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| | Am [[7. Juni]] [[1950]] vernichtet ein Brand in der Glockengießerei den Dachstuhl und richtet in der Maschinenhalle großen Schaden an. | | Am [[7. Juni]] [[1950]] vernichtet ein Brand in der Glockengießerei den Dachstuhl und richtet in der Maschinenhalle großen Schaden an. |
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| | + | == Rüstungsbetrieb Glockengießerei Oberascher == |
| | + | Im Juli [[1939]] stellte die Glockengießerei Oberascher noch vor Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] auf die Produktion von Haubitzen-Geschossen und Granaten um. Die Firma wurde damit ein wichtiger Lieferant für die Wehrmacht. Friedrich Thomas aus Nürnberg wurde damals zum Betriebsleiter bestellt. Im Oktober 1939 wurden bei Razzien im Unternehmen mehrere Arbeiter festgenommen. Von ihnen wurden später zehn wieder freigelassen, einer davon war der frühere Betriebsleiter. |
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| | + | Ab 1940 wurde auch der Glockengießereibetrieb von der Einberufungswelle erfasst, der Mangel an heimischen Facharbeitern musste durch Fremdarbeiter ausgeglichen werden. Diese kamen zunächst aus den verbündeten Staaten, später aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Im Oktober 1942 trafen bei Oberascher die ersten 104 Ostarbeiter ein, etwa ein Drittel waren Frauen, die Mehrheit unter 20 Jahre alt. Bei den Männern war der Jüngste noch keine 15 Jahre alt gewesen. Eine ehemalige Zwangsarbeiterin erinnerte sich an verregnete, kalte Baracken, in denen sie wohnen mussten. Auch die Verpflegung war schlecht. |
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| | + | Weidenholzer berichtet von Exekutionen, die die Gestapo am [[20. August]] [[1943]] an vier entflohenen "Ostarbeitern" vermeldete. Weidenholzer konnte über Recherchen über den Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen weitere Opfer in Erfahrung bringen, in diesem Betrieb dürften mehr Opfer zu beklagen asien, als bisher berkannt. Manche starben an den Folgen der Arbeit, andere wurden in Konzentrationslager [[Nationalsozialismus Überleben und Tod#Deportationen aus Salzburg|deportiert]] oder vor Ort ermordet. Die 17-jährige [[Halina Staschko]] erlag kurz vor der Befreiung am [[1. Mai]] [[1945]] durch die Amerikaner sie ihren Schussverletzungen. Friedrich Thomas setzte sich nach 1945 nach Deutschland ab. |
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| | + | ==Die Firma in der jüngeren Geschichte== |
| | [[1961]] wurde bei Oberascher, unter der Leitung von Ing. [[Georg Sippel]], das größte Geläut in Österreich und im süddeutschen Raum für den [[Salzburger Dom]] mit insgesamt 26.787 kg gegossen − ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Am [[24. September]] 1961 läuteten die Glocken zum ersten Mal − ihre Gewichte: 14.256 kg, 8273 kg, 2518 kg, 1025 kg und 715 kg. | | [[1961]] wurde bei Oberascher, unter der Leitung von Ing. [[Georg Sippel]], das größte Geläut in Österreich und im süddeutschen Raum für den [[Salzburger Dom]] mit insgesamt 26.787 kg gegossen − ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Am [[24. September]] 1961 läuteten die Glocken zum ersten Mal − ihre Gewichte: 14.256 kg, 8273 kg, 2518 kg, 1025 kg und 715 kg. |
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| | Die alten Firmenteile wurden in das Veranstaltungszentrum [[Gusswerk]] umgestaltet und dienen vor allem Festen und Firmenpräsentationen als interessanter Rahmen (z. B. präsentierte General Motors im August und September 2006 vor 5 400 Händlern aus aller Welt seinen neuen Opel Corsa). | | Die alten Firmenteile wurden in das Veranstaltungszentrum [[Gusswerk]] umgestaltet und dienen vor allem Festen und Firmenpräsentationen als interessanter Rahmen (z. B. präsentierte General Motors im August und September 2006 vor 5 400 Händlern aus aller Welt seinen neuen Opel Corsa). |
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| − | == Rüstungsbetrieb Glockengießerei Oberascher ==
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| − | Schon im Juli [[1939]] hatte die Glockengießerei Oberascher auf die Produktion von Haubitzen-Geschossen und Granaten umgestellt. Das war noch vor Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] und war später damit ein wichtiger Lieferant für die Wehrmacht. Friedrich Thomas aus Nürnberg war damals zum Betriebsleiter bestellt worden. Im Oktober 1939 wurden bei Razzien im Unternehmen mehrere Arbeiter festgenommen. Von ihnen wurden später zehn wieder freigelassen, einer davon war der frühere Betriebsleiter.
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| − | Ab 1940 wurde auch der Glockengießereibetrieb von der Einberufungswelle erfasst und so musste der Mangel an heimischen Facharbeitern durch Fremdarbeiter ausgeglichen werden. Diese kamen zunächst aus den verbündeten Staaten, später aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion. Im Oktober 1942 trafen bei Oberascher die ersten 104 Ostarbeiter ein, etwa ein Drittel waren Frauen, die Mehrheit unter 20 Jahre alt. Bei den Männern war der Jüngste noch keine 15 Jahre alt gewesen. Eine ehemalige Zwangsarbeiterin erinnerte sich an verregnete, kalte Baracken, in denen sie wohnen mussten. Auch die Verpflegung war schlecht.
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| − | Weidenholzer berichtet von Exekutionen, die die Gestapo am [[20. August]] [[1943]] an vier entflohenen "Ostarbeitern" vermeldete. Weidenholzer konnte über Recherchen über den Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen weitere Opfer in Erfahrung bringen. Und er ist der Meinung, dass es in diesem Betrieb weit mehr Tote gibt, als bekannt war bzw. man bisher angenommen hatte. Manche starben an den Folgen der Arbeit, andere wurden von der Glockengießerei in Konzentrationslager [[Nationalsozialismus Überleben und Tod#Deportationen aus Salzburg|deportiert]] oder einfach vor Ort ermordet. So erging es der 17-jährigen [[Halina Staschko]]. Kurz vor der Befreiung am [[1. Mai]] [[1945]] durch die Amerikaner erlag sie ihren Schussverletzungen. Eine Untersuchung dieses Falles hat es nicht gegeben.
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| − | Friedrich Thomas setzte sich nach 1945 nach Deutschland ab, wo ihm aber kein Verfahren nach dem Kriegsverbrechergesetz gemacht wurde.
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