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| − | [[Datei:Frankreich Atout France Pascal Teixeira da Silva Corinne Foulquier 2015.jpg|thumb|2015: S.E. der französische Botschafter in Wien, Pascal Teixeira da Silva und Corinne Foulquier, Direktorin Atout France Österreich und Zentraleuropa]] | + | [[Datei:Frankreich Atout France Pascal Teixeira da Silva Corinne Foulquier 2015.jpg|thumb|2015: S.E. der französische Botschafter in Wien, Pascal Teixeira da Silva, und Corinne Foulquier, Direktorin Atout France Österreich und Zentraleuropa]] |
| − | [[Datei:100-0084.JPG|thumb|[[Historische Bindertanzgruppe Salzburg]] mit Tanzmeister [[Michael Nußdorfer]] sen. im Vordergrund und die ''Nôtre Dame'' in Reims, Frankreich, im Hintergrund (12. Juni 2005)]] | + | [[Datei:100-0084.JPG|thumb|[[Historische Bindertanzgruppe Salzburg]] mit Tanzmeister [[Michael Nußdorfer]] sen. im Vordergrund und die ''Nôtre Dame'' in Reims, Frankreich, im Hintergrund (12. Juni 2005)]] |
| − | '''Frankreich''' ist ein westeuropäischer Staat und war Anfang des [[19. Jahrhundert]]s kurz Herrscher über das [[Land Salzburg]]. | + | '''Frankreich''' ist ein westeuropäischer Staat, zu dessen Herrschaftsgebiet zu Anfang des [[19. Jahrhundert]]s auch das [[Land Salzburg]] gehörte. |
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| | == Name == | | == Name == |
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| | == Geografie == | | == Geografie == |
| − | Frankreich ist eine Republik. Nationalfeiertag ist der 14. Juli. Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2018) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26<ref>Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.</ref>zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie z. B. Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl [[Italien#Das_Ende Österreichs_in_Italien|Italien, Geschichte]]). | + | Frankreich ist eine Republik. Nationalfeiertag ist der 14. Juli. Frankreich ist ein zentralistischer Einheitsstaat, der seit der Französischen Revolution von 1789 in Départements gegliedert ist; derzeit (2018) sind es 101, davon 96 im Mutterland (zwei davon in Korsika). Die Départements wurden 1964 zur Regionen zusammengefasst. Davon gibt es im Mutterland derzeit (2011) 26<ref>Einschließlich Korsikas, das allerdings rechtlich nicht eine Region, sondern eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus ist.</ref>zusammengefasst, während jede Überseeregion nur ein Département umfasst. Die heutigen Regionen decken sich teilweise mit wohlbekannten historischen Landschaften, wie z. B. Bretagne, (Haute- und Basse-)Normandie, Picardie, Champagne(-Ardenne), Lothringen (Lorraine), Elsass (Alsace), Burgund (Bourgogne), Franche-Comté (Freigrafschaft Burgund), Aquitanien (Aquitaine, Hauptstadt Bordeaux), Auvergne, zum Teil erscheinen sie als künstliche Gebilde (Centre, Midi-Pyrénées, Pays de la Loire (Hauptstadt Nantes), Provence-Alpes-Côte d’Azur („PACA“, Hauptstadt Marseille), Rhône-Alpes (Hauptstadt Lyon); letztere Region umfasst auch die historische Region Savoyen (Départements Haute-Savoie und Savoie), die erst 1860 zu Frankreich kam (Vgl. [[Italien#Das_Ende Österreichs_in_Italien|Italien, Geschichte]]). |
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| | == Größere Städte == | | == Größere Städte == |
| − | Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten, die Zahlen in Klammer sind die Einwohnerzahlen der jeweiligen Großräume mit Umlandgemeinden (Zahlen 2010): Paris 2,4 Mio. (10,5 Mio.), Marseille 850 000 (Marseille – Aix-en-Provence 1,6 Mio.), Lyon 484 000, Toulouse 441 000 (880 000), Nizza 343 000 (942 000), Nantes 285 000, Straßburg 272 000; | + | Rund 73 % der Gesamtbevölkerung lebt in Städten, die Zahlen in Klammer sind die Einwohnerzahlen der jeweiligen Großräume mit Umlandgemeinden (Zahlen 2010): Paris 2,4 Mio. (10,5 Mio.), Marseille 850 000 (Marseille – Aix-en-Provence 1,6 Mio.), Lyon 484 000, Toulouse 441 000 (880 000), Nizza 343 000 (942 000), Nantes 285 000, Straßburg 272 000; |
