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| | Das Salzburgwiki versucht hier die wichtigsten Ereignisse und Daten zu sammeln. | | Das Salzburgwiki versucht hier die wichtigsten Ereignisse und Daten zu sammeln. |
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| − | == Jänner 2019: (Noch) Kein Rekordmonat == | + | == Jänner 2019 == |
| | So außergewöhnlich die Schneemassen von 1. bis 9. Jänner waren: Von historischen Rekordwerten seien sie noch ein Stück entfernt, sagte [[Bernhard Niedermoser]], Leiter der Salzburger Lawinenzentrale. Speziell in niedrigeren Lagen gebe es wegen des Regens deutlich weniger Schnee. Noch vor Silvester habe es weit unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen gegeben. Doch nach der ersten Jännerwoche lag die Niederschlagsmenge deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre | | So außergewöhnlich die Schneemassen von 1. bis 9. Jänner waren: Von historischen Rekordwerten seien sie noch ein Stück entfernt, sagte [[Bernhard Niedermoser]], Leiter der Salzburger Lawinenzentrale. Speziell in niedrigeren Lagen gebe es wegen des Regens deutlich weniger Schnee. Noch vor Silvester habe es weit unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen gegeben. Doch nach der ersten Jännerwoche lag die Niederschlagsmenge deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre |
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| | Am 8. Jänner meldete die Messstationen der [[ZAMG]] bei der [[Rudolfshütte]] (2 300 Meter Seehöhe) 2,8 Meter Schnee, in [[Obertauern]] (1 700 Meter Seehöhe) knapp zwei Meter und in [[Zauchensee]] (1 300 Meter Seehöhe) zirka 1,8 Meter.<ref>{{Quelle SN|9. Jänner 2019}}</ref> | | Am 8. Jänner meldete die Messstationen der [[ZAMG]] bei der [[Rudolfshütte]] (2 300 Meter Seehöhe) 2,8 Meter Schnee, in [[Obertauern]] (1 700 Meter Seehöhe) knapp zwei Meter und in [[Zauchensee]] (1 300 Meter Seehöhe) zirka 1,8 Meter.<ref>{{Quelle SN|9. Jänner 2019}}</ref> |
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| − | ==== Jänner-Rückblicke ==== | + | === Stellenweise Schneemengen wie nur alle 30 bis 100 Jahre === |
| | + | In [[Hochfilzen]] fielen vom 1. bis 10. Jänner 311 Zentimeter Neuschnee, in Bad Mitterndorf rund 280 cm, in Seefeld 208 cm, in der Ramsau am Dachstein und in Lofer rund 170 cm. "''Grob kann man sagen, dass diese Neuschneemengen selbst im klassischen Nordstau oberhalb von etwa 800 Meter Seehöhe statistisch gesehen nur alle 30 bis 100 Jahre vorkommen. Das gilt vor allem für die Regionen vom Tiroler Unterland über Salzburg bis hin zur Dachstein- und Hochkarregion. Weiter im Westen und Süden sind die Schneemengen auch im Bergland deutlich geringer''", sagt Alexander Radlherr von der [[ZAMG]].<ref>Quelle [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/so-viel-schnee-wie-nur-alle-100-jahre-noch-ein-meter-schnee-erwartet-63846130 www.sn.at/panorama], abgefragt am 10. Jänner 2019</ref> |
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| | + | === Jänner-Rückblicke === |
| | Am [[1. Jänner]] [[1905]] wurde im Observatorium am Sonnblick mit -37,2 °C die absolut tiefste in Österreich gemessene Temperatur registriert. | | Am [[1. Jänner]] [[1905]] wurde im Observatorium am Sonnblick mit -37,2 °C die absolut tiefste in Österreich gemessene Temperatur registriert. |
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| | Der Jänner [[2017]] war einer der beiden [[Jänner 2017|kältesten Jänner]] seit 30 Jahren. | | Der Jänner [[2017]] war einer der beiden [[Jänner 2017|kältesten Jänner]] seit 30 Jahren. |
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| | + | === Menschen helfen Menschen === |
| | + | Die dreifache Mutter Astrid Hohenwarter in Weißbach bei Lofer ist "''First Responder''" beim Roten Kreuz und seit Tagen in einer besonders schwierigen Situation. "Weißbach mit seinen 420 Bewohnern ist derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Als Sanitäterin bin ich mit einer hier wohnhaften Krankenschwester die einzige Anlaufstation bei medizinischen Notfällen", sagte die 43-Jährige. Sie ist mit einem Defibrillator, Absauggerät, Sauerstoff und Verbandsmaterial gut ausgerüstet. Mit dem Allradauto kann sie gemeinsam mit der Feuerwehr bei Notfällen zu den Patienten fahren. Ein Dialyse-Patient wurde noch vor der Sperre ins Spital gebracht. "''Es ist zwar ein beklemmendes Gefühl, aber im Dorf halten sie alle zusammen''", so Hohenwarter. |
