute noch von Relevanz sind. | + | Anfang 1973 erschien die Festschrift für Hanns Tollner als dritter Band der Schriftenreihe.<ref>Lendl & Riedl 1973</ref> Dieser von Guido Müller als Schriftleiter koordinierte Sammelband enthält eine Reihe herausragender Beiträge international renommierter Wissenschaftler aus Deutschland, Slowenien und Österreich von der Antarktis- und Arktisforschung bis zur regionalen Klimatologie, die auch heute noch von Relevanz sind. |
| | [[Hermann Suida]] wurde als Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt und arbeitete an einer Dissertation über die damals sehr prosperierende bayrische Stadt Freilassing im Rupertiwinkel. | | [[Hermann Suida]] wurde als Wissenschaftliche Hilfskraft am Institut angestellt und arbeitete an einer Dissertation über die damals sehr prosperierende bayrische Stadt Freilassing im Rupertiwinkel. |
| | Im Sommer 1973 konnte mit Unterstützung von Hanns Tollner, der ehemaliger Leiter der Salzburger Wetterdienststelle und Mitglied des Hauptausschusses des Salzburger Alpenvereins war, die Sameralm im Tennengebirge vom ÖAV gepachtet und für die Nutzung auch für Lehrveranstaltungen umgebaut werden. Mit Hilfe eines Projektes im UNESCO MaB-Programm konnten die klimatologischen Messgeräte angeschafft werden, die zur Einrichtung von drei Messtationen an der Südflanke des Tennengebirges dienten. Damit wurde ein weiterer, nämlich ein klimageographischer und geländeklimatologischer Forschungsschwerpunkt am Geographischen Institut eingerichtet. Es werden zahlreiche Hausarbeiten und Dissertationen sein, die sich im Laufe der nächsten Jahre in diesem Forschungsschwerpunkt bewegen werden. In der Folge sollte daraus ein wichtiger Forschungsschwerpunkt mit der Bezeichnung '''Alpine Landschaftsökologie - komplexe Geographie''' werden.<ref>Riedl 1999, S. 13-16</ref> Am 5.6.1974 wird die [[Alpine Forschungsstation Sameralm]] offiziell eröffnet. <ref>Riedl 2021, S. 78</ref> | | Im Sommer 1973 konnte mit Unterstützung von Hanns Tollner, der ehemaliger Leiter der Salzburger Wetterdienststelle und Mitglied des Hauptausschusses des Salzburger Alpenvereins war, die Sameralm im Tennengebirge vom ÖAV gepachtet und für die Nutzung auch für Lehrveranstaltungen umgebaut werden. Mit Hilfe eines Projektes im UNESCO MaB-Programm konnten die klimatologischen Messgeräte angeschafft werden, die zur Einrichtung von drei Messtationen an der Südflanke des Tennengebirges dienten. Damit wurde ein weiterer, nämlich ein klimageographischer und geländeklimatologischer Forschungsschwerpunkt am Geographischen Institut eingerichtet. Es werden zahlreiche Hausarbeiten und Dissertationen sein, die sich im Laufe der nächsten Jahre in diesem Forschungsschwerpunkt bewegen werden. In der Folge sollte daraus ein wichtiger Forschungsschwerpunkt mit der Bezeichnung '''Alpine Landschaftsökologie - komplexe Geographie''' werden.<ref>Riedl 1999, S. 13-16</ref> Am 5.6.1974 wird die [[Alpine Forschungsstation Sameralm]] offiziell eröffnet. <ref>Riedl 2021, S. 78</ref> |
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| | Das Forschungssemester von Helmut Riedl im Sommersemester 1994 nutzte dieser zur Begründung eines regionalen Schwerpunkts in Forschung und Lehre, nämlich der Landeskunde von Griechenland. Dieser, auch bei den Studierenden sehr populäre landeskundliche Schwerpunkt sollte de facto bis zur Emeritierung von Helmut Riedl bzw. der Pensionierung von [[Herbert Weingartner]] einer der wichtigsten des Instituts werden. Der Beginn dieses Forschungsschwerpunkts wird zwei Jahre später mit einem Band der Schriftenreihe dokumentiert werden.<ref>Riedl 1976</ref> | | Das Forschungssemester von Helmut Riedl im Sommersemester 1994 nutzte dieser zur Begründung eines regionalen Schwerpunkts in Forschung und Lehre, nämlich der Landeskunde von Griechenland. Dieser, auch bei den Studierenden sehr populäre landeskundliche Schwerpunkt sollte de facto bis zur Emeritierung von Helmut Riedl bzw. der Pensionierung von [[Herbert Weingartner]] einer der wichtigsten des Instituts werden. Der Beginn dieses Forschungsschwerpunkts wird zwei Jahre später mit einem Band der Schriftenreihe dokumentiert werden.<ref>Riedl 1976</ref> |
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| − | Hermann Suida promovierte 1974 mit einer Dissertation über die Grenzstadt [[Freilassing]] und wird Assistent bei der Lehrkanzel von Egon Lendl und übernimmt das "kulturgeographische Proseminar" von Malvine Stenzel, die in dieser Zeit in den Ruhestand tritt. | + | Hermann Suida promovierte 1974 mit einer Dissertation über die Grenzstadt [[Freilassing]], wurde Assistent bei der Lehrkanzel von Egon Lendl und übernahm das '''kulturgeographische Proseminar''' von Malvine Stenzel, die in dieser Zeit in den Ruhestand trat. |
