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| | Im Dezember 1986 legte Dr. Robert Seemann eine ausführliche Projektbeschreibung vor. Die Österreichischen Bundesforste erteilten zu dem im Jänner 1987 eingereichten Projektantrag ihre Zustimmung, verknüpft mit der Auflage, dass vor Beginn der Bautätigkeit eine vertragliche Regelung zu erfolgen habe. Das Zustandekommen dieses Pachtvertrages dauerte dann allerdings noch fünf Jahre. Im August 1987 genehmigte die [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See]] die Aufschließung des St.-Martin-Stollens, die Errichtung einer Hängebrücke und die Vorarbeiten zur Aufgewältigung des Hieronymus-Erbstollens. Es wurde mit der Suche nach dem verschütteten Mundloch des Hieronymus-Erbstollen begonnen. Peter Wöhrer wurde vom Zukunftskollegium mit der Bauleitung beauftragt und man begann den ehemaligen Knappensteig, der im Steilhang kaum mehr erkennbar war, durch Entfernung des Unterholzes freizulegen. Ing. Hans Lerch und Ing. Hans Struber begannen mit der Planung die Konstruktion der Hängebrücke, die zum Mundloch des St.-Martin-Stollen führen sollte. Es wurde das Vorgelände des Hieronymus-Erbstollens vom Erlenbewuchs gesäubert, um Platz für eine Abraumhalde und für die benötigte Bauhütte zu schaffen. Das Mundloch des Hieronymus-Erbstollen wurde besser zugänglich gemacht und der stark verbrochene vordere Stollenabschnitt mit einer Trockenmauerung und einer Stahlbetondecke gesichert. | | Im Dezember 1986 legte Dr. Robert Seemann eine ausführliche Projektbeschreibung vor. Die Österreichischen Bundesforste erteilten zu dem im Jänner 1987 eingereichten Projektantrag ihre Zustimmung, verknüpft mit der Auflage, dass vor Beginn der Bautätigkeit eine vertragliche Regelung zu erfolgen habe. Das Zustandekommen dieses Pachtvertrages dauerte dann allerdings noch fünf Jahre. Im August 1987 genehmigte die [[Bezirkshauptmannschaft Zell am See]] die Aufschließung des St.-Martin-Stollens, die Errichtung einer Hängebrücke und die Vorarbeiten zur Aufgewältigung des Hieronymus-Erbstollens. Es wurde mit der Suche nach dem verschütteten Mundloch des Hieronymus-Erbstollen begonnen. Peter Wöhrer wurde vom Zukunftskollegium mit der Bauleitung beauftragt und man begann den ehemaligen Knappensteig, der im Steilhang kaum mehr erkennbar war, durch Entfernung des Unterholzes freizulegen. Ing. Hans Lerch und Ing. Hans Struber begannen mit der Planung die Konstruktion der Hängebrücke, die zum Mundloch des St.-Martin-Stollen führen sollte. Es wurde das Vorgelände des Hieronymus-Erbstollens vom Erlenbewuchs gesäubert, um Platz für eine Abraumhalde und für die benötigte Bauhütte zu schaffen. Das Mundloch des Hieronymus-Erbstollen wurde besser zugänglich gemacht und der stark verbrochene vordere Stollenabschnitt mit einer Trockenmauerung und einer Stahlbetondecke gesichert. |
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| − | [[1989]] wurde der Hieronymus-Erbstollen entwässert und das Stollenwasser in den [[Untersulzbach]] eingeleitet. Nun konnte man mit der Aufgewältigung des Stollens beginnen. Arbeiter des Vereines [[Arbeit und Umwelt]], ein soziales Arbeitsprojekt zur Beschäftigung und Wiedereingliederung von Langzeits-Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt, begannen mit der Ausräumung und Auszimmerung des Stollens. Leider machte der ständig nachrutschende Hangschutt das Projekt zunichte. Mangels fachlicher Spezial-Qualifikationen, die zur bergbaulichen Getriebearbeit, dem Vortreiben fester Triebstangen und sofortigem Nachsetzen von Hilfsstempeln erforderlich gewesen wäre, mussten die Arbeiten eingestellt werden. Man wandte sich daher vom Hieronymus-Erbstollen ab und beschäftigte sich mit dem St.-Martin-Stollen und mit dem Aufbau der alten Bergschmiede. Unter Mithilfe der [[Wildbach- und Lawinenverbauung]] wurde eine Materialseilbahn von der Forststraße zur alten Bergschmiede errichtet. Auch Studenten der Oesterreichischen [[Alpenverein]]sjugend arbeiteten im Rahmen einer Umweltbaustelle tatkräftig mit. Hans Lerch nahm mit Rudl Hutz, einem ehemaligem Lehrhauer aus dem [[Kupferbergbau Mitterberg]] in der Hoffnung Kontakt auf, dieser könnte betreffend der schwierigen Situation mit dem Hieronymus-Erbstollen fachlichen Rat und Hilfe leisten. Hutz zeigte bereits bei der ersten Begegnung im Jahr 1990 große Begeisterung. Parallel dazu begann Dr. Seemann mit