| Zeile 24: |
Zeile 24: |
| | Max Gandolf stand fest in der Tradition der katholischen Kirche. Er gründete das [[Kollegiatstift Seekirchen]] (1679), erbaute die [[Ursprungskapelle]], die erste Wallfahrtskirche in [[Maria Plain]], und gründete die Augustinerklöster von [[Augustinerkloster Hallein|Hallein]] und [[Tittmoning]] sowie das [[Theatinerkloster]] zu Salzburg. Auch erneuerte er die [[St. Johannes am Imberg|Imbergkirche]] zu Salzburg und ließ die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Erhardkirche]] sowie die [[Kajetanerkirche]] errichten. Auch erbaute er die Kirche im Großarltal. | | Max Gandolf stand fest in der Tradition der katholischen Kirche. Er gründete das [[Kollegiatstift Seekirchen]] (1679), erbaute die [[Ursprungskapelle]], die erste Wallfahrtskirche in [[Maria Plain]], und gründete die Augustinerklöster von [[Augustinerkloster Hallein|Hallein]] und [[Tittmoning]] sowie das [[Theatinerkloster]] zu Salzburg. Auch erneuerte er die [[St. Johannes am Imberg|Imbergkirche]] zu Salzburg und ließ die [[Stadtpfarrkirche St. Erhard|Erhardkirche]] sowie die [[Kajetanerkirche]] errichten. Auch erbaute er die Kirche im Großarltal. |
| | | | |
| − | =sonstige Bautätigkeit== | + | ==sonstige Bautätigkeit== |
| | [[Datei:Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Kanonikalhaus Mozartplatz Nr 8.jpg|thumb| [[Wappen]] von Maximilianus Gandolphus Graf von Kuenburg am [[Kanonikalhaus]] für die [[Domherr]]en aus der Familie Kuenburg <br/> [[Mozartplatz]] Nr. 8 ]] | | [[Datei:Wappen von Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg am Kanonikalhaus Mozartplatz Nr 8.jpg|thumb| [[Wappen]] von Maximilianus Gandolphus Graf von Kuenburg am [[Kanonikalhaus]] für die [[Domherr]]en aus der Familie Kuenburg <br/> [[Mozartplatz]] Nr. 8 ]] |
| | | | |
| | [[1669]], bald nach Max Gandolfs Regierungsantritt, ereignete sich der gewaltige [[Bergstürze|Bergsturz]] in Salzburg, der zahlreiche Menschen das Leben kostete. Zudem schlug ein Blitz in der [[Festung Hohensalzburg]] ein; seine ausgedehnte Bautätigkeit begann Max Gandolph daher mit der Errichtung der mächtigen [[Kuenburgbastei (Festung Hohensalzburg)|Kuenburgbastei]] und der Absicherung der Abhänge des [[Festungsberg]]es. | | [[1669]], bald nach Max Gandolfs Regierungsantritt, ereignete sich der gewaltige [[Bergstürze|Bergsturz]] in Salzburg, der zahlreiche Menschen das Leben kostete. Zudem schlug ein Blitz in der [[Festung Hohensalzburg]] ein; seine ausgedehnte Bautätigkeit begann Max Gandolph daher mit der Errichtung der mächtigen [[Kuenburgbastei (Festung Hohensalzburg)|Kuenburgbastei]] und der Absicherung der Abhänge des [[Festungsberg]]es. |
| | | | |
| − | [[1671]] ließ der die [[Imbergstiege]] erneuern, die damals noch holzgedeckt war. | + | [[1671]] ließ der die [[Imbergstiege]] erneuern, die damals weiterhin Holzstufen besaß und holzgedeckt war. |
| | | | |
| | An die [[Neue Residenz]] ließ er einen Südflügel für die [[Max-Gandolph-Bibliothek|Hofbibliothek]] anbauen. Daher kommt die heute gebräuchliche Bezeichnung "Kuenburgtrakt" oder "Max-Gandolf-Bibliothek". Als weitere Profanbauten sind der [[Petersbrunnen]], das Stadtkommandantenhaus, der Karabinieristall und das [[Jagdschloss Weitwörth|Jagdschloss Gandolphswörth]] zu nennen. | | An die [[Neue Residenz]] ließ er einen Südflügel für die [[Max-Gandolph-Bibliothek|Hofbibliothek]] anbauen. Daher kommt die heute gebräuchliche Bezeichnung "Kuenburgtrakt" oder "Max-Gandolf-Bibliothek". Als weitere Profanbauten sind der [[Petersbrunnen]], das Stadtkommandantenhaus, der Karabinieristall und das [[Jagdschloss Weitwörth|Jagdschloss Gandolphswörth]] zu nennen. |
| | | | |
| − | Für seine Familie kaufte und baute er den [[Langenhof]] als Stadtpalais, die [[Schloss Frohnburg|Frohnburg]] als Landsitz, den [[Domherrenhäuser|Kanonikalhof]] für die Domherren aus der Familie Kuenburg und die St. Anna Kapelle in der [[Franziskanerkirche]] als würdige Familiengrablege. | + | Für seine Familie kaufte und baute er den [[Langenhof]] als Stadtpalast, kaufte die [[Schloss Frohnburg|Frohnburg]] als Landsitz, den [[Domherrenhäuser|Kanonikalhof]] für die Domherren aus der Familie Kuenburg und die St. Anna Kapelle in der [[Franziskanerkirche]] als würdige Familiengrablege. |
