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Die '''Geschichte der Stadt Salzburg'''
=====Von der Steinzeit bis zur Römerzeit=====
Älteste Spuren der Besiedlung im heutigen Stadtgebiet finden sich auf dem [[Rainberg]] und dem [[Hellbrunner Berg]].
=====Von der Römerzeit bis zur Völkerwanderung=====
Während der [[Römer|römischen]] Besiedlung der Provinz [[Noricum]], wahrscheinlich aber schon früher, trug die [[Stadt Salzburg]] die Bezeichnung ''Iuvavum''. In [[Iuvavum]] entstanden im [[1. Jahrhundert]] und [[2. Jahrhundert]] nach Christus großzügige Plätze und an der heutigen [[Kaigasse]] ein imposanter Tempelbau zu Ehren des Gottes der Heilkunst, Asklepios. Die luxuriösen Bürgerhäuser im Bereich um den heutigen [[Salzburger Dom|Dom]] waren mit prachtvollen Mosaiken ausgestattet, verfügten über komfortable Warmluftheizungen (Hypokausten) und mehrteilige Badeanlagen. Eine römische Amphore, die auf dem [[Mozartplatz]] gefunden wurde, enthielt Reste von 24 verschiedenen Meeresfischen und einigen Krebsarten. Von der heutigen [[Alte Residenz|Residenz]] bis zum [[Bürgerspital]] erstreckte sich ein ausgedehntes Handwerkerviertel, in dem unter anderem Tongeschirr, Ziegel und Mosaiken produziert wurden. Der [[Festungsberg]] war von einem starken Wehrbau bekrönt. Im Verlauf umfangreicher Grabungen konnte eine Mauer aus der Zeit des Kaisers Aurelian freigelegt werden.
Als die [[Altstadt|Stadt Salzburg]] [[1861]] ihrem größten Sohn, [[Wolfgang Amadeus Mozart]], ein Denkmal setzte, stieß man beim Ausheben des Fundaments am [[Mozartplatz]] auf drei übereinander liegende Mosaikböden, von denen der oberste aus dem [[4. Jahrhundert]] n. Chr. die folgende, nur zum Teil erhaltene Inschrift trug: "''Hier wohnt das Glück, nichts Böses soll Zutritt finden''". Obwohl es Aufzeichnungen von diesem Mosaik gibt, ist es unauffindbar verschollen.
Damals allerdings waren Stadt und Land längst vom Glück und der wirtschaftlichen Blüte verlassen. Im Markomannenkrieg um [[170]] n. Chr. war Iuvavum völlig zerstört und anschließend nur in verkleinertem Umfang wieder aufgebaut worden. Seit dem [[3. Jahrhundert]] bildeten germanische Stämme, besonders die Alamannen, eine ständige Bedrohung. Zunächst wurden die Villen auf dem Lande aufgegeben, im [[5. Jahrhundert]] verödeten auch Teile von Iuvavum. Als der hl. [[Severin]] um [[470]] an die Salzach kam, hatte sich die Bevölkerung von Cucullis ([[Kuchl]]) wieder auf die befestigte Höhe des [[Georgenberg]]es zurückgezogen, die sie am Beginn der römischen Herrschaft verlassen musste. In Iuvavum fand Severin zwar eine blühende Christengemeinde und ein Kloster, bald darauf aber wurde die Stadt am [[Salzach]]ufer aufgegeben. Die Reste der romanischen Bevölkerung, die „Iuvavenser“, zogen sich auf die befestigten Höhen des Festungsbergs und des [[Nonnberg]]s zurück, wo sie die beiden "dunklen Jahrhunderte" der Völkerwanderung überdauerten.
=====Von der Völkerwanderung zur Romanik=====
Der Salzburger "Gründerheilige" und Landespatron [[Rupert von Worms|Rupert]], der einer vornehmen fränkischen Adelssippe entstammte, war gegen Ende des [[7. Jahrhundert]] Bischof von Worms. Der Gegensatz zu den neuen Machthabern, den karolingischen Hausmeiern, veranlasste ihn, einer Einladung des Bayernherzogs [[Theodo]] zu folgen. Nach einem Aufenthalt in Regensburg und einer vergeblichen Missionsreise an die Awarengrenze erhielt er um das Jahr [[696]] von Herzog Theodo die Reste der alten Römerstadt Iuvavum übertragen. Dort residierte auf dem Festungsberg der Herzogssohn und Mitregent Theodbert, und im Bereich der Altstadt hatten sich bayerische Siedler niedergelassen.
Rupert gründete mit Hilfe der romanischen Restbevölkerung das [[Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]], wobei er an ältere, noch lebendige kultische Traditionen anknüpfen konnte. Für die Mönche errichtete er eine stattliche Kirche, die wohl an der Stelle des heutigen [[Salzburger Dom|Doms stand]]. Im Auftrag Theodos weihte er [[713]]/[[715|15]] das adelige Damenstift auf dem [[Stift Nonnberg|Nonnberg]], das der Herzog als „Hauskloster“ seiner Familie errichtet und reich ausgestattet hatte. Als erste Äbtissin setzte Rupert seine Verwandte [[Erintrudis]] ein, die er aus seiner fränkischen Heimat nach Salzburg geholt hatte.
