Kobler-Spängler-Briefe von 1883 bis 1884: Unterschied zwischen den Versionen

 
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==== Brief ohne Datierung von Katharina Arrigler an Franziska Spängler ====
==== Brief ohne Datierung [ca. 1883/1885] von Katharina Arrigler an Franziska Spängler ====
Briefbogen mit Klebebildchen Mädchen und Junge, ohne Datum [ca. 1883/1885], von [[Katharina Arrigler]] an Franziska Spängler (* 1877):<br />''Liebe Franzl! Ich muß dir ein paar Zeilen schreiben u. danken für die Freude die du mir mit den Strumpfbändern gemacht hast, hättest du nur mein überraschtes Gesicht gesehen, du hättest gelacht. Allen zeige ich sie u. bin stolz, daß ich eine so fleißige Enkelin habe. sie sind recht schön gestrickt gehäkelt u. auch sehr schön mas[c]hen kriegst du, du wußtest schon, daß ich sie recht nothwendig brauche. die Meinen waren schon recht schlecht u. das Eine verlor ich neulich im Minnbel [Mirabell-?] Garten. denkst du noch an Salzburg, wir wünschen sehr oft, daß du wieder bei der Küchenthür herein kämmst. und freuen uns schon wieder auf Euch, dan[n] kannst du deine Schwestern zu uns führen. Gib der Toni, Roserl u. Hannile<ref>Johanna Spängler (* 1882); damit ergibt sich eine Datierung des Briefes vor der Geburt von Otto (* 1886)</ref> Bußerl von mir ich lasse ihnen danken für ihre Wünsche. so wie ich auch noch dir danke, für deine liebe Gratulation, die habe ich mir aufgehoben, ja liebe Franzl, du hast mir eine große [unterstrichen] Freude gemacht, wenn ich dir nur auch eine Freude machen könnte. Jetzt mußt du dich wohl auf das Christkind freuen, und es hat für dich vielleicht bestellt. Nun leb wohl liebe Franzl es grüßt dich / deine / dich liebende Großmutter. / Viele Grüße von den Tanten.''
Briefbogen mit Klebebildchen Mädchen und Junge, ohne Datum [ca. 1883/1885], von [[Katharina Arrigler]] an Franziska Spängler (* 1877); [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung:<br />
''Liebe Franzl! Ich muß dir ein paar Zeilen schreiben u. danken für die Freude die du mir mit den Strumpfbändern gemacht hast, hättest du nur mein überraschtes Gesicht gesehen, du hättest gelacht. Allen zeige ich sie u. bin stolz, daß ich eine so fleißige Enkelin habe. sie sind recht schön gestrickt gehäkelt u. auch sehr schön mas[c]hen kriegst du, du wußtest schon, daß ich sie recht nothwendig brauche. die Meinen waren schon recht schlecht u. das Eine verlor ich neulich im Minnbel'' [Mirabell-?] ''Garten. denkst du noch an Salzburg, wir wünschen sehr oft, daß du wieder bei der Küchenthür herein kämmst. und freuen uns schon wieder auf Euch, dan[n] kannst du deine Schwestern zu uns führen. Gib der Toni, Roserl u. Hannile<ref>Johanna Spängler (* 1882); damit ergibt sich eine Datierung des Briefes vor der Geburt von Otto (* 1886)</ref> Bußerl von mir ich lasse ihnen danken für ihre Wünsche. so wie ich auch noch dir danke, für deine liebe Gratulation, die habe ich mir aufgehoben, ja liebe Franzl, du hast mir eine große [unterstrichen] Freude gemacht, wenn ich dir nur auch eine Freude machen könnte. Jetzt mußt du dich wohl auf das Christkind freuen, und es hat für dich vielleicht bestellt. Nun leb wohl liebe Franzl es grüßt dich / deine / dich liebende Großmutter. / Viele Grüße von den Tanten.''


Zwei Fotos oben.
Zwei Fotos oben.
