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| − | '''Konrad I. von Abenberg''' (* um [[1075]]; † [[9. April]] [[1147]] im [[Lungau]]) war von [[1106]] bis [[1147]] [[Altstadt|Salzburger]] [[Salzburger Erzbischöfe|Erzbischof]]. | + | [[Datei:Konrad von Abenberg.jpg|thumb|Erzbischof Konrad I. von Abenberg, der Gründer des [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno|Augustiner Chorherrenstifts St. Zeno]] (barockes Gemälde in St. Zeno)]] |
| | + | [[Datei:Wappen Salzburger Erzbischöfe Konrad I.jpg|thumb|Wappen des Konrad]]'''Konrad I. von Abenberg''' (* um [[1075]]; † [[9. April]] [[1147]] im [[Lungau]]) war von [[1106]] bis [[1147]] [[Salzburger Erzbischof]]. |
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| | ==Leben== | | ==Leben== |
| | Seine Herkunft ist heute weitgehend geklärt. Konrad stammt vom mittelfränkischen Adelsgeschlecht der Abenberger und nicht vom baierischen Geschlecht der Abenberger. Seine Brüder wollten ihm das väterliche Erbe vorenthalten, es kam zu einem Streit und Konrad floh Hilfe suchend zu Kaiser Heinrich IV, wo er Aufnahme in dessen Hofkapelle fand. | | Seine Herkunft ist heute weitgehend geklärt. Konrad stammt vom mittelfränkischen Adelsgeschlecht der Abenberger und nicht vom baierischen Geschlecht der Abenberger. Seine Brüder wollten ihm das väterliche Erbe vorenthalten, es kam zu einem Streit und Konrad floh Hilfe suchend zu Kaiser Heinrich IV, wo er Aufnahme in dessen Hofkapelle fand. |
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| − | Heinrich IV. seinerseits hatte Streit mit seinem Sohn. Konrad, der schon durch Kritik an Sitten am Kaiserhof aufgefallen war, stellte sich auf die Seite des jungen Heinrich V. Als Belohnung für diese Unterstützung wurde Konrad von Heinrich am Reichstag von Mainz im Jänner [[1106]] zum Erzbischof von Salzburg gewählt. | + | Heinrich IV. seinerseits hatte Streit mit seinem Sohn. Konrad, der schon durch Kritik an Sitten am Kaiserhof aufgefallen war, stellte sich auf die Seite des jungen Heinrich V. Als Belohnung für diese Unterstützung wurde Konrad von Heinrich am Reichstag von Mainz im Jänner [[1106]] zum [[Erzbischof von Salzburg]] gewählt. |
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| | ====Der Gegen-Erzbischof==== | | ====Der Gegen-Erzbischof==== |
| − | Im Salzburger [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] saß aber zu jener Zeit [[Berthold von Moosburg]], der von Heinrich IV. [[1077]] gegen den päpstlich gesinnten Erzbischof [[Gebhard]] zum Gegen-Erzbischof ernannt wurde. zwar konnte sich Berthold sowohl gegen Gebhard als auch gegen seinen Nachfolger, [[Thiemo]], durchsetzen, aber mit Konrad ging das nicht. Am [[7. Jänner]] [[1106]] wird Konrad von Kaiser Heinrich V. zum Erzbischof ernannt, wo noch der von Heinrich IV. eingesetzte Gegenerzbischof Berthold von Moosburg regiert. Bereits am [[25. Jänner]] 1106 zog Konrad in Salzburg ein. Begleitet wurde er von tausend Soldaten, die den sich in die [[Festung Hohensalzburg]] zurück gezogen Berthold dann doch zu viele waren. Er zog sich auf seinen Stammsitz nach Moosburg zurück, wo er schon bald verstarb. | + | Im Salzburger [[Erzbistum Salzburg|Erzbistum]] saß aber zu jener Zeit [[Berthold von Moosburg]], der von Heinrich IV. [[1077]] gegen den päpstlich gesinnten Erzbischof [[Gebhard]] zum Gegen-Erzbischof ernannt worden war. Zwar konnte sich Berthold sowohl gegen Gebhard als auch gegen seinen Nachfolger, [[Thiemo]], durchsetzen, aber mit Konrad ging das nicht. Am [[7. Jänner]] [[1106]] wurde Konrad von Kaiser Heinrich V. zum Erzbischof ernannt, bereits am [[25. Jänner]] 1106 zog Konrad in Salzburg ein. Begleitet wurde er von tausend Soldaten. Die Ministerialen um Berthold zogen sich in die [[Festung Hohensalzburg|Burg Hohensalzburg]] zurück. Letztendlich musste sich Berthold dann doch der Übermacht beugen. Er zog sich auf seinen bayrischen Stammsitz nach Moosburg an der Iasar zurück, wo er neun Jahre später verstarb. |
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| | + | Konrad I. von Abenberg gilt als Gründer der [[Pfarre Siezenheim]], der dem Salzburger Domstift im Jahr [[1122]] Pfarrrechte auch in [[Siezenheim]] übertrug. |
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| | ====Wieder in Salzburg==== | | ====Wieder in Salzburg==== |
