Kobler-Spängler-Briefe von 1872: Unterschied zwischen den Versionen

 
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''Am Abend des 1. Jänner unternahm ich nicht mehr viel, erst ordnete ich mein Schmuckkästchen das ziemlich in Unordnung gerathen war, nach Tisch las ich ein wenig und begab mich bald nach 9 Uhr zu Bette. Gestern begann ich wieder mein Alltagsleben, indem ich Vormittags bügelte und Nachmittag die englische Conversation besuchte. Abends war ich bei Lida, und ging wieder ziemlich früh zu Bette. Meine gestrige Postkarte hast du hoffentlich erhalten, deine bekam ich erst heute früh und zu Mittag 2 Uhr deinen Brief. Hoffentlich werden sich nun die Briefe wieder regelmäßig folgen. Ich freue mich schon recht bald wieder von dir zu hören! Willi G: war heute noch bei mir, er läßt dich vielmals grüßen. Heut früh schrieb ich an Maria Gutenberg. – Mit dem Siegel dieses Briefes weihe ich feierlichst meinen neuen Siegelring ein, bitte daher dem Siegel auch die gehörige Aufmerksamkeit zu widmen. Emmas'' [Seehofer, Anm.] ''Hochzeit wird doch gegen Ende Februar stattfinden können. Hr: Wahl schrieb mir gestern einige Zeilen wo sie bedauert unsern Besuch versäumt zu haben und dich vielmals grüßt. Mit herzlichem Lebewo[h]l deine treue Fanni. – Großmutter grüßt.''
''Am Abend des 1. Jänner unternahm ich nicht mehr viel, erst ordnete ich mein Schmuckkästchen das ziemlich in Unordnung gerathen war, nach Tisch las ich ein wenig und begab mich bald nach 9 Uhr zu Bette. Gestern begann ich wieder mein Alltagsleben, indem ich Vormittags bügelte und Nachmittag die englische Conversation besuchte. Abends war ich bei Lida, und ging wieder ziemlich früh zu Bette. Meine gestrige Postkarte hast du hoffentlich erhalten, deine bekam ich erst heute früh und zu Mittag 2 Uhr deinen Brief. Hoffentlich werden sich nun die Briefe wieder regelmäßig folgen. Ich freue mich schon recht bald wieder von dir zu hören! Willi G: war heute noch bei mir, er läßt dich vielmals grüßen. Heut früh schrieb ich an Maria Gutenberg. – Mit dem Siegel dieses Briefes weihe ich feierlichst meinen neuen Siegelring ein, bitte daher dem Siegel auch die gehörige Aufmerksamkeit zu widmen. Emmas'' [Seehofer, Anm.] ''Hochzeit wird doch gegen Ende Februar stattfinden können. Hr: Wahl schrieb mir gestern einige Zeilen wo sie bedauert unsern Besuch versäumt zu haben und dich vielmals grüßt. Mit herzlichem Lebewo[h]l deine treue Fanni. – Großmutter grüßt.''


"Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.
"Lida" [verheiratet] [[von Guttenberg]], enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.
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Brief vom 9. Jänner 1872 von Fanni Schlegel, [[Franziska Spängler]], an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]: ''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien'' [Franz Spängler:] ''LVII erh 10/1 1872 beantw 11/1''; [Ergänzung]:<br /> ''Salzburg, 9. Jänner 1872. ¾ 6 Uhr Ab[en]ds. Mein lieber Franz! Heimkommend von meinem Besuche bei Zeller fand ich deine Liebesgabe und sitze nun fast eine halbe Stunde da, bereit, diese Zeilen an dich zu schreiben und blättere doch immer wieder neugierig im "Liebesfrühling"'' [Gedichtsammlung, Anm.] ''. Tausend Dank du Lieber, für Buch und Brief, welche mir so große Freude machen! Du hast meine kleine Büchersammlung schon mit so viel Schönem bereichert, ich habe deine Bücher vor mir liegen, und erfreue mich an ihrem Anblick. Von morgen an werde ich gewißenhaft täglich drei Gedichte lesen. Die von dir bezeichneten habe ich in aller Eile großentheils angesehen und mehrere wunderhübsch gefunden. Besonders lieb finde ich auch N:XIX, 5 ter Strauß. Auch N:75 ist reizend. 4:Strauß N:66 ist sehr wahr. Lida glaubt nun auch, daß wir uns wirklich lieb haben und freut sich darüber. Wie würde ich mich freuen, wenn sie in gleiche Lage mit mir käme. Sie hat doch so viel Anspruch auf das Glück, soll sie es nicht so finden, wie es nun einmal unsere Bestimmung ist? Wie oft mache ich mir diese Gedanken. Wenn N: 33, I. Strauß, mir Antwort auf jene Frage sein soll deren ich mich sehr gut erinnere, so kann ich nur freylich wünschen du mögest all das Liebe und Gute, dessen Besi[t]z deine Liebe mir zuschreibt, auch an mir finden. Gewiß, ich wünsche oft, viel besser klüger und schöner zu sein, damit ich dir gefalle und genüge. Besser zu werden, will ich mich redlich bemühen, im Übrigen mußt du eben so mit mir vorlieb nehmen. Auf die Wiener Reise nehme ich natürlich das Buch mit, da können wir dann auch mitsammen lesen. Vor gestern über [in] 12 Wochen! 8. April'' [Hochzeitstermin, Anm.] '', hast du schon nachgerechnet? Wenn wir nur Alles fertig kriegen! Die Aussicht, daß wir künftigen Sommer ruhig in Mödling sein können ist mir ganz angenehm. Wenn eine Übersiedlung dann notwendig wird habe ich mir wenigstens unsere kleine Wirthschaft schon eingerichtet. Bei Zeller geht es nicht sehr gut. Papa hat seine bekannten Anfälle von Athemnoth, und heute liegt die arme Mama, sie hat sich verkühlt, dazu kommen von Stiebitz keine guten Nachrichten. Emma [Seehofer] sagte mir, daß der Arme nicht nur geistig sondern auch körperlich krank ist. Die arme Emma hat eine traurige Brautzeit. Ich schließe um heute noch den Brief aufzugeben, vielleicht bekommst du ihn, ehe du morgen deinen Brief endest. Lebe wo[h]l du Lieber und bleib mir gut. deine treue Fanni – Großmutter grüßt dich. Ebenso deine Mutter.''
Brief vom 9. Jänner 1872 von Fanni Schlegel, [[Franziska Spängler]], an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]: ''Herrn Doctor Franz Spängler kk. Gerichtsadjunkt, Mödling bei Wien'' [Franz Spängler:] ''LVII erh 10/1 1872 beantw 11/1''; [Ergänzung]:<br /> ''Salzburg, 9. Jänner 1872. ¾ 6 Uhr Ab[en]ds. Mein lieber Franz! Heimkommend von meinem Besuche bei Zeller fand ich deine Liebesgabe und sitze nun fast eine halbe Stunde da, bereit, diese Zeilen an dich zu schreiben und blättere doch immer wieder neugierig im "Liebesfrühling"'' [Gedichtsammlung, Anm.] ''. Tausend Dank du Lieber, für Buch und Brief, welche mir so große Freude machen! Du hast meine kleine Büchersammlung schon mit so viel Schönem bereichert, ich habe deine Bücher vor mir liegen, und erfreue mich an ihrem Anblick. Von morgen an werde ich gewißenhaft täglich drei Gedichte lesen. Die von dir bezeichneten habe ich in aller Eile großentheils angesehen und mehrere wunderhübsch gefunden. Besonders lieb finde ich auch N:XIX, 5 ter Strauß. Auch N:75 ist reizend. 4:Strauß N:66 ist sehr wahr. Lida glaubt nun auch, daß wir uns wirklich lieb haben und freut sich darüber. Wie würde ich mich freuen, wenn sie in gleiche Lage mit mir käme. Sie hat doch so viel Anspruch auf das Glück, soll sie es nicht so finden, wie es nun einmal unsere Bestimmung ist? Wie oft mache ich mir diese Gedanken. Wenn N: 33, I. Strauß, mir Antwort auf jene Frage sein soll deren ich mich sehr gut erinnere, so kann ich nur freylich wünschen du mögest all das Liebe und Gute, dessen Besi[t]z deine Liebe mir zuschreibt, auch an mir finden. Gewiß, ich wünsche oft, viel besser klüger und schöner zu sein, damit ich dir gefalle und genüge. Besser zu werden, will ich mich redlich bemühen, im Übrigen mußt du eben so mit mir vorlieb nehmen. Auf die Wiener Reise nehme ich natürlich das Buch mit, da können wir dann auch mitsammen lesen. Vor gestern über [in] 12 Wochen! 8. April'' [Hochzeitstermin, Anm.] '', hast du schon nachgerechnet? Wenn wir nur Alles fertig kriegen! Die Aussicht, daß wir künftigen Sommer ruhig in Mödling sein können ist mir ganz angenehm. Wenn eine Übersiedlung dann notwendig wird habe ich mir wenigstens unsere kleine Wirthschaft schon eingerichtet. Bei Zeller geht es nicht sehr gut. Papa hat seine bekannten Anfälle von Athemnoth, und heute liegt die arme Mama, sie hat sich verkühlt, dazu kommen von Stiebitz keine guten Nachrichten. Emma [Seehofer] sagte mir, daß der Arme nicht nur geistig sondern auch körperlich krank ist. Die arme Emma hat eine traurige Brautzeit. Ich schließe um heute noch den Brief aufzugeben, vielleicht bekommst du ihn, ehe du morgen deinen Brief endest. Lebe wo[h]l du Lieber und bleib mir gut. deine treue Fanni – Großmutter grüßt dich. Ebenso deine Mutter.''


"Zeller": Familie Zeller häufig in den Briefen genannt seit [[1870]]; Emma [Seehofer] ist die Freundin. Auch "Lida" Guttenberg ist eine enge Freundin von Fanni. – "Stiebitz", vgl. in mehreren Briefen und besonders im Brief vom [[14. Dezember]] [[1871]].
"Zeller": Familie Zeller häufig in den Briefen genannt seit [[1870]]; Emma [Seehofer] ist die Freundin. Auch "Lida" [[von Guttenberg]] ist eine enge Freundin von Fanni. – "Stiebitz", vgl. in mehreren Briefen und besonders im Brief vom [[14. Dezember]] [[1871]].
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Weiteres Blatt, hier nicht übertragen, mit ähnlichen Gedichtzitaten für den 13.'' [Februar, Anm.] ''bis zum 1. März. - Und weiteres Blatt, Bleistift, ebenfalls nicht übertragen, mit 10. ''Endlich hab' ich das errungen'' bis "30 Herr, der du alles wo[h]lgemacht'' und ''31. Nachtrag 1833 // 1. April 1834 // 2. April 1835 // 3 April zur silbernen Hochzeit 1845 // 4'' [April, Anm.] ''XX 1846''. Bei diesen Jahreszahlen handelt es sich vielleicht um Druckjahre der benützten Gedichtsammlung. Unklar bleibt der Bezug zu einer "silbernen Hochzeit".
Weiteres Blatt, hier nicht übertragen, mit ähnlichen Gedichtzitaten für den 13.'' [Februar, Anm.] ''bis zum 1. März. - Und weiteres Blatt, Bleistift, ebenfalls nicht übertragen, mit 10. ''Endlich hab' ich das errungen'' bis "30 Herr, der du alles wo[h]lgemacht'' und ''31. Nachtrag 1833 // 1. April 1834 // 2. April 1835 // 3 April zur silbernen Hochzeit 1845 // 4'' [April, Anm.] ''XX 1846''. Bei diesen Jahreszahlen handelt es sich vielleicht um Druckjahre der benützten Gedichtsammlung. Unklar bleibt der Bezug zu einer "silbernen Hochzeit".
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[[Datei:Todesanzeige Anna Rizzi, 1872.JPG|thumb| Todesanzeige Anna Rizzi, 1872.]]


==== Todesanzeige für Anna Rizzi vom 16. Jänner 1872 ====
==== Todesanzeige für Anna Rizzi vom 16. Jänner 1872 ====
[[Datei:Stammbuchblatt von Anton Rizzi für Franz Spängler, 1856.JPG|thumb|Stammbuchblatt von Anton Rizzi für Franz Spängler, 1856.]]
[[Datei:Stammbuchblatt von Anton Rizzi für Franz Spängler, 1856.JPG|thumb|Stammbuchblatt von Anton Rizzi für Franz Spängler, 1856.]]