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| | Mit Beginn des Studienjahres 1975/76 trat das Universitäts-Organisationsgesetz 1975 in Kraft (UOG 1975). Damit wurde die Macht der Professoren wesentlich eingeschränkt und neben dem Mittelbau wurde auch den Studierenden eine Mitsprachemöglichkeit in vielen universitären Gremien eingeräumt. Mit dem UOG 1975 wurde auch die ehemalige philosophische Fakultät in Salzburg in eine Geisteswissenschafltiche und eine Naturwissenschaftliche Fakultät getrennt. Es wird jedoch noch längere Zeit dauern, bis die Universität Salzburg auch in studienrechtlichen Belangen in das neue System "kippte", wie dieser Wechsel ausgedrückt wurde. | | Mit Beginn des Studienjahres 1975/76 trat das Universitäts-Organisationsgesetz 1975 in Kraft (UOG 1975). Damit wurde die Macht der Professoren wesentlich eingeschränkt und neben dem Mittelbau wurde auch den Studierenden eine Mitsprachemöglichkeit in vielen universitären Gremien eingeräumt. Mit dem UOG 1975 wurde auch die ehemalige philosophische Fakultät in Salzburg in eine Geisteswissenschafltiche und eine Naturwissenschaftliche Fakultät getrennt. Es wird jedoch noch längere Zeit dauern, bis die Universität Salzburg auch in studienrechtlichen Belangen in das neue System "kippte", wie dieser Wechsel ausgedrückt wurde. |
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| | Neben dem bereits erwähnten Karstforscher Hubert Trimmel taucht in der Liste der Lektoren der Klimatologe [[Werner Mahringer]] neu auf und übernimmt in der weiteren Folge die Lehrveranstaltungen von Hanns Tollner.<ref>Arnberger et al. 1977, S. 163-166</ref> | | Neben dem bereits erwähnten Karstforscher Hubert Trimmel taucht in der Liste der Lektoren der Klimatologe [[Werner Mahringer]] neu auf und übernimmt in der weiteren Folge die Lehrveranstaltungen von Hanns Tollner.<ref>Arnberger et al. 1977, S. 163-166</ref> |
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| − | Am 9. April 1975 wird Josef Schramm zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt und gründet im Folgejahr aus seinem Schwerpunkt die Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer. In diesem Schwerpunkt | + | Am 9. April 1975 wurde Josef Schramm zum Außerordentlichen Universitätsprofessor ernannt und gründete im Folgejahr aus seinem Schwerpunkt die Abteilung Länderkunde und Entwicklungsländer. In diesem Schwerpunkt |
| | promovierte [[Peter Aumüller]] mit einer Dissertation zum Thema '''Agrar- und Fremdenverkehrsgeographie von Gambia''' und hielt in der Folge für einige Jahre Lehrveranstaltungen mit entwicklungspolitischen Inhalten. | | promovierte [[Peter Aumüller]] mit einer Dissertation zum Thema '''Agrar- und Fremdenverkehrsgeographie von Gambia''' und hielt in der Folge für einige Jahre Lehrveranstaltungen mit entwicklungspolitischen Inhalten. |
| | Als siebter Band der Intitutsschriftenreihe erschien eine kommentierte Zusammenstellung von Guido Müller über geographische und fachverwandte Dissertationen.<ref>Müller 1975</ref> | | Als siebter Band der Intitutsschriftenreihe erschien eine kommentierte Zusammenstellung von Guido Müller über geographische und fachverwandte Dissertationen.<ref>Müller 1975</ref> |
| − | Das Geographische Institut nutzt die neuen Möglichkeiten und richtet neben den beiden Professuren für Humangeographie (Geographie I) und Physiogeographie (Geographie II) für die beiden Ao. Professoren und für Heinz Slupetzky drei Abteilungen ein und zwar die Abteilung '''Länderkunde und Entwicklungsländer''' (Josef Schramm), die Abteilung '''Geographische Seenkunde''' (Guido Müller) und die Abteilung '''Schnee- und Gletscherkunde''' (Heinz Slupetzky). | + | Das Geographische Institut nutzte die neuen Möglichkeiten und richtete neben den beiden Professuren für Humangeographie (Geographie I) und Physiogeographie (Geographie II) für die beiden Ao. Professoren und für Heinz Slupetzky drei Abteilungen ein und zwar die Abteilung '''Länderkunde und Entwicklungsländer''' (Josef Schramm), die Abteilung '''Geographische Seenkunde''' (Guido Müller) und die Abteilung '''Schnee- und Gletscherkunde''' (Heinz Slupetzky). |
| − | Der erste Band der Beiträge zur Landeskunde von Griechenland präsentiert die ersten Ergebnisse dieses Forschungsschwerpunkts.<ref>Riedl 1976</ref> | + | Der erste Band der Beiträge zur Landeskunde von Griechenland präsentierte die ersten Ergebnisse dieses Forschungsschwerpunkts.<ref>Riedl 1976</ref> |
| | Heinz Slupetzky war 1976/77 „Visiting Professor“ am College of Mines and Earth Resources an der University of Idaho, Moscow, ID, USA.<ref>E-Mail von Heinz Slupetzky vom 4. Juli 2022</ref> | | Heinz Slupetzky war 1976/77 „Visiting Professor“ am College of Mines and Earth Resources an der University of Idaho, Moscow, ID, USA.<ref>E-Mail von Heinz Slupetzky vom 4. Juli 2022</ref> |
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