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| − | Die '''Geschichte von Zell am See''' reicht in die Frühgeschichte zurück, die erste Erwähnung der Gründung als ''Cella in Bisontio'' erfolgte in der [[Notitia Arnonis]] im Jahr [[788]]/[[790]], das Marktrecht (als Pan- bzw. Bannmarkt) reicht in das frühe [[14. Jahrhundert]] zurück, [[1928]] wurde Zell am See zur Stadt erhoben. | + | Die '''Geschichte von Zell am See''' reicht in die Frühgeschichte zurück, die erste Erwähnung der Gründung als ''Cella in Bisontio'' erfolgte in der [[Notitia Arnonis]] im Jahr [[788]]/[[790]], das Marktrecht (als Pan- bzw. Bannmarkt) reicht in das frühe [[14. Jahrhundert]] zurück, [[1928]] wurde [[Zell am See]] zur Stadt erhoben. |
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| | == Die Anfänge == | | == Die Anfänge == |
| − | Die noch im [[8. Jahrhundert]] verwendete Ortsbezeichnung „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem [[Kelten|keltischen]] Volksstamm der [[Ambisonten]], bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der [[Ebenbergalm]], der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3 000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeografisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]], Nord-Süd-Verbindung über den [[Alpenhauptkamm]] mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am [[Hochtor]]) sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der [[Saumpfad|Saumhandel]] und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme im [[Mittelalter|Frühmittelalter]] nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen. | + | Die noch im [[8. Jahrhundert]] verwendete Ortsbezeichnung „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem [[Kelten|keltischen]] Volksstamm der [[Ambisonten]], [[Bronzezeit|bronzezeitliche]] Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der [[Ebenbergalm]], der Mittelstation und in [[Thumersbach]]) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste Besiedlung des Raumes um den [[Zeller See]] schon vor über 3 000 Jahren hin. Auch in der Zeit der [[Römer]] und der [[Völkerwanderung]] dürfte der verkehrsgeografisch günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege ([[Saalachtal]], [[Salzachtal]], Nord-Süd-Verbindung über den [[Alpenhauptkamm]] mit einem keltisch-römischen [[Passheiligtum Hochtor]] sicher von Interesse gewesen sein. Manches spricht dafür, dass der [[Saumpfad|Saumhandel]] und die damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme im [[Mittelalter|Frühmittelalter]] nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung eines „Klosters“ als Wirtschaftszelle (vergleichbar einem Hospiz) in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts dürfte damit im Zusammenhang stehen. |
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| | == Die bayerische Cella in Bisontio == | | == Die bayerische Cella in Bisontio == |
| − | Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] [[Notitia Arnonis]] (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des Marktplatzes (heute [[Stadtplatz (Zell am See)|Stadtplatz]]) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der Vogtturm im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden. | + | Die „Cella in Bisontio“ wird zwar in dem [[Salzburger Güterverzeichnis]] ''Notitia Arnonis'' (Aufzeichnungen des [[Arno]]) im Jahr [[788]]/[[790]] (frühere Jahresangaben wie [[740]], [[743]], [[748]] oder Zeitangaben wie „unter Bischof Johannes“ sind nicht belegbare Erfindungen) erstmals urkundlich erwähnt, der gesamte [[Pinzgau]] gehörte zur damaligen Zeit aber zum Herzogtum [[Bayern]], die territoriale Macht war auf mehrere einflussreiche bayerische Grafschaften verteilt. Die Stifter der Celle müssen daher im adeligen Umkreis des [[Bayernherzöge in Salzburg|Bayernherzogs]] [[Tassilo III.]] gesucht werden, auch der Herzog selbst kann als Gründer nicht ganz ausgeschlossen werden. Der Name ''Cella'' (Czel, Cell, Zell, …) setzte sich jedenfalls bald als Bezeichnung auch für die weltliche Ansiedlung durch, von der (früh-)mittelalterlichen Anlage des Marktplatzes (heute [[Stadtplatz (Zell am See)|Stadtplatz]]) blieb die Anordnung der Gebäude und hierbei insbesondere der [[Vogt- oder Kastnerturm|Vogtturm]] im Wesentlichen unverändert erhalten. Die Bauherren dieses stattlichen Turmes sind unbekannt, müssen aber jedenfalls auch in einflussreichen Adelsgeschlechtern (Herren von Pinzgowe?) gesucht werden. |