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[[Datei:Welser Anzeiger, 2. August 1884.jpg|thumb| Beilage zum Welser Anzeiger vom 2. August 1884 (Ausschnitt).]]
[[Datei:Welser Anzeiger, 2. August 1884.jpg|thumb| Beilage zum Welser Anzeiger vom 2. August 1884 (Ausschnitt).]]


''Montag 4/8. 2 ½ Uhr Nachm. // Hier erwarteten uns Emma u Minna, die auch für einen Wagen gesorgt hatten. // Gegen 6 Uhr kamen wir in die / Wohnung. Großmutter begrüßte uns freundlich, von Tomaselli<ref>[[Café Tomaselli]]; die Großmutter [[Franziska Kobler]] wohnte zu dieser Zeit, spätestens seit Juli 1881, im Nachbarhaus, [[Alter Markt]] Nr. 10, wo sie auch 1886 starb.</ref> wurde Kafe geholt und wir erquikten uns Alle daran. Nachdem der meiste Eisenbahnruß abgeputzt war, pa[c]kten Kathi und ich gleich Alles aus, und richteten uns häuslich ein. Nach Tisch ging ich gleich zu Otto ([[Otto Spängler]]; Anm.). Alle grüßen herzlich[.] Sonntag war in der Mirabell-Kapelle ([[Mirabellkapelle]]; Anm.) die Trauung der Anna Stielitz [?] [.] Durch Lida’s Güte kam ich auch in die Kirche. Anna sah allerliebst aus. Lida<ref>"Lida", verheiratet Guttenberg, ist eine enge Freundin von Fanni, auch eine frühe Spängler-Bekanntschaft, und wird häufig in den Briefen seit 1860 genannt.</ref> ist mit den Kindern allein hier, doch wird Hermann nachkommen. Sie bleiben bis Ende August. Wir freuen uns sehr, daß wir heuer wieder zusammen sind. Das Wetter ist herrlich. / Samstag Nachmittag ging ich mit den Schwestern und 3 Kindern nach [[Leopoldskron]]. Dort sah ich Tante Pepi /: so rund wie immer :/ und Vetter Julius sammt seinen Kindern. Gestern fuhr ich mit Kathi und den Kindern nach [[Hellbrunn]], Mutter u Schwestern<ref>Fannis Halbgeschwister aus der zweiten Ehe von [[Richard Franz Schlegel]]</ref> kamen zu Fuß nach. Herunter mußte Alles zu Fuß gehen, da nur sehr wenige Stellwägen fuhren. Denke dir, Hanna<ref>Johanna (* 16. Mai 1882; verheiratet Holzapfel)</ref> ist mit uns zu Fuß von Hellbrunn gegangen, es waren kaum 5 Minuten, daß ich sie trug. Sie kam ganz lustig an und ist heute gar nicht müde. // ''
''Montag 4/8. 2 ½ Uhr Nachm. // Hier erwarteten uns Emma u Minna, die auch für einen Wagen gesorgt hatten. // Gegen 6 Uhr kamen wir in die / Wohnung. Großmutter begrüßte uns freundlich, von Tomaselli<ref>[[Café Tomaselli]]; die Großmutter [[Franziska Kobler]] wohnte zu dieser Zeit, spätestens seit Juli 1881, im Nachbarhaus, [[Alter Markt]] Nr. 10, wo sie auch 1886 starb.</ref> wurde Kafe geholt und wir erquikten uns Alle daran. Nachdem der meiste Eisenbahnruß abgeputzt war, pa[c]kten Kathi und ich gleich Alles aus, und richteten uns häuslich ein. Nach Tisch ging ich gleich zu Otto ([[Otto Spängler]]; Anm.). Alle grüßen herzlich[.] Sonntag war in der Mirabell-Kapelle ([[Mirabellkapelle]]; Anm.) die Trauung der Anna Stielitz [?] [.] Durch Lida’s Güte kam ich auch in die Kirche. Anna sah allerliebst aus. Lida<ref>"Lida", verheiratet [[von Guttenberg]], ist eine enge Freundin von Fanni, auch eine frühe Spängler-Bekanntschaft, und wird häufig in den Briefen seit 1860 genannt.