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==== Brief vom 15. April 1872 ====
==== Brief vom 15. April 1872 an Fanni und Franz Spängler ====
Salzburg, 15/4 1872, Brief ohne Umschlag, "I. M." [?  Ida Maier, nicht Familie; 1885 in [[Taxenbach]]]:<br />
Salzburg, 15/4 1872, Brief ohne Umschlag, "I. M." [?  Ida Maier, nicht Familie; 1885 in [[Taxenbach]]]:<br />
''Liebes Ehepaar! Glückliche Ankunft in der schönen Lagunenstadt'' [Hochzeitsreise nach Venedig, Anm.] ''rufe ich Euch von der Heimath zu! – Was ich mit Entzücken beschrieben gelesen habe, seht ihr heute mit seelenvoller Übereinstimmung der Gedanken in Wirklichkeit. Wie von ganzer Seele gönne ich Euch das Glück, Euch ist das schöne Venedig gewiß nicht das Bild einer prächtigen Vergänglichkeit, sondern Ihr seht sie im Glanze, Euch grüßt sie in den Farben der Freude [.] nehmt die besten, u. schönsten Erinnerungen mit, für Euer häusliches Stillleben, und gedenkt hie u. da auch an Euere Freundin Ida. – In der Heimath ist alles wol, Grüße wurden uns entrichtet. Die Mutter küßt u. grüßt dich. Lebe wol.''
''Liebes Ehepaar! Glückliche Ankunft in der schönen Lagunenstadt'' [Hochzeitsreise nach Venedig, Anm.] ''rufe ich Euch von der Heimath zu! – Was ich mit Entzücken beschrieben gelesen habe, seht ihr heute mit seelenvoller Übereinstimmung der Gedanken in Wirklichkeit. Wie von ganzer Seele gönne ich Euch das Glück, Euch ist das schöne Venedig gewiß nicht das Bild einer prächtigen Vergänglichkeit, sondern Ihr seht sie im Glanze, Euch grüßt sie in den Farben der Freude [.] nehmt die besten, u. schönsten Erinnerungen mit, für Euer häusliches Stillleben, und gedenkt hie u. da auch an Euere Freundin Ida. – In der Heimath ist alles wol, Grüße wurden uns entrichtet. Die Mutter küßt u. grüßt dich. Lebe wol.''
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[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1872 1.JPG|thumb|Der Brief ohne Datum [ca. 1872].]]
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1872 1.JPG|thumb|Der Brief ohne Datum [ca. 1872].]]
Ein Bogen (siehe Bild), bedruckt "Dr. [[Otto Spängler]] / Salzburg", ohne Datum [ca. 1872]:<br />
Ein Bogen (siehe Bild), bedruckt "Dr. [[Otto Spängler]] / Salzburg", ohne Datum [ca. 1872]:<br />
''Lieber Franz! Ich hatte von dir in Händen nachstehende Silberbeträge: In österr Währu[n]g – 25.35 / Mutter Quartier ab – 9 / Rest: ÖW 16.35 / ode [?] Südd. Whg – 19.01 / Ferner ursprünglich in Südd. Whg – 9.21 / 28 fl 22 Xr [Gulden, Kreuzer] / Hinzu kaufte ich heute 101. / [Summe:] 129.22 / ab Hammerauerzalg [-zahlung] 128.57 / bleibt Silberrest in meinen Händen fl 25 Xr welche ich aufbehalte, und welche daher fortan vorläufig aus der Verrechnung wegbleibt. Die Rechnung über Papiergeld gestaltet sich, wie folgt: Von Mödling gesendet – 35 fl / Von August 17/10 abbezalt 150 - / Summe des Empfanges: 185 fl – Xr / Entgegen: Passivrest laut lezter Verrech[nun]g – 31.38 / Schirting [?] zu Tag senden – 17.34 / 2 Strehn [Strähn, Strähne] Strikzwirn – 1.76 / Kaufe Sdd. Whg. Silber 101 fl – 103.02 / [Summe:] 153.50 / Empfang 185.- / Abgang 153.50 / 31.50 Rest // Am 15. Dezember wird bereits die erhöhte Hammerauerausbeute pr[o] 11 fl ausbezahlt werden. / Was mich betrifft, so werde ich demnächst bei Dr Paschacher in Praxis treten<ref>Der Hinweis ergibt in Verbindung mit dem vorangehenden Brief eine mögliche Datierung mit ca. 1872. Otto Spängler schreibt "Paschacher" mit "a"; möglich ist Dr.jur. [[Peter Poschacher]], seit 1870 mehrfach Vizebürgermeister.</ref>, um sobald eine Richtung abgeschlossen zu haben. Wie ich vernommen habe, soll Eure Hochzeit erst im April sein<ref>Eine Bestätigung der Datierung: Franz Spängler heiratet am 8. April 1872 Fanni Schlegel im Salzburger Dom.</ref>; ist es mehr'' [noch] ''? Die beid[e]n Damen waren vor einigen Tagen bei uns, wobei aber davon nicht die Rede war; sonsten gestern sagte das mir die Mutter; gearbeitet wird im Hause der Braut über Hals u. Kopf. Louise war in jüngster Zeit leider an einem Absceß am rechten Knie eine Woche bettlägerig; jezt ist Gottlob alles wieder wol. Wenn es dich vielleicht interessirt Kaztengstatt [?] ist seit 3 Tagen an Saullich'' (wohl [[Angelo Saullich]], Anm.) ''verkauft; was mit Bamberger geschieht, weiß ich noch nicht. Nun lebe recht wol, lieber Franz Herzliche Grüße u Küße von Deinem treuen Bruder Otto / Mittwoch 3 Uhr Nachmittag.''
''Lieber Franz! Ich hatte von dir in Händen nachstehende Silberbeträge: In österr Währu[n]g – 25.35 / Mutter Quartier ab – 9 / Rest: ÖW 16.35 / ode [?] Südd. Whg – 19.01 / Ferner ursprünglich in Südd. Whg – 9.21 / 28 fl 22 Xr [Gulden, Kreuzer] / Hinzu kaufte ich heute 101. / [Summe:] 129.22 / ab Hammerauerzalg [-zahlung] 128.57 / bleibt Silberrest in meinen Händen fl 25 Xr welche ich aufbehalte, und welche daher fortan vorläufig aus der Verrechnung wegbleibt. Die Rechnung über Papiergeld gestaltet sich, wie folgt: Von Mödling gesendet – 35 fl / Von August 17/10 abbezalt 150 - / Summe des Empfanges: 185 fl – Xr / Entgegen: Passivrest laut lezter Verrech[nun]g – 31.38 / Schirting [?] zu Tag senden – 17.34 / 2 Strehn [Strähn, Strähne] Strikzwirn – 1.76 / Kaufe Sdd. Whg. Silber 101 fl – 103.02 / [Summe:] 153.50 / Empfang 185.- / Abgang 153.50 / 31.50 Rest // Am 15. Dezember wird bereits die erhöhte Hammerauerausbeute pr[o] 11 fl ausbezahlt werden. / Was mich betrifft, so werde ich demnächst bei Dr Paschacher in Praxis treten<ref>Der Hinweis ergibt in Verbindung mit dem vorangehenden Brief eine mögliche Datierung mit ca. 1872. Otto Spängler schreibt "Paschacher" mit "a"; möglich ist Dr.jur. [[Peter Poschacher]], seit 1870 mehrfach Vizebürgermeister.</ref>, um sobald eine Richtung abgeschlossen zu haben. Wie ich vernommen habe, soll Eure Hochzeit erst im April sein<ref>Eine Bestätigung der Datierung: Franz Spängler heiratet am 8. April 1872 Fanni Schlegel im Salzburger Dom.</ref>; ist es mehr'' [noch] ''? Die beid[e]n Damen waren vor einigen Tagen bei uns, wobei aber davon nicht die Rede war; sonsten gestern sagte das mir die Mutter; gearbeitet wird im Hause der Braut über Hals u. Kopf. Louise war in jüngster Zeit leider an einem Absceß am rechten Knie eine Woche bettlägerig; jezt ist Gottlob alles wieder wol. Wenn es dich vielleicht interessirt Kaztengstatt [?] ist seit 3 Tagen an Saullich'' [wohl [[Angelo Saullich]], Anm.] ''verkauft; was mit Bamberger geschieht, weiß ich noch nicht. Nun lebe recht wol, lieber Franz Herzliche Grüße u Küße von Deinem treuen Bruder Otto / Mittwoch 3 Uhr Nachmittag.''
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==== Brief vom 6. Mai 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 6. Mai 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen; beiliegend vertrocknete Blumen:<br />
Brief vom 6. Mai 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen; beiliegend vertrocknete Blumen:<br />
''Salzburg den 6/5 [18]72 Meine lieben Theuern! Sehr freute mich Euer letztes Schreiben, gab es mir die freudige Gewißheit, das Ihr glücklich und wohlbehalten in Mödling angekomen seid, der liebe Gott schenke Euch nun seinen Segen das die Haußwürtschaft glüklich von statten gehe. Das Ihr alle recht sehr viel zu thuen habt, glaube ich nur zu gerne, den ich sehe was es bey Otto ist, die ziehen Morgen aufs Land und einige Tage sind sie schon mit den vorbereutungen beschäftigt. Sie bekommen würkli[c]h eine sehr angenehme Wohnung. Ihr habt die Zeit Euerer Hochzeitsreise wohl sehr angenehm zugebracht, und habt auch die Zeit des Urlaubes vollkommen bis auf den letzten Augenblück benützt, mich wunderte das dein geld so weit reichte / Eure Reise war sehr schön und angenehm. Ihr habt sehr viel Interesantes gesehen, wo der nachgenuß noch viele heitere Stunden gewesen [sein] wird. Der lieben Großmutter werdet Ihr schon recht viel erzählen, wo ich dan auch etwas nähers hören werde, wen die Großmutter wider zurück kömmt. ''  
''Salzburg den 6/5 [18]72 Meine lieben Theuern! Sehr freute mich Euer letztes Schreiben, gab es mir die freudige Gewißheit, das Ihr glücklich und wohlbehalten in Mödling angekomen seid, der liebe Gott schenke Euch nun seinen Segen das die Haußwürtschaft glüklich von statten gehe. Das Ihr alle recht sehr viel zu thuen habt, glaube ich nur zu gerne, den ich sehe was es bey Otto ist, die ziehen Morgen aufs Land und einige Tage sind sie schon mit den vorbereutungen beschäftigt. Sie bekommen würkli[c]h eine sehr angenehme Wohnung. Ihr habt die Zeit Euerer Hochzeitsreise wohl sehr angenehm zugebracht, und habt auch die Zeit des Urlaubes vollkommen bis auf den letzten Augenblück benützt, mich wunderte das dein geld so weit reichte / Eure Reise war sehr schön und angenehm. Ihr habt sehr viel Interesantes gesehen, wo der nachgenuß noch viele heitere Stunden gewesen [sein] wird. Der lieben Großmutter werdet Ihr schon recht viel erzählen, wo ich dan auch etwas nähers hören werde, wen die Großmutter wider zurück kömmt. ''  


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''Das Eure gebrechlichen Sachen so glücklich hinab'' [nach Mödling, Anm.] ''gekommen sind bin ich sehr froh, da doch so viele verschiedene gebrechliche Sachen dabey waren. Wie wohl wird es Euch allen thuen wen einmal die vollkomene Ordnung hergestelt ist, und du die Quellen weist wo die Sachen am besten zu kaufen sind. Lebt nun alle recht wohl und vergnügt, seit recht herzlich und inig gegrüßt und geküßt von Euerer Euch herzlich liebend[en] treuen Mutter [[Antonia Spängler|Antonia Spángler]]. Die Pepi läßt die Kathi recht schön grüßen // Die Eltern und eine menge Bekannte grüßen Euch recht herzlich.'' [auf der ersten Seite oben auf dem Kopf:] ''Die Haußschuhe mit der Großmutter zu schücken wen du die selben nicht auf der Reise verloren hast''
''Das Eure gebrechlichen Sachen so glücklich hinab'' [nach Mödling, Anm.] ''gekommen sind bin ich sehr froh, da doch so viele verschiedene gebrechliche Sachen dabey waren. Wie wohl wird es Euch allen thuen wen einmal die vollkomene Ordnung hergestelt ist, und du die Quellen weist wo die Sachen am besten zu kaufen sind. Lebt nun alle recht wohl und vergnügt, seit recht herzlich und inig gegrüßt und geküßt von Euerer Euch herzlich liebend[en] treuen Mutter [[Antonia Spängler|Antonia Spángler]]. Die Pepi läßt die Kathi recht schön grüßen // Die Eltern und eine menge Bekannte grüßen Euch recht herzlich.'' [auf der ersten Seite oben auf dem Kopf:] ''Die Haußschuhe mit der Großmutter zu schücken wen du die selben nicht auf der Reise verloren hast''
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==== Brief vom 21. Mai 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Brief von [[Antonia Spängler]] an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]]; ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
==== Brief vom 21. Mai 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
''Salzburg den 21/5 [18]72. Meine lieben Theuren! Es dünkt mich schon sehr lange seit ich von Euch etwas gehört habe. Bey uns ging es in der Zeit sehr bewegt zu die Ottoischen wanderten am 7 te aufs Land, da fing es aber an kald zu werden die Kinder wurden alle krank, Otto bekamm einen Rehmmathis'' [Rheuma] ''am Arm das er fast schreien mußte, der kleine Otto einen kleinen Anfall von der Bräune'' [Angina] ''die ganz kleine XXweichen die Paula war so nicht wohl, auch die Mägde waren nicht wohl, also was war zu thun da leider kein Ofen zum Heitzen ist als einen Wagen nehmen und alle herein fahren, und Nachmittag das ganz Packwe[r]k wider Retur bringen die Louise ging vorauß herein um den Doktor sogleich ins Hauß zu bringen was ihr auch gelang, der / Doktor erklärte alles, als eine Verkühlung, und fand klückliche[r] Weise das es bey Otto eine l[e]ichte Gattung der Bräune sey, es ging auch gottlob in ein paar Tagen wider vorüber nun ziehen sie nicht mehr hinauß weil es auf den Land au[c]h im Somer bey schlechter Witterung oft so kald wird, das man bey kleinen Kindern heitzen muß. Sie sind jetzt auf ein paar Monathe in der Duregger Wohnung weil die ihrige hergerichtet wird. Sie bekommen den ganzen Stock da die Klaner [?] ausziehen. die Kinder sind nun gottlob alle wider gesund. Ich hatte heuer gar, eine Firm Patin die Kopsa Petra als Vizipatin, sie ist nun heute den 3 Tag bey mir Heute Abends werde ich sie hinauß führen ins Kloster. Das die Erlach Marie den Doktor Sacher heurathet werdet Ihr vieleicht schon wissen. /''  
Brief vom 21. Mai 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 21/5 [18]72. Meine lieben Theuren! Es dünkt mich schon sehr lange seit ich von Euch etwas gehört habe. Bey uns ging es in der Zeit sehr bewegt zu die Ottoischen wanderten am 7 te aufs Land, da fing es aber an kald zu werden die Kinder wurden alle krank, Otto bekamm einen Rehmmathis'' [Rheuma; Anm.] ''am Arm das er fast schreien mußte, der kleine Otto einen kleinen Anfall von der Bräune'' [Angina; Anm.] ''die ganz kleine XXweichen die Paula war so nicht wohl, auch die Mägde waren nicht wohl, also was war zu thun da leider kein Ofen zum Heitzen ist als einen Wagen nehmen und alle herein fahren, und Nachmittag das ganz Packwe[r]k wider Retur bringen die Louise ging vorauß herein um den Doktor sogleich ins Hauß zu bringen was ihr auch gelang, der / Doktor erklärte alles, als eine Verkühlung, und fand klückliche[r] Weise das es bey Otto eine l[e]ichte Gattung der Bräune sey, es ging auch gottlob in ein paar Tagen wider vorüber nun ziehen sie nicht mehr hinauß weil es auf den Land au[c]h im Somer bey schlechter Witterung oft so kald wird, das man bey kleinen Kindern heitzen muß. Sie sind jetzt auf ein paar Monathe in der Duregger Wohnung weil die ihrige hergerichtet wird. Sie bekommen den ganzen Stock da die Klaner [?] ausziehen. die Kinder sind nun gottlob alle wider gesund. Ich hatte heuer gar, eine Firm Patin die Kopsa Petra als Vizipatin, sie ist nun heute den 3 Tag bey mir Heute Abends werde ich sie hinauß führen ins Kloster. Das die Erlach Marie den Doktor Sacher heurathet werdet Ihr vieleicht schon wissen. /''  


