| Zeile 2: |
Zeile 2: |
| | | | |
| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Ferdinand Martin entstammte einer alten [[Innviertel|Innviertler]] Försterfamilie; sein Großvater Eustach Martin († [[1847]])<ref>Taufbuch der [[Pfarre]] Mattighofen, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/mattighofen/306%252F1847/?pg=1 Duplikat Jg. 1847]</ref> war Förster in [[Mattighofen]] gewesen. Sein Vater Josef, der seit [[1828]] mit der Mattighofener Postmeisterstochter Anna Edlen von Poth verheiratet war, war Förster in [[Holzöster]], später in [[Hochburg-Ach|Hochburg]] und Ranshofen (Gemeinde [[Braunau am Inn]]). Er starb im Dezember [[1852]]. Die zurückgelassene Familie übersiedelte in die [[Stadt Salzburg]]. Nachdem der talentierte und überaus fleißige Ferdinand hier noch ein Jahr die Normalhauptschule besucht hatte, kam er als Freizögling in das [[Collegium Rupertinum]]. Am [[Akademisches Gymnasium|Gymnasium]] zeigte sich bei ihm bald eine große Vorliebe für das Medizinstudium. Dieses absolvierte er nach [[1862]] gut abgelegter Matura in [[Wien]]; [[1868]] wurde er zum Doktor der Chirurgie und zum Doktor der Medizin promoviert. Von 1868 bis [[1871]] war Dr. Martin als Sekundararzt am Wiedener Krankenhaus thätig. Am [[25. Mai]] [[1871]] wurde er zum [[Reich#k._k.|k. k.]] Bezirksarzt in Zell am See ernannt,<ref>[[Salzburger Chronik]], 30. Mai 1871, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18710530&query=%22Zell+am+See%22&ref=anno-search&seite=3 S. 351]</ref> in welcher Stelle er – ab 1896 mit dem Titel und Charakter eines Oberbezirksarztes – bis zu seinem Tod, somit 31 Jahre lang, verblieb. | + | Ferdinand Martin entstammte einer alten [[Innviertel|Innviertler]] Försterfamilie; sein Großvater Eustach Martin († [[1847]])<ref>Taufbuch der Pfarre Mattighofen, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/oberoesterreich/mattighofen/306%252F1847/?pg=1 Duplikat Jg. 1847]</ref> war Förster in [[Mattighofen]] gewesen. Sein Vater Josef, der seit [[1828]] mit der Mattighofener Postmeisterstochter Anna Edlen von Poth verheiratet war, war Förster in [[Holzöster]], später in [[Hochburg-Ach|Hochburg]] und Ranshofen (Gemeinde [[Braunau am Inn]]). Er starb im Dezember [[1852]]. Die zurückgelassene Familie übersiedelte in die [[Stadt Salzburg]]. Nachdem der talentierte und überaus fleißige Ferdinand hier noch ein Jahr die Normalhauptschule besucht hatte, kam er als Freizögling in das [[Collegium Rupertinum]]. Am [[Akademisches Gymnasium|Gymnasium]] zeigte sich bei ihm bald eine große Vorliebe für das Medizinstudium. Dieses absolvierte er nach [[1862]] gut abgelegter Matura in [[Wien]]; [[1868]] wurde er zum Doktor der Chirurgie und zum Doktor der Medizin promoviert. Von 1868 bis [[1871]] war Dr. Martin als Sekundararzt am Wiedener Krankenhaus thätig. Am [[25. Mai]] [[1871]] wurde er zum [[Reich#k._k.|k. k.]] Bezirksarzt in Zell am See ernannt,<ref>[[Salzburger Chronik]], 30. Mai 1871, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=18710530&query=%22Zell+am+See%22&ref=anno-search&seite=3 S. 351]</ref> in welcher Stelle er – ab 1896 mit dem Titel und Charakter eines Oberbezirksarztes – bis zu seinem Tod, somit 31 Jahre lang, verblieb. |
