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| | [[Datei:Nonntaler Hauptstraße 02.jpg |thumb|Nonntaler Hauptstraße Stocker Ansicht Nord nach Süd ]] | | [[Datei:Nonntaler Hauptstraße 02.jpg |thumb|Nonntaler Hauptstraße Stocker Ansicht Nord nach Süd ]] |
| | '''Nonntal''' ist ein Stadtteil im Süden der Stadt [[Salzburg]]. | | '''Nonntal''' ist ein Stadtteil im Süden der Stadt [[Salzburg]]. |
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| + | == Bevölkerung == |
| − | ==Allgemeines== | + | In Nonntal leben ([[2014]]) mehr als 6 000 Bewohner (Zählbezirke [[Mönchsberg]]-inneres Nonntal-[[Leopoldskroner Moos|Leopoldskron]] 1 117 und äußeres Nonntal-Freisaal 5 132). |
| − | Der Stadtteil wird im Osten durch den [[Hellbrunner Bach|Hellbrunner-Eschenbach]], im Norden den [[Festungsberg]] und im Westen den [[Hans-Donnenberg-Park]] begrenzt. Im Süden bildet die [[Friedhofsterrasse]] ([[Kommunalfriedhof]]) unter der [[Thumegger Straße]] die Grenze, im Südosten die [[Nonntaler Hauptstraße]]. Der Siedlungsraum von Nonntal umgreift dabei an drei Seiten den alten Landschaftsraum von [[Freisaal]] mit dem [[Schloss Freisaal]]. In Nonntal leben heute ([[2014]]) mehr als 6 000 Bewohner (Zählbezirke [[Mönchsberg]]-inneres Nonntal-[[Leopoldskroner Moos|Leopoldskron]] 1 117 und äußeres Nonntal-Freisaal 5 132).
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| − | == Sprachbegriff == | + | == Geographie == |
| − | Von vielen Anwendern wird behauptet, dass der Name "Nonntal" ein Indikator dafür wäre, ob jemand einheimisch oder zugewandert wäre. Gebürtige Salzburger fahren angeblich "nach Nonntal", Zuwanderer "ins Nonntal" bzw. Gebürtige wohnen angeblich "in Nonntal" und nicht "im Nonntal". In Wirklichkeit handelt es hier um zwei verschiedene Sprachregelungen, die beide legitim verwendet werden. Die ältere Sprachregelung ist wohl, nach Nonntal zu fahren, bzw. in Nonntal zu wohnen. Bis ins [[19. Jahrhundert]] wurde aber gar nicht von "Nonntal" gesprochen, sondern stets von der "Vorstadt Nonntal".
| + | Der Stadtteil wird im Osten durch den [[Hellbrunner Bach|Hellbrunner-Eschenbach]], im Norden den [[Festungsberg]] und im Westen den [[Hans-Donnenberg-Park]] begrenzt. Im Süden bildet die [[Friedhofsterrasse]] ([[Kommunalfriedhof]]) unter der [[Thumegger Straße]] die Grenze, im Südosten die [[Nonntaler Hauptstraße]]. Der Siedlungsraum von Nonntal umgreift dabei an drei Seiten den alten Landschaftsraum von [[Freisaal]] mit dem [[Schloss Freisaal]]. |
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| − | ==Geschichte== | + | === Nonntal in seinen Teilen === |
| − | Im Norden von Nonntal erhebt sich der [[Nonnberg]] mit dem [[Benediktinenstift Nonnberg]], das dem Stadtteil den Namen gab. Nonntal war schon in [[Kelten|keltischer]] Zeit besiedelt. Ein antik-[[Römer|römisches]] Haus wurde hier aus der Zeit der Erbauung [[Iuvavum]]s entdeckt. Im [[Mittelalter]] wohnten hier vor allem Dienstleute des Frauenstiftes (Knechte, Mägde, Wäscher, Schmiede, Bäcker, Müller, eben [[Dienstboten]], Handwerker usw.), zu denen sich im Zuge der Stadterweiterung bald auch viele [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] gesellten.