[[739]] wurde Salzburg Sitz eines Bischofes, [[798]] [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] und zur Metropole der Kirchenprovinz Bayern.
=====Name ''Salzburg'' taucht erstmals auf=====
Ein Bistum in Salzburg hat erst der hl. [[Bonifatius]] [[739]] im Auftrag des Papstes eingerichtet. Der deutsche Name ''Salzburg'' anstelle von ''Iuvavum'' wird in der um [[770]] verfassten Lebensbeschreibung des hl. [[Bonifatius]] erstmals genannt. Der Name ist abgeleitet vom [[Salzbergbau|Salz]] der Quellsalinen von [[Bad Reichenhall|Reichenhall]], die Herzog Theodo an Rupert geschenkt hatte, und von der [[Festung Hohensalzburg|Burg]] auf dem [[Festungsberg]]. Unter dem gelehrten Abt und Bischof [[Virgil]] ([[746]]/[[747|47]] - [[784]]), der aus Irland stammte, erlebte Salzburg eine erste große Blüte.
Die Stadt Salzburg wurde zu einem Zentrum der Kunst, Kultur und Literatur. In Salzburger Werkstätten entstanden Meisterwerke der Goldschmiedekunst, darunter der [[Tassilokelch]] von Kremsmünster, und mit dem prachtvollen Evangeliar des Angelsachsen Cutbercht begann die große Zeit der Salzburger Buchmalerei. [[Virgil]] errichtete einen fünfschiffigen [[Salzburger Dom|Dom]] von so imposanten Ausmaßen, dass dahinter der Einfluss Herzog Tassilos III. von Bayern vermutet wurde; er habe dieses Gotteshaus als Krönungskirche für das von ihm erstrebte Königtum konzipiert.
Virgil ließ zur Domweihe [[774]] die Gebeine des hl. [[Rupert von Worms]] überführen und sicherte damit das Andenken an den fast vergessenen Gründerheiligen. Rupert wurde in den folgenden Jahrhunderten zum Schutzpatron und zum Landesheiligen von Salzburg. Als Vermächtnis hat [[Virgil]] das berühmte [[Verbrüderungsbuch]] von [[Erzstift St. Peter|St. Peter]] hinterlassen, das in seinem Todesjahr [[784]] entstand und in St. Peter verwahrt wird.
Kaiser Otto III. verlieh [[996]] Erzbischof [[Hartwig]] das Recht, in Salzburg einen täglichen öffentlichen [[Salzburger Märkte|Markt]] abzuhalten, davon einen Zoll einzuheben und Silbermünzen nach Regensburger Gewicht, die "[[Salzburger Münze|Salzburger Pfennige]]", zu prägen. Damit wurde die Entwicklung Salzburgs zur Stadt eingeleitet. Am Beginn des [[12. Jahrhundert]]s waren mit einem Stadtrichter, mit Bürgern und einer Bürgerzeche sowie mit massiven Stadtmauern die wichtigsten Kennzeichen einer mittelalterlichen Stadt gegeben. Salzburg war die mit Abstand älteste Stadt auf dem Boden des heutigen Österreich.
=====Mittelalter=====
Als es zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und Papst Alexander III. zu einem schweren Zerwürfnis kam, wurden die Salzburger Erzbischöfe erneut zu Führern der päpstlichen Partei im Reich. Barbarossa verhängte [[1166]] über seinen Onkel, Erzbischof [[Konrad II. von Babenberg]], die Reichsacht, und ein Jahr später fiel die Stadt Salzburg einem verheerenden [[Brände|Brand]] zum Opfer, den angeblich die [[Grafen von Plain]] als kaiserliche Parteigänger gelegt hatten. Der Kaiser nahm [[1169]] Salzburg unter seine direkte Verwaltung und ließ [[1174]] seinen Neffen, Erzbischof [[Adalbert III.]], absetzen.
Erst nach dem Frieden von Venedig [[1177]] konnte [[Konrad III. von Wittelsbach]], der erste Kardinal in Salzburg, mit dem Wiederaufbau beginnen. Der [[1179]] - [[1198]] errichtete romanische [[Salzburger Dom|Dom]] zählte zu den größten und schönsten Kirchenbauten nördlich der Alpen. Von einem trotz der Kriegseinwirkungen ungebrochenen künstlerischen Schaffen zeugen Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der "Ministerialenkelch" aus [[Erzabtei St. Peter|St. Peter]] und das prachtvolle Antiphonar als Höhepunkt mittelalterlicher [[Buchmalerei]].
Bewaffnete Auseinandersetzungen innerhalb der Bürgerschaft waren [[1287]] der Anlass, das überkommene Stadtrecht zu kodifizieren - es entstand der [[Sühnebrief]]. [[Erzbischof]] [[Wolf Dietrich von Raitenau]] leitet in Salzburg eine fast zweihundert Jahre dauernde Phase ein, die der Stadt Salzburg eine grundlegende Umgestaltung und zahlreiche barocke Bauten bescheren sollte.
=====Die Neuzeit=====
Die Wirren der Franzosenkriege – Stadt und Land Salzburg haben darunter mehrfach zu leiden – und die daraus resultierenden politischen Umwälzungen führen [[1803]] zur Säkularisierung des geistlichen Fürstentums.
==Quelle==
* Salzburgwiki
[[Kategorie:Geschichte]]