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| | + | Stellvertretend für die rund 1 300 ehrenamtlich aktiven Retter erzählte Christian Schartner aus [[Oberalm]]: "''Ich habe ein Vermessungsbüro mit 18 Angestellten, aber wenn wir gerufen werden, muss ich alles liegen und stehen lassen. So wie kürzlich, als es galt, elf eingeschneite bayerische Urlauber von einer Hütte am Tauglboden in der Nacht unter hoher Lawinengefahr sicher herauszubekommen.''" Christian Schartner ist mittlerweile Ortsstellenleiter der Bergrettung in Hallein und seit 17 Jahren ehrenamtlicher Helfer. "''Ich bin selbst im Juni 1986 bei einer Tour in der Dachstein-Südwand in akute Bergnot geraten, habe über Nacht in der Wand biwakieren müssen, ehe mich die Bergrettung geborgen hat. In der Folge stand für mich fest, dass ich in Zukunft auch anderen helfen will. Das ist eine schöne Sache und die Dankbarkeit der Menschen ist der Lohn. Wöchentliche Übungen, die Einsätze und permanentes körperliches Training sind es wert.''" |
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| | + | Das sehen auch die Helfer des [[Bundesheer]]s, die im Katastrophenfall angefordert werden, so. Wie Fabian Schaffler vom [[Pionierbataillon 2]], das derzeit mit zwei Zügen bei Minusgraden und Schneefall in [[Thalgauegg]] und Hintersee im Einsatz ist. Es gilt Bäume zu fällen, die auf die Straßen zu stürzen drohen. "''Helfen in Friedenszeiten war mein Motiv, dass ich zum Heer gegangen bin''", so der [[Elsbethen]]er. "''Die betroffenen Menschen sind froh, wenn wir da sind, und wir spüren, dass wir gebraucht werden. Das motiviert uns ungemein.''" |
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| | == Ereignisse Jänner 2019 == | | == Ereignisse Jänner 2019 == |
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| | ===== Mittwoch, [[16. Jänner]] ===== | | ===== Mittwoch, [[16. Jänner]] ===== |
| | Mittwochnachmittag fiel für etwa eine Stunde der [[Sender Gaisberg]] des ORS am [[Gaisberg]] aus. Davon betroffen waren nicht nur die ORF-Radiosender, auch private Radios konnten nicht empfangen werden. Der Sender am Gaisberg wurde seit 6. Jänner mit einem Notstromaggregat betrieben. Der Tankvorrat von 5 000 Litern Diesel ging jedoch am Mittwoch aus. Wegen des Schneefalls hatte der Tank bisher nicht aufgetankt werden können.<ref>Quelle[https://www.sn.at/salzburg/chronik/kein-radio-mehr-gaisberg-sender-fiel-aus-64195813 www.sn.at]</ref> | | Mittwochnachmittag fiel für etwa eine Stunde der [[Sender Gaisberg]] des ORS am [[Gaisberg]] aus. Davon betroffen waren nicht nur die ORF-Radiosender, auch private Radios konnten nicht empfangen werden. Der Sender am Gaisberg wurde seit 6. Jänner mit einem Notstromaggregat betrieben. Der Tankvorrat von 5 000 Litern Diesel ging jedoch am Mittwoch aus. Wegen des Schneefalls hatte der Tank bisher nicht aufgetankt werden können.<ref>Quelle[https://www.sn.at/salzburg/chronik/kein-radio-mehr-gaisberg-sender-fiel-aus-64195813 www.sn.at]</ref> |
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| | + | ===== Sonntag, [[20. Jänner]] ===== |
| | + | Die seit 13. Jänner wegen Lawinengefahr sperrte Bahnverbindung zwischen Saalfelden am Steinernen Meer und St. Johann in Tirol konnte von den ÖBB wieder für den Verkehr freigegeben werden.<ref>Quelle [https://presse.oebb.at/de/presseinformationen/oebb-strecken-gehen-nach-raeumeinsatz-wieder-in-betrieb presse.oebb.at/de/presseinformationen], abgefragt am 23. Jänner 2019</ref> |
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| | ===== Montag, [[21. Jänner]] ===== | | ===== Montag, [[21. Jänner]] ===== |
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| | Jänner 2019 Dientner Sattel 07.jpg|im Bild die Spezialfräse aus Kärnten | | Jänner 2019 Dientner Sattel 07.jpg|im Bild die Spezialfräse aus Kärnten |
| | Jänner 2019 Dientner Sattel 02.jpg|Schneehöhenvergleich | | Jänner 2019 Dientner Sattel 02.jpg|Schneehöhenvergleich |
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| | + | ===== Mittwoch, [[23. Jänner]] ===== |
| | + | Die wegen Lawinengefahr seit 10. Jänner gesperrte Bahnstrecke zwischen Golling an der Salzach und Bischofshofen war immer noch gesperrt. Fernreisende mussten lange Umwege und Pendler Verzögerungen im Verkehr mit Ersatzbussen in Kauf nehmen. Nun flammte die Debatte für eine lawinensichere Verbauung dieses Eisenbahnabschnitts wieder auf. Das Bauvorhaben steht auf Bundesebene frühestens 2030 auf dem Programm. Während auf politischer Ebene darüber diskutiert wurde, verlief die vor einigen Tagen angelaufende Schneeräumung der Geleise laut ÖBB planmäßig. Donnerstag früh soll der Regelbetrieb wieder aufgenommen werden. |