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| − | ==Die Nonnbergbastei oder Erentrudis Schanze==
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| − | : ''Hauptartikel: [[Nonnberg-Schanze]]''
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| − | [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] ließ [[1622]] bis [[1624]] eine [[Stadtbefestigungen|Bastion]] am linksseitigen Ufer der [[Salzach]] unterhalb des Nonnberges, die Nonnberg-Bastei oder Nonnberg-Schanze, errichten. Sie ist heute unterhalb des Benediktinenstift nur noch als [[Schanzlpark|kleine Schanzlbastei]] erhalten. Nächstgelegen stand einst die alte [[Fronfeste Stockhaus]], die gemeinsam mit einem Gutteil der Wehranlagen [[1906]] abgebrochen wurde, um Platz für das [[Justizgebäude]] zu schaffen.
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| − | ==Pfarrkirche St. Erhard==
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| − | : ''Hauptartikel: [[Pfarrkirche St. Erhard]]''
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| − | Die [[Gotik|gotische]] Erhardkapelle wird zuerst [[1404]] erwähnt. Das neben der Kapelle bestehende "Siechenhaus" für Pest- und Aussatzkranke wurde schon [[1310]] gestiftet. Die Kapelle war mit dem nächstliegenden [[Domkapitelspital St. Johann in Stubenberg|Erhardspital]] verbunden und so zuerst wesentlich als Spitalskirche genutzt. Sie war bereits dem hl. Erhard, dem wundertätigen Patron der Kranken und Armen, geweiht. Die Kapelle hatte sich zuletzt als recht baufällig (und zudem „unmodern“) erwiesen.
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| − | Von [[1685]] bis [[1689]] wurde unter Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] vom Architekten [[Giovanni Gaspare Zuccalli]] die heutige Erhardkirche im Stil des italienischen [[Barock]] erbaut. Sie besitzt eine beherrschende Tambourkuppel mit aufgesetzter Laterne, die von schlankeren Seitentürmen mit einem der Kuppel ähnelnden Helmaufsatz umrahmt wird. Das Eingangsportal ist als Portikus mit einer zweiflügeligen Treppe gestaltet und ähnelt so entfernt einem herrschaftlichen [[Renaissance]]-Schloss. Innen sind die prächtige hölzerne Kanzel von [[1727]] und vor allem der Hochaltar mit seinen beiden Seitenaltären zu erwähnen.
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| − | ==Nonntal in seinen Teilen==
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| | Nonntal gliedert sich in zwei Teile: | | Nonntal gliedert sich in zwei Teile: |
| − | * einen historischen Teil, das innere Nonntal, das zum [[Altstadterhaltungsgesetz|Altstadtschutzgebiet]] zählt und auch zum [[Weltkulturerbe]], und | + | * das innere Nonntal, einen historischen Teil, der zum [[Altstadterhaltungsgesetz|Altstadtschutzgebiet]] zählt und auch zum [[Weltkulturerbe]], und |
| − | * einen außerhalb gelegenen – heute ungleich größeren – Bereich, das äußere Nonntal | + | * das äußere Nonntal, einen weiter außerhalb gelegenen – heute ungleich größeren – Bereich, |
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| − | Das ''innere Nonntal'' zählte in fürsterzbischöflicher Zeit mit zum Weichbild der Stadt, in dem folgerichtig – trotz der Lage vor den Stadtmauern – das strenge Stadtrecht galt, das ''äußere Nonntal'' war dagegen in fürsterzbischöflicher Zeit nie Teil der Stadt. Die sichtbare Grenze zwischen innerem und äußerem Nonntal bildet die Mariensäule am Beginn der [[Fürstenallee]], die aus einem alten "Weichbildkreuz" hervorgegangen ist. | + | Das ''innere Nonntal'' zählte in fürsterzbischöflicher Zeit mit zum Weichbild der Stadt, in dem folgerichtig – trotz der Lage vor den Stadtmauern – das strenge Stadtrecht galt; das ''äußere Nonntal'' war dagegen in fürsterzbischöflicher Zeit nie Teil der Stadt. Die sichtbare Grenze zwischen innerem und äußerem Nonntal bildet die Mariensäule am Beginn der [[Fürstenallee]], die aus einem alten "Weichbildkreuz" hervorgegangen ist. |