''Lürzer Otto''  [&nbsp;[[Otto Lürzer von Zehendthal]], Anm.] ''welcher nun nach Zell am See gekommen wird mitte September die Müller Marie heurathen, sie ist Lehrerin in St. Andre'' [&nbsp;[[Kirche des heiligen Andreas|St. Andrä]] in der Stadt Salzburg] ''in der Schulle mit 600 fl.'' [Gulden] ''Das Ihr Euch alle so wohl befindet und so glücklich freut mich ungemein, der liebe Gott wolle Euch dieses Glück immer behalten und Sein Segen nie von Euch weichen Ich weiß nicht wan der Fany ihr Geburtstag ist; weit kann er nicht weg sein weil er voriges Jahr in der Pfingstwoche war, ich weiß aber nicht mehr wann ich wünsche der Fany Tausend Glück, und Segen im Vorigen Jahr, an diesen Tag hat sie gewiß noch nicht daran gedacht, daß sie heuer künte schon verheurathet sein, aber der liebe Gott hat es so gefügt, zu unserer aller Freude. Die Großmutter scheint es unter haltet sich ganz gut unten / da es bereits schon die 4 te Woche ist seit die Großmutter unten ist, es ist ein Zeichen das sie gerne unten ist, und sich gut unterhaltet. Ich bin schon begierig wie es der Fany mit ihrer Würtschaft geht, ob sie mit den vorgestrekten Gelde besteht, vieleicht geht es im nächsten Monath geregelter wen man einmal die Quellen weiß wo die Sachen leichter zu bekommen sind. Bey denen Eltern der Fany<ref> [[Richard Franz Schlegel]] in der zweiten Ehe mit [[Katharina Arrigler]], also die Stiefmutter von Fanni</ref> ist alles wohl. die Schmelzing liegt wie ich gestern hörte schon 14 Tag im bett. Ich komme fast gar nirgens hin, außer in der Familie. Meine lieben lebt recht wohl schreibt bald wider Eurer Euch von ganzen Herzen liebenden Mutter Spángler.''
''Lürzer Otto''  [&nbsp;[[Otto Lürzer von Zehendthal]], Anm.] ''welcher nun nach Zell am See gekommen wird mitte September die Müller Marie heurathen, sie ist Lehrerin in St. Andre'' [&nbsp;[[Kirche des heiligen Andreas|St. Andrä]] in der Stadt Salzburg] ''in der Schulle mit 600 fl.'' [Gulden] ''Das Ihr Euch alle so wohl befindet und so glücklich freut mich ungemein, der liebe Gott wolle Euch dieses Glück immer behalten und Sein Segen nie von Euch weichen Ich weiß nicht wan der Fany ihr Geburtstag ist; weit kann er nicht weg sein weil er voriges Jahr in der Pfingstwoche war, ich weiß aber nicht mehr wann ich wünsche der Fany Tausend Glück, und Segen im Vorigen Jahr, an diesen Tag hat sie gewiß noch nicht daran gedacht, daß sie heuer künte schon verheurathet sein, aber der liebe Gott hat es so gefügt, zu unserer aller Freude. Die Großmutter scheint es unter haltet sich ganz gut unten / da es bereits schon die 4 te Woche ist seit die Großmutter unten ist, es ist ein Zeichen das sie gerne unten ist, und sich gut unterhaltet. Ich bin schon begierig wie es der Fany mit ihrer Würtschaft geht, ob sie mit den vorgestrekten Gelde besteht, vieleicht geht es im nächsten Monath geregelter wen man einmal die Quellen weiß wo die Sachen leichter zu bekommen sind. Bey denen Eltern der Fany<ref> [[Richard Franz Schlegel]] in der zweiten Ehe mit [[Katharina Arrigler]], also die Stiefmutter von Fanni</ref> ist alles wohl. die Schmelzing liegt wie ich gestern hörte schon 14 Tag im bett. Ich komme fast gar nirgens hin, außer in der Familie. Meine lieben lebt recht wohl schreibt bald wider Eurer Euch von ganzen Herzen liebenden Mutter Spángler.''
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[um die Unterschrift herum geschrieben:] ''Bey Alois Spángler  [&nbsp;[[Aloys Spängler]], Anm.] ist eine Festlichkeit an der anderen zwischen Heute und Morgen werden die Gäste wider anreisen.''
[um die Unterschrift herum geschrieben:] ''Bey Alois Spángler  [&nbsp;[[Aloys Spängler]], Anm.] ist eine Festlichkeit an der anderen zwischen Heute und Morgen werden die Gäste wider anreisen.''
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==== Brief vom 29. und 30. Mai 1872 von Fanni Spängler an Franziska Kobler ====
==== Brief vom 29. und 30. Mai 1872 von Fanni Spängler an Franziska Kobler ====
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]] ohne Umschlag; zwei Bögen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = unsichere Lesung:<br />
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]] ohne Umschlag; zwei Bögen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fragliche Lesung; [...] = Auslassungen:<br />
''Mödling, 29 Mai 1872. // Meine liebe, gute Großmutter! // Ich danke dir innig, daß du so bald geschrieben und freue mich, daß du glücklich nach Hause gekommen bist. // Franz und ich befinden uns, Gott sei Dank, ganz gut und meine Stimmung ist wieder viel besser, nur wenn ich müde bin, oder schläfrig, kommt eine kleine Anwandlung von übler Laune und quält mich der Gedanke, daß ich mich nicht den notwendigen Geschäften gewachsen fühle. Am Montag war der große Tag wo wir Wäsche hatten, ich nahm keine Wäscherin, Kathi gab sich alle Mühe und die Wäsche steht heute gerollt im Vorzimmer. / '' […] Kathi ist fleißig und kocht ordentlich. Fannis Vater, [[Richard Franz Schlegel]], kommt direkt von Prag zu ihnen nach Mödling und fährt nach Wien weiter, aber sie wollen noch in Kalksburg zusammenkommen. / […] Franz führt sie durch die landwirtschaftliche Schule dort.<ref>Er hält in Kalksburg offenbar die juristischen Vorlesungen, von denen in den Briefen vom 9. und 10. November 1871 und vom 18. und 19. Jänner 1872 die Rede ist (vgl. die Anmerkungen dort). Eine landwirtschaftliche Lehranstalt konnte dort allerdings bisher [Mai 2026] nicht identifiziert werden.</ref> […] / Fanni kauft in Wien eine Menge notwendiger Sachen, u.a. "Seidenzeug" für ein Kleid. […]
''Mödling, 29 Mai 1872. // Meine liebe, gute Großmutter! // Ich danke dir innig, daß du so bald geschrieben und freue mich, daß du glücklich nach Hause gekommen bist. // Franz und ich befinden uns, Gott sei Dank, ganz gut und meine Stimmung ist wieder viel besser, nur wenn ich müde bin, oder schläfrig, kommt eine kleine Anwandlung von übler Laune und quält mich der Gedanke, daß ich mich nicht den notwendigen Geschäften gewachsen fühle. Am Montag war der große Tag wo wir Wäsche hatten, ich nahm keine Wäscherin, Kathi gab sich alle Mühe und die Wäsche steht heute gerollt im Vorzimmer. / '' […] Kathi ist fleißig und kocht ordentlich. Fannis Vater, [[Richard Franz Schlegel]], kommt direkt von Prag zu ihnen nach Mödling und fährt nach Wien weiter, aber sie wollen noch in Kalksburg zusammenkommen. / […] Franz führt sie durch die landwirtschaftliche Schule dort.<ref>Er hält in Kalksburg offenbar die juristischen Vorlesungen, von denen in den Briefen vom 9. und 10. November 1871 und vom 18. und 19. Jänner 1872 die Rede ist (vgl. die Anmerkungen dort). Eine landwirtschaftliche Lehranstalt konnte dort allerdings bisher [Mai 2026] nicht identifiziert werden.</ref> […] / Fanni kauft in Wien eine Menge notwendiger Sachen, u.a. "Seidenzeug" für ein Kleid. […]


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==== Brief vom 31. Mai und 3. Juni 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 31. Mai und 3. Juni 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Ein Bogen und eingelegtes Blatt; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
Brief vom 31. Mai und 3. Juni 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen und ein eingelegtes Blatt; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 31/5 [18]72 Meine inigst geliebten Theuern! Wen nicht Euer letzter lieber Brief mich beruhigt hätte in Beziehung auf die Kathi, so wäre ich in der That ein wenig desperat geworden, ich konte gar nicht mehr ordentlich schlaffen, so sehr schämte ich mich, für die Kathi – und so unlieb war es mir, daß sie sich so, wie ein ungezogener Fratz betragen hat. Sie hat viel – sehr viel gut zu machen durch doppelten Fleiß, und anhänglichkeit, in jeder Beziehung, bis ich ihr wider gut werde – man sagte ihr ja alles bey der Aufnahme, das sie erst am Sammstag für sich arbeiten darf, wen die andere Arbeit vollendet ist, und daß sie das Wasser einige Häußer weit hollen muß sagte man ihr auch, wie kann sie sich / weigern dieses alles zu thun, – ich begreife dieses nicht, ich sage es noch einmal wen sie so wenig Ehrgefühl hat, das sie ihre Pflicht nicht erfühlen will – dan soll sie hingehen, wo sie will, ich will dan nichts mehr von ihr wissen, sie hat mich durch das Betragen gegen dich, und die Großmutter sehr beleidigt. Ich bitte ihr dieses alles zu sagen, damit sie weiß, wie viel sie gutzu machen hat. Sie soll früh auf stehen, wie die Pepi, welche ich noch nie wecken durfte sie steht fast alle Tag um 5 auf um 6 Uhr ist sie immer schon mit auf betten und Haar machen ganz in Ordnung, so das sie schon an die Haußarbeit geht, und mit allen dan läuft, und bald fertig wird, kann es das 16 Jährige Mädchen, so wird sie, welche schon 20 Jahre zählt, wohl leichter könen. Sie wird dan schon Zeit finden das sie in Kallen'' [? Hallen? Anm.] ''geht, die Sachen zu hollen und nicht die Frau gehen muß. /''
''Salzburg den 31/5 [18]72 Meine inigst geliebten Theuern! Wen nicht Euer letzter lieber Brief mich beruhigt hätte in Beziehung auf die Kathi, so wäre ich in der That ein wenig desperat geworden, ich konte gar nicht mehr ordentlich schlaffen, so sehr schämte ich mich, für die Kathi – und so unlieb war es mir, daß sie sich so, wie ein ungezogener Fratz betragen hat. Sie hat viel – sehr viel gut zu machen durch doppelten Fleiß, und anhänglichkeit, in jeder Beziehung, bis ich ihr wider gut werde – man sagte ihr ja alles bey der Aufnahme, das sie erst am Sammstag für sich arbeiten darf, wen die andere Arbeit vollendet ist, und daß sie das Wasser einige Häußer weit hollen muß sagte man ihr auch, wie kann sie sich / weigern dieses alles zu thun, – ich begreife dieses nicht, ich sage es noch einmal wen sie so wenig Ehrgefühl hat, das sie ihre Pflicht nicht erfühlen will – dan soll sie hingehen, wo sie will, ich will dan nichts mehr von ihr wissen, sie hat mich durch das Betragen gegen dich, und die Großmutter sehr beleidigt. Ich bitte ihr dieses alles zu sagen, damit sie weiß, wie viel sie gutzu machen hat. Sie soll früh auf stehen, wie die Pepi, welche ich noch nie wecken durfte sie steht fast alle Tag um 5 auf um 6 Uhr ist sie immer schon mit auf betten und Haar machen ganz in Ordnung, so das sie schon an die Haußarbeit geht, und mit allen dan läuft, und bald fertig wird, kann es das 16 Jährige Mädchen, so wird sie, welche schon 20 Jahre zählt, wohl leichter könen. Sie wird dan schon Zeit finden das sie in Kallen'' [? Hallen? Anm.] ''geht, die Sachen zu hollen und nicht die Frau gehen muß. /''


