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| | [[Datei:Ausstellung im Salzburg Museum, Krieg Trauma Kunst 2014.jpg|thumb|Ausstellung im Salzburg Museum, Krieg Trauma Kunst 2014.]] | | [[Datei:Ausstellung im Salzburg Museum, Krieg Trauma Kunst 2014.jpg|thumb|Ausstellung im Salzburg Museum, Krieg Trauma Kunst 2014.]] |
| − | [[Datei:Salzburg Museum Temryuk Grabstein.jpg|thumb| Mittleres Bruchstück eines Grabreliefs mit Reiterszene. Bewaffneter Reiter in Seitenansicht nach links.]] Hellenismus, Sandstein;]] | + | [[Datei:Salzburg Museum Temryuk Grabstein.jpg|thumb| Mittleres Bruchstück eines Grabreliefs mit Reiterszene. Bewaffneter Reiter in Seitenansicht nach links. Hellenismus, Sandstein;]] |
| | [[Datei:365 Sonnenblumen für Salzburg Salzburg Museum.jpg|thumb|365 Sonnenblumen für Salzburg, Salzburg Museum 2014.]] | | [[Datei:365 Sonnenblumen für Salzburg Salzburg Museum.jpg|thumb|365 Sonnenblumen für Salzburg, Salzburg Museum 2014.]] |
| | [[Datei:Landesausstellung Großes Welttheater 02.jpg|thumb|[[Landesausstellung Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele]], [[2000er]]-Jahre: Schuhe von [[Anna Netrebko]] für ihre Rolle der Violetta Valéry in Giuseppe Verdis ''La traviata'' (2005, [[Großes Festspielhaus]]).]] | | [[Datei:Landesausstellung Großes Welttheater 02.jpg|thumb|[[Landesausstellung Großes Welttheater - 100 Jahre Salzburger Festspiele]], [[2000er]]-Jahre: Schuhe von [[Anna Netrebko]] für ihre Rolle der Violetta Valéry in Giuseppe Verdis ''La traviata'' (2005, [[Großes Festspielhaus]]).]] |
| | [[Datei:Kundmachung 1917.jpg|thumb|Kundmachung im Jahr 1917.]] | | [[Datei:Kundmachung 1917.jpg|thumb|Kundmachung im Jahr 1917.]] |
| − | Das '''Salzburg Museum''' ist ein Museum in der [[Stadt Salzburg]], das über Kunst und Kulturgeschichte von Stadt und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] in mehreren Häusern informiert. | + | Das '''Salzburg Museum''' ist ein Museum in der [[Stadt Salzburg]], das über Kunst und Kulturgeschichte von Stadt und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] in mehreren Häusern informiert. Ende Oktober [[2023]] wird es auf unbestimmte Dauer geschlossen, da das Gebäude, in dem es untergebracht ist - die [[Neue Residenz]] - von Grund auf renoviert werden muss. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | === Im 19. Jahrhundert === | | === Im 19. Jahrhundert === |
| − | Das Salzburger Museum wurde [[1834]] vom [[Städtisches Leihhaus|städtischen Leihhausverwalter]] [[Vinzenz Maria Süß]] mit Unterstützung durch Bürgermeister [[Alois Lergetporer]] gegründet. Beide wollten damit verhindern, dass Salzburger Kulturgut an die damalige Hauptstadt [[Linz]] abgetreten werden müsse, wo [[1833]] ein Museum gegründet worden war. [[1849]] übernahm die [[Stadt Salzburg]] das Museum in ihr Eigentum. Mit Regierungdekret vom [[26. Juni]] [[1848]] wurde die Sammlung von Gegenständen aus den Gebieten der [[Archäologie]], Geschichte, Artistik und Naturkunde gestattet. Die Patronanz über das Museum übernahm die überwiegend in Salzburg lebende Witwe nach [[Kaiser Franz II./I.]], [[Karoline Auguste von Bayern|Karoline Auguste]], das dann ihr zu Ehren bis 2007 '''Salzburger Museum Carolino-Augusteum''' (''SMCA'') genannt wurde.<ref>Quelle [http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18570112&query=%22Dom-Musikverein+und+Mozarteum%22&ref=anno-search&seite=1 ANNO], [[Neue Salzburger Zeitung]], Ausgabe vom 12. Jänner 1857, Seite 1</ref> | + | Das Salzburger Museum wurde [[1834]] vom [[Städtisches Leihhaus|städtischen Leihhausverwalter]] [[Vinzenz Maria Süß]] mit Unterstützung durch Bürgermeister [[Alois Lergetporer]] gegründet. Beide wollten damit verhindern, dass Salzburger Kulturgut an die damalige Hauptstadt [[Linz]] abgetreten werden müsse, wo [[1833]] ein Museum gegründet worden war. [[1849]] übernahm die [[Stadt Salzburg]] das Museum in ihr Eigentum. Mit Regierungdekret vom [[26. Juni]] [[1848]] wurde die Sammlung von Gegenständen aus den Gebieten der [[Archäologie]], Geschichte, Artistik und Naturkunde gestattet. Die Patronanz über das Museum übernahm die überwiegend in Salzburg lebende Witwe nach [[Kaiser Franz II./I.]], [[Karoline Auguste von Bayern|Karoline Auguste]], das dann ihr zu Ehren bis 2007 '''Salzburger Museum Carolino-Augusteum''' (''SMCA'') genannt wurde.