Änderungen

ergänzt
Zeile 1: Zeile 1:  
[[Datei:Frankreich Atout France Pascal Teixeira da Silva Corinne Foulquier 2015.jpg|thumb|2015: S.E. der französische Botschafter in Wien, Pascal Teixeira da Silva, und Corinne Foulquier, Direktorin Atout France Österreich und Zentraleuropa]]
 
[[Datei:Frankreich Atout France Pascal Teixeira da Silva Corinne Foulquier 2015.jpg|thumb|2015: S.E. der französische Botschafter in Wien, Pascal Teixeira da Silva, und Corinne Foulquier, Direktorin Atout France Österreich und Zentraleuropa]]
 
[[Datei:100-0084.JPG|thumb|[[Historische Bindertanzgruppe Salzburg]] mit Tanzmeister [[Michael Nußdorfer]] sen. im Vordergrund und die ''Nôtre Dame'' in Reims, Frankreich, im Hintergrund (12. Juni 2005)]]
 
[[Datei:100-0084.JPG|thumb|[[Historische Bindertanzgruppe Salzburg]] mit Tanzmeister [[Michael Nußdorfer]] sen. im Vordergrund und die ''Nôtre Dame'' in Reims, Frankreich, im Hintergrund (12. Juni 2005)]]
'''Frankreich''' ist ein westeuropäischer Staat, zu dessen Herrschaftsgebiet zu Anfang des [[19. Jahrhundert]]s auch das [[Land Salzburg]] gehörte.
+
'''Frankreich''' ist ein westeuropäischer Staat, zu dessen Herrschaftsgebiet zu Anfang des [[19. Jahrhundert]]s auch das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] gehörte.
    
== Name ==
 
== Name ==
Zeile 15: Zeile 15:  
Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut 2 Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben mehr als 10 Millionen Menschen.
 
Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und der Region Île-de-France. Das administrativ zur Stadt Paris gehörende Gebiet hat gut 2 Millionen Einwohner, in der städtischen Siedlungszone (Unité urbaine) leben mehr als 10 Millionen Menschen.
 
   
 
   
==Historische Salzburgbezüge==
+
==Salzburgbezüge==
In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs. Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638; † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der [[Domherr]] [[Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim]] im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Der_spanische_Erbfolgekrieg|Spanischen Erbfolgekrieg]] (1700–1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Die_Schlacht_um_Freiburg_im_Breisgau|Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau]] ([[1714]]) zu bewähren hatte.
+
=== Salzburg unter Napoleon ===
 +
In nähere Berührung mit Frankreich kam das [[Erzstift Salzburg|geistliche Reichsfürstentum Salzburg]] durch die expansive Politik Frankreichs. Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638; † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der [[Domherr]] [[Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim]] im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Der_spanische_Erbfolgekrieg|Spanischen Erbfolgekrieg]] (1700–1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Die_Schlacht_um_Freiburg_im_Breisgau|Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau]] ([[1714]]) zu bewähren hatte.
   −
Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik:
+
Noch weit stärker geriet die Berührung in der [[Salzburg unter Napoleon|Napoleonischen Zeit]]. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik:
   −
* Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember [[1800]] griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am [[10. Dezember]] verließ der letzte Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der [[Schlacht am Walserfeld|Schlacht auf dem Walserfeld]]. Nach dem über die österreichische Hauptarmee errungenen Sieg rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrte und Sammler [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der [[Alte Residenz|alten Residenz]] der [[Fürsterzbischof|Fürsterzbischöfe]] wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft.
+
* Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember [[1800]] griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am [[10. Dezember]] verließ der letzte [[Fürsterzbischof]] [[Hieronymus Graf Colloredo]] vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der [[Schlacht am Walserfeld|Schlacht auf dem Walserfeld]]. Nach dem über die österreichische Hauptarmee errungenen Sieg rückten die Franzosen in die [[Stadt Salzburg]] ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrte und Sammler [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der [[Alte Residenz|Alten Residenz]] der Fürsterzbischöfe wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft.
   −
* Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz ([[Tschechien#Mähren|Mähren]]) musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
+
* Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung [[Wien]] besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz ([[Tschechien#Mähren|Mähren]]) musste das [[Habsburgermonarchie|Kaisertum Österreich]] große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten.
   −
* Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayerisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. [[Napoleon]] ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französischer Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), ein Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) – wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten [[Kapuziner]]<u></u>paters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen gegriffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs; Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
+
* Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayerisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. [[Napoleon]] ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französischer Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), ein Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) – wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten [[Kapuziner]]<u></u>paters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen gegriffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner (Freiheitskämpfer)|Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] in [[Lofer]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs; Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich.
    