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''Heute kamm an Frau von Schmelzing eine Corespondenzkarte von der Frau von Duscher, wo sie anzeugt das leider die Hreinzberg [!] immer noch fieber hat und viel Schweiß, und sehr matt dabey ist, so daß sie selbst, und ihre Umgebung sehr fürchtensie gehe den Weg ihrer Brüder. Es wird also schwer fallen, daß sie nach Unken kommen. Otto läßt dich schön grüßen, und läßt dir sagen das die Kommenina [?] schon könen einkassirt werden, wir haben sie schon. Otto hat mir heute vo[n] Monathgeld Juni 7 fl'' [Gulden] ''gegeben weiler sagt, wen die Hamerau kömt, bekome ich die 3 fl. Dazu. Ich glaube es wird dießmal eine 5 te Außbeite kommen, was ich für Euch sehr froh bin. Otto weiß noch nicht bestimmt ob, und wann er nach Wien gehen muß. Die Großmutter sagte mir auch das es mit der Kathi beßer geht ich bin schon sehr froh sie soll sich nun recht zusammennehmen das sie wider gut macht das böse was sie verübt. Lebt recht wohl Gottes segen uber Euch. Eure treue Mutter Spángler.''
''Heute kamm an Frau von Schmelzing eine Corespondenzkarte von der Frau von Duscher, wo sie anzeugt das leider die Hreinzberg [!] immer noch fieber hat und viel Schweiß, und sehr matt dabey ist, so daß sie selbst, und ihre Umgebung sehr fürchtensie gehe den Weg ihrer Brüder. Es wird also schwer fallen, daß sie nach Unken kommen. Otto läßt dich schön grüßen, und läßt dir sagen das die Kommenina [?] schon könen einkassirt werden, wir haben sie schon. Otto hat mir heute vo[n] Monathgeld Juni 7 fl'' [Gulden] ''gegeben weiler sagt, wen die Hamerau kömt, bekome ich die 3 fl. Dazu. Ich glaube es wird dießmal eine 5 te Außbeite kommen, was ich für Euch sehr froh bin. Otto weiß noch nicht bestimmt ob, und wann er nach Wien gehen muß. Die Großmutter sagte mir auch das es mit der Kathi beßer geht ich bin schon sehr froh sie soll sich nun recht zusammennehmen das sie wider gut macht das böse was sie verübt. Lebt recht wohl Gottes segen uber Euch. Eure treue Mutter Spángler.''
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==== Brief vom 7. Juni 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen, 3 Seiten beschrieben; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
==== Brief vom 7. Juni 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 7. Juni 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, 3 Seiten beschrieben; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 7/6 [18]72 Meine lieben Theuern! Da Morgen Otto nach Wien reiset so kann ich nicht umhin einige Zeilen zu schreiben. Fürs Erste freut es mich unngemein das ihr nach des Paters Außsage, beide sehr gut außseht, und sehr heiter seid, ein beweis das Euch kein Kumer drückt. Fürs 2 te hörte ich daß die Kathi wider die kleinen Würmer plagen, da muß ich dich schon bitten liebe Fany gieb ihr Nachmittag nicht mehr Milch, sondern finde zuweilen ein Haferl Zwezgen und gieb ihr ein kleines Tas[s]erl zum Ja[u]sen nebst Br[o]d, wird ihr beßer thuen bis es einmal ein Obst giebt wo man ihr zum Brod etwas Obst geben kann mir hat ein Doktor gesagt die Milch befördere diese Würmer. Dan muß ich den Franz sagen das ich keine / Zeichnungen von dir finde außer die Stallstiche [!], und diese sagt die großmutter kannst du nicht brauchen. 4 [!] kanst du mir durch Otto noch sagen lassen was ich allenfals noch schücken soll, weil die großmutter erst am Mittwoch den Kasten packt, so könnte ich es noch mit schücken. Gestern war ich Abends bis ¾ auf 10 Uhr bey der Großmutter, sie sieht sehr gut auß, hat immer zu thun, mit Maurer und herrichten der Wohnung im 4 te Stock, sie ist auch ganz heiter.''
''Salzburg den 7/6 [18]72 Meine lieben Theuern! Da Morgen Otto nach Wien reiset so kann ich nicht umhin einige Zeilen zu schreiben. Fürs Erste freut es mich unngemein das ihr nach des Paters Außsage, beide sehr gut außseht, und sehr heiter seid, ein beweis das Euch kein Kumer drückt. Fürs 2 te hörte ich daß die Kathi wider die kleinen Würmer plagen, da muß ich dich schon bitten liebe Fany gieb ihr Nachmittag nicht mehr Milch, sondern finde zuweilen ein Haferl Zwezgen und gieb ihr ein kleines Tas[s]erl zum Ja[u]sen nebst Br[o]d, wird ihr beßer thuen bis es einmal ein Obst giebt wo man ihr zum Brod etwas Obst geben kann mir hat ein Doktor gesagt die Milch befördere diese Würmer. Dan muß ich den Franz sagen das ich keine / Zeichnungen von dir finde außer die Stallstiche [!], und diese sagt die großmutter kannst du nicht brauchen. 4 [!] kanst du mir durch Otto noch sagen lassen was ich allenfals noch schücken soll, weil die großmutter erst am Mittwoch den Kasten packt, so könnte ich es noch mit schücken. Gestern war ich Abends bis ¾ auf 10 Uhr bey der Großmutter, sie sieht sehr gut auß, hat immer zu thun, mit Maurer und herrichten der Wohnung im 4 te Stock, sie ist auch ganz heiter.''


''Wie wird es dich freuen den Otto bey dir zu sehen, als wie ein Vögerl, möchte ich schon auch hinab fliegen, um Euch zu sehen, wen das reisen nicht wäre. Dieses Monath werdet ihr auch noch einen Besuch erhalten von denen Sattlerischen sie haben mehrere Bekannte in der selben Gegend, und da kommen sie auch zu Euch, er wird Euch auch so manches sagen wo / man die Sachen billiger bekömmt. Auch muß ich doch fragen, die großmutter sagte mir Ihr müßtet alle Tage 2 ½ Fleisch finden ich wollte Euch nun aufmerksam machen das ich wen auch Franz zu Hauße war nie mehr als 1 Lb'' [Pfundzeichen, Anm.] ''und höchstens wen es kein theilsames Fleisch war um ¼ Lb mehr, ich dachte mir der Metzger müßte sich im Gewicht irren, in einen fremden Ort darf man in jeder Beziehung auf der Hut sein. Beyliegend sende ich Euch einige Würste, damit Ihr seht das ich auf Euch denke laßt sie Euch gut schmecken. Die Großmutter und alle Bekanten grüßen Euch recht herzlich. Lebt recht wohl mit inniger Liebe küßt und Segnet Euch Eure treue Mutter Spángler''
''Wie wird es dich freuen den Otto bey dir zu sehen, als wie ein Vögerl, möchte ich schon auch hinab fliegen, um Euch zu sehen, wen das reisen nicht wäre. Dieses Monath werdet ihr auch noch einen Besuch erhalten von denen Sattlerischen sie haben mehrere Bekannte in der selben Gegend, und da kommen sie auch zu Euch, er wird Euch auch so manches sagen wo / man die Sachen billiger bekömmt. Auch muß ich doch fragen, die großmutter sagte mir Ihr müßtet alle Tage 2 ½ Fleisch finden ich wollte Euch nun aufmerksam machen das ich wen auch Franz zu Hauße war nie mehr als 1 ℔'' [Pfundzeichen, Anm.] ''und höchstens wen es kein theilsames Fleisch war um ¼ Lb mehr, ich dachte mir der Metzger müßte sich im Gewicht irren, in einen fremden Ort darf man in jeder Beziehung auf der Hut sein. Beyliegend sende ich Euch einige Würste, damit Ihr seht das ich auf Euch denke laßt sie Euch gut schmecken. Die Großmutter und alle Bekanten grüßen Euch recht herzlich. Lebt recht wohl mit inniger Liebe küßt und Segnet Euch Eure treue Mutter Spángler''


''Die Kathi wen sie brav ist, lasse ich grüßen, auch im Hauße die Magde lassen sie grüßen.''
''Die Kathi wen sie brav ist, lasse ich grüßen, auch im Hauße die Magde lassen sie grüßen.''
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==== Brief vom 25. Juni 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen (vor allem leider auch Eigennamen):<br />
==== Brief vom 25. Juni 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
''Salzburg den 25/6 [18]72. Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen Dank für Eure freundlichen und wohlgemeinten Wünsche zu meinen Nammenstag so wie für die so schöne Vorhäng welche ich am Montag von der Großmutter geschückt bekamm. Es ist eine wunderschöne Zeichnung darin, ich werde sie aber vor den Frühjahr nicht machen, und erst im nächsten Sommer wen ich das Leben habe paradiren damit. Von Otto bekamm ich ein braunes Lister [?] kleid, welches die nächste Woche gemacht wird, dan bin ich wider auf gerichtet. Meine lieben könte ich Euch doch öfter Würste oder so etwas schücken? wie gerne würde ich es thun vieleicht giebt es doch wider bald eine Gelegenheit. In der kleinen Markthalle soll alles was man / braucht viel billiger sein als in der großen, wen man schon überhaupt in die Stadt fahren muß. Weichseln sollen die schönsten dermalen 10 Xr [Kreuzer] das Lb'' [Pfundzeichen, Anm.] ''kosten. Die Eyer billiger als hier die Butter 64. Hier schlägt das Fleisch auch im nächsten Monnath um 2 Xr auf. Ich denke mir oft, wie nur die Leute nebst der großen Theuerung, diese Kleiderpracht bestreiten könen. ''  
Brief vom 25. Juni 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen (vor allem leider auch Eigennamen):<br />
''Salzburg den 25/6 [18]72. Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen Dank für Eure freundlichen und wohlgemeinten Wünsche zu meinen Nammenstag so wie für die so schöne Vorhäng welche ich am Montag von der Großmutter geschückt bekamm. Es ist eine wunderschöne Zeichnung darin, ich werde sie aber vor den Frühjahr nicht machen, und erst im nächsten Sommer wen ich das Leben habe paradiren damit. Von Otto bekamm ich ein braunes Lister [?] kleid, welches die nächste Woche gemacht wird, dan bin ich wider auf gerichtet. Meine lieben könte ich Euch doch öfter Würste oder so etwas schücken? wie gerne würde ich es thun vieleicht giebt es doch wider bald eine Gelegenheit. In der kleinen Markthalle soll alles was man / braucht viel billiger sein als in der großen, wen man schon überhaupt in die Stadt fahren muß. Weichseln sollen die schönsten dermalen 10 Xr [Kreuzer] das ℔'' [Pfundzeichen, Anm.] ''kosten. Die Eyer billiger als hier die Butter 64. Hier schlägt das Fleisch auch im nächsten Monnath um 2 Xr auf. Ich denke mir oft, wie nur die Leute nebst der großen Theuerung, diese Kleiderpracht bestreiten könen. ''  


''Nun ist endlich der Gewerkentag in der Hamerau'' (Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]]) ''geweßen Karl Spángler Gestelle [?] und Otto sind im Außschus gekommen Mitterbacher ich glaube Battner [?] und einer von Beyer [?] sind außgetretten worden. Dieser Tage kömt einmal eine 5 te Außbeute. Ich bin für alle froh. Mit gottes hülfe wird es nicht mehr nach den alten Zopf gehen. Die Neuen werden es sich wohl / mehr angelegen sein lassen. Die Wall ist heute schon im Hellerhof gefahren, es geht ihr also gut. Die Emma Z hat sich zu stark angestrengt, mit Arbeit an verschiedener Art, und wurde unwohl, die Zeller schückte so gleich F Fany mit der Bahre zu ihr nach Hallein, es geht ihr wider gut, sie gebrauchte nur Ruhe. Es waren die Volgt bey ihr, auf der Hinreise nach Gastein, ich glaube einen Tag und eine Nacht, dan ging sie auch mit Volgt zum Golling an Wasserfall, und in die Öfen dieses alles zusammen war ihr zu viel. Die Koch erwartet auch recht bald ihre Entbindung, Gott gebe das alles glücklich vor bey geht. Das ich nicht vergeße, die Frau Hedwich von Lanser läßt Euch recht herzlich grüßen. Ich glaube die F v Engert'' [von Engerth, Anm.] ''wird im August entbunden, sie ist jetzt sehr wohl. /  
''Nun ist endlich der Gewerkentag in der Hamerau'' (Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]]) ''geweßen Karl Spángler Gestelle [?] und Otto sind im Außschus gekommen Mitterbacher ich glaube Battner [?] und einer von Beyer [?] sind außgetretten worden. Dieser Tage kömt einmal eine 5 te Außbeute. Ich bin für alle froh. Mit gottes hülfe wird es nicht mehr nach den alten Zopf gehen. Die Neuen werden es sich wohl / mehr angelegen sein lassen. Die Wall ist heute schon im Hellerhof gefahren, es geht ihr also gut. Die Emma Z hat sich zu stark angestrengt, mit Arbeit an verschiedener Art, und wurde unwohl, die Zeller schückte so gleich F Fany mit der Bahre zu ihr nach Hallein, es geht ihr wider gut, sie gebrauchte nur Ruhe. Es waren die Volgt bey ihr, auf der Hinreise nach Gastein, ich glaube einen Tag und eine Nacht, dan ging sie auch mit Volgt zum Golling an Wasserfall, und in die Öfen dieses alles zusammen war ihr zu viel. Die Koch erwartet auch recht bald ihre Entbindung, Gott gebe das alles glücklich vor bey geht. Das ich nicht vergeße, die Frau Hedwich von Lanser läßt Euch recht herzlich grüßen. Ich glaube die F v Engert'' [von Engerth, Anm.] ''wird im August entbunden, sie ist jetzt sehr wohl. /  
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==== Brief vom 19. und 21. Juli 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 19. und 21. Juli 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Ein Bogen und eingelegtes Blatt; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
Brief vom 19. und 21. Juli 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen und eingelegtes Blatt; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 19/7 [18]72 Meine inigst geliebten Theuren! Endlich erhielt ich heute nach langen wider einen Brief von Euch, auch habe ich heute, den Brief welchen Ihr an die Großmutter geschrieben gelesen, die Großmutter hat selben zwar schon einige Tage, allein sie glaubte ich hätte ihn schon gelesen aber es war nicht so, ich sah darauß das es Euch Gottlob recht gut geht, und das Ihr sehr zufrieden und vergnügt seid.''  
''Salzburg den 19/7 [18]72 Meine inigst geliebten Theuren! Endlich erhielt ich heute nach langen wider einen Brief von Euch, auch habe ich heute, den Brief welchen Ihr an die Großmutter geschrieben gelesen, die Großmutter hat selben zwar schon einige Tage, allein sie glaubte ich hätte ihn schon gelesen aber es war nicht so, ich sah darauß das es Euch Gottlob recht gut geht, und das Ihr sehr zufrieden und vergnügt seid.''  