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| | ===Paris=== | | ===Paris=== |
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| | ==Historische Salzburgbezüge== | | ==Historische Salzburgbezüge== |
| − | In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs. Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638; † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der [[Domherr]] [[Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim]] im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Der_spanische_Erbfolgekrieg|Spanischen Erbfolgekrieg]] (1700-1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Die_Schlacht_um_Freiburg_im_Breisgau|Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau]] ([[1714]]) zu bewähren hatte. | + | In nähere Berührung mit Frankreich kam das geistliche Reichsfürstentum Salzburg durch die expansive Politik Frankreichs. Von dieser Politik wurde das Heilige Römische Reich Deutscher Nation, zu dem das [[Erzbistum Salzburg|Fürsterzbistum Salzburg]] ja gehörte, besonders unter dem französischen König Ludwig XIV. (* 1638; † 1715) in Mitleidenschaft gezogen. Der von Ludwig XIV. angezettelte Pfälzische Erbfolgekrieg (1688–1697) zeitigte für Salzburg die Episode, dass der [[Domherr]] [[Franz Gobert Graf von Aspermont-Reckheim]] im Jahr 1689 wegen „Konspiration mit dem König von Frankreich“ seines Amtes entsetzt wurde. Im nächstfolgenden „Franzosenkrieg“, dem [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Der_spanische_Erbfolgekrieg|Spanischen Erbfolgekrieg]] (1700–1714), stellte das Fürsterzbistum Salzburg ein Kontingent des Reichsheeres, das sich bei der [[Franz_Anton_Freiherr_von_Rehlingen#Die_Schlacht_um_Freiburg_im_Breisgau|Verteidigung der Festung Freiburg im Breisgau]] ([[1714]]) zu bewähren hatte. |
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| | Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik: | | Noch weit stärker geriet die Berührung in der Napoleonischen Zeit. Nach Jahrhunderten einer konstanten geistlichen Herrschaft wurde Salzburg zu einem Spielball der europäischen Politik: |
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| − | * Im Ersten (1792 – 1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799 – 1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember [[1800]] griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am [[10. Dezember]] verließ der letzte Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der [[Schlacht am Walserfeld]]. Dann errungenen Sieg über die österreichische Hauptarmee rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrter und Sammler [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der [[Alte Residenz|alten Residenz]] der [[Fürsterzbischof|Fürsterzbischöfe]] wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft. | + | * Im Ersten (1792–1797) und im Zweiten Koalitionskrieg (1799–1802) hatte Salzburg wieder ein Kontingent zum Reichsheer zu stellen. Im Dezember [[1800]] griff das Kriegsgeschehen auf Salzburg selbst über: Am [[10. Dezember]] verließ der letzte Fürsterzbischof [[Hieronymus Graf Colloredo]] vor den anrückenden Franzosen fluchtartig das Land, um nicht wiederzukehren. Zwischen [[12. Dezember|12.]] und [[14. Dezember]] 1800 kam es zum ersten großen Gefecht der Österreicher mit den Franzosen auf Salzburger Boden – der [[Schlacht am Walserfeld|Schlacht auf dem Walserfeld]]. Nach dem über die österreichische Hauptarmee errungenen Sieg rückten die Franzosen in die Stadt Salzburg ein. Salzburg erlebte zum ersten Mal in seiner Geschichte die Leiden der Unterdrückung durch eine fremde Besatzungsmacht. Dazu gehörte der Verlust von Kunstschätzen und anderen Kulturgütern: So musste der Naturforscher, Gelehrte und Sammler [[Carl Ehrenbert Freiherr von Moll]] seine Mineraliensammlung zugunsten der Pariser Bergakademie abtreten. Auch Teile der Einrichtung der [[Alte Residenz|alten Residenz]] der [[Fürsterzbischof|Fürsterzbischöfe]] wurde während der Besetzung der Franzosen nach Paris geschafft. |