| | | | |
| | Er erwarb ein schon [[1680]] errichtetes Gebäude am [[Hannibalplatz]] für die Stiftung "[[Städtisches Leihhaus|Versatzamt oder Mildes Leihhaus]]". | | Er erwarb ein schon [[1680]] errichtetes Gebäude am [[Hannibalplatz]] für die Stiftung "[[Städtisches Leihhaus|Versatzamt oder Mildes Leihhaus]]". |
| Zeile 40: |
Zeile 40: |
| | | | |
| | ==Vertreibung der Protestanten== | | ==Vertreibung der Protestanten== |
| − | Maximilianus Gandolphus initiierte verschiedene Maßnahmen im Sinne der katholischen Gegenreformation. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus. | + | Maximilianus Gandolphus sah den Protestantismus im Land als Gefahr für den Katholischen Glauben an. Unter seiner Regierung brach ein neuer [[Protestantenvertreibung|Verfolgungssturm]] gegen die [[Protestanten]] im Lande aus. |
| | | | |
| | Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im [[Osttirol]]er damals salzburgischen [[Defereggental]] und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|Auswanderung]] gezwungen. | | Zunächst gründete er neue Vikariate in den abgelegenen Gebirgstälern, um dort die katholische Religion zu stärken. Nachdem die Missionierungsversuche im [[Osttirol]]er damals salzburgischen [[Defereggental]] und bei den [[Salzbergwerk Dürrnberg|Dürrnberg]]er Bergknappen erfolglos geblieben waren, schritt der Fürsterzbischof zur Ausweisung der Protestanten. In den Jahren 1684 bis 1686 wurden insgesamt 691 [[Protestanten]] wegen ihres Bekenntnisses aus dem Defereggental vertrieben. Um [[1685]] und [[1686]] wurden auch die von [[Joseph Schaitberger]] angeführten Dürrnberger Bergknappen schließlich zur [[Protestantenvertreibung#Der Auszug der Protestanten|Auswanderung]] gezwungen. |
| Zeile 46: |
Zeile 46: |
| | Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur [[Galeerenstrafe]] in [[Venedig]] verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen. | | Die Kinder der ausgewiesenen Protestanten wurden allerdings zurückbehalten; Väter, die ihre Söhne heimlich zu entführen suchten, wurden zur [[Galeerenstrafe]] in [[Venedig]] verurteilt. Erst das Eingreifen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (* 1620; † 1688) ermöglichte es einzelnen Kindern, ihren Eltern nachzufolgen. |
| | | | |
| − | ==Rechtsetzung== | + | ==Gesetzgebung== |
| | Als weltlicher Fürst seines Landes war Maximilianus Gandolphus sehr auf Recht und Ordnung bedacht und erließ etliche polizeiliche Regelungen: | | Als weltlicher Fürst seines Landes war Maximilianus Gandolphus sehr auf Recht und Ordnung bedacht und erließ etliche polizeiliche Regelungen: |
| − | * [[Salzburger Feuerlöschordnung]] ([[1677]]) mit dem Gebot der viermaligen Kehrung der Kamine, | + | * Die [[Salzburger Feuerlöschordnung]] ([[1677]]) mit dem Gebot der viermaligen Kehrung der Kamine, |
| − | * Ruhe- und Sicherheitsordnung, | + | * die Ruhe- und Sicherheitsordnung, |
| − | * Almosenordnung ([[1678]]) mit der Einführung eines „[[Bettler in Salzburg|Bettler]]katasters“, zur "Bekämpfung" der Zahl der Bettler | + | * Die Almosenordnung ([[1678]]) mit der Einführung eines „[[Bettler in Salzburg|Bettler]]katasters“, zur "Bekämpfung" der hohen Zahl der Bettler |
| − | * Sauberkeitsordnung zur Vermeidung des Gassengießens und Anordnung der Reinigung vor den Häusern einmal je Woche und vor Feierlichkeiten, | + | * die Peinliche Ordnung zur Regelung der Folter, |
| − | * Infektionsordnung ([[1679]]) usw. | + | * die Zivilprozessordung, |
| − | | + | * die Sauberkeitsordnung zur Vermeidung des Gassengießens und Anordnung der Reinigung vor den Häusern einmal je Woche und vor Feierlichkeiten, |
| | + | * die Infektionsordnung ([[1679]]) usw. |
| | | | |
| | ==Die grausame Verfolgung v.a. von Bettlerbuben (''Hexenprozesse'')== | | ==Die grausame Verfolgung v.a. von Bettlerbuben (''Hexenprozesse'')== |