''Nicht wahr es ist schrecklich wegen denen zwey Eheleuten Sauter''  [&nbsp;[[Andreas Sauter]], Anm.] '', das diese in Zeit von einer ½ Stunde außeinander gestorben sind. Am Dienstag Abends ½ 6 Uhr kamm die Kopsa, ganz schwarz angezogen, ich erschrack sehr darüber, ich sagte gleich was sie hieher führe, so sagte sie – ja weißt du nichts – ja was denn? – ist bey dir etwas geschehen – nun sagte sie / die Mutter ist Tod, und der Vater auch. ich wollte es gar nicht glauben – aber nathürlich fing sie gleich zu weinen an, und erzählte mir wie der verlauf war freulich großten theil nur durch Telegram und Coresspondenzkarten, die Sauter erwartete den Edmund mit Frau und Kind ließ zuerst alles Weissen und putzen, damit alles schön sey die Sauter ging aber diese Tage einmal auf einen Tag zur Posch. Den 21 Tag zur Payer, wo sie den 21 Tag bis 10 Uhr Nachts blieb, beim nachhauße gehen hatte sie sich verkühlt, und es trat wie mir scheint eine algemeine Auflosung ein, wie der Sauter sah das seine Frau so schlecht wurde, war er so von Angst gequelt das er so gleich die selbe Krankheit bekamm, welche jedoch bey ihm in 2 ½ Tag sein Ende erreicht hatte. Sie hatte 24 Stunden einen Todeskammpf, als ob sie auf ihm warten müßte mit sterben bis auch er reif /'' [doppelt] ''reif zum sterben sey, als sie um ½ 3 Uhr ihren Geist außhauchte – rang er im nebenzimer die Hände als von einen Schmerz durch zuckt – wurde sterbend und in einer halben Stunde darauf gab auch der so edle Mann seinen Geist auf – es ist schrecklich – schrecklich für die zurückgebliebenen – und himlisch schön für die beyden Gatten Der Kopsa ihre Erzählung ging nun bis so weit das sie bey den Tod sind, die nähern Details schrieb Payer. Eduard Tini und die Payer waren am Sterbebett der beyden und die arme Kopsa Mariandel. Payer schrieb weiter, wie troßtloos wir an den Betten der beiden Leichen stehen vermag die Feder nicht auß zu drücken, wir sind alle wie versteinert. Es ist dieß kein Wunder den ich muß gestehen mir war als treffe mich der Schlag als die Kopsa mir diese byden trauerbotschaft brachte, sie blieb bis / ¾ auf !1 bey mir dann fuhr sie mit den Eilzug hinein nach Inspruck'' [Innsbruck, Anm.] ''die arme Kopsa war ganz weg – ich erwarte das sie die Marie mitbringt außer es nimmt sie die Mena [?] zu sich. Die Mena [?] glaube ich ist auch zum Leichen begängniß gekommen, diese Begräniß muß wahrlich zum Herz brechen geweßen sein.''
''Nicht wahr es ist schrecklich wegen denen zwey Eheleuten Sauter''  [&nbsp;[[Andreas Sauter]], Anm.] '', das diese in Zeit von einer ½ Stunde außeinander gestorben sind. Am Dienstag Abends ½ 6 Uhr kamm die Kopsa, ganz schwarz angezogen, ich erschrack sehr darüber, ich sagte gleich was sie hieher führe, so sagte sie – ja weißt du nichts – ja was denn? – ist bey dir etwas geschehen – nun sagte sie / die Mutter ist Tod, und der Vater auch. ich wollte es gar nicht glauben – aber nathürlich fing sie gleich zu weinen an, und erzählte mir wie der verlauf war freulich großten theil nur durch Telegram und Coresspondenzkarten, die Sauter erwartete den Edmund mit Frau und Kind ließ zuerst alles Weissen und putzen, damit alles schön sey die Sauter ging aber diese Tage einmal auf einen Tag zur Posch. Den 21 Tag zur Payer, wo sie den 21 Tag bis 10 Uhr Nachts blieb, beim nachhauße gehen hatte sie sich verkühlt, und es trat wie mir scheint eine algemeine Auflosung ein, wie der Sauter sah das seine Frau so schlecht wurde, war er so von Angst gequelt das er so gleich die selbe Krankheit bekamm, welche jedoch bey ihm in 2 ½ Tag sein Ende erreicht hatte. Sie hatte 24 Stunden einen Todeskammpf, als ob sie auf ihm warten müßte mit sterben bis auch er reif /'' [doppelt:] ''reif zum sterben sey, als sie um ½ 3 Uhr ihren Geist außhauchte – rang er im nebenzimer die Hände als von einen Schmerz durch zuckt – wurde sterbend und in einer halben Stunde darauf gab auch der so edle Mann seinen Geist auf – es ist schrecklich – schrecklich für die zurückgebliebenen – und himlisch schön für die beyden Gatten Der Kopsa ihre Erzählung ging nun bis so weit das sie bey den Tod sind, die nähern Details schrieb Payer. Eduard Tini und die Payer waren am Sterbebett der beyden und die arme Kopsa Mariandel. Payer schrieb weiter, wie troßtloos wir an den Betten der beiden Leichen stehen vermag die Feder nicht auß zu drücken, wir sind alle wie versteinert. Es ist dieß kein Wunder den ich muß gestehen mir war als treffe mich der Schlag als die Kopsa mir diese byden trauerbotschaft brachte, sie blieb bis / ¾ auf !1 bey mir dann fuhr sie mit den Eilzug hinein nach Inspruck'' [Innsbruck, Anm.] ''die arme Kopsa war ganz weg – ich erwarte das sie die Marie mitbringt außer es nimmt sie die Mena [?] zu sich. Die Mena [?] glaube ich ist auch zum Leichen begängniß gekommen, diese Begräniß muß wahrlich zum Herz brechen geweßen sein.''


''Meine Liebe! Erst heute den 21 te komme ich dazu diesen Brief zu schließen, da theilweise die Kopsa da war, welche vorgestern Nacht kamm und gestern fort ging es war für alle furchtbar, was sie für Schmerz gelitten als sie um die beyden Leichen gestanden sie wurden prachtvoll begraben der zudrang von Menschen war ein sehr großer gott gebe ihnen die ewige Ruhe. gestern um halb 8 Uhr Abends war ich noch bey der großmutter ich fand sie Gott seys gedankt um vieles beßer, ich hatte große Angst um sie, aber es sagten mir alle, es packe sie immer so heftig an, sie hatte sich verkühlt und den Magen verdorben, ich habe sie wohl recht gebethen sie möge sich hütten vor auf gewärmten Sachen, sie wird es nicht mehr so leicht ertragen, man wird /''
''Meine Liebe! Erst heute den 21 te komme ich dazu diesen Brief zu schließen, da theilweise die Kopsa da war, welche vorgestern Nacht kamm und gestern fort ging es war für alle furchtbar, was sie für Schmerz gelitten als sie um die beyden Leichen gestanden sie wurden prachtvoll begraben der zudrang von Menschen war ein sehr großer gott gebe ihnen die ewige Ruhe. gestern um halb 8 Uhr Abends war ich noch bey der großmutter ich fand sie Gott seys gedankt um vieles beßer, ich hatte große Angst um sie, aber es sagten mir alle, es packe sie immer so heftig an, sie hatte sich verkühlt und den Magen verdorben, ich habe sie wohl recht gebethen sie möge sich hütten vor auf gewärmten Sachen, sie wird es nicht mehr so leicht ertragen, man wird /''
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[eingelegtes Blatt:] ''ja nicht jünger, und der Magen wird imer schwächer, das ist von mir eine schwache Seite, so wenig als möglich auf wärmen, es hat ja alles einen viel beßer geschmek[t]. Die Großmutter wird dir also schon Früchte einsieden lassen, ich habe schon die andern zun[m] Deckant zu gehen, und sie zu ersuchen sie möchte es übernehmen, den bis die Großmutter so kräftig ist dieses zu thuen würde es diese Früchte als Ribisl nicht mehr geben. Ich bin Gottlob Heute auch wider kräftiger, gestern war ich ganz weg, ich hatte wenig geschlaffen dieser Tage, dan diese Aufregungen immer, wurden mir zu viel, weil nun die Großmutter wider beßer ist, athme ich leichter. Auf dieser Welt giebt es wohl der Sorgen genug. Wie es der Schwester Therese <ref>offenbar die Schwester der Briefschreiberin "Therese von Lürzer" bzw. "Lürzer-Zehenthal" [ohne d], so schrieb sie sich selbst im Alter (* 1801; † 1894), Stiftsdame in Hall in Tirol</ref>geht weiß ich auch nicht ich denke sie wird noch in Baumkirchen <ref>bei Innsbruck </ref> sein, die wird es gewiß auch sehr angreifen. /''
[eingelegtes Blatt:] ''ja nicht jünger, und der Magen wird imer schwächer, das ist von mir eine schwache Seite, so wenig als möglich auf wärmen, es hat ja alles einen viel beßer geschmek[t]. Die Großmutter wird dir also schon Früchte einsieden lassen, ich habe schon die andern zun[m] Deckant zu gehen, und sie zu ersuchen sie möchte es übernehmen, den bis die Großmutter so kräftig ist dieses zu thuen würde es diese Früchte als Ribisl nicht mehr geben. Ich bin Gottlob Heute auch wider kräftiger, gestern war ich ganz weg, ich hatte wenig geschlaffen dieser Tage, dan diese Aufregungen immer, wurden mir zu viel, weil nun die Großmutter wider beßer ist, athme ich leichter. Auf dieser Welt giebt es wohl der Sorgen genug. Wie es der Schwester Therese <ref>offenbar die Schwester der Briefschreiberin "Therese von Lürzer" bzw. "Lürzer-Zehenthal" [ohne d], so schrieb sie sich selbst im Alter (* 1801; † 1894), Stiftsdame in Hall in Tirol</ref>geht weiß ich auch nicht ich denke sie wird noch in Baumkirchen <ref>bei Innsbruck </ref> sein, die wird es gewiß auch sehr angreifen. /''


''Meine lieben ich bedaure Euch das es dort in Mödling so theuer ist ich fürchte nur bis die Weltaußstellung<ref>"Die Weltausstellung 1873 fand vom 1. Mai bis 2. November 1873 in Wien statt. Sie war die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum." (Wikipedia.de)</ref> nicht vorbey ist wird es nicht billiger werden. Es steigen ja auch hier immer die Preise. Auch habt ihr doch immer auch Gäßte, was man auch gleich verspürt. Otto'' (der Bruder vom Franz, Otto Spängler) ''hat nun die ganze große Wohnung welche er sehr hübsch herrichten ließ, sie sind ganz glücklich darüber. Die Koch hat vor ein paar Tagen ein Mädchen bekommen es geht ihr Gottlob gut. Lebt recht wohl schreibt bald wider Eurer Euch von ganzen Herzen liebenden Mutter Spángler''
''Meine lieben ich bedaure Euch das es dort in Mödling so theuer ist ich fürchte nur bis die Weltaußstellung<ref>"Die Weltausstellung 1873 fand vom 1. Mai bis 2. November 1873 in Wien statt. Sie war die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum." (Wikipedia.de)</ref> nicht vorbey ist wird es nicht billiger werden. Es steigen ja auch hier immer die Preise. Auch habt ihr doch immer auch Gäßte, was man auch gleich verspürt. Otto'' (der Bruder vom Franz, [[Otto Spängler]]) ''hat nun die ganze große Wohnung welche er sehr hübsch herrichten ließ, sie sind ganz glücklich darüber. Die Koch hat vor ein paar Tagen ein Mädchen bekommen es geht ihr Gottlob gut. Lebt recht wohl schreibt bald wider Eurer Euch von ganzen Herzen liebenden Mutter Spángler''