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| | ===Das innere Nonntal=== | | ===Das innere Nonntal=== |
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| | Zwischen dem inneren und dem äußeren Nonntal steht heute eine Mariensäule, an deren Stelle zuvor ein Weichbildkreuz stand, das einst die Grenze der städtischen Gerichtsbarkeit anzeigte. Das äußere Nonntal war ursprünglich von verstreut liegenden Höfen (größtenteils im Eigentum des Benediktinenstifts Nonnberg) geprägt. Dichter bebaut wurde der Siedlungsraum im stadtnahen Teil schon seit der Zwischenkriegszeit. | | Zwischen dem inneren und dem äußeren Nonntal steht heute eine Mariensäule, an deren Stelle zuvor ein Weichbildkreuz stand, das einst die Grenze der städtischen Gerichtsbarkeit anzeigte. Das äußere Nonntal war ursprünglich von verstreut liegenden Höfen (größtenteils im Eigentum des Benediktinenstifts Nonnberg) geprägt. Dichter bebaut wurde der Siedlungsraum im stadtnahen Teil schon seit der Zwischenkriegszeit. |
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| − | ==Erwähnenswert== | + | == Etymologie == |
| − | * [[Erzbischöfliches Brunnhaus]] | + | Vielfach wird behauptet, dass die Verwendung des Wortes "Nonntal" ein Indikator dafür wäre, ob jemand einheimisch oder zugewandert wäre. Gebürtige Salzburger fahren angeblich "nach Nonntal" und Zuwanderer hingegen "ins Nonntal". Gebürtige Salzburger soll angeblich "in Nonntal" wohnen und Zuwanderer hingegen "im Nonntal". In Wirklichkeit handelt es hier um zwei verschiedene Sprachregelungen, die beide legitim verwendet werden. Die ältere Sprachregelung ist wohl, nach Nonntal zu fahren, bzw. in Nonntal zu wohnen. Bis ins [[19. Jahrhundert]] wurde aber gar nicht von "Nonntal" gesprochen, sondern stets von der "Vorstadt Nonntal". |
| − | * [[Soldatenfriedhöfe|Soldatenfriedhof]] | + | |
| − | * [[Villa Warsberg]]
| + | == Geschichte == |
| | + | Im Norden von Nonntal erhebt sich der [[Nonnberg]] mit dem [[Benediktinenstift Nonnberg]], das dem Stadtteil den Namen gab. Nonntal war schon in [[Kelten|keltischer]] Zeit besiedelt. Ein antik-[[Römer|römisches]] Haus wurde hier aus der Zeit der Erbauung [[Iuvavum]]s entdeckt. Im [[Mittelalter]] wohnten hier vor allem Dienstleute des Frauenstiftes (Knechte, Mägde, Wäscher, Schmiede, Bäcker, Müller, eben [[Dienstboten]], Handwerker usw.), zu denen sich im Zuge der Stadterweiterung bald auch viele [[Bürger der Stadt Salzburg|Salzburger Bürger]] gesellten. |
| | + | |
| | + | == Öffentliche Einrichtungen == |
| | + | * [[Neue Mittelschule Nonntal]] |
| | + | * [[Unipark Nonntal]] der [[Universität Salzburg]] |
| | + | * [[Volksschule Nonntal]] |
| | + | |
| | + | == Sehenswürdigkeiten == |
| | + | === Pfarrkirche St. Erhard === |
| | + | : ''Hauptartikel: [[Pfarrkirche St. Erhard]]'' |
| | + | Die [[Gotik|gotische]] Erhardkapelle wird zuerst [[1404]] erwähnt. Das neben der Kapelle bestehende "Siechenhaus" für Pest- und Aussatzkranke wurde schon [[1310]] gestiftet. Die Kapelle war mit dem nächstliegenden [[Domkapitelspital St. Johann in Stubenberg|Erhardspital]] verbunden und so zuerst wesentlich als Spitalskirche genutzt. Sie war bereits dem hl. Erhard, dem wundertätigen Patron der Kranken und Armen, geweiht. Die Kapelle hatte sich zuletzt als recht baufällig (und zudem „unmodern“) erwiesen. |
| | + | |
| | + | Von [[1685]] bis [[1689]] wurde unter Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] vom Architekten [[Giovanni Gaspare Zuccalli]] die heutige Erhardkirche im Stil des italienischen [[Barock]] erbaut. Sie besitzt eine beherrschende Tambourkuppel mit aufgesetzter Laterne, die von schlankeren Seitentürmen mit einem der Kuppel ähnelnden Helmaufsatz umrahmt wird. Das Eingangsportal ist als Portikus mit einer zweiflügeligen Treppe gestaltet und ähnelt so entfernt einem herrschaftlichen [[Renaissance]]-Schloss. Innen sind die prächtige hölzerne Kanzel von [[1727]] und vor allem der Hochaltar mit seinen beiden Seitenaltären zu erwähnen. |