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| − | * Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz, [[Tschechien#Mähren|Mähren]]) musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten. | + | * Ähnlich war das Schicksal Salzburgs, das jetzt ein weltliches [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]] war, im Dritten Koalitionskrieg ([[1805]]). Auf ihrem Vormarsch Richtung Wien besetzten die Franzosen auch Salzburg. Nach der kriegsentscheidenden Schlacht von Austerlitz ([[Tschechien#Mähren|Mähren]]) musste das Kaisertum Österreich große Gebietsverluste hinnehmen, erhielt aber das [[Herzogtum Salzburg]]. Die französischen Besatzungstruppen verließen am 25. Februar das Land, nachdem sie es ausgiebig geplündert hatten. |
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| − | * Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayrisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. Napoleon ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französische Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), einem Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten Kapuzinerpaters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs, Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich. | + | * Noch schlimmer kam es im [[General-Landesadministration#Historischer Hintergrund|Fünften Koalitionskrieg]] ([[1809]]): Am [[29. April]] wurde die Stadt von [[Bayern|Bayerisch]]-französischen Truppen unter Marschall [[François-Josephe Lefebvre]] besetzt. [[Napoleon]] ließ proklamieren, dass das Land Salzburg in seinem Namen zu verwalten sei. Unter französischer Leitung – ein Militärgouverneur (Brigadegeneral Baron Kisler), ein Kontributionseinheber und Intendant ([[Camille Périer]]) – wurde eine [[General-Landesadministration]] (administration générale du pays de Salzbourg) eingerichtet, die aus fünf hohen Salzburger Funktionären bestand. Die Franzosen richteten ihre Aufmerksam darauf, das Land finanziell auszupressen – die geforderte Kriegskontribution hatte die unerschwingliche Höhe von 5,300.000 [[Gulden]] – sowie die in den Gebirgsgauen aktiven [[Befreiungskrieg 1809|Befreiungskämpfer]] niederzuringen. Auf Initiative des kampferprobten [[Kapuziner]]<u></u>paters [[Joachim Haspinger]], eines Gefährten des Tiroler Bauernführers [[Andreas Hofer]], hatten auch die Salzburger zu den Waffen gegriffen. In den Kämpfen um den [[Pass Lueg]] zeichneten sich [[Joseph Struber]], der Wirt vom [[Stegenwald]], [[Anton Wallner]] aus [[Krimml]] und [[Johann Panzl]] aus [[Mühlbach im Pinzgau]] mit ihren Schützen besonders aus. Auch der [[Pass Strub]] war heiß umkämpft. Aber der Kampf blieb vergeblich. In dem am 14. Oktober 1809 geschlossenen Frieden von Schönbrunn musste [[Kaiser Franz I.]] das Land an Napoleon abtreten, der es als Tauschobjekt gegenüber dem verbündeten Bayern einsetzte – Napoleon war auch König von [[Italien]] und erwarb im Frieden von Schönbrunn weiters ua. Ober[[Kärnten|kärnten]] als Teil der neuen „Illyrischen Provinzen“ Frankreichs; Bayern hatte 1805 als Verbündeter Frankreichs Tirol gewonnen: Im Zuge des angestrebten französisch/italienisch-bayrischen Gebietsaustausches gelangte das Land Salzburg – ohne [[Matrei]] – an Bayern, das endlich am [[30. September]] [[1810]] die Verwaltung des geschundenen Landes übernahm. Nach dem Zusammenbruch des napoleonischen Herrschaftssystems kam Salzburg im Jahr 1816 wieder zu Österreich. |
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| | Als eine rare positive Auswirkung der französischen Herrschaft in Salzburg kann die Einführung von Hausnummern und [[Straßen der Stadt Salzburg|Straßennamen]] genannt werden. | | Als eine rare positive Auswirkung der französischen Herrschaft in Salzburg kann die Einführung von Hausnummern und [[Straßen der Stadt Salzburg|Straßennamen]] genannt werden. |
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| | === Elsass und Salzburg === | | === Elsass und Salzburg === |