seinen Mitarbeitern die alten Baue am Mundloch des St. Martin-Stollen geologisch-petrografisch zu begutachten und nach historischen Fundstücken zu suchen. Die aufgefundenen Kienspäne und ein altes Brett ließ er am Institut für Radiumforschung und Kernphysik in Wien untersuchen. Für die Kienspäne konnte eine Herkunftszeit zwischen [[1440]] und [[1630]], für das Brett von [[1640]] bis [[1680]] festgestellt werden. Noch im Herbst des Jahres begann man auch mit dem Bau der Hängebrücke. | + | [[1989]] wurde der Hieronymus-Erbstollen entwässert und das Stollenwasser in den [[Untersulzbach]] eingeleitet. Nun konnte man mit der Aufgewältigung des Stollens beginnen. Arbeiter des Vereines [[Arbeit und Umwelt]], ein soziales Arbeitsprojekt zur Beschäftigung und Wiedereingliederung von Langzeits-Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt, begannen mit der Ausräumung und Auszimmerung des Stollens. Leider machte der ständig nachrutschende Hangschutt das Projekt zunichte. Mangels fachlicher Spezial-Qualifikationen, die zur bergbaulichen Getriebearbeit, dem Vortreiben fester Triebstangen und sofortigem Nachsetzen von Hilfsstempeln erforderlich gewesen wäre, mussten die Arbeiten eingestellt werden. Man wandte sich daher vom Hieronymus-Erbstollen ab und beschäftigte sich mit dem St.-Martin-Stollen und mit dem Aufbau der alten Bergschmiede. Unter Mithilfe der [[Wildbach- und Lawinenverbauung]] wurde eine [[Materialseilbahn]]von der Forststraße zur alten Bergschmiede errichtet. Auch Studenten der Oesterreichischen [[Alpenverein]]sjugend arbeiteten im Rahmen einer Umweltbaustelle tatkräftig mit. Hans Lerch nahm mit Rudl Hutz, einem ehemaligem Lehrhauer aus dem [[Kupferbergbau Mitterberg]] in der Hoffnung Kontakt auf, dieser könnte betreffend der schwierigen Situation mit dem Hieronymus-Erbstollen fachlichen Rat und Hilfe leisten. Hutz zeigte bereits bei der ersten Begegnung im Jahr 1990 große Begeisterung. Parallel dazu begann Dr. Seemann mit seinen Mitarbeitern die alten Baue am Mundloch des St. Martin-Stollen geologisch-petrografisch zu begutachten und nach historischen Fundstücken zu suchen. Die aufgefundenen Kienspäne und ein altes Brett ließ er am Institut für Radiumforschung und Kernphysik in Wien untersuchen. Für die Kienspäne konnte eine Herkunftszeit zwischen [[1440]] und [[1630]], für das Brett von [[1640]] bis [[1680]] festgestellt werden. Noch im Herbst des Jahres begann man auch mit dem Bau der Hängebrücke. |
| | ===Aufschwung=== | | ===Aufschwung=== |
| | [[1990]] begann eine Periode des Aufschwunges, da nun Hutz Zeit hatte, sich um den Fortschritt der eingestellten Arbeiten am Hieronymus-Erbstollen zu kümmern. Hutz richtete im März die Bauhütte her und im April begann er mit seinem Gehilfen Alfred Scheuerer mit der Aufgewältigung des Stollens. Alte Zimmerungen mussten herausgerissen und durch neue ersetzt werden. Im „händischen Triebverfahren“ tastete man sich langsam voran. Große Steine mussten angebohrt, gespalten und stückweise ausgefördert, alte morsche Stempel mussten mit der Winde aus dem Dreck gezogen werden. Wegen des steigenden Bergdruckes musste alle 80 cm ein Türstock gesetzt werden. Ab Mai wurden Hutz und Alfred Scheuerer von Hans Dreier und und Eberhard Scheuerer unterstützt. Wegen der immer schwieriger werdenden Situation im Hieronymus-Erbstollen, in dem durch große schwere Verbrüche das Weiterkommen behinderten, mussten die Arbeiten eingestellt werden. | | [[1990]] begann eine Periode des Aufschwunges, da nun Hutz Zeit hatte, sich um den Fortschritt der eingestellten Arbeiten am Hieronymus-Erbstollen zu kümmern. Hutz richtete im März die Bauhütte her und im April begann er mit seinem Gehilfen Alfred Scheuerer mit der Aufgewältigung des Stollens. Alte Zimmerungen mussten herausgerissen und durch neue ersetzt werden. Im „händischen Triebverfahren“ tastete man sich langsam voran. Große Steine mussten angebohrt, gespalten und stückweise ausgefördert, alte morsche Stempel mussten mit der Winde aus dem Dreck gezogen werden. Wegen des steigenden Bergdruckes musste alle 80 cm ein Türstock gesetzt werden. Ab Mai wurden Hutz und Alfred Scheuerer von Hans Dreier und und Eberhard Scheuerer unterstützt. Wegen der immer schwieriger werdenden Situation im Hieronymus-Erbstollen, in dem durch große schwere Verbrüche das Weiterkommen behinderten, mussten die Arbeiten eingestellt werden. |