Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Faistenau): Unterschied zwischen den Versionen
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Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten „Volksgesang“ einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die „neuen Lieder“ anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal'' 8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel'' 8', ''Octav'' 4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte'' 4' (''die tiefste Oktav aus der „Oktav 4 Fuß“ entnommen.''), ''Mixtur'' 2' (''dreifach''), ''Octav-Baß'' 8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref> | Für eine sogenannte Brüstungs-Orgel, wie Karl Mauracher sie vorgesehen hatte, war vorne links, im Chor beim Altar, eine Empore aufgestellt worden. Das Gehäuse mit den aus [[Linde]]<nowiki>nholz</nowiki> geschnitzten Verzierungen lieferte der bürgerliche Tischlermeister [[Johann Hacksteiner]] aus [[Laufen an der Salzach|Laufen]], es war ca. 279 cm hoch, 140 cm breit und 62 cm tief. Die Wahl Hacksteiners war naheliegend, denn Karl Mauracher schuf gleichzeitig die neue Orgel der [[Kirche St. Nikola|Nikolauskirche]] in [[Oberndorf bei Salzburg|Oberndorf]] (bis 1816 bei Laufen), an der dann bis 1829 [[Franz Xaver Gruber]] spielte; und Johann Hacksteiner das Gehäuse auch dieser Orgel. Der erste Organist in Faistenau hieß [[Franz Strobl]], er war zugleich Volksschullehrer und Mesner und sicherlich damit beauftragt, den sogenannten „Volksgesang“ einzuführen. Dazu standen auch die Volksschulkinder auf der Empore, um die „neuen Lieder“ anzustimmen und mit der Orgel mitzusingen.<br/>Dieses Instrument wurde [[1863]] von [[Matthäus Mauracher I.]] abgebaut und um 70 [[Gulden]] übernommen, die Empore und die Säulen, auf der die Orgel gestanden hatte, blieben aber, nur die Lücke in der Brüstung wurde geschlossen. Dafür errichtete Matthäus Mauracher eine neue Orgel, die er auf der westlichen Empore aufstellte, wofür Franz Mitterecker, seit 1857 Vikar von Faistenau,<ref>Siehe: [http://www.res.icar-us.eu/index.php?title=Mitterecker,_Franz_(1807-1876)] Franz Mitterecker, aufgerufen am 27. Jänner 2015.</ref> Kirchenstühle von der hinteren zur vorderen Empore versetzt ließ. Die Orgel hatte folgende Disposition: ''Principal'' 8' (''die tiefste Oktav aus Holz''), ''Coppel'' 8', ''Octav'' 4' (''die zehn tiefsten Tön'' von Holz), ''Flötte'' 4' (''die tiefste Oktav aus der „Oktav 4 Fuß“ entnommen.''), ''Mixtur'' 2' (''dreifach''), ''Octav-Baß'' 8' (''12 Tön''). Im Weiteren ist zu lesen: ''Den Spielumfang im Manual mit 4 vollen Oktaven. Zugleich sorgt Herr Orgelbauer für einfache Ornamentik u. Faßung des Orgelkasten''[s].<ref>AES: Pfarrarchiv Faistenau, Fach 10 (Faistenau, 1. Mai 1863).</ref> | ||
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von [[Max Dreher]] ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger [[Domkapellmeister]] [[Joseph Messner]].<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit [[Pädagogische Hochschule Salzburg]] 1982, S. 44.</ref> Naturgemäß war dieses Instrument von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.<br/> | Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], als überall Rohstoffmangel herrschte, wurde die Mauracher-Orgel abgetragen und durch ein Instrument von [[Max Dreher]] ersetzt, federführend für diesen Vorgang war der Salzburger [[Domkapellmeister]] [[Joseph Messner]].<ref>[[Roman Schmeißner]]: ''Die Geschichte der Orgelkunst am Beispiel des Dekanats Thalgau''. Diplomarbeit [[Pädagogische Hochschule Salzburg]] 1982, S. 44.</ref> Die Orgelweihe fand am [[Jakobitag]] [[1949]] statt, das anspruchsvolle Programm des [[Kirchenchor Faistenau|Faistenauer Kirchenchores]] begleitete die Organistin [[Rosa Klaushofer]]. Naturgemäß war dieses Instrument, das aus minderwerigen Nachkriegsmaterialien zusammengestellt war, von Anfang an störanfällig und wurde ob seines optischen, technischen und klanglichen Erscheinungsbildes kritisiert.<br/> | ||
Im Mai 2015 vergab das Orgelkomitee der Pfarre Faistenau den Auftrag für eine neue Orgel mit 18 Registern an Orgelbaumeister Alois Linder, der, in Absprache mit [[Heribert Metzger]], 82 Pfeifen aus dem Mauracher-Instrument übernahm, die sich in der Dreher-Orgel erhalten hatten.<ref>Faltblatt: ''ORGEL FAISTENAU''. Spenden-Aufruf für eine neue Orgel in der Pfarrkirche Faistenau, hrsg. vom Pfarramt Faistenau, Faistenau 2015.</ref> | Im Mai 2015 vergab das Orgelkomitee der Pfarre Faistenau den Auftrag für eine neue Orgel mit 18 Registern an Orgelbaumeister Alois Linder, der, in Absprache mit [[Heribert Metzger]], 82 Pfeifen aus dem Mauracher-Instrument übernahm, die sich in der Dreher-Orgel erhalten hatten.<ref>Faltblatt: ''ORGEL FAISTENAU''. Spenden-Aufruf für eine neue Orgel in der Pfarrkirche Faistenau, hrsg. vom Pfarramt Faistenau, Faistenau 2015.</ref> | ||