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| | ** Ausbau der [[Großglockner Hochalpenstraße]], des [[Flughafen Salzburg|Flughafens Salzburg]], des Autobusverkehrs und der [[Gerlos Alpenstraße]] | | ** Ausbau der [[Großglockner Hochalpenstraße]], des [[Flughafen Salzburg|Flughafens Salzburg]], des Autobusverkehrs und der [[Gerlos Alpenstraße]] |
| | ** Bau des neuen, [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], der ihn fast sein Amt gekostet hätte | | ** Bau des neuen, [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]], der ihn fast sein Amt gekostet hätte |
| − | ** Schaffung des [[Salzburger Fremdenverkehrsförderungsfondsgesetz]]es | + | ** Schaffung des [[Tourismusförderungsfonds| Salzburger Fremdenverkehrsförderungsfonds]]gesetz]]es |
| | ** Bau der [[Untersbergseilbahn]] | | ** Bau der [[Untersbergseilbahn]] |
| | ** Erschließung [[Obertauern]]s als Skigebiet | | ** Erschließung [[Obertauern]]s als Skigebiet |
| | * Weitere Infrastrukturmaßnahmen betrafen die Elektrizitätsversorgung: | | * Weitere Infrastrukturmaßnahmen betrafen die Elektrizitätsversorgung: |
| − | ** Ausbau der Salzachstufe mit dem [[Kraftwerk Wagrain - St. Johann]], Neu- bzw. Ausbau des [[Kraftwerks Murfall|Kraftwerk Murfall]], des [[Speicherkraftwerk Rotgüldensee|Rotgüldensee-]] und des [[Kraftwerk Bärenwerk|Kraftwerks Bärenwerk]], | + | ** Ausbau der Salzachstufe mit dem [[Kraftwerk Wagrain - St. Johann]], Neu- bzw. Ausbau des [[Kraftwerks Murfall|Kraftwerks Murfall]], des [[Speicherkraftwerk Rotgüldensee| Kraftwerks Rotgüldensee-]] und des [[Kraftwerk Bärenwerk|Kraftwerks Bärenwerk]], |
| | ** Bau der Umspannwerke Hagenau, [[Angertal]], [[Mauterndorf]], | | ** Bau der Umspannwerke Hagenau, [[Angertal]], [[Mauterndorf]], |
| | ** Ausbau des Leitungsnetzes für die Stromversorgung, z.B. die Elektrifizierung des [[Radstädter Tauernpass|Tauernpasses]]. | | ** Ausbau des Leitungsnetzes für die Stromversorgung, z.B. die Elektrifizierung des [[Radstädter Tauernpass|Tauernpasses]]. |
| | * Auf dem Gebiet des Straßenbaus: | | * Auf dem Gebiet des Straßenbaus: |
| | ** Ausbau der [[Autobahn]] bis zur Landesgrenze, | | ** Ausbau der [[Autobahn]] bis zur Landesgrenze, |
| − | * [[Bundesstraße]]n im [[Gasteinertal]], im [[Mitterpinzgau]], in [[Höllbichl]] und im [[Salzkammergut]], | + | ** [[Bundesstraße]]n im [[Gasteinertal]], im [[Mitterpinzgau]], in [[Höllbichl]] und im [[Salzkammergut]], |
| | ** eine Reihe von [[Landesstraße]]n. | | ** eine Reihe von [[Landesstraße]]n. |
| | * Gründung oder Erhaltung industrieller oder gewerblicher Betriebe: | | * Gründung oder Erhaltung industrieller oder gewerblicher Betriebe: |
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| | Im Dienste dieser Aufbaupolitik standen auch etliche landesgesetzliche Maßnahmen, wie z.B. | | Im Dienste dieser Aufbaupolitik standen auch etliche landesgesetzliche Maßnahmen, wie z.B. |
| | *das Wohnbauförderungsfondsgesetz ([[LGBl]]. Nr. 29/1950) und das Wohnungsanforderungsgesetz ([[LGBl]]. Nr. 204/1949), | | *das Wohnbauförderungsfondsgesetz ([[LGBl]]. Nr. 29/1950) und das Wohnungsanforderungsgesetz ([[LGBl]]. Nr. 204/1949), |
| − | * das Bautenbegünstigungsgesetz 1953 (Gesetz über die zeitweilige Begünstigung von der Grundsteuer für Neu-, Um- und Einbauten, [[LGBl]]. Nr. 5/1953) und das Salzburger Bauerleichterungsgesetz 1959 ([[LGBl]]. Nr. 100/1959), | + | * das Bautenbegünstigungsgesetz 1953 (Gesetz über die zeitweilige Begünstigung Befreiung von der Grundsteuer für Neu-, Zu-, Auf-, Um- und Einbauten, [[LGBl]]. Nr. 5/19543) und das Salzburger Bauerleichterungsgesetz 1959 ([[LGBl]]. Nr. 100/1959), |