| − | Der berühmte Arzt [[Paracelsus]] war zunächst nach Erlangung seiner Doktorwürde von 1524 bis 1525 als Arzt in Salzburg tätig, dann aber von [[1526]] bis [[1527]] in Straßburg, der heutigen Hauptstadt des Elsass. [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürzerzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]], der Salzburg wohl am meisten geprägt hatte, konnte sich über verwandtschaftliche Beziehungen schon als Zwölfjähriger eine Domherrenstelle in Konstanz verschaffen, der die Koadjutorswürde der Stifte Murbach (heute nur mehr Ruinenreste vorhanden) und Lüders im Elsass folgten<ref>Quelle [http://www.salzburgcoins.at/Landesfuersten/html/L07_wolfdietrich.htm www.salzburgcoins.at]</ref>. | + | Der berühmte Arzt [[Paracelsus]] war zunächst nach Erlangung seiner Doktorwürde von 1524 bis 1525 als Arzt in Salzburg tätig, dann aber von [[1526]] bis [[1527]] in Straßburg, der heutigen Hauptstadt des Elsass. [[Erzbischof#Fürsterzbischöfe|Fürzerzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]], der Salzburg wohl am meisten geprägt hatte, konnte sich über verwandtschaftliche Beziehungen schon als Zwölfjähriger eine Domherrenstelle in Konstanz verschaffen, der die Koadjutorswürde der Stifte Murbach (von dem heute nur mehr Ruinenreste vorhanden sind) und Lüders im Elsass folgten<ref>Quelle [http://www.salzburgcoins.at/Landesfuersten/html/L07_wolfdietrich.htm www.salzburgcoins.at]</ref>. |
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| − | Seit seiner Gründung [[1583]] gehört das [[Franziskanerkloster]] in der [[Stadt Salzburg]] zur alten Oberdeutschen Franziskaner-Rekollekten-Provinz („Provincia Argentina“). Diese wurde einem Reformzweig des Franziskanerordens zugerechnet und erstreckte sich früher vom Elsass im Nordwesten Europas über ganz Süddeutschland bis nach [[Böhmen]]. Es umfasste im Gebiet des [[Hochstift Salzburg|Hochstiftes Salzburg]] Kloster in in der Stadt Salzburg sowie die im Zuge der Rekatholisierung der Salzburger Gebirgsgaue [[1736]] gestiftete Missionsstation Hundsdorf (heute zum [[Caritas-Kinderdorf St. Anton]] in der Gemeinde [[Bruck an der Großglocknerstraße]] gehörend). | + | Seit seiner Gründung [[1583]] gehört das [[Franziskanerkloster]] in der [[Stadt Salzburg]] zur alten Oberdeutschen Franziskaner-Rekollekten-Provinz („Provincia Argentina“). Diese wurde einem Reformzweig des Franziskanerordens zugerechnet und erstreckte sich früher vom Elsass über ganz Süddeutschland bis nach [[Böhmen]]. Es umfasste im Gebiet des [[Erzstift Salzburg|Erzstiftes Salzburg]] das Kloster in der Stadt Salzburg sowie die im Zuge der Rekatholisierung der Salzburger Gebirgsgaue [[1736]] gestiftete Missionsstation Hundsdorf (heute zum [[Caritas-Kinderdorf St. Anton]] in der Gemeinde [[Bruck an der Großglocknerstraße]] gehörend). |
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| | Der Komponist und Organist [[Georg Muffat]] kam um 1645 in Schlettstadt im Elsass zur Welt. | | Der Komponist und Organist [[Georg Muffat]] kam um 1645 in Schlettstadt im Elsass zur Welt. |
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| | ==== Gegenwart ==== | | ==== Gegenwart ==== |
| − | Küchenchef und Haubenkoch [[Tobias Brandstätter]], [[Hotel Brandstätter]] in Salzburg-[[Liefering]] lernte unter anderem bei den Gebrüdern Haeberlin im Elsass<ref>Quelle [http://www.hotel-brandstaetter.com/de-restaurant-salzburg-koeche.htm www.hotel-brandstaetter.com], abgefragt am 24. Jänner 2013</ref>. | + | Küchenchef und Haubenkoch [[Tobias Brandstätter]], [[Hotel Brandstätter]] in Salzburg-[[Liefering]] lernte unter anderem bei den Gebrüdern Haeberlin im Elsass<ref>Quelle [http://www.hotel-brandstaetter.com/de-restaurant-salzburg-koeche.htm www.hotel-brandstaetter.com], abgefragt am 24. Jänner 2013</ref>. |
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| | [[Louis Langrée]], Chefdirigent der [[Camerata Salzburg]], stammt aus Muehlhausen im südlichen Elsass. | | [[Louis Langrée]], Chefdirigent der [[Camerata Salzburg]], stammt aus Muehlhausen im südlichen Elsass. |