</ref> ist mit den Kindern allein hier, doch wird Hermann nachkommen. Sie bleiben bis Ende August. Wir freuen uns sehr, daß wir heuer wieder zusammen sind. Das Wetter ist herrlich. / Samstag Nachmittag ging ich mit den Schwestern und 3 Kindern nach [[Leopoldskron]]. Dort sah ich Tante Pepi /: so rund wie immer :/ und Vetter Julius sammt seinen Kindern. Gestern fuhr ich mit Kathi und den Kindern nach [[Hellbrunn]], Mutter u Schwestern<ref>Fannis Halbgeschwister aus der zweiten Ehe von [[Richard Franz Schlegel]]</ref> kamen zu Fuß nach. Herunter mußte Alles zu Fuß gehen, da nur sehr wenige Stellwägen fuhren. Denke dir, Hanna<ref>Johanna (* 16. Mai 1882; verheiratet Holzapfel)</ref> ist mit uns zu Fuß von Hellbrunn gegangen, es waren kaum 5 Minuten, daß ich sie trug. Sie kam ganz lustig an und ist heute gar nicht müde. // ''


''Heute Vormittag war ich mit allen 4 Mädchen im Curhausener Kultur Bad<ref>[[Kurhaus Salzburg (historisch)]]</ref>. Die Bäder thun meinen Füßen sehr gut. / '' [drittes Blatt:] ''Soweit wäre Alles schön und gut, wenn nur du auch hier wärest. Wie sehr freue ich mich auf dein Kommen! Denkst du doch manchmal an mich? Die Kinder und viele Bekannte grüßen dich, Hanna schickt Bußerl. Hanna war anfangs scheu, wird aber schon zutraulich. // Der Bub ist das beliebteste Spielwerk meiner Schwestern. Die 3 Großen wollen immer bei'' [unterstrichen:] ''der Tante stricken. // Heute habe ich zwei Karten auf einmal bekommen, dafür keine am Samstag. Plage dich nur nicht zu sehr, grüße Alle, die um uns fragen bestens und behalte mich lieb! / Wenn ich nur für die wenigen Tage deines Urlaubes dir so schönes Wetter sichern könnte, wie ich je[t]zt habe! // Ich schließe diesen etwas länglichen Brief mit der Bitte behalte lieb deine Alte.''
''Heute Vormittag war ich mit allen 4 Mädchen im Curhausener Kultur Bad<ref>[[Kurhaus Salzburg (historisch)]]</ref>. Die Bäder thun meinen Füßen sehr gut. / '' [drittes Blatt:] ''Soweit wäre Alles schön und gut, wenn nur du auch hier wärest. Wie sehr freue ich mich auf dein Kommen! Denkst du doch manchmal an mich? Die Kinder und viele Bekannte grüßen dich, Hanna schickt Bußerl. Hanna war anfangs scheu, wird aber schon zutraulich. // Der Bub ist das beliebteste Spielwerk meiner Schwestern. Die 3 Großen wollen immer bei'' [unterstrichen:] ''der Tante stricken. // Heute habe ich zwei Karten auf einmal bekommen, dafür keine am Samstag. Plage dich nur nicht zu sehr, grüße Alle, die um uns fragen bestens und behalte mich lieb! / Wenn ich nur für die wenigen Tage deines Urlaubes dir so schönes Wetter sichern könnte, wie ich je[t]zt habe! // Ich schließe diesen etwas länglichen Brief mit der Bitte behalte lieb deine Alte.''
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==== Brief vom 26. November 1884 von Therese von Lürzer an Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
==== Brief vom 26. November 1884 von Therese von Lürzer an Franz Spängler ====
[[Datei:Brief vom 26. November 1884 Seite 4.JPG|thumb|Der Brief vom 26. November 1884.]]
