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'''Edmund Molnar''' (* [[7. März]] [[1923]] in [[Hallein]]; † [[26. Mai]] [[1944]] in Berlin-Tegel, [[Deutschland]]) war ein Halleiner  Schlosser, der wegen sogenannter „Wehrkraftzersetzung“ vom [[Nationalsozialismus|NS-Regime]] zum [Tode verurteilt und hingerichtet wurde.  
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'''Edmund Molnar''' (* [[7. März]] [[1923]] in [[Hallein]]; † [[26. Mai]] [[1944]] in Berlin-Tegel, [[Deutschland]]) war ein Halleiner  Schlosser, der wegen sogenannter „Wehrkraftzersetzung“ vom [[Nationalsozialismus|NS-Regime]] zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.  
    
== Leben und Werk ==
 
== Leben und Werk ==
„''Das Schicksal des jungen Edmund  Molnar zeigt eindringlich, mit welcher Rück­sichts­losig­keit und Unerbittlich­keit die national­sozialistische Gewalt­herrschaft den einzelnen vernichten konnte.''“ So resümierte das Projekt [[Stolpersteine in der Stadt Hallein|Stolpersteine Hallein]] das kurze Leben des Schlossers, der aus einem [[Christlichsoziale Partei|christlich-sozial]] geprägten Elternhaus stammte. Molnars Vater war Tischlermeister und ein expliziter Gegner des Nationalsozialismus, der auch am [[10. April]] [[1938]] als einer von wenigen Halleinern gegen den sogenannte „[[Anschluss]]“ an [[Adolf Hitler|Hitler]]-[[Deutschland]] stimmte.
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„''Das Schicksal des jungen Edmund  Molnar zeigt eindringlich, mit welcher Rücksichtslosigkeit und Unerbittlichkeit die nationalsozialistische Gewaltherrschaft den einzelnen vernichten konnte.''“ So resümierte das Projekt [[Stolpersteine in der Stadt Hallein|Stolpersteine Hallein]] das kurze Leben des Schlossers, der aus einem [[Christlichsoziale Partei|christlich-sozial]] geprägten Elternhaus stammte. Molnars Vater war Tischlermeister und ein expliziter Gegner des Nationalsozialismus, der auch am [[10. April]] [[1938]] als einer von wenigen Halleinern gegen den sogenannten „[[Anschluss]]“ an [[Adolf Hitler|Hitler]]-[[Deutschland]] stimmte.
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Molnar absolvierte eine Lehre als Schlosser, musste zum Arbeitsdienst und schließlich zur Deutschen Wehrmacht einrücken. Im [[August]] [[1943]] befand er sich als Gefreiter der Panzerjäger-Ersatzabteilung 48 in Cilli (heute ''Celje'' in [[Slowenien]]) in der Untersteiermark und unterhielt er sich mit einigen seiner Kameraden. Es entwickelte sich ein politisches Streitgespräch, in dessen Rahmen Edmund Molnar zwei Bemerkungen über Hitler machte: die Mutter des Führers sei Jüdin gewesen und er werde, wenn er in einem Hotelzimmer ein Führerbild vorfinde, dieses abhängen. Ein Kamerad erstattete  Anzeige und Molnar wurde wegen Wehrkraftzersetzung verhaftet. Er wurde zuerst in die Wehrmachtshaftanstalt Graz überstellt und im folgenden Monat in das Wehrmachtsgefängnis Berlin-Tegel. Am [[16. November]] 1943 wurde er nach einer halbstündigen Verhandlung zum Tode verurteilt. Der Vorsitzende des Gerichts soll in seiner mündlichen Urteilsbegründung hervorgehoben haben, dass der Angeklagte bisher unbescholten gewesen sei, sich stets einwandfrei geführt habe und das Gericht daher einen etwaigen Gnadenverweis befürworten werde.
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Molnar absolvierte eine Lehre als Schlosser, musste zum Arbeitsdienst und schließlich zur [[Wehrmacht|deutschen Wehrmacht]] einrücken. Im [[August]] [[1943]] befand er sich als Gefreiter der Panzerjäger-Ersatzabteilung 48 in Cilli (heute ''Celje'' in [[Slowenien]]) in der Untersteiermark und unterhielt er sich mit einigen seiner Kameraden. Es entwickelte sich ein politisches Streitgespräch, in dessen Rahmen Edmund Molnar zwei Bemerkungen über Hitler machte: die Mutter des Führers sei Jüdin gewesen und er werde, wenn er in einem Hotelzimmer ein Führerbild vorfinde, dieses abhängen. Ein Kamerad erstattete  Anzeige und Molnar wurde wegen Wehrkraftzersetzung verhaftet. Er wurde zuerst in die Wehrmachtshaftanstalt Graz überstellt und im folgenden Monat in das Wehrmachtsgefängnis Berlin-Tegel. Am [[16. November]] 1943 wurde er nach einer halbstündigen Verhandlung zum Tode verurteilt. Der Vorsitzende des Gerichts soll in seiner mündlichen Urteilsbegründung hervorgehoben haben, dass der Angeklagte bisher unbescholten gewesen sei, sich stets einwandfrei geführt habe und das Gericht daher einen etwaigen Gnadenerweis befürworten werde.
    
Die Eltern Molnars erfuhren von der Verhaftung ihres Sohnes nicht durch die Behörden, sondern von einem Kameraden Edmunds, der ihnen am [[25. August]] 1943 schrieb: „''Sehr geehrter Herr Molnar! Ihr Sohn wird längere Zeit nicht in der Lage sein Ihnen zu schreiben. Bitte machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Er ist wegen einer Dummheit in Arrest. Werde Ihnen sobald ich Näheres weiß schreiben.''“ Der junge Schlosser beginnt in der Todeszelle ein Tagebuch zu schreiben, welches erhalten geblieben ist. Nicht nur die bevorstehende Hinrichtung, auch die häufigen Fliegerangriffe auf Berlin versetzten ihn in große Angst.
 
Die Eltern Molnars erfuhren von der Verhaftung ihres Sohnes nicht durch die Behörden, sondern von einem Kameraden Edmunds, der ihnen am [[25. August]] 1943 schrieb: „''Sehr geehrter Herr Molnar! Ihr Sohn wird längere Zeit nicht in der Lage sein Ihnen zu schreiben. Bitte machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Er ist wegen einer Dummheit in Arrest. Werde Ihnen sobald ich Näheres weiß schreiben.''“ Der junge Schlosser beginnt in der Todeszelle ein Tagebuch zu schreiben, welches erhalten geblieben ist. Nicht nur die bevorstehende Hinrichtung, auch die häufigen Fliegerangriffe auf Berlin versetzten ihn in große Angst.