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| | == Die Kirche zum hl. Hippolyt== | | == Die Kirche zum hl. Hippolyt== |
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| | In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum. | | In der zweiten Hälfte des [[19. Jahrhundert]]s war auch in die Kunstszene verstärkt Bewegung gekommen, bekannte österreichische Künstler wie [[Thomas Ender]], [[Friedrich Gauermann]], [[Hubert Sattler]] und [[Edmund Höd]] genauso wie der Engländer [[Edward Theodore Compton]] und der in Zell beheimatete [[Karl Flieher]] faszinierten der Marktort und die „schaurig-schöne“ Hochgebirgslandschaft. Ihre Gemälde, Illustrationen, Stiche und Prospekte erreichten ein internationales Publikum. |
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| | + | Zell am See war zur damaligen Zeit ein sehr kleiner, bescheidener Markt mit 95 Häusern und geprägt durch Handel, Gewerbe, Fischerei und Landwirtschaft. Thumersbach-[[Erlberg]] (bis 1935) und [[Bruckberg]]-[[Schmitten]] (bis 1939) waren selbstständige Gemeinden. Der Zeller Bürger und Handelsmann [[Josef Dießbacher]] war bis 1850 [[Bürgermeister der Stadt Zell am See|Bürgermeister]] und trieb die Umgestaltung und Neuorganisation der Gemeindeverwaltung voran. |
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| | + | Nur bestimmte Bürger hatten das Wahlrecht. Glasermeister Johann Unterganschnigg wurde in die Zeller „Burgerschaft“ aufgenommen. Seine Nachkommen zählen heute zu den ältesten Zeller Familien, von denen es nur mehr wenige gibt. Riemermeister Josef Salzmann wurde in den Gemeinderat gewählt und kaufte als späterer Bürgermeister im Jahre 1860 den [[Zeller See]]. Weniger erfreulich war die Einführung des neuen „stabilen Grundsteuer- und Gebäudekatasters“. Sämtliche Grundstücke wurden vermessen, was dringend erforderlich war, weil ja zu diesem Zeitpunkt die Steuern im Wesentlichen aus dem Grundertrag berechnet wurden. Zehente sowie grund-, berg- und vogtherrliche Rechte wurden abgelöst und die Steuereinhebung allmählich modernisiert. |
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| | + | Der Zeller Pfarrer [[Mathias Englmayer]] (1842 – 1850) verfasste [[1848]] die erste „[[Chronik der Pfarre Zell am See in Pinzgau]]“, den Freunden der vaterländischen, besonders der heimatlichen Geschichte gewidmet. Pfarrer Englmayer schrieb sein Werk „''Historia est optima magistra hominum''“ (Geschichte ist die beste Lehrmeisterin der Menschen). Er hat damals als einer der wenigen Pinzgauer bestimmt auch die „[[Salzburger Zeitung]]“ gelesen. |
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| | + | 1848 übernahm „Franzl“, Kaiser [[Franz Joseph I.]], die Regierungsgeschäfte und heiratete 1854 seine „Sisi“, Kaiserin [[Elisabeth von Österreich|Elisabeth]]. Sie besuchte [[1885]] Zell am See, wohnte im [[Hotel Kaiserin Elisabeth am See|Hotel „Kaiserin Elisabeth am See“]] und bestieg zu Fuß zur Nachtzeit mit Begleitern in 2,5 Stunden die Schmittenhöhe. Auch Kaiser Franz Joseph I. besuchte unseren Hausberg und benützte für die Auffahrt ein vom Pferd gezogenes Schmittenhöhe-Wagerl. Der Kaiser übernachtete von [[11. Juli|11.]] auf [[12. Juli]] [[1893]] im Berghotel und war von der herrlichen Aussicht begeistert. Über die kaiserlichen Besuche berichtete man in Zeitungen im In- und Ausland und das war für die damalige „Zeller Sommerfrische“ eine „unbezahlbare“ Werbung<ref>{{Quelle PiN|5. März 2015}}</ref>. |
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| | ==Der Erste Weltkrieg== | | ==Der Erste Weltkrieg== |
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| | [[Kategorie:Geschichte]] | | [[Kategorie:Geschichte]] |
| | [[Kategorie:Pinzgau]] | | [[Kategorie:Pinzgau]] |
| − | [[Kategorie:Zell am See|!]] | + | [[Kategorie:Zell am See|!|Geschichte Zell am See]] |