| − | Konrad war dann oft unterwegs. Einige Vorgänge ließen ihn bei dem mittlerweile zum Kaiser gekrönten Heinrich V. in Ungnade fallen. In Salzburg intrigierte man gegen den abwesenden Erzbischof. Heinrich V. wollte auch den unbequemen Erzbischof los werden. Als er im Mai [[1112]] wieder nach Salzburg zurück kam, konnte er sich nur durch die Macht seiner Familie und deren Waffengewalt halten. Aber Mitte des Jahres ging er dann doch ins Exil. Er ging zur Markgräfin Mathilde von Tuszien, wo er bis zu ihrem Tod drei Jahren Schutz fand. Eine Rückkehr nach Salzburg scheiterte aber am [[Domkapitel]] des Erzstifts. | + | Konrad war dann oft unterwegs. Einige Vorgänge ließen ihn bei dem mittlerweile zum Kaiser gekrönten Heinrich V. in Ungnade fallen. In Salzburg intrigierte man gegen den abwesenden Erzbischof. Heinrich V. wollte auch den unbequemen Erzbischof los werden. Als er im Mai [[1112]] wieder nach Salzburg zurück kam, konnte er sich nur durch die Macht seiner Familie und deren Waffengewalt halten. Aber Mitte des Jahres ging er dann doch ins Exil. Er ging zur Markgräfin Mathilde von Tuszien, wo er bis zu ihrem Tod drei Jahren Schutz fand. Eine Rückkehr nach Salzburg scheiterte aber am [[Domkapitel]] des [[Erzstift]]s. |
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| | ====Auf der Flucht==== | | ====Auf der Flucht==== |
| − | Er fand Aufnahme in der Steiermark bei Markgraf Otakar IV., hielt sich in [[Benediktinerstift Garsten|Garsten]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]] und im [[Benediktinerstift Admont|Admont]] auf. Aber niemals war er sicher. So erzählen Aufzeichnungen über sein Leben, dass er einmal sich ein halbes Jahr in einer Berghöhle verstecken musste, einmal 16 Wochen im Keller von Stift Admont lebte und auf der Flucht vor seinen Feinden einen ganzen Tag lang bis zum Kinn in einem Fluss stehend verstecken. | + | Er fand Aufnahme in der Steiermark bei Markgraf Otakar IV., hielt sich in den Stiften [[Benediktinerstift Garsten|Garsten]], [[Kloster Benediktbeuern|Benediktbeuern]] und im [[Benediktinerstift Admont|Admont]] auf. Aber niemals war er sicher. So erzählen Aufzeichnungen über sein Leben, dass er einmal sich ein halbes Jahr in einer Berghöhle verstecken musste, einmal 16 Wochen im Keller von Stift Admont lebte und auf der Flucht vor seinen Feinden einen ganzen Tag lang bis zum Kinn in einem Fluss stehend verstecken. |
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| | ====Rückkehr nach Salzburg==== | | ====Rückkehr nach Salzburg==== |
| | Bis er schließlich [[1117]] nach Sachsen floh, dem Zentrum des Widerstands gegen Heinrich V. Erst mit dem Ende des Investiturstreits, am [[23. September]] [[1122]] in Worms, sah Konrad wieder Möglichkeiten, nach Salzburg zurück zu kehren. Nach einigen diplomatischen Schachzüge konnte er [[1121]] nach Salzburg zurück kehren. | | Bis er schließlich [[1117]] nach Sachsen floh, dem Zentrum des Widerstands gegen Heinrich V. Erst mit dem Ende des Investiturstreits, am [[23. September]] [[1122]] in Worms, sah Konrad wieder Möglichkeiten, nach Salzburg zurück zu kehren. Nach einigen diplomatischen Schachzüge konnte er [[1121]] nach Salzburg zurück kehren. |
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| − | [[1123]] weihte Konrad das von ihm ganz neu und prächtiger errichtete [[Benediktinerstift Admont]]<ref><span style="color:green">Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark </span> siehe Ennstalwiki → [[enns:Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark]], Band 1, Seite 8</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> | + | [[1123]] weihte Konrad das von ihm ganz neu und prächtiger errichtete [[Benediktinerstift Admont]]<ref><span style="color:green">Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark </span> siehe EnnstalWiki → [[enns:Historisch-topographisches Lexicon von Steyermark]], Band 1, Seite 8</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> |
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| | + | [[1136]] gründete der in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] das [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno]]. |
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| | [[1137]] beschenkte Konrad das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einem Sudhaus in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Waldhöfen in Unchen (Unken). | | [[1137]] beschenkte Konrad das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einem Sudhaus in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Waldhöfen in Unchen (Unken). |
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| | * [[Franz Ortner|Ortner, Franz]]: ''Salzburger Bischöfe in der Geschichte des Landes'', Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2005 | | * [[Franz Ortner|Ortner, Franz]]: ''Salzburger Bischöfe in der Geschichte des Landes'', Peter Lang Verlag, Frankfurt am Main, 2005 |
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| − | == Fußnoten == | + | == Einzelnachweise == |
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