| − | das Salzburger Raumordnungsgesetz ([[LGBl]]. Nr. 19/1956) – das erste Raumordnungsgesetz eines österreichischen Bundeslandes, | + | * das Salzburger Raumordnungsgesetz ([[LGBl]]. Nr. 19/1956) – das erste Raumordnungsgesetz eines österreichischen Bundeslandes –, |
| − | die Salzburger Landesbauordnung ([[LGBl]]. Nr. 42/1952) oder | + | * die Salzburger Landesbauordnung ([[LGBl]]. Nr. 42/1952) oder |
| | * das Salzburger Naturschutzgesetz ([[LGBl]]. Nr. 45/1957 und 86/1977). | | * das Salzburger Naturschutzgesetz ([[LGBl]]. Nr. 45/1957 und 86/1977). |
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| | [[1961]] holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanz[[Bundesminister|minister]] in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: ''"Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."'' | | [[1961]] holte Bundeskanzler Alfons Gorbach den als Reformer geltenden Landeshauptmann als Finanz[[Bundesminister|minister]] in sein Regierungsteam. Klaus setzte eine harte Sparpolitik bei allen Bundesausgaben um. Sein Motto, welches er im Laufe der Zeiten oft zitierte, war: ''"Man kann nur ausgeben, was man einnimmt."'' |
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| − | Nach der Nationalratswahl im Jahre [[1962]] war er nicht mehr bereit, das Finanzministerium weiter zu führen. Ein Jahr später ([[1963]]) wurde Klaus in einer Kampfabstimmung gegen Heinrich Drimmel zum ÖVP-Bundesparteiobmann gewählt. Die damaligen "Parteireformer" der Volkspartei rund um Generalsekretär Hermann Withalm setzten schließlich durch, dass Kanzler Gorbach das Kanzleramt an Josef Klaus abgab. | + | Nach der [[Nationalratswahl]] im Jahre [[1962]] war er nicht mehr bereit, das Finanzministerium weiter zu führen. Ein Jahr später ([[1963]]) wurde Klaus in einer Kampfabstimmung gegen Heinrich Drimmel zum ÖVP-Bundesparteiobmann gewählt. Die damaligen "Parteireformer" der Volkspartei rund um Generalsekretär Hermann Withalm setzten schließlich durch, dass Kanzler Gorbach das Kanzleramt an Josef Klaus abgab. |
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| | So wurde Josef Klaus am [[2. April]] [[1964]] als Bundeskanzler einer Koalitionsregierung mit der [[SPÖ]] angelobt. Am [[6. März]] [[1966]] fand die elfte Nationalratswahl in der Geschichte der Republik Österreich statt. Stimmen- und mandatsstärkste Partei wurde die ÖVP unter Bundeskanzler Josef Klaus, die erstmals seit [[1945]] wieder eine absolute Mandatsmehrheit erringen konnte. | | So wurde Josef Klaus am [[2. April]] [[1964]] als Bundeskanzler einer Koalitionsregierung mit der [[SPÖ]] angelobt. Am [[6. März]] [[1966]] fand die elfte Nationalratswahl in der Geschichte der Republik Österreich statt. Stimmen- und mandatsstärkste Partei wurde die ÖVP unter Bundeskanzler Josef Klaus, die erstmals seit [[1945]] wieder eine absolute Mandatsmehrheit erringen konnte. |
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| | == Leistungen == | | == Leistungen == |