''Wie ist es den mit die [!] liebe Fanny darf ich nicht schon bald anfangen Leiberl zu strücken? Alle Bekannte grüßen Euch herzlich Otto muß Morgen nach Achthal vor kurzen war er in Abtenau die Kathi lasse ich schön grüßen sie soll recht brav sein.''
''Wie ist es den mit die [!] liebe Fanny darf ich nicht schon bald anfangen Leiberl zu strücken? Alle Bekannte grüßen Euch herzlich Otto muß Morgen nach Achthal vor kurzen war er in Abtenau die Kathi lasse ich schön grüßen sie soll recht brav sein.''
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==== Brief vom 30. Juli 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel:<br />
==== Brief vom 30. Juli 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 30. Juli 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel:<br />
''Salzburg den 30/7 [18]72. Meine lieben Theuren! Ich weiß nicht habt Ihr einen Partezettel erhalten von der Engerth [?]<ref>Vgl. Brief vom 25. Juni 1872 "F v Engert" [sie wird hier richtig mit "th" geschrieben]. – Beim Brief aus Salzburg vom 2. August 1871 [bei den Hinweisen nach der Postkarte vom 24. Juni 1871] steht u. a. in Verbindung mit "Lanser": beiliegend Visitenkarte "Madame Auguste d’Engerth née Lanser de Moos et Festenstein." – Beim Brief vom 30. September 1871 aus Hall in Tirol ist u. a. als Beilage eine Verlobungsanzeige von Betti von Lanser mit August von Engerth, Salzburg 1871, genannt.</ref> erhalten oder nicht, sie ist mit einem Madchen [!] glücklich Entbunden worden, hat nach der Entbindung noch gelacht, noch das Kind geküßt, auf einmal kamm viel Blut man holte den Kuchen er'' [? der Arzt, Anm.] ''sagte es sey höchste Gefahr man möge sie sogleich versehen lassen was auch geschah, das Blut hörte nicht mehr auf trotz der angewandten Mitt[e]l um 1 wurde sie entbunden um 6 Uhr war sie eine Leiche, kanst dir denken was für ein Schmerz für die Lanser, das Kind lebt und wurde noch am selben Abend im Hof zun Lanser gefahren. Die beiden Söhne von ihr sind zum Begräbniß gekommen, mir thut es sehr leid um sie, den ihr ganzes Leben war die / Betti'' [! Zusammenhang unklar, Anm.] ''. Die Großmutter''  [&nbsp;[[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Anm.] ''sah ich heute beim Gottesdienst, ich fragte sie ob sie es Euch wegen der Engerth geschrieben hat, sie sagte mir sie habe beim Abgang des Briefes noch gar nichts davon gewußt nun denke ich, es wird Euch recht sein wen ich Euch schreibe wie die Sache gegangen Engerth ist nun mit seiner ganzen Wirthschaft bey Lanser die Wohnung ist ganz leer, was weiter geschieht weiß man noch nicht. Die Pauscher tochter ist auch'' [gestrichen, Anm.] ''gestorben, und auch am Sonntag begraben worden. Dieser Tage denke ich wird die Kopsa Marie hierher kommen von Inspruck'' [Innsbruck, Anm.] '', und mit denen 2 Schwestern vom Kloster nach Gmunden reisen, aber ich habe noch kein Awiso'' [Avis, Hinweis, Anm.]
''Salzburg den 30/7 [18]72. Meine lieben Theuren! Ich weiß nicht habt Ihr einen Partezettel erhalten von der Engerth [?]<ref>Vgl. Brief vom 25. Juni 1872 "F v Engert" [sie wird hier richtig mit "th" geschrieben]. – Beim Brief aus Salzburg vom 2. August 1871 [bei den Hinweisen nach der Postkarte vom 24. Juni 1871] steht u. a. in Verbindung mit "Lanser": beiliegend Visitenkarte "Madame Auguste d’Engerth née Lanser de Moos et Festenstein." – Beim Brief vom 30. September 1871 aus Hall in Tirol ist u. a. als Beilage eine Verlobungsanzeige von Betti von Lanser mit August von Engerth, Salzburg 1871, genannt.</ref> erhalten oder nicht, sie ist mit einem Madchen [!] glücklich Entbunden worden, hat nach der Entbindung noch gelacht, noch das Kind geküßt, auf einmal kamm viel Blut man holte den Kuchen er'' [? der Arzt, Anm.] ''sagte es sey höchste Gefahr man möge sie sogleich versehen lassen was auch geschah, das Blut hörte nicht mehr auf trotz der angewandten Mitt[e]l um 1 wurde sie entbunden um 6 Uhr war sie eine Leiche, kanst dir denken was für ein Schmerz für die Lanser, das Kind lebt und wurde noch am selben Abend im Hof zun Lanser gefahren. Die beiden Söhne von ihr sind zum Begräbniß gekommen, mir thut es sehr leid um sie, den ihr ganzes Leben war die / Betti'' [! Zusammenhang unklar, Anm.] ''. Die Großmutter''  [&nbsp;[[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Anm.] ''sah ich heute beim Gottesdienst, ich fragte sie ob sie es Euch wegen der Engerth geschrieben hat, sie sagte mir sie habe beim Abgang des Briefes noch gar nichts davon gewußt nun denke ich, es wird Euch recht sein wen ich Euch schreibe wie die Sache gegangen Engerth ist nun mit seiner ganzen Wirthschaft bey Lanser die Wohnung ist ganz leer, was weiter geschieht weiß man noch nicht. Die Pauscher tochter ist auch'' [gestrichen, Anm.] ''gestorben, und auch am Sonntag begraben worden. Dieser Tage denke ich wird die Kopsa Marie hierher kommen von Inspruck'' [Innsbruck, Anm.] '', und mit denen 2 Schwestern vom Kloster nach Gmunden reisen, aber ich habe noch kein Awiso'' [Avis, Hinweis, Anm.]


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''Die arme Toni Duscher hat es auch überstanden, mich dauerte sie sehr, da sie so glücklich war, und an nichts einen Mangel leiden durfte, schrecklich ist es für die zurück gebliebene Mutter – alle so scheiden sehen von der Welt alle von den theuren Mutterherz weggerißen – für die Welt alle verlassen – – Auch der sie so unendlich liebende Gatte wird trostloos sein, es ist würcklich herzzerreißend ein solcher Verlust. Gebet ja Ihr beide auf Eure Gesundheit wohl acht, keines sich über anstrengen. Lebt recht wohl seid herzlich gegrüßt und geküßt von Euerer Euch treu liebenden Mutter Antonia Spángler''
''Die arme Toni Duscher hat es auch überstanden, mich dauerte sie sehr, da sie so glücklich war, und an nichts einen Mangel leiden durfte, schrecklich ist es für die zurück gebliebene Mutter – alle so scheiden sehen von der Welt alle von den theuren Mutterherz weggerißen – für die Welt alle verlassen – – Auch der sie so unendlich liebende Gatte wird trostloos sein, es ist würcklich herzzerreißend ein solcher Verlust. Gebet ja Ihr beide auf Eure Gesundheit wohl acht, keines sich über anstrengen. Lebt recht wohl seid herzlich gegrüßt und geküßt von Euerer Euch treu liebenden Mutter Antonia Spángler''


''Otto (der Bruder Otto Spängler) Louise und die Kindlein grüßen Euch recht herzlich. Kathi grüßen wir herzlich.''
''Otto'' (der Bruder [[Otto Spängler]]; Anm.) ''Louise und die Kindlein grüßen Euch recht herzlich. Kathi grüßen wir herzlich.''
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==== Brief vom 8. und 9. August 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
==== Brief vom 8. und 9. August 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 8. und 9. August 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 8/8 [18]72. Meine inigst geliebten! Würklich mit wahrer Freude ergreife ich die Feder um Euch zu schreiben, und zugleich zu danken für die so warhaft aufrichtige Einladung Euch meine lieben zu besuchen. Ich bin nun auch fest entschloßen die so freundliche Einladung anzu nehmen, nur das Wann weiß ich noch nicht, ich muß mich erkundigen, wann die Sattler wider hinab reisen nach Wien welche auf den Geburtstag der Toda kommen, das wäre eine sehr gute Gelegenheit, bis dahin denke ich, wäre auch die größte Hitze vor bey, und wie du glaubst das ich von denen Trauben profitiren soll, vieleicht auch diese[r] Brif. Wen Gott will so sehen wir uns jeden fall im nächsten Monath. / Rudolf Spángler'' [&nbsp;[[Rudolf Spängler]], Anm.] ''ist so freundlich und nimt diesen Brief mit, sie freut sich schon, Euch zu sehen. Auch ich freue mich schon unendlich auf Euch, was ich kann will ich mit vergnügen thun, und helfen wie ich kann, dammit du meinetwegen nicht mehr Arbeit hast – mir ist nicht bange wir werden uns schon ganz gut verstehen. Wegen Kathi hat es mich sehr gefreut sie soll nur alles sagen wie sie es findet, solte er etwas verlangen was nicht in der ordnung ist, so soll sie ihm lieber fahren lassen, als in etwas einwilligen, was sich nicht verantworten läßt. –''
''Salzburg den 8/8 [18]72. Meine inigst geliebten! Würklich mit wahrer Freude ergreife ich die Feder um Euch zu schreiben, und zugleich zu danken für die so warhaft aufrichtige Einladung Euch meine lieben zu besuchen. Ich bin nun auch fest entschloßen die so freundliche Einladung anzu nehmen, nur das Wann weiß ich noch nicht, ich muß mich erkundigen, wann die Sattler wider hinab reisen nach Wien welche auf den Geburtstag der Toda kommen, das wäre eine sehr gute Gelegenheit, bis dahin denke ich, wäre auch die größte Hitze vor bey, und wie du glaubst das ich von denen Trauben profitiren soll, vieleicht auch diese[r] Brif. Wen Gott will so sehen wir uns jeden fall im nächsten Monath. / Rudolf Spángler'' [&nbsp;[[Rudolf Spängler]], Anm.] ''ist so freundlich und nimt diesen Brief mit, sie freut sich schon, Euch zu sehen. Auch ich freue mich schon unendlich auf Euch, was ich kann will ich mit vergnügen thun, und helfen wie ich kann, dammit du meinetwegen nicht mehr Arbeit hast – mir ist nicht bange wir werden uns schon ganz gut verstehen. Wegen Kathi hat es mich sehr gefreut sie soll nur alles sagen wie sie es findet, solte er etwas verlangen was nicht in der ordnung ist, so soll sie ihm lieber fahren lassen, als in etwas einwilligen, was sich nicht verantworten läßt. –''


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==== Brief vom 27. Oktober 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 27. Oktober 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
[[Datei:Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 1.]]
[[Datei:Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 1.JPG|thumb|Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 1.]]
[[Datei:Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 4.JPG|thumb|Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 4.]]
[[Datei:Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 4.JPG|thumb|Brief vom 27. Oktober 1872, Seite 4.]]
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
Brief vom 27. Oktober 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 27/10 [18]72. Meine lieben Theuren! Wie oft nahm ich mir schon vor an Euch meine Lieben zu schreiben und immer konnte ich nicht dazu kommen. Ich danke Euch beifrn noch einmal, recht herzlich, für die freundliche Aufnahme, welche mir bey Euch zu theil wurde, ich fühlte mich so ganz heumisch bey Euch. Die Leute sagen mir auch ich sehe viel beßer auß. Ich bin mit meiner Reise Gesellschaft so zimlich zufrieden geweßen von Lambach auß war ich bis auf die Letzte Statzion ganz allein ich habe überhaupt öfter geschlaffen, es waren die meiste Zeit nur unser 2 oder 3 Personen, ich bin auf den ganzen Tag nun 2 mal auß gestiegen, in Linz habe ich eine Suppe genohmen sonst bin ich nie in die Restaurazion gegangen, habe also nur 10 Xr'' [Kreuzer, Anm.] ''verzehrt. Am Bahnhof in Salzburg erwartete mich schon Otto / und Louise wir fuhren dan mit den Koffer aufgepackt sogleich herein wo ich bey ihnen speißte, die Kinder haben alle schon geschlaffen die Mama Duregger ging mir bis zur ersten Stiege herab entgegen und ließen mir zur Ankunft ein sehr schönes Blumen paket und ein Teller voll schöne Maschanzger Epfel auf den Tisch stellen in meiner Wohnung welches mich sehr freute. Auch war ich schon in diesen 5 Tagen seit ich hier bin 4 Abende bey Duregger geweßen. Denen bin ich sichtlich abgegangen.''
''Salzburg den 27/10 [18]72. Meine lieben Theuren! Wie oft nahm ich mir schon vor an Euch meine Lieben zu schreiben und immer konnte ich nicht dazu kommen. Ich danke Euch beifrn noch einmal, recht herzlich, für die freundliche Aufnahme, welche mir bey Euch zu theil wurde, ich fühlte mich so ganz heumisch bey Euch. Die Leute sagen mir auch ich sehe viel beßer auß. Ich bin mit meiner Reise Gesellschaft so zimlich zufrieden geweßen von Lambach auß war ich bis auf die Letzte Statzion ganz allein ich habe überhaupt öfter geschlaffen, es waren die meiste Zeit nur unser 2 oder 3 Personen, ich bin auf den ganzen Tag nun 2 mal auß gestiegen, in Linz habe ich eine Suppe genohmen sonst bin ich nie in die Restaurazion gegangen, habe also nur 10 Xr'' [Kreuzer, Anm.] ''verzehrt. Am Bahnhof in Salzburg erwartete mich schon Otto / und Louise wir fuhren dan mit den Koffer aufgepackt sogleich herein wo ich bey ihnen speißte, die Kinder haben alle schon geschlaffen die Mama Duregger ging mir bis zur ersten Stiege herab entgegen und ließen mir zur Ankunft ein sehr schönes Blumen paket und ein Teller voll schöne Maschanzger Epfel auf den Tisch stellen in meiner Wohnung welches mich sehr freute. Auch war ich schon in diesen 5 Tagen seit ich hier bin 4 Abende bey Duregger geweßen. Denen bin ich sichtlich abgegangen.''


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==== Brief vom 8. November 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 8. November 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Ein Bogen; / = Seitenwechsel; blasse Tinte; fragliche [?] Stellen:<br />
Brief vom 8. November 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; blasse Tinte; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 8/11 [18]72. Meine lieben Theuren! Lange mußte ich auf ein Schreiben von Euch warten, aber ich weiß es schon das man nicht immer außführen kann was man will. Mich freut es daß Ihr wohl seid, und auch einmal das [!] Prater besucht habt, für 2 macht es sich überhaupt leichter. Das Fany glücklich außkamm mit dem Würthschafts Geld freut mich sehr, machtet'' [achtet? Amn.] ''nun jetzt ein[m]al, bis die Fany sich etwas zu unvor hergesehene Fälle etwas auf die Seite gelegt nicht viele Einladungen sonst kömmt sie nie'' [unterstrichen] '', wie man sagt, auf einen Grünen Zweig, der doch so sehr angenehm ist. Ich mußte auch jetzt viel Geld in die Hand nehmen, um mir in jeder Richtung das Nothwendigste beyzuschaffen, nun ist so zimlich alles in Ordnung.'' / [oben darübergeschrieben:] ''Die Formen von Gartenpapire sind alle da die Muscheln habe ich nicht gefunden.''
''Salzburg den 8/11 [18]72. Meine lieben Theuren! Lange mußte ich auf ein Schreiben von Euch warten, aber ich weiß es schon das man nicht immer außführen kann was man will. Mich freut es daß Ihr wohl seid, und auch einmal das [!] Prater besucht habt, für 2 macht es sich überhaupt leichter. Das Fany glücklich außkamm mit dem Würthschafts Geld freut mich sehr, machtet'' [achtet? Amn.] ''nun jetzt ein[m]al, bis die Fany sich etwas zu unvor hergesehene Fälle etwas auf die Seite gelegt nicht viele Einladungen sonst kömmt sie nie'' [unterstrichen] '', wie man sagt, auf einen Grünen Zweig, der doch so sehr angenehm ist. Ich mußte auch jetzt viel Geld in die Hand nehmen, um mir in jeder Richtung das Nothwendigste beyzuschaffen, nun ist so zimlich alles in Ordnung.'' / [oben darübergeschrieben:] ''Die Formen von Gartenpapire sind alle da die Muscheln habe ich nicht gefunden.''