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| − | Im Rahmen der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming]] ist das Oberelsass, Teil der Region Elsass, vom [[4. Februar|4.]] bis zum [[17. Februar]] [[2013]] mit einer touristischen und gastronomischen Botschaft auf dem Hauptplatz von Schladming vertreten. | + | Im Rahmen der [[FIS Alpine Ski WM 2013 Schladming]] war das Oberelsass, Teil der Region Elsass, vom [[4. Februar|4.]] bis zum [[17. Februar]] [[2013]] mit einer touristischen und gastronomischen Botschaft auf dem Hauptplatz von Schladming vertreten. |
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| | === Gegenwart: Franzosen in Salzburg === | | === Gegenwart: Franzosen in Salzburg === |
| | Die Zahl der Franzosen, die im [[Bundesland Salzburg]] leben, ist gering. im Jahr 2017 sind 392 französische Staatsbürger registriert, davon leben 226 in der Landeshauptstadt, 90 im [[Flachgau]], 76 in den übrigen Bezirken. | | Die Zahl der Franzosen, die im [[Bundesland Salzburg]] leben, ist gering. im Jahr 2017 sind 392 französische Staatsbürger registriert, davon leben 226 in der Landeshauptstadt, 90 im [[Flachgau]], 76 in den übrigen Bezirken. |
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| − | Im Tourismusjahr 2014/2015 kamen 55.181 Franzosen nach Salzburg 2015/2016 waren es mit 53.169 um 3,6 Prozent weniger; das war nur Platz 18 bzw. 19, hinter Israel und Saudi-Arabien. Im Schnitt bleiben Franzosen drei Nächte im Land Salzburg. | + | Im Tourismusjahr 2014/2015 kamen 55.181 Franzosen nach Salzburg, 2015/2016 waren es mit 53.169 um 3,6 Prozent weniger; das war nur Platz 18 bzw. 19, hinter Israel und Saudi-Arabien. Im Schnitt bleiben Franzosen drei Nächte im Land Salzburg. |
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| | ==== Honorarkonsulat ==== | | ==== Honorarkonsulat ==== |
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| | ==== Wirtschaftliche Beziehungen ==== | | ==== Wirtschaftliche Beziehungen ==== |
| − | Bei der Wirtschaftskammer Salzburg waren im Jahr 2017 148 Salzburger Firmen mit regelmäßigen Geschäftsbeziehungen zu Frankreich registriert.“ Waren im Wert von 354 Millionen Euro haben Salzburger Unternehmen im Jahr 2015 in die Französische Republik exportiert. Darunter befanden sich Baumaschinen, Krane, Baumaterialien, Holzmöbel, Zutrittssysteme, Medizintechnik, Kfz-Teile, Lebensmittel, Getränke und Sportartikel. Frankreich liegt damit an sechster Stelle der Exportländer der Salzburger Unternehmen. | + | Bei der [[Wirtschaftskammer Salzburg]] waren im Jahr 2017 148 Salzburger Firmen mit regelmäßigen Geschäftsbeziehungen zu Frankreich registriert. Waren im Wert von 354 Millionen Euro exportierten Salzburger Unternehmen im Jahr 2015 in die Französische Republik. Darunter befanden sich Baumaschinen, Krane, Baumaterialien, Holzmöbel, Zutrittssysteme, Medizintechnik, Kfz-Teile, Lebensmittel, Getränke und Sportartikel. Frankreich liegt damit an sechster Stelle der Exportländer der Salzburger Unternehmen. |
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| | Das AußenwirtschaftsCenter Paris sieht für heimische Unternehmen Chancen im französischen Markt – vor allem, wenn sie auf Mobilität, Biolebensmittel und Produkte für ältere Menschen spezialisiert sind. Zudem stehen Mode, Architektur, Design hoch im Kurs, außerdem Energieeffizienz und innovative Technologien für Fabriken und neue Materialien. | | Das AußenwirtschaftsCenter Paris sieht für heimische Unternehmen Chancen im französischen Markt – vor allem, wenn sie auf Mobilität, Biolebensmittel und Produkte für ältere Menschen spezialisiert sind. Zudem stehen Mode, Architektur, Design hoch im Kurs, außerdem Energieeffizienz und innovative Technologien für Fabriken und neue Materialien. |
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| | ==== Flugverbindungen ==== | | ==== Flugverbindungen ==== |
| − | Vier Mal pro Woche fliegt Eurowings seit Jänner 2017 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Sie sind gut ausgelastet. | + | Vier Mal pro Woche fliegt Eurowings seit Jänner 2017 nach Paris-Charles-de-Gaulle. Die Maschinen sind gut ausgelastet. |