Als eine rare positive Auswirkung der französischen Herrschaft in Salzburg kann die Einführung von Hausnummern und [[Straßen der Stadt Salzburg|Straßennamen]] genannt werden.
 
Als eine rare positive Auswirkung der französischen Herrschaft in Salzburg kann die Einführung von Hausnummern und [[Straßen der Stadt Salzburg|Straßennamen]] genannt werden.
    
=== Weitere Salzburgbezüge ===
 
=== Weitere Salzburgbezüge ===
 +
==== Mozart ====
 
Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen [[Wolfgang Amadé Mozart]] nach Paris, wo seine ihn begleitende Mutter starb.
 
Eine seiner zahlreichen Reisen führte den jungen [[Wolfgang Amadé Mozart]] nach Paris, wo seine ihn begleitende Mutter starb.
   −
=== Elsass und Salzburg ===
+
==== Elsass ====
Der berühmte Arzt [[Paracelsus]] war zunächst nach Erlangung seiner Doktorwürde von 1524 bis 1525 als Arzt in Salzburg tätig, dann aber von [[1526]] bis [[1527]] in Straßburg, der heutigen Hauptstadt des Elsass. [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürzerzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]], der Salzburg wohl am meisten geprägt hatte, konnte sich über verwandtschaftliche Beziehungen schon als Zwölfjähriger eine Domherrenstelle in Konstanz verschaffen, der die Koadjutorswürde der Stifte Murbach (von dem heute nur mehr Ruinenreste vorhanden sind) und Lüders im Elsass folgten<ref>Quelle [http://www.salzburgcoins.at/Landesfuersten/html/L07_wolfdietrich.htm www.salzburgcoins.at]</ref>.
+
Der berühmte Arzt [[Paracelsus]] war zunächst nach Erlangung seiner Doktorwürde von 1524 bis 1525 als Arzt in Salzburg tätig, dann aber von [[1526]] bis [[1527]] in Straßburg, der heutigen Hauptstadt des Elsass. [[Fürsterzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]], der Salzburg wohl am meisten geprägt hatte, konnte sich über verwandtschaftliche Beziehungen schon als Zwölfjähriger eine Domherrenstelle in Konstanz verschaffen, der die Koadjutorswürde der Stifte Murbach (von dem heute nur mehr Ruinenreste vorhanden sind) und Lüders im Elsass folgten.<ref>Quelle [http://www.salzburgcoins.at/Landesfuersten/html/L07_wolfdietrich.htm www.salzburgcoins.at]</ref>
   −
Seit seiner Gründung [[1583]] gehört das [[Franziskanerkloster]] in der [[Stadt Salzburg]] zur alten Oberdeutschen Franziskaner-Rekollekten-Provinz („Provincia Argentina“). Diese wurde einem Reformzweig des Franziskanerordens zugerechnet und erstreckte sich früher vom Elsass über ganz Süddeutschland bis nach [[Böhmen]]. Es umfasste im Gebiet des [[Erzstift Salzburg|Erzstiftes Salzburg]] das Kloster in der Stadt Salzburg sowie die im Zuge der Rekatholisierung der Salzburger Gebirgsgaue [[1736]] gestiftete Missionsstation Hundsdorf (heute zum [[Caritas-Kinderdorf St. Anton]] in der Gemeinde [[Bruck an der Großglocknerstraße]] gehörend).
+
Seit seiner Gründung [[1583]] gehört das [[Franziskanerkloster]] in der [[Stadt Salzburg]] zur alten Oberdeutschen Franziskaner-Rekollekten-Provinz („Provincia Argentina“). Diese wurde einem Reformzweig des [[Franziskanerorden]]s zugerechnet und erstreckte sich früher vom Elsass über ganz Süddeutschland bis nach [[Böhmen]]. Es umfasste im Gebiet des [[Erzstift Salzburg|Erzstiftes Salzburg]], das Kloster in der Stadt Salzburg sowie die im Zuge der Rekatholisierung der Salzburger [[Innergebirg|Gebirgsgaue]] [[1736]] gestiftete Missionsstation [[Hundsdorf (Bruck an der Großglocknerstraße)|Hundsdorf]] (heute zum [[Caritas-Kinderdorf St. Anton]] in der Gemeinde [[Bruck an der Großglocknerstraße]] gehörend).
    
