| | Das [[Kur]]wesen schaffte im 19. Jahrhundert eine wesentliche Entwicklung. Aus der alten Straubinger Wirtstaverne entstand in mehreren Bauschritten das heutige [[Grandhotel Straubinger]]. Gegenüber hatte der Landesherr den straubingerischen Schweinestall beseitigt und an dessen Stelle sein fürsterzbischöfliches „[[Badeschloss]]“ gebaut, fertiggestellt [[1794]]. Die alt-halbbäuerliche Zeit (Stall) musste der neu-modernen Zeit (Schloss!) weichen! Im Jahr [[1825]] plante Oberkunstmeister Joseph Gainschnigg im Auftrag des ungarischen Erzbischofs [[Ladislaus Pyrker]] und später mit Unterstützung durch Erzherzog [[Johann von Österreich|Johann]] eine leistungsfähige, für Thermalwasser geeignete Röhrenleitung nach Bad Hofgastein, die ab [[1828]] fertiggestellt wurde und den Hofgasteinern den Betrieb einer eigenen "''Filial-Badeanstalt''" ermöglichte. Diese entwickelte sich gewissermaßen zu einem Kristallisationspunkt all dessen, was heutigentags, gemeinsam mit Bad Gastein, als "''moderner Kurort''" firmiert. | | Das [[Kur]]wesen schaffte im 19. Jahrhundert eine wesentliche Entwicklung. Aus der alten Straubinger Wirtstaverne entstand in mehreren Bauschritten das heutige [[Grandhotel Straubinger]]. Gegenüber hatte der Landesherr den straubingerischen Schweinestall beseitigt und an dessen Stelle sein fürsterzbischöfliches „[[Badeschloss]]“ gebaut, fertiggestellt [[1794]]. Die alt-halbbäuerliche Zeit (Stall) musste der neu-modernen Zeit (Schloss!) weichen! Im Jahr [[1825]] plante Oberkunstmeister Joseph Gainschnigg im Auftrag des ungarischen Erzbischofs [[Ladislaus Pyrker]] und später mit Unterstützung durch Erzherzog [[Johann von Österreich|Johann]] eine leistungsfähige, für Thermalwasser geeignete Röhrenleitung nach Bad Hofgastein, die ab [[1828]] fertiggestellt wurde und den Hofgasteinern den Betrieb einer eigenen "''Filial-Badeanstalt''" ermöglichte. Diese entwickelte sich gewissermaßen zu einem Kristallisationspunkt all dessen, was heutigentags, gemeinsam mit Bad Gastein, als "''moderner Kurort''" firmiert. |
| − | Nachdem Gastein um 1816 österreichisch geworden war, trafen hier prominente Österreicher ein, quasi um sich die "Neuerwerbung" zu besehen beziehungsweise um die Kur auszuprobieren. Zu nennen sind [[Franz Schubert]], [[Franz Grillparzer]], aber auch einer der ganz Großen kam: Erzherzog Johann von Österreich, der Bruder des Kaisers, dessen "[[Meranhaus]]" im Zentrum Bad Gasteins noch heute an seine Familie erinnert. Besonders hervorzuheben ist der ungarische Erzbischof Ladislaus Pyrker, der in Bad Hofgastein ein stattliches Haus aus dem 16. Jahrhundert kaufte, noch mit Erkertürmchen im typischen Tiroler Landadligen-Stil, und dieses 1832 in selbstloser Weise zu einem Militärspital umwidmete. Es musste sich in jüngerer Zeit eine alles zertrümmernde Demolierung gefallen lassen, und heute steht an dessen Stelle das supermoderne "[[Kurhaus Ferdinand Hanusch]]". Der in [[Tschechien]] geborene [[Ferdinand Hanusch]] (* 1866; † 1923), nach dem auch ein Wiener Krankenhaus (zuvor Erzherzog-Rainer-Spital) benannt ist, war ein großer sozialdemokratischer Parteivordenker, Freimaurer, Sozialminister, Gewerkschafter und Begründer der österreichischen Arbeiterkammer. | + | Nachdem Gastein um 1816 österreichisch geworden war, trafen hier prominente Österreicher ein, quasi um sich die "Neuerwerbung" zu besehen beziehungsweise um die Kur auszuprobieren. Zu nennen sind [[Franz Schubert]], [[Franz Grillparzer]], aber auch einer der ganz Großen kam: Erzherzog Johann von Österreich, der Bruder des Kaisers, dessen "[[Meranhaus]]" im Zentrum Bad Gasteins noch heute an seine Familie erinnert. Besonders hervorzuheben ist der ungarische Erzbischof Ladislaus Pyrker, der in Bad Hofgastein ein stattliches Haus aus dem 16. Jahrhundert kaufte, noch mit Erkertürmchen im typischen Tiroler Landadel-Stil, und dieses 1832 in selbstloser Weise zu einem Militärspital umwidmete. Es musste sich in jüngerer Zeit eine alles zertrümmernde Demolierung gefallen lassen, und heute steht an dessen Stelle das supermoderne "[[Kurhaus Ferdinand Hanusch]]". Der in [[Tschechien]] geborene [[Ferdinand Hanusch]] (* 1866; † 1923), nach dem auch ein Wiener Krankenhaus (zuvor Erzherzog-Rainer-Spital) benannt ist, war ein großer sozialdemokratischer Parteivordenker, Freimaurer, Sozialminister, Gewerkschafter und Begründer der österreichischen Arbeiterkammer. |