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| | + | Jänner 2019 17.jpg |
| | + | Jänner 2019 18.jpg |
| | + | Jänner 2019 16.jpg|Am 17. Jänner begannen die ÖBB den Gleisabschnitt zwischen [[Bischofshofen]] und [[Golling an der Salzach]] zu räumen, nachdem keine [[Lawine]]ngefahr mehr herrschte. |
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| | == Daten und Fakten == | | == Daten und Fakten == |
| | Siehe [[Daten und Fakten zum Schneeereignis Jänner 2019]], Stand 16. Jänner 2018 | | Siehe [[Daten und Fakten zum Schneeereignis Jänner 2019]], Stand 16. Jänner 2018 |
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| − | == Menschen helfen Menschen ==
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| − | Die dreifache Mutter Astrid Hohenwarter in Weißbach bei Lofer ist "''First Responder''" beim Roten Kreuz und seit Tagen in einer besonders schwierigen Situation. "Weißbach mit seinen 420 Bewohnern ist derzeit von der Außenwelt abgeschnitten. Als Sanitäterin bin ich mit einer hier wohnhaften Krankenschwester die einzige Anlaufstation bei medizinischen Notfällen", sagte die 43-Jährige. Sie ist mit einem Defibrillator, Absauggerät, Sauerstoff und Verbandsmaterial gut ausgerüstet. Mit dem Allradauto kann sie gemeinsam mit der Feuerwehr bei Notfällen zu den Patienten fahren. Ein Dialyse-Patient wurde noch vor der Sperre ins Spital gebracht. "''Es ist zwar ein beklemmendes Gefühl, aber im Dorf halten sie alle zusammen''", so Hohenwarter.
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| − | Stellvertretend für die rund 1 300 ehrenamtlich aktiven Retter erzählte Christian Schartner aus [[Oberalm]]: "''Ich habe ein Vermessungsbüro mit 18 Angestellten, aber wenn wir gerufen werden, muss ich alles liegen und stehen lassen. So wie kürzlich, als es galt, elf eingeschneite bayerische Urlauber von einer Hütte am Tauglboden in der Nacht unter hoher Lawinengefahr sicher herauszubekommen.''" Christian Schartner ist mittlerweile Ortsstellenleiter der Bergrettung in Hallein und seit 17 Jahren ehrenamtlicher Helfer. "''Ich bin selbst im Juni 1986 bei einer Tour in der Dachstein-Südwand in akute Bergnot geraten, habe über Nacht in der Wand biwakieren müssen, ehe mich die Bergrettung geborgen hat. In der Folge stand für mich fest, dass ich in Zukunft auch anderen helfen will. Das ist eine schöne Sache und die Dankbarkeit der Menschen ist der Lohn. Wöchentliche Übungen, die Einsätze und permanentes körperliches Training sind es wert.''"
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| − | Das sehen auch die Helfer des [[Bundesheer]]s, die im Katastrophenfall angefordert werden, so. Wie Fabian Schaffler vom [[Pionierbataillon 2]], das derzeit mit zwei Zügen bei Minusgraden und Schneefall in [[Thalgauegg]] und Hintersee im Einsatz ist. Es gilt Bäume zu fällen, die auf die Straßen zu stürzen drohen. "''Helfen in Friedenszeiten war mein Motiv, dass ich zum Heer gegangen bin''", so der [[Elsbethen]]er. "''Die betroffenen Menschen sind froh, wenn wir da sind, und wir spüren, dass wir gebraucht werden. Das motiviert uns ungemein.''"
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| − | == Stellenweise Schneemengen wie nur alle 30 bis 100 Jahre ==
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| − | In [[Hochfilzen]] fielen vom 1. bis 10. Jänner 311 Zentimeter Neuschnee, in Bad Mitterndorf rund 280 cm, in Seefeld 208 cm, in der Ramsau am Dachstein und in Lofer rund 170 cm. "''Grob kann man sagen, dass diese Neuschneemengen selbst im klassischen Nordstau oberhalb von etwa 800 Meter Seehöhe statistisch gesehen nur alle 30 bis 100 Jahre vorkommen. Das gilt vor allem für die Regionen vom Tiroler Unterland über Salzburg bis hin zur Dachstein- und Hochkarregion. Weiter im Westen und Süden sind die Schneemengen auch im Bergland deutlich geringer''", sagt Alexander Radlherr von der [[ZAMG]].<ref>Quelle [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/so-viel-schnee-wie-nur-alle-100-jahre-noch-ein-meter-schnee-erwartet-63846130 www.sn.at/panorama], abgefragt am 10. Jänner 2019</ref>
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