Der Komponist und Organist [[Georg Muffat]] kam um 1645 in Schlettstadt im Elsass zur Welt.
 
Der Komponist und Organist [[Georg Muffat]] kam um 1645 in Schlettstadt im Elsass zur Welt.
Zeile 45: Zeile 47:  
Im Rahmen der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming]] war das Oberelsass, Teil der Region Elsass, vom [[4. Februar|4.]] bis zum [[17. Februar]] [[2013]] mit einer touristischen und gastronomischen Botschaft auf dem Hauptplatz von Schladming vertreten.
 
Im Rahmen der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming]] war das Oberelsass, Teil der Region Elsass, vom [[4. Februar|4.]] bis zum [[17. Februar]] [[2013]] mit einer touristischen und gastronomischen Botschaft auf dem Hauptplatz von Schladming vertreten.
   −
=== Gegenwart: Franzosen in Salzburg ===
   
Die Zahl der Franzosen, die im [[Bundesland Salzburg]] leben, ist gering. im Jahr 2017 sind 392 französische Staatsbürger registriert, davon leben 226 in der Landeshauptstadt, 90 im [[Flachgau]], 76 in den übrigen Bezirken.
 
Die Zahl der Franzosen, die im [[Bundesland Salzburg]] leben, ist gering. im Jahr 2017 sind 392 französische Staatsbürger registriert, davon leben 226 in der Landeshauptstadt, 90 im [[Flachgau]], 76 in den übrigen Bezirken.
   −
Im Tourismusjahr 2014/2015 kamen 55.181 Franzosen nach Salzburg, 2015/2016 waren es mit 53.169 um 3,6 Prozent weniger; das war nur Platz 18 bzw. 19, hinter Israel und Saudi-Arabien. Im Schnitt bleiben Franzosen drei Nächte im Land Salzburg.
+
Im Tourismusjahr 2014/2015 kamen 55&nbsp;181 Franzosen nach Salzburg, 2015/2016 waren es mit 53&nbsp;169 um 3,6 Prozent weniger; das war nur Platz 18 bzw. 19, hinter Israel und Saudi-Arabien. Im Schnitt bleiben Franzosen drei Nächte im Land Salzburg.
   −
==== Honorarkonsulat ====
   
Die Französische Republik unterhält in Salzburg ein [[Honorarkonsulat#Frankreich|Honorarkonsulat]].
 
Die Französische Republik unterhält in Salzburg ein [[Honorarkonsulat#Frankreich|Honorarkonsulat]].
   Zeile 60: Zeile 60:  
Die Einfuhren aus Frankreich sind mit 164 Millionen Euro nur halb so hoch wie die Salzburger Exporte. Damit liegt Frankreich an 14. Stelle der Importländer.
 
Die Einfuhren aus Frankreich sind mit 164 Millionen Euro nur halb so hoch wie die Salzburger Exporte. Damit liegt Frankreich an 14. Stelle der Importländer.
   −
==== Flugverbindungen ====
   
Vier Mal pro Woche fliegt Eurowings seit Jänner 2017 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Die Maschinen sind gut ausgelastet.
 