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| | + | === Die Nonnbergbastei oder Erentrudis Schanze === |
| | + | : ''Hauptartikel: [[Nonnberg-Schanze]]'' |
| | + | [[Fürsterzbischof]] [[Paris Graf Lodron]] ließ [[1622]] bis [[1624]] eine [[Stadtbefestigungen|Bastion]] am linksseitigen Ufer der [[Salzach]] unterhalb des Nonnberges, die Nonnberg-Bastei oder Nonnberg-Schanze, errichten. Sie ist heute unterhalb des Benediktinenstift nur noch als [[Schanzlpark|kleine Schanzlbastei]] erhalten. Nächstgelegen stand einst die alte [[Fronfeste Stockhaus]], die gemeinsam mit einem Gutteil der Wehranlagen [[1906]] abgebrochen wurde, um Platz für das [[Justizgebäude]] zu schaffen. |
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| | + | === Bauten === |
| | + | : (alphabetisch) |
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| − | ==Bauten==
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| | * [[ARGEkultur Salzburg]] | | * [[ARGEkultur Salzburg]] |
| | * [[Jugendgästehaus Salzburg]] | | * [[Jugendgästehaus Salzburg]] |
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| | * [[Villa Berchtold]] | | * [[Villa Berchtold]] |
| | * [[Volksschule Nonntal]] | | * [[Volksschule Nonntal]] |
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| | + | === Erwähnenswert=== |
| | + | * [[Erzbischöfliches Brunnhaus]] |
| | + | * [[Soldatenfriedhöfe|Soldatenfriedhof]] |
| | + | * [[Villa Warsberg]] |
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| | + | <!--== Straßen == |
| | + | === wichtige Straßen === |
| | + | * zu ergänzen |
| | + | === alle Straßen und Wege === |
| | + | (alphabetisch) <br /> |
| | + | == Betriebe und Unternehmen == |
| | + | == Gesellschaft und Soziales == |
| | + | * |
| | + | == Kultur == |
| | + | * |
| | + | == Natur == |
| | + | * |
| | + | === Flora === |
| | + | * [[Freisaal]] |
| | + | * [[Linden bei Freisaal]] |
| | + | === Gewässer === |
| | + | * [[Hellbrunner Bach]] |
| | + | * [[ bach]] |
| | + | === Fauna === |
| | + | == Persönlichkeiten == |
| | + | : lebende |
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| | + | : verstorbene |
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| | + | === Ehrenbürger === |
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| | ==Ereignisse== | | ==Ereignisse== |
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| | * [http://de.wikipedia.org/wiki/Nonntal Wikipedia über Nonntal] | | * [http://de.wikipedia.org/wiki/Nonntal Wikipedia über Nonntal] |
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| − | ==Literatur und Quellen== | + | == Quellen == |
| | * [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Robert Hoffmann|Hoffmann, Robert]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg,'' [[Verlag Anton Pustet]], ISBN 3-7025-0340-4, Salzburg [[1969]] | | * [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]; [[Robert Hoffmann|Hoffmann, Robert]]: ''Geschichte der Stadt Salzburg,'' [[Verlag Anton Pustet]], ISBN 3-7025-0340-4, Salzburg [[1969]] |
| | * [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''Das Weichbild der Stadt Salzburg und seine Grenzkreuze,'' aus: "[[Bastei]]" – Zeitschrift für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 55. Jahrgang, 4. Folge, Salzburg [[2006]] | | * [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''Das Weichbild der Stadt Salzburg und seine Grenzkreuze,'' aus: "[[Bastei]]" – Zeitschrift für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 55. Jahrgang, 4. Folge, Salzburg [[2006]] |