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| − | Josef Klaus gilt als "Reformkanzler" der Nachkriegszeit. Als Landeshauptmann und Bundeskanzler war er Kritiker des Proporzes und strebte eine Versachlichung der Politik an. Ferner holte er hauptsächlich Fachleute in die Bundesregierung und förderte den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik ("Aktion 20"). Zu seinen Verdiensten gehören die von ihm forcierten Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, sein Eintreten für die Einheit Europas unter Einbeziehung von Mittel- und Osteuropa und seine Entspannungspolitik in der [[Südtirol]]-Frage. | + | Josef Klaus gilt als "Reformkanzler" der [[Nachkriegszeit]]. Als Landeshauptmann und Bundeskanzler war er Kritiker des Proporzes und strebte eine Versachlichung der Politik an. Ferner holte er hauptsächlich Fachleute in die Bundesregierung und förderte den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik ("Aktion 20"). Zu seinen Verdiensten gehören die von ihm forcierten Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen mit der [[EU|EWG]], sein Eintreten für die Einheit Europas unter Einbeziehung von Mittel- und Osteuropa und seine Entspannungspolitik in der [[Südtirol]]-Frage. |
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| | == Privates == | | == Privates == |
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| − | Klaus war die gesamten sechs Kriegsjahre von [[1939]] bis [[1945]] als Soldat tätig, allerdings als Akademiker in Kanzleien und nicht als kämpfender Soldat. Erst unmittelbar vor Kriegsende musste Klaus in den Kampf und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. | + | Klaus war die gesamten sechs Kriegsjahre von [[1939]] bis [[1945]] als Soldat tätig, allerdings als Akademiker in Kanzleien und nicht als kämpfender Soldat eingesetzt. Erst unmittelbar vor Kriegsende musste Klaus in den Kampf und geriet in [[USA|amerikanische]] Kriegsgefangenschaft. |
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| | Josef Klaus lebte nach seiner Heirat ([[1936]]) mit seiner Ehegattin Erna in [[Hallein]]-[[Taxach]] in der so genannten ''Klaus-Villa''. Diese bewohnte er während seiner Zeit als Halleiner Vizebürgermeister und Salzburger Landeshauptmann. Später, als er in die Bundespolitik einstieg, wechselte er seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt Wien. | | Josef Klaus lebte nach seiner Heirat ([[1936]]) mit seiner Ehegattin Erna in [[Hallein]]-[[Taxach]] in der so genannten ''Klaus-Villa''. Diese bewohnte er während seiner Zeit als Halleiner Vizebürgermeister und Salzburger Landeshauptmann. Später, als er in die Bundespolitik einstieg, wechselte er seinen Wohnsitz in die Bundeshauptstadt Wien. |
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| | ==Ehrenbürgerschaft== | | ==Ehrenbürgerschaft== |
| − | * Dr. Josef Klaus wurde als Landeshauptmann für seine Verdienste um die Gemeinde [[Thalgau]] zum [[Ehrenbürger Gemeinde Thalgau|Ehrenbürger von Thalgau]] ernannt. Unter Anderem hatte er sich dafür eingesetzt, dass Thalgau bei der Erichtung der [[Westautobahn]] eine eigene Autobahnabfahrt erhielt. | + | * Dr. Josef Klaus wurde als Landeshauptmann für seine Verdienste um die Gemeinde [[Thalgau]] zum [[Ehrenbürger der Marktgemeinde Thalgau|Ehrenbürger von Thalgau]] ernannt. Unter Anderem hatte er sich dafür eingesetzt, dass Thalgau bei der Errichtung der [[Westautobahn]] eine eigene Autobahnabfahrt erhielt. |
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| | == Werke == | | == Werke == |
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| | [[Kategorie:Person (Recht)]] | | [[Kategorie:Person (Recht)]] |
| | [[Kategorie:Rechtsanwalt]] | | [[Kategorie:Rechtsanwalt]] |
| | + | [[Kategorie:Ehrenbürger]] |
| | + | [[Kategorie:Ehrenbürger der Marktgemeinde Thalgau]] |