Vier Mal pro Woche fliegt Eurowings seit Jänner 2017 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Die Maschinen sind gut ausgelastet.
 +
 +
===== Salzburg auf Pariser Weltausstellungen =====
 +
[[1867]] stellten [[Baldi & Würthle]] Landschaftsaufnahmen bei der [[Salzburg auf Weltausstellungen|Weltausstellung]] in Paris aus.
 +
 +
Bei der Pariser Weltausstellung 1900 gab es  auch eine ''Ausstellung Salzburger Gewerbetreibender''. Zu sehen war u. a. ein ''Salzburger Prunkzimmer''. Einer der Lieferanten dazu war der Salzburger Tischler [[Hans Preimesberger]]. Er lieferte den Plafond zum Zimmer, nach einem Original im [[Johannesschlössl]] aus dem [[17. Jahrhundert]].<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=fre&datum=19010209&seite=1&zoom=33&query=%22Hans%2BPreimesberger%22&ref=anno-search anno], (Salzburger) [[Fremden-Zeitung]], Ausgabe vom 9. Februar 1901, Seite 1ff</ref>
 +
 +
[[Ferdinand Porsche]], der zu Ende seines Lebens seinen Familiensitz in Zell am See hatte, präsentierte seinen für die Lohner-Werke in Wien-Floridsdorf entwickelten "Lohner-Porsche" mit Radnabenmotor [[1900]] auf der Pariser Weltausstellung.
 +
 +
[[1937]] war die [[Die Großglockner Hochalpenstraße auf Weltausstellungen|Großglockner Hochalpenstraße auf der Pariser Weltausstellung]] vertreten.
 +
 +
===Frankreich-Wahl auch in Salzburg ===
 +
Zum ersten Mal konnten [[2012]] französische Staatsbürger auch in Salzburg an der französischen Präsidentschaftswahl teilnehmen. In der [[Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen]] war am Sonntag, den [[6. Mai]] von 10:00 bis 18:00 Uhr ein Wahllokal eingerichtet. Rund 500 französische Staatsbürger, die in Salzburg, [[Kärnten]] und [[Oberösterreich]] leben, waren hier als Wähler registriert und konnten in der Robert-Jungk-Stiftung ihre Stimme abgeben.
 +
 +
Vier Franzosen leiteten das Salzburger Wahlbüro. Unter ihnen war die Französischlehrerein Florence Gautier, die erzählte, dass sie bisher entweder in Wien oder mit Prokuration in Frankreich wählen durften. Die Wahlvorgang ist aber etwas anders als in Österreich. Es gibt Wahlkarten und es werden keine Kandidaten angekreuzt. Zehn Kandidaten standen zur Wahl und somit gab es auch zehn Wahlkarten. Man steckte aber nur eine Wahlkarte in den Umschlag und diesen dann in die Wahlurne.
 +
 +
Die Wahlhelfer erwarteten in Salzburg rund 250 Wähler.
 +
 +
===Präsident Macron in Salzburg ===
 +
Am [[23. August]] [[2017]] kam der neue französische Staatspräsident [[Emmanuel Macron]] mit Gattin nach Salzburg, um die [[Salzburger Festspiele]] zu besuchen. Sie wurden am [[Flughafen Salzburg|Flughafen]] von Bundeskanzler Christian Kern und dessen Frau Eveline Steinberger-Kern empfangen. In der Folge führte der Präsident Gespräche mit Bundeskanzler Kern sowie mit seinen Amtskollegen aus [[Tschechien]] und der [[Slowakei]], während der französische Honorarkonsul Dr. [[Peter Lechenauer (Rechtsanwalt Altstadt)|Peter Lechenauer]] Brigitte Macron zum Damenprogramm begleiten durfte.
 +
 +
Er nahm auch am [[EU-Gipfeltreffen 2018 in Salzburg]] teil.
    