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| | ===Personen mit Salzburgbezug === | | ===Personen mit Salzburgbezug === |
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| | ** [[Léopold Sédar Senghor]] (*1906; † 2001), Präsident des Senegal | | ** [[Léopold Sédar Senghor]] (*1906; † 2001), Präsident des Senegal |
| | ** [[Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin")]], Geliebte [[Napoleon]]s | | ** [[Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin")]], Geliebte [[Napoleon]]s |
| − | ** [[Geneviève Geffray]] (* 1945), Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]] der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Stiftung Mozarteum]] | + | ** [[Geneviève Geffray]] (* 1945), ehemalige Leiterin der [[Bibliotheca Mozartiana]] der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Stiftung Mozarteum]] |
| | ** [[Nicolas Marchand]] (* 1980), Salzburger Autor, Schauspieler und Regisseur mit Frankreichbezug | | ** [[Nicolas Marchand]] (* 1980), Salzburger Autor, Schauspieler und Regisseur mit Frankreichbezug |
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| | ===Präsident Macron in Salzburg === | | ===Präsident Macron in Salzburg === |
| − | Am [[23. August]] [[2017]] kam der neue französische Staatspräsident Emmanuel Macron mit Gattin nach Salzburg, um die [[Salzburger Festspiele]] zu besuchen. Sie wurden am [[Flughafen Salzburg|Flughafen]] von Bundeskanzler Christian Kern und dessen Frau Eveline Steinberger-Kern empfangen. In der Folge führte der Präsident Gespräche mit Bundeskanzler Kern sowie mit seinen Amtskollegen aus Tschechien und der Slowakei, während der französische Honorarkonsul Dr. [[Peter Lechenauer (Rechtsanwalt Altstadt)|Peter Lechenauer]] Brigitte Macron zum Damenprogramm begleiten durfte. | + | Am [[23. August]] [[2017]] kam der neue französische Staatspräsident [[Emmanuel Macron]] mit Gattin nach Salzburg, um die [[Salzburger Festspiele]] zu besuchen. Sie wurden am [[Flughafen Salzburg|Flughafen]] von Bundeskanzler Christian Kern und dessen Frau Eveline Steinberger-Kern empfangen. In der Folge führte der Präsident Gespräche mit Bundeskanzler Kern sowie mit seinen Amtskollegen aus [[Tschechien]] und der [[Slowakei]], während der französische Honorarkonsul Dr. [[Peter Lechenauer (Rechtsanwalt Altstadt)|Peter Lechenauer]] Brigitte Macron zum Damenprogramm begleiten durfte. |
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| | ===Sonstige=== | | ===Sonstige=== |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | * [[Benutzer:Peter Krackowizer]] | | * [[Benutzer:Peter Krackowizer]] |
| − | * [[Benutzer:Karl Irresberger|Karl Irresberger]] | + | * [[Benutzer:Karl Irresberger]] |
| | * Salzburgwiki-Beiträge | | * Salzburgwiki-Beiträge |
| − | * [http://salzburg.orf.at/news/stories/2530011/ salzburg.orf.at] | + | * [[ORF Salzburg]], 22.04.2012: [http://salzburg.orf.at/news/stories/2530011/ Frankreich-Wahl auch in Salzburg] |
| | * [[Salzburger Nachrichten]] vom 22./23. August 2017 | | * [[Salzburger Nachrichten]] vom 22./23. August 2017 |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
| | * [http://at.rendezvousenfrance.com/ Rendez-Vous en France], die Seite von Atout France, Französische Zentrale für Tourismus | | * [http://at.rendezvousenfrance.com/ Rendez-Vous en France], die Seite von Atout France, Französische Zentrale für Tourismus |
| − | * [https://mosaikreisen.wordpress.com/2015/02/24/atout-france-prasentierte-reise-neuigkeiten-2015-aus-frankreich/ Atout France präsentierte Reise-Neuigkeiten 2015 aus Frankreich] | + | * [https://mosaikreisen.wordpress.com/2015/02/24/atout-france-prasentierte-reise-neuigkeiten-2015-aus-frankreich/ Atout France präsentierte Reise-Neuigkeiten 2015 aus Frankreich] |
| − | * [http://www.reisemosaik.at/Frankreich Reiseinformationen über Frankreich sowie alle Regionen kurz beschrieben] | + | * reisemosaik.at: [http://www.reisemosaik.at/Frankreich Reiseinformationen über Frankreich sowie alle Regionen kurz beschrieben] |
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| | ==Fußnoten== | | ==Fußnoten== |