[[Datei:Brief vom 26. November 1884 Seite 4.JPG|thumb|Der Brief vom 26. November 1884.]]
ein Briefbogen; / = Seitenwechsel; [?] unsicher Lesart; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.<br />
Brief vom 26. November 1884 von Therese von Lürzer an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Briefbogen; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = unsichere Lesart; vgl. den Brief vom 1. Dezember 1881 mit weiteren Hinweisen.<br />
''Hall den 26 November 1884 Theurer Lieber Franz Es hat mich wirklich sehr erfreut von dir ein Briefchen erhalten zu haben, mit den herzlichen Glückswünschen zum Namenstag, ich wünsche sie dir eben so jnnig zurük zu deinen komenden hohen Namensfest, möge Gott mir die Kraft in die Henden legen, dir / das zu sagen, alle diese freundlich wünschen mit welchen deine Seelige liebe Mutter, aber Sie wird mit Mutte[r] in [?] Liebe auf dich lieber Franz u All deine Lieben herab blicken. Gott erhalte dich u All deine lieben Angehörigen gesund u zufrieden, u Gottes reichen [Segen] möge Euch / zu theil werden[.] Beware mir ein freundliches andenken. Es freut mich daß Ihr Euch alle wohl befindet, auch mir geht es so ziemlich gut wie es ein so hohes Alter erlaubt, u dazu noch Gicht leidend, wo man leider jede witterungs Änderung fühlen muß, wo ich dan bald da bald dort Schmerzen fühle, doch so lange ich in die Kirche gehen kann danke / ich meinen guten Gott. Es würde mich wohl recht herzlich freuen, wen du einmal herein herein kämest auch mich ein mal besuchest u alle in Insbruck. Ich wünsche Euch ein gutes Neujahr, weil meine Hand so zittert kömmt mich das schreiben hart an, um auf Neujahr wieder zu schreiben. Wie werden sich deine lieben Kinder auf den schönen Cristbaum freuen. Lieber Franz lebe nun recht wohl u bleibe deiner alten treuen Tante immer freundlich, wie auch deine liebe Frau, ich bete Täglich für Euch. Ich küsse Euch im Geist'' [auf der Seite oben umgekehrt:] ''Eure Euch liebende Theres[e] von Lürzer''
''Hall den 26 November 1884 Theurer Lieber Franz Es hat mich wirklich sehr erfreut von dir ein Briefchen erhalten zu haben, mit den herzlichen Glückswünschen zum Namenstag, ich wünsche sie dir eben so jnnig zurük zu deinen komenden hohen Namensfest, möge Gott mir die Kraft in die Henden legen, dir / das zu sagen, alle diese freundlich wünschen mit welchen deine Seelige liebe Mutter, aber Sie wird mit Mutte[r] in [?] Liebe auf dich lieber Franz u All deine Lieben herab blicken. Gott erhalte dich u All deine lieben Angehörigen gesund u zufrieden, u Gottes reichen [Segen] möge Euch / zu theil werden[.] Beware mir ein freundliches andenken. Es freut mich daß Ihr Euch alle wohl befindet, auch mir geht es so ziemlich gut wie es ein so hohes Alter erlaubt, u dazu noch Gicht leidend, wo man leider jede witterungs Änderung fühlen muß, wo ich dan bald da bald dort Schmerzen fühle, doch so lange ich in die Kirche gehen kann danke / ich meinen guten Gott. Es würde mich wohl recht herzlich freuen, wen du einmal herein herein kämest auch mich ein mal besuchest u alle in Insbruck. Ich wünsche Euch ein gutes Neujahr, weil meine Hand so zittert kömmt mich das schreiben hart an, um auf Neujahr wieder zu schreiben. Wie werden sich deine lieben Kinder auf den schönen Cristbaum freuen. Lieber Franz lebe nun recht wohl u bleibe deiner alten treuen Tante immer freundlich, wie auch deine liebe Frau, ich bete Täglich für Euch. Ich küsse Euch im Geist'' [auf der Seite oben umgekehrt:] ''Eure Euch liebende Theres[e] von Lürzer''


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[[Kategorie:Geschichte (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Korrespondenz]]
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