| | | | |
| | In Zell am See heiratete Martin im Jahr [[1874]] 32-jährig die 20-jährige Juliana Seemüller, Tochter eines Finanzbeamten.<ref>Trauungsbuch der Pfarre Zell am See-St. Hippolyt, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/zell-am-see-st-hippolyt/TRBIV/?pg=181 Bd. IV S. 178]</ref> Der glücklichen Ehe entspross eine Tochter. | | In Zell am See heiratete Martin im Jahr [[1874]] 32-jährig die 20-jährige Juliana Seemüller, Tochter eines Finanzbeamten.<ref>Trauungsbuch der Pfarre Zell am See-St. Hippolyt, [https://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/salzburg/zell-am-see-st-hippolyt/TRBIV/?pg=181 Bd. IV S. 178]</ref> Der glücklichen Ehe entspross eine Tochter. |
| | | | |
| − | Ferdinand Martin war ein Mann, der ganz seinem Beruf und seiner Familie lebte. Neben der Stelle eines Amtsarztes bekleidete er jedoch auch die Stelle eines Kurarztes des [[Bad Fusch|Bades St. Wolfgang-Fusch]] und nahm regen Anteil an der Hebung dieses Höhenkurortes. Gemeinsam mit dem langjährigen Kurgast Dr. Josef Fuchshofer (Kustos an der Universitätsbibliothek Wien) gab er eine umfassende Monographie über Fusch heraus.<ref>Johann Fuchshofer: ''Der klimatische Höhen-Curort St. Wolfgang-Fusch im Herzogthum Salzburg''. Wien (Braumüller) 1896.</ref> Außerdem wirkte er in Zell längere Zeit in der [[Gemeindevertretung]], im Sparkasseausschuss und bis zu seinem Tod auch als Ortsschulinspektor. Seit Jänner [[1875]] leitete er die meteorologische Station Zell am See, was [[1901]] durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz Josefs-Ordens gewürdigt wurde. | + | Ferdinand Martin war ein Mann, der ganz seinem Beruf und seiner Familie lebte. Neben der Stelle eines Amtsarztes bekleidete er jedoch auch die Stelle eines Kurarztes des [[Bad Fusch|Bades St. Wolfgang-Fusch]] und nahm regen Anteil an der Hebung dieses Höhenkurortes. Gemeinsam mit dem langjährigen Kurgast Dr. Josef Fuchshofer (Kustos an der Universitätsbibliothek Wien) gab er eine umfassende Monographie über Fusch heraus.<ref>Johann Fuchshofer: ''Der klimatische Höhen-Curort St. Wolfgang-Fusch im Herzogthum Salzburg''. Wien (Braumüller) 1896.</ref> Außerdem wirkte er in Zell längere Zeit in der [[Gemeindevertretung]], im Sparkasseausschuss und bis zu seinem Tod auch als Ortsschulinspektor. Seit Jänner [[1875]] leitete er die meteorologische Station Zell am See, was [[1901]] durch die Verleihung des Ritterkreuzes des Franz-Joseph-Ordens gewürdigt wurde. |
| | | | |
| | Dr. Martin war eine vertrauenerweckende Erscheinung voll natürlicher Ungezwungenheit, Güte und freundlichem Entgegenkommen, niemals verletzend, ein ehrlicher, aufrichtiger Charakter. Wiewohl mehr zum Ernst geneigt, pflegte er doch gern geselligen Verkehr mit Freunden, den er — in froher Stimmung — zuweilen auch mit Witz und Humor zu würzen wusste. | | Dr. Martin war eine vertrauenerweckende Erscheinung voll natürlicher Ungezwungenheit, Güte und freundlichem Entgegenkommen, niemals verletzend, ein ehrlicher, aufrichtiger Charakter. Wiewohl mehr zum Ernst geneigt, pflegte er doch gern geselligen Verkehr mit Freunden, den er — in froher Stimmung — zuweilen auch mit Witz und Humor zu würzen wusste. |