Wolfgang Oberlechner: Unterschied zwischen den Versionen
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Im Jahr der [[Säkularisation]] Salzburgs [[1803]] konnte er seine Schreibrequisiten vom [[Pfleggericht Zell|Pfleggericht]] beziehen und musste sie nicht selbst kaufen: "Nachdem der Hr Wolfgang Oberlechner alle Monate den anbefohlenen Sanitätsbericht, und in verschiedenen vorkommenden Fällen von Amtswegen Berichte zu verfassen hat; so hat man unter heutgen Tag die Weisung an das Pfleggericht erlassen, daß es denselben mit den nöthigen Kanzley-Requsisten versehen, welches demselben zu seiner Wissenschaft hiermit bekannt gemacht wird. Salzburg in dem von sr k Hoheit Herrn [[Ferdinand III. von Toskana|Erzherzog Ferdinand]] provisor. bestättigten Hofrath den 11 März 1803 [[Peter Zillner|Johann von Zillerberg]]".<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 037 Jungwirth.</ref> | Im Jahr der [[Säkularisation]] Salzburgs [[1803]] konnte er seine Schreibrequisiten vom [[Pfleggericht Zell|Pfleggericht]] beziehen und musste sie nicht selbst kaufen: "Nachdem der Hr Wolfgang Oberlechner alle Monate den anbefohlenen Sanitätsbericht, und in verschiedenen vorkommenden Fällen von Amtswegen Berichte zu verfassen hat; so hat man unter heutgen Tag die Weisung an das Pfleggericht erlassen, daß es denselben mit den nöthigen Kanzley-Requsisten versehen, welches demselben zu seiner Wissenschaft hiermit bekannt gemacht wird. Salzburg in dem von sr k Hoheit Herrn [[Ferdinand III. von Toskana|Erzherzog Ferdinand]] provisor. bestättigten Hofrath den 11 März 1803 [[Peter Zillner|Johann von Zillerberg]]".<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 037 Jungwirth.</ref> | ||
In einem am 24. Dezember 1803 veröffentlichten Artikel "[[Nachdenken über Gefängnisse]]" propagiert er einen von ihm entwickelten mit Pech ausgekleideten Kübel für die Exkremente der Gefangenen. Er beschreibt darin auch seine 9-jährige Erfahrung in den Gefängnissen des Pinzgaus, die sich wohl nicht von denen anderer Regionen unterschieden. | |||
"Eigene Erfahrung durch 9 Jahre redet, wenn ich sage, daß ich leidende in Arresten besuchte, deren Anblick tief auf erschütterte. Wie sie da lagen im Wust, im finsteren, engen, stinkenden Loche, welches beynahe ganz nur geschwefeltes, gephosphortes, gekoltes Wasserstoff- und Ammoniakgås erfüllten. Todtenblaß war ihr Antlitz, matt, ohne Glanz ihr Aug, ihre Ausdünstung Fäulniß. Ich versichere es, daß ich, ungeachetet Aerzte an das Gestank gewohnt sind, bey einer Untersuchung eines Arrestanten niedergesunken ware; wenn hinter mir der Gerichtediener die Thür zugeschlossen hätte; denn die Luft war für mich todt!"<ref>Intelligenzblatt von Sallzburg 1803, 814-818.</ref> | |||
== Neumarkt und Radstadt == | == Neumarkt und Radstadt == | ||
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[[1821]] verlor Wolfgang Oberlechner seinen studierenden Sohn Domenicus Oberlechner. Untröstlich setzte er ihm am [[Friedhof St. Peter]] ein bis heute bestehendes [[Oberlechner-Grab am Petersfriedhof|Denkmal]]. | [[1821]] verlor Wolfgang Oberlechner seinen studierenden Sohn Domenicus Oberlechner. Untröstlich setzte er ihm am [[Friedhof St. Peter]] ein bis heute bestehendes [[Oberlechner-Grab am Petersfriedhof|Denkmal]]. | ||
In seinem Jahresbericht [[1829]] fügte der Salzburger Kreisarzt Dr. [[Johann Nepomuk von Bernberg]] eine Art Nachruf auf Dr. Oberlechner ein. Dieser schwankt zwischen überschwänglichem Lob "Tausenden hat er Gesundheit und Leben, erhalten in seinem vieljährigen Wirken, darum benezten auch tausende von Thränen der dankbaren sein stummes Grab" und unverhohlener Kritik "Er lebte mit keinem anderen Arzt in einem vertrauten Verhältnis; liebte auch die Berathungen mit seinen Kollegen nicht, und gab leicht einen Kranken auf, der ihm nicht sein volles Zutrauen schenkte,...".<ref>SLA KR Akten B IX.9. Fasz 0212.</ref> | |||
Im Kaiserlich- Königlichen Schematismus des Erzherzogthums Oesterreich ob der Enns ist er 1830 noch aufgeführt als: Doktor der Medizin, - noch immer - provisorischer Stadtphysikus, Polizei- und Kriminal-Arzt, dann Hausarzt der städtischen Institute des Bürgerspitals und Bruderhauses.<ref>Kaiserlich- Königlicher Schematismus des Erzherzogthums Oesterr. ob der Enns auf das Jahr 1830, 293.</ref> Mit der Systemisierung der Stadtarztstelle hat man dann anscheinend seinen Tod abgewartet. | |||
Er ist im [[Oberlechner-Grab am Petersfriedhof|Oberlechner-Grab]] am [[Friedhof St. Peter]] begraben. | Er ist im [[Oberlechner-Grab am Petersfriedhof|Oberlechner-Grab]] am [[Friedhof St. Peter]] begraben. | ||
== Werke == | |||
Um für die Kuranstalt Kreuzbrückl in Maxglan zu werben, gab er [[1826]] das Büchlein "Bethsaida oder die Schlammbäder in der Umgebung [[Juvavum|Juvaviens]]" heraus.<ref>[https://books.google.at/books?id=N7W2AAAAIAAJ&pg=PA86&q=Oberlechner books.google.at], [[Benedikt Pillwein]], 1839, Seite 86</ref> | |||
== Quelle == | == Quelle == | ||