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''Louise bekömt zwar bis auf den 1te Dezember eine 3te Magd, was doch bis das 4 Kind kömmt eine große erleichterung sein wird, Die Louiserl ist sehr stark, und lieb, aber allein geht sie nicht, sie ist am 3 November ein Jahr geworden.<ref>Aloisia Spängler (* 1871; † 1952, verheiratet Robert Reiß (* 1864; † 1916)</ref> Ich weiß nicht habe ich Euch schon geschrieben das die Frau Leopoldine schon im 5te Monnath in der Hoffnung ist, kannst dir denken, diese U[i]berraschung. Die Marie ist im 7te Jahr. Die Fräulein Mertens waren kaum mehr in Mödling? Wie die [!] Begrabniß schön war, von Mertens ([Heinrich Ritter von Mertens]], Anm.) werdet ihr wohl in allen Zeitungen gelesen haben, sie war sehr traurig weil einen die Familie so erbarmmt. Sie sind dermalen alle in Wien, ich glaube, ihr Bruder hat sie mitgenohmen. Der wird schon weiter sorgen. Ich danke noch herzlich für die Grüße von der Familie Langer ich denke schon / <ref>Inhaltlich erscheint der Übergang ziemlich abrupt, aber so steht es nach dem Seitenwechsel dort.</ref> 1 gutes Halbes Seitl Milch und einen kleinen Ko[c]hlöfel voll feines Mehl Nul Mehl, ist das feinste, und ein kleines Stückchen Zucker mitsieden, und ja recht gut außkochen. Mich freut es sehr für Beide wen das Kindlein gedeut'' [gedeiht, Anm.] ''grüße sie von mir recht herzlich ich denke wohl öfter wie es den Kindlein gehen wird. Hier hat alles auf geschlagen Fleisch kostet nun schon 34 x'' [Kreuzer, Anm.] ''Kalbfleisch 40. Schweinfleisch 44. Das die Milch aufgeschlagen wundert mich nicht hat sie ja auch hier in den meisten Orten aufgeschlagen, du bist ja doch noch beßer dabey als in den friher[e]n'' [früh-, Anm.] ''Milchort, besonders weil die Cathi diese Milch Nachmittag nimt. Allen Bekanten welche sich meiner erinern bitte ich mich zu empfehlen Lebt alle recht wohl gedenkt meiner in Liebe Eure treue Mutter Spángler'' [darunter:] ''Otto und Louise grüßen Euch herzlich. Sowie die Kinder.''
''Louise bekömt zwar bis auf den 1te Dezember eine 3te Magd, was doch bis das 4 Kind kömmt eine große erleichterung sein wird, Die Louiserl ist sehr stark, und lieb, aber allein geht sie nicht, sie ist am 3 November ein Jahr geworden.<ref>Aloisia Spängler (* 1871; † 1952, verheiratet Robert Reiß (* 1864; † 1916)</ref> Ich weiß nicht habe ich Euch schon geschrieben das die Frau Leopoldine schon im 5te Monnath in der Hoffnung ist, kannst dir denken, diese U[i]berraschung. Die Marie ist im 7te Jahr. Die Fräulein Mertens waren kaum mehr in Mödling? Wie die [!] Begrabniß schön war, von Mertens ([Heinrich Ritter von Mertens]], Anm.) werdet ihr wohl in allen Zeitungen gelesen haben, sie war sehr traurig weil einen die Familie so erbarmmt. Sie sind dermalen alle in Wien, ich glaube, ihr Bruder hat sie mitgenohmen. Der wird schon weiter sorgen. Ich danke noch herzlich für die Grüße von der Familie Langer ich denke schon / <ref>Inhaltlich erscheint der Übergang ziemlich abrupt, aber so steht es nach dem Seitenwechsel dort.</ref> 1 gutes Halbes Seitl Milch und einen kleinen Ko[c]hlöfel voll feines Mehl Nul Mehl, ist das feinste, und ein kleines Stückchen Zucker mitsieden, und ja recht gut außkochen. Mich freut es sehr für Beide wen das Kindlein gedeut'' [gedeiht, Anm.] ''grüße sie von mir recht herzlich ich denke wohl öfter wie es den Kindlein gehen wird. Hier hat alles auf geschlagen Fleisch kostet nun schon 34 x'' [Kreuzer, Anm.] ''Kalbfleisch 40. Schweinfleisch 44. Das die Milch aufgeschlagen wundert mich nicht hat sie ja auch hier in den meisten Orten aufgeschlagen, du bist ja doch noch beßer dabey als in den friher[e]n'' [früh-, Anm.] ''Milchort, besonders weil die Cathi diese Milch Nachmittag nimt. Allen Bekanten welche sich meiner erinern bitte ich mich zu empfehlen Lebt alle recht wohl gedenkt meiner in Liebe Eure treue Mutter Spángler'' [darunter:] ''Otto und Louise grüßen Euch herzlich. Sowie die Kinder.''
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==== Brief vom 30. November 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
 
Ein Bogen; ein Blatt beiliegend; / = Seitenwechsel; blasse Tinte; fragliche [?] Stellen:<br />
==== Brief vom 30. November 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Brief vom 30. November 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen; ein Blatt beiliegend; [Ergänzung]; / = Seitenwechsel; blasse Tinte; fragliche [?] Stellen:<br />
''Salzburg den 30/11 [18]72. Meine inigst geliebter theuerster Franz! Recht herzlichen Dank für den lieben Brief der guten Fany zu meinen 46 zigsten Hochzeitstag es ist eine lange Reihe von Jahren – vieles Angenehme – und vieles Schmerzliche zog vorüber – und viel freudiges und immer denkt mann wie wird es wider über einen Jahr sein – werde ich noch leben? – – wie Gott will. Euch meine lieben geht es Gottlob gut. Wie steht es mit Fany? ist noch alles in Ordnung? ich denke sehr oft an Euch meine Lieben, ich habe am Sontag mit Plachetka Lida gesprochen sie sagte mir das sie gerne bey Euch war, und sie dich recht heiter und frisch gefunden hat, was auch ich gefunden habe. /''
''Salzburg den 30/11 [18]72. Meine inigst geliebter theuerster Franz! Recht herzlichen Dank für den lieben Brief der guten Fany zu meinen 46 zigsten Hochzeitstag es ist eine lange Reihe von Jahren – vieles Angenehme – und vieles Schmerzliche zog vorüber – und viel freudiges und immer denkt mann wie wird es wider über einen Jahr sein – werde ich noch leben? – – wie Gott will. Euch meine lieben geht es Gottlob gut. Wie steht es mit Fany? ist noch alles in Ordnung? ich denke sehr oft an Euch meine Lieben, ich habe am Sontag mit Plachetka Lida gesprochen sie sagte mir das sie gerne bey Euch war, und sie dich recht heiter und frisch gefunden hat, was auch ich gefunden habe. /''


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''Lieber Onkel Franz! Ich gratulire dir. Es küßt dich dein kleiner Otto''
''Lieber Onkel Franz! Ich gratulire dir. Es küßt dich dein kleiner Otto''
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==== Brief vom 14. Dezember 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ====
==== Brief vom 14. Dezember 1872 von Fanny Kobler an Fanni Spängler ====
[[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] an Fanni Spängler:<br />
Brief vom 14. Dezember 1872 von [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] an [[Franziska Spängler]]; [Ergänzung]; [?] = fragliche Stelle:<br />
 
''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben/ die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. - Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin, Anm.] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke, Anm.] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt/ wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer, Anm.] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer'' [Steyr, Anm.] ''; die Laschenzki welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien, Anm.] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. - Alle Bekanten grüßen dich herzlich/ Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''
''Salzburg am 14te Dez: 1872. Liebe Fanni! Dießmal muß ich deinen Brief gleich beantworten, damit du nicht zweifeln darfst ob ich euch beherbergen werde. Wie, und warum du, daran auch nur einen Augenblick zweifeln konntest, weis ich nicht. Ich habe nur zu ein paar Bekante mich geäußert, das wenn ihr im Winter kommt es mir recht leid thut, weil ich euch zum schlafen kein geheiztes Zimmer geben kann, das hab ich auch zu Franzens Mutter gesagt. Wenn es die Geschäfte deines Mannes erlauben, o, so komt nur meine Lieben/ die alte Großmutter hat große Sensucht euch einmal wieder zu seh’n. - Die Feyertage werden ja doch keine Verhandlungen sein, und so gebe ich mich der Hoffnung hin, euch gewiß zu seh’n. Die Lida'' [Guttenberg; Freundin, Anm.] ''hab ich nur einmal gesprochen, solang sie jetzt in Salzburg ist, jezt hat sie die Nani schon 8 Tage die Winterkleidung zusammenzurichten. Hast du dir ein schwarzes Tuchkleid gekauft, oder nur eine Ueberschosse [?] und eine Jage'' [Jacke, Anm.] ''. Die meisten Mädchen bey uns, haben Ansetze von Sammt/ wenn es aber nicht ein schönes Sammt ist gefallen sie mir viel weniger als von Tuch. Der Walli ihre Hochzeit wird den 25.ten Januar sein. Erlach Robert ist Brautführer und Ida'' [Schlögelhofer, Anm.] ''eine von die Kranzjungfraun. Die Schwester der Haßseck [?] die Mari hat den 20.te Hochzeit mit Herrn Mößer, der einmal die Schnerberger hat heurathen wollen, er ist Braumeister in Steuer'' [Steyr, Anm.] ''; die Laschenzki welche dich herzlich grüß, hat zwey Hochzeiten in einer Woche. Das deine Wirthschaft so gut geht freud mich sehr, aller Anfang ist schwer, besonders wenn man fremd ist, ich habe auch gar nicht gezweifelt, das es so werden wird, wenn du länger in Mödling bist. Was deine Geschwister betrift mußt du entweder jeden etwas geben, oder keinen nichts [!], ich glaube es [ist] nicht notwendig ihnen etwas zu geben. Die schönen Tage sind jetzt bey uns vorüber, 2 Tag haben wir Schnee und kalt. Wenn es zur Reise kommt wie ich hoffe, zieht euch ja recht warm an. Jedenfalls sey so gut ein paar Tage früher es mir wißen zu lassen wann ihr eintrefft. Lebe recht wohl, grüße deinen Mann von mir herzlich, es ist auch für ihn wohlthuent einige Tage'' [fehlt wohl: Ferien, Anm.] ''zu mach’n. Erfreue bald mit einer angenehmen Antwort deine dich liebende Großmutter Fanni Kobler. - Alle Bekanten grüßen dich herzlich/ Deinen Brief hab ich erst den 12.te erhalten''
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==== Brief vom 20. Dezember 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 20. Dezember 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Ein Bogen, aufgedruckt "Dr. Otto Spängler / Salzburg", und ein Blatt eingelegt; / = Seitenwechsel; kräftige und klare Schrift der Mutter, doch in Ottos Teil fragliche [?] und unleserliche XX Stellen: <br />
Brief vom 20. Dezember 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, aufgedruckt "Dr. Otto Spängler / Salzburg", und ein Blatt eingelegt; / = Seitenwechsel; kräftige und klare Schrift der Mutter, doch in Ottos Teil fragliche [?] und unleserliche XX Stellen: <br />
''Salzburg den 20/12 1872. Meine lieben Theuren. Gestern erhielt Otto Euren lieben Brief mit der Nachricht daß Ihr<ref>Franz Spängler hat am 8. April 1872 in Salzburg Franziska Schlegel geheiratet.</ref> leider nicht um Weihnachten kömmt. Franz sagte als ich unten'' [in Mödling? Anm.] ''war er köne um Weihnachten 11 Tage außbleiben, daß hätte uns alle sehr gefreut aber mit 5 Tage ist es wahrlich nicht der Mühe werth, da ist es schon gescheider Ihr kömmt dan vielleicht auf ein Monath Urlaub. Ich ging zur Großmutter'' [&nbsp;[[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Anm.] ''um es ihr zu sagen – es thut ihr leid, aber sie sagt wohl auch das es wegen 5 Tage zu kurz sey diese weite Reise zu machen, sie hat erst gestern angefangt ! sich zu freuen das Ihr kömmt, sagte sie mir, weil / sie imer dachte es köne leicht etwas dazwischen kommen, gestern ließ sie das Zimmer putzen und die Betten über ziehen, und wie dieses geschehen so fing sie sich zu freuen an, und Abends als ich kamm war die Freude wider zu nichts sie sagt sie will nun ihre Freude auf das Frühjahr sparen. Nun muß ich Euch zu unser aller Freude berichten das die Louise Heute Mittags 3/4 auf 11 mit einem Knaben<ref>Moriz Spängler, vgl. folgenden Brief vom 28. Dezember 1872</ref> glücklich entbunden wurde, beyde sind gottlob gesund, ich schreibe dieß im Nahmen des Otto, und der Louise. Das Kindlein sieht ganz dem kleinen Otto gleich.  
''Salzburg den 20/12 1872. Meine lieben Theuren. Gestern erhielt Otto Euren lieben Brief mit der Nachricht daß Ihr<ref>Franz Spängler hat am 8. April 1872 in Salzburg Franziska Schlegel geheiratet.</ref> leider nicht um Weihnachten kömmt. Franz sagte als ich unten'' [in Mödling? Anm.] ''war er köne um Weihnachten 11 Tage außbleiben, daß hätte uns alle sehr gefreut aber mit 5 Tage ist es wahrlich nicht der Mühe werth, da ist es schon gescheider Ihr kömmt dan vielleicht auf ein Monath Urlaub. Ich ging zur Großmutter'' [&nbsp;[[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]], Anm.] ''um es ihr zu sagen – es thut ihr leid, aber sie sagt wohl auch das es wegen 5 Tage zu kurz sey diese weite Reise zu machen, sie hat erst gestern angefangt ! sich zu freuen das Ihr kömmt, sagte sie mir, weil / sie imer dachte es köne leicht etwas dazwischen kommen, gestern ließ sie das Zimmer putzen und die Betten über ziehen, und wie dieses geschehen so fing sie sich zu freuen an, und Abends als ich kamm war die Freude wider zu nichts sie sagt sie will nun ihre Freude auf das Frühjahr sparen. Nun muß ich Euch zu unser aller Freude berichten das die Louise Heute Mittags 3/4 auf 11 mit einem Knaben<ref>Moriz Spängler, vgl. folgenden Brief vom 28. Dezember 1872</ref> glücklich entbunden wurde, beyde sind gottlob gesund, ich schreibe dieß im Nahmen des Otto, und der Louise. Das Kindlein sieht ganz dem kleinen Otto gleich.  