===Personen mit Salzburgbezug ===
 
===Personen mit Salzburgbezug ===
Zeile 77: Zeile 97:  
** [[Geneviève Geffray]] (* 1945), ehemalige Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]] der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Stiftung Mozarteum]]
 
** [[Geneviève Geffray]] (* 1945), ehemalige Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]] der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Stiftung Mozarteum]]
 
** [[Nicolas Marchand]] (* 1980), Salzburger Autor, Schauspieler und Regisseur mit Frankreichbezug
 
** [[Nicolas Marchand]] (* 1980), Salzburger Autor, Schauspieler und Regisseur mit Frankreichbezug
  −
===Frankreich-Wahl auch in Salzburg ===
  −
Zum ersten Mal konnten [[2012]] französische Staatsbürger auch in Salzburg an der französischen Präsidentschaftswahl teilnehmen. In der [[Robert-Jungk-Stiftung]] war am Sonntag, den [[6. Mai]] von 10:00 bis 18:00 Uhr ein Wahllokal eingerichtet. Rund 500 französische Staatsbürger, die in Salzburg, [[Kärnten]] und [[Oberösterreich]] leben, waren hier als Wähler registriert und konnten in der Robert-Jungk-Stiftung ihre Stimme abgeben.
  −
  −
Vier Franzosen leiteten das Salzburger Wahlbüro. Unter ihnen war die Französischlehrerein Florence Gautier, die erzählte, dass sie bisher entweder in Wien oder mit Prokuration in Frankreich wählen durften. Die Wahlvorgang ist aber etwas anders als in Österreich. Es gibt Wahlkarten und es werden keine Kandidaten angekreuzt. Zehn Kandidaten standen zur Wahl und somit gab es auch zehn Wahlkarten. Man steckte aber nur eine Wahlkarte in den Umschlag und diesen dann in die Wahlurne.
  −
  −
Die Wahlhelfer erwarteten in Salzburg rund 250 Wähler.
  −
  −
===Präsident Macron in Salzburg ===
  −
Am [[23. August]] [[2017]] kam der neue französische Staatspräsident [[Emmanuel Macron]] mit Gattin nach Salzburg, um die [[Salzburger Festspiele]] zu besuchen. Sie wurden am [[Flughafen Salzburg|Flughafen]] von Bundeskanzler Christian Kern und dessen Frau Eveline Steinberger-Kern empfangen. In der Folge führte der Präsident Gespräche mit Bundeskanzler Kern sowie mit seinen Amtskollegen aus [[Tschechien]] und der [[Slowakei]], während der französische Honorarkonsul Dr. [[Peter Lechenauer (Rechtsanwalt Altstadt)|Peter Lechenauer]] Brigitte Macron zum Damenprogramm begleiten durfte.
      
===Sonstige===
 
===Sonstige===
* Reims, Salzburgs [[Städtepartnerschaften|Partnerstadt]] in Frankreich, Namensgeberin der [[Reimsstraße]] in [[Itzling]]
+
* Reims, Salzburgs [[Städtepartnerschaften|Partnerstadt]] in Frankreich, Namensgeberin der [[Reimsstraße]] in [[Itzling]].
 
* [[Fernstreckenrennen Paris - Wien]] [[1902]]
 
* [[Fernstreckenrennen Paris - Wien]] [[1902]]
 
* Am [[24. März]] [[1965]] sahen 6&nbsp;000 Zuschauer in [[ASV-Platz Itzling|Itzling]] das B-Fußballländerspiel zwischen Österreich und [[Frankreich]] (0:2).
 
* Am [[24. März]] [[1965]] sahen 6&nbsp;000 Zuschauer in [[ASV-Platz Itzling|Itzling]] das B-Fußballländerspiel zwischen Österreich und [[Frankreich]] (0:2).
{{Mehr}}
+
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
* [[Benutzer:Peter Krackowizer]]
 
* [[Benutzer:Peter Krackowizer]]