''Es ist nun schon sehr lange das ich einen Brief von Euch erhalten habe. Schumacher geht es recht gut sammt den kleinen Kind, gott gebe das es auch bey uns so bleibt. Bey Carl Spángler ist Heuer am Heil Abend gar keine Einladung, weil sie in der Hoffnung ist, und nie recht / wohl. Die Otto Lürzer ist vor ungefähr 6 Wochen über die Stiege herab gefallen und Bewußtloos liegen geblieben, man konnte sie erst nach längerer Zeit als sie schon lange im Bett war, wider zu sich bringen sie schrieb gestern erst wider selbst den ersten Brief, es geht ihr im ganzen wieder gut nur das sie sich mit nichts anstrengen darf, sonst bekömmt sie Kopfweh. Sie schrieb es war ein Momenttaner Schwindel, den sie dachte wen ich nur nicht falle, und von selben Augenblück an wußte sie nichts mehr, hier gingen von diesen Vorfall eine ganze Menge verschiedene Gerüchte herum; sie hätte sich die Hirnschale eingeschlagen, dan den Kopf gespalten – dan sie sey schon gestorben, Gottlob das von all dem gar nichts wahr ist. Lebt recht wohl wen ich nicht mehr zum schreiben kommen kann so bringe ich Euch ein recht gutes / Neues Jahr mit der Bitte das Ihr mir auch im nächsten Jahr auch Eure Liebe erhalten möchtet, und danke Euch für alle Liebe welche Ihr mir erwißen habt. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Spángler''
''Es ist nun schon sehr lange das ich einen Brief von Euch erhalten habe. Schumacher geht es recht gut sammt den kleinen Kind, gott gebe das es auch bey uns so bleibt. Bey Carl Spángler ist Heuer am Heil Abend gar keine Einladung, weil sie in der Hoffnung ist, und nie recht / wohl. Die Otto Lürzer<ref>Maria, geborene Müller, die Ehefrau von [[Otto Lürzer von Zehendthal]]</ref> ist vor ungefähr 6 Wochen über die Stiege herab gefallen und Bewußtloos liegen geblieben, man konnte sie erst nach längerer Zeit als sie schon lange im Bett war, wider zu sich bringen sie schrieb gestern erst wider selbst den ersten Brief, es geht ihr im ganzen wieder gut nur das sie sich mit nichts anstrengen darf, sonst bekömmt sie Kopfweh. Sie schrieb es war ein Momenttaner Schwindel, den sie dachte wen ich nur nicht falle, und von selben Augenblück an wußte sie nichts mehr, hier gingen von diesen Vorfall eine ganze Menge verschiedene Gerüchte herum; sie hätte sich die Hirnschale eingeschlagen, dan den Kopf gespalten – dan sie sey schon gestorben, Gottlob das von all dem gar nichts wahr ist. Lebt recht wohl wen ich nicht mehr zum schreiben kommen kann so bringe ich Euch ein recht gutes / Neues Jahr mit der Bitte das Ihr mir auch im nächsten Jahr auch Eure Liebe erhalten möchtet, und danke Euch für alle Liebe welche Ihr mir erwißen habt. Mit aller Liebe Eure treue Mutter Spángler''


[auf der ersten Seite oben, verkehrt herum:] ''Allen Bekanten viele Herzliche grüße und Neujahres. So auch der Kathi alles Schöne Ich danke ihr für die Gabe [?] welche sie mir geschenkt Von der Großmutter viele grüße.''
[auf der ersten Seite oben, verkehrt herum:] ''Allen Bekanten viele Herzliche grüße und Neujahres. So auch der Kathi alles Schöne Ich danke ihr für die Gabe [?] welche sie mir geschenkt Von der Großmutter viele grüße.''


[weiter auf Seite 4 von Otto Spängler:] ''Lieber Franz! Ich füge den Zeilen der Mutter nun noch die Mittheilung bei, daß gleichzeitig mit diesem Schreiben 30 fl'' [&nbsp;[[Gulden]], Anm.] ''mittels Postanweisung an dich abgehen. Ich habe zu diesem Zwecke vermerkt [?] den Kassarest pro – 4.03; ferner Montancoupon – 14. –; endlich 2 Pfandbriefcoupons pro x/1 73 5. –; ferner Hammerauerausbeute (92 XX fl) 10.12. –'' [Unterstrich] ''zusammen: 33.15 ab Sontag sammt AXX 30.10'' [Unterstrich] ''Rest 3.05 Hinzu kommen die Hammerauercoupons / 1 à 21 fl; 6 à 2.10 / 33.60'' [Unterstrich] ''36.65 <ref>Aufstellung, so dass die Summen untereinander stehen</ref> Hirvon werde ich der Mutter 10 fl pro. Jänner; ferner das auf 3 Silbercoupons pro 2.10 bis auf 9 fl Silber fehlende nach dem Agiocurse vergüten;''
[weiter auf Seite 4 von [[Otto Spängler]]:] ''Lieber Franz! Ich füge den Zeilen der Mutter nun noch die Mittheilung bei, daß gleichzeitig mit diesem Schreiben 30 fl'' [&nbsp;[[Gulden]], Anm.] ''mittels Postanweisung an dich abgehen. Ich habe zu diesem Zwecke vermerkt [?] den Kassarest pro – 4.03; ferner Montancoupon – 14. –; endlich 2 Pfandbriefcoupons pro x/1 73 5. –; ferner Hammerauerausbeute (92 XX fl) 10.12. –'' [Unterstrich] ''zusammen: 33.15 ab Sontag sammt AXX 30.10'' [Unterstrich] ''Rest 3.05 Hinzu kommen die Hammerauercoupons / 1 à 21 fl; 6 à 2.10 / 33.60'' [Unterstrich] ''36.65 <ref>Aufstellung, so dass die Summen untereinander stehen</ref> Hirvon werde ich der Mutter 10 fl pro. Jänner; ferner das auf 3 Silbercoupons pro 2.10 bis auf 9 fl Silber fehlende nach dem Agiocurse vergüten;''


[beigelegtes Blatt:] ''ferner die Prolongation des Vorschußes bezahlen. Bezüglich des Weihnachtsgeschenkes mache ich Euch den Vorschlag, mit der Mutter die Geschichte einfach aufzuheben. Die Mutter wollte Euch 6 fl geben, damit Ihr Euch nach Belieben etwas kaufen solltet, u. du wolltest beilich [?] einen solchen Betrag spendieren; also scheint es mir einfacher, die Sache aufzulassen. Wenn du einverstanden bist, brauche ich keine'' [Wort gestrichen] ''Antwort; nur im Gegenfalle bitte ich sofort um Correspondenzkarte.''
[beigelegtes Blatt:] ''ferner die Prolongation des Vorschußes bezahlen. Bezüglich des Weihnachtsgeschenkes mache ich Euch den Vorschlag, mit der Mutter die Geschichte einfach aufzuheben. Die Mutter wollte Euch 6 fl geben, damit Ihr Euch nach Belieben etwas kaufen solltet, u. du wolltest beilich [?] einen solchen Betrag spendieren; also scheint es mir einfacher, die Sache aufzulassen. Wenn du einverstanden bist, brauche ich keine'' [Wort gestrichen] ''Antwort; nur im Gegenfalle bitte ich sofort um Correspondenzkarte.''
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''Die ungarische Boden'' [Wertpapiere, Anm.] ''werden mit 1. Jäner in Stücke à 100 fl Papier convertiert; u. werden doch hoffentlich eine Dividende zalen. Die 39 Lose habe ich mal gleich als gezogen wahrgenommen; die Frage ist nur, ob wir sie hergeben sollen oder nicht; mir wurde auf den Februar ein Angebot [?] pro 300 fl für jedes gezogene Fünftel in Aussicht gestellt. / Wir haben Zeit genug, uns hierüber zu molviren [?]. Von Louise viele herzliche Grüße; du kanst denken, wie glücklich ich bin, dß alles so gut vorüber ist. Mit den besten Glückwünschen fürs neue Jahr u die herzlichsten Grüße dein treuer Otto. Freitag Abends 6 Uhr.''
''Die ungarische Boden'' [Wertpapiere, Anm.] ''werden mit 1. Jäner in Stücke à 100 fl Papier convertiert; u. werden doch hoffentlich eine Dividende zalen. Die 39 Lose habe ich mal gleich als gezogen wahrgenommen; die Frage ist nur, ob wir sie hergeben sollen oder nicht; mir wurde auf den Februar ein Angebot [?] pro 300 fl für jedes gezogene Fünftel in Aussicht gestellt. / Wir haben Zeit genug, uns hierüber zu molviren [?]. Von Louise viele herzliche Grüße; du kanst denken, wie glücklich ich bin, dß alles so gut vorüber ist. Mit den besten Glückwünschen fürs neue Jahr u die herzlichsten Grüße dein treuer Otto. Freitag Abends 6 Uhr.''
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==== Brief vom 26. Dezember [1872] von Fanni Spängler an Franziska Kobler ====
==== Brief vom 26. Dezember [1872] von Fanni Spängler an Franziska Kobler ====
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]] ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
Brief von [[Franziska Spängler]] an [[Franziska Kobler]] ohne Umschlag; ein Bogen; // = Absatz; / = Seitenwechsel; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
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==== Brief vom 28. Dezember 1872 von der Mutter Antonia Spängler, an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling ====
==== Brief vom 28. Dezember 1872 von Antonia Spängler an Franz Spängler in Mödling ====
Ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen; flüchtige Schrift, ganz im Gegenteil zum vorangehenden Brief vom 20. Dezember 1872; Textfolge = Seiten 1, 3, 4 und 2 [!]:<br />
Brief vom 28. Dezember 1872 von der Mutter [[Antonia Spängler]] an den Sohn [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling; ein Bogen, "englischer" Prägedruck "Löwe, Wappen und Einhorn"; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und unleserliche XX Stellen; flüchtige Schrift, ganz im Gegenteil zum vorangehenden Brief vom 20. Dezember 1872; Textfolge = Seiten 1, 3, 4 und 2 [!]:<br />
''Salzburg den 28/12 1872. Mein liebster theuerster Franz! Vor allen berichte ich dir das Louise und der kleine Moritz<ref>Moriz Spängler (* 19. Dezember 1872; † 22. April 1873)</ref> sich Gottlob recht wohl befinden Louise ist recht heiter und möchte schon gerne aufstehen, aber ich meine Morgen als den 9te Tag sollte sie noch liegen bleiben den Moritz fürchten wir wird den Mehl Hund<ref>"Der Mehlhund ist nichts anderes, als wenn an der Zunge und am Zahnfleisch, am Gaumen und in dem Schlund weiße, kleine und größere erhabene Flecken sich zeigen. Die Kinder können vor Hitze und dem empfindlichen Schmerz im Munde kaum saugen, und schreyen Tag und Nacht." Quelle: Joh. Baptist Obermayer, ''Ausführlicher Unterricht in der Entbindungskunst'', Sulzbach 1791; vgl. hf-kirchberg.at November 2022.</ref> bekommen es ist dieß wohl eine natürliche Kinderkrankheit. Lieber Franz warum ich dir Außgesprochen 6 fl'' [&nbsp;[[Gulden]], Anm.] ''welche ich, wie ich zu deinen Nammenstag geschrieben, Euch theils zum Nammenstag, und zugleich für beyde zum Christgeschenk gegeben habe, bey Otto noch nicht erlegt hatte, als er dir die Verrechnung schückte, ist lediglich er schuld ich wollte sie amm 1te Dezember als ich dir geschrieben habe hinauf geben, und er /''
''Salzburg den 28/12 1872. Mein liebster theuerster Franz! Vor allen berichte ich dir das Louise und der kleine Moritz<ref>Moriz Spängler (* 19. Dezember 1872; † 22. April 1873)</ref> sich Gottlob recht wohl befinden Louise ist recht heiter und möchte schon gerne aufstehen, aber ich meine Morgen als den 9te Tag sollte sie noch liegen bleiben den Moritz fürchten wir wird den Mehl Hund<ref>"Der Mehlhund ist nichts anderes, als wenn an der Zunge und am Zahnfleisch, am Gaumen und in dem Schlund weiße, kleine und größere erhabene Flecken sich zeigen. Die Kinder können vor Hitze und dem empfindlichen Schmerz im Munde kaum saugen, und schreyen Tag und Nacht." Quelle: Joh. Baptist Obermayer, ''Ausführlicher Unterricht in der Entbindungskunst'', Sulzbach 1791; vgl. hf-kirchberg.at November 2022.</ref> bekommen es ist dieß wohl eine natürliche Kinderkrankheit. Lieber Franz warum ich dir Außgesprochen 6 fl'' [&nbsp;[[Gulden]], Anm.] ''welche ich, wie ich zu deinen Nammenstag geschrieben, Euch theils zum Nammenstag, und zugleich für beyde zum Christgeschenk gegeben habe, bey Otto noch nicht erlegt hatte, als er dir die Verrechnung schückte, ist lediglich er schuld ich wollte sie amm 1te Dezember als ich dir geschrieben habe hinauf geben, und er /''


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[[Kategorie:Korrespondenz]]
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