<ref>Quelle [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nsr&datum=18570112&query=%22Dom-Musikverein+und+Mozarteum%22&ref=anno-search&seite=1 ANNO], [[Neue Salzburger Zeitung]], Ausgabe vom 12. Jänner 1857, Seite 1</ref> |
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| | Die Stadt stellte dem Museum im ehemaligen [[Bürgerliches Getreidemagazin der Stadt Salzburg|bürgerlichen Getreidemagazin]] am [[Gries]] (zwischen [[Griesgasse]] und [[Franz-Josef-Kai]]) immer mehr Raum zur Verfügung, weil die Sammlungen an Waffen, Kunstobjekten, Tierpräparaten, Münzen, Literatur usw. durch Ankäufe und Geschenke der Bürgerschaft ständig wuchsen. Auch die Funde der archäologischen Grabungen im gesamten Land Salzburg kamen in das städtische Museum. | | Die Stadt stellte dem Museum im ehemaligen [[Bürgerliches Getreidemagazin der Stadt Salzburg|bürgerlichen Getreidemagazin]] am [[Gries]] (zwischen [[Griesgasse]] und [[Franz-Josef-Kai]]) immer mehr Raum zur Verfügung, weil die Sammlungen an Waffen, Kunstobjekten, Tierpräparaten, Münzen, Literatur usw. durch Ankäufe und Geschenke der Bürgerschaft ständig wuchsen. Auch die Funde der archäologischen Grabungen im gesamten Land Salzburg kamen in das städtische Museum. |
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| | Ab [[1870]] gestaltete der damalige Museumsdirektor [[Jost Schiffmann]] die Ausstellungsräume zu historischen Ensembles (Kapelle, Halle, Gelehrtenstube, Jagdzimmer, Schlafzimmer). Diese Stimmungsräume waren derart populär, dass sie noch bis in die [[1920er]]-Jahre im wesentlichen erhalten blieben. Erst Museumsdirektor [[Julius Leisching]] sorgte dann ab [[1921]] für eine wissenschaftliche Neuausrichtung und Trennung in Schausammlung und Studiensammlung in Depots. | | Ab [[1870]] gestaltete der damalige Museumsdirektor [[Jost Schiffmann]] die Ausstellungsräume zu historischen Ensembles (Kapelle, Halle, Gelehrtenstube, Jagdzimmer, Schlafzimmer). Diese Stimmungsräume waren derart populär, dass sie noch bis in die [[1920er]]-Jahre im wesentlichen erhalten blieben. Erst Museumsdirektor [[Julius Leisching]] sorgte dann ab [[1921]] für eine wissenschaftliche Neuausrichtung und Trennung in Schausammlung und Studiensammlung in Depots. |
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| | + | === Bilder in der Österreichischen Alpen-Zeitung 1909 === |
| | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | + | Datei:Museum Carolino Augusteum 1909 01.jpg |
| | + | Datei:Museum Carolino Augusteum 1909 02.jpg |
| | + | Datei:Museum Carolino Augusteum 1909 03.jpg |
| | + | </gallery> |
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| | + | === Aus der Kobler-Spängler-Korrespondenz im Zusammenhang mit dem Städtisches Museum Carolino Augusteum === |
| | + | Brief vom [[25. August]] [[1886]] des Städtisches Museum Carolino-Augusteum an [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] betr. Fanny Kobler Verlassenschaft. Betr. [Nr.79] [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* 25. September 1796; † 12. Juli 1886; Nr. 79) Briefkopf: Städtisches Museum Carolino-Augusteum in Salzburg/ P.Z. 1515/ |
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| | + | ''Hochgeehrter Herr! Dem Museum Carolino-Augusteum in Salzburg sind aus der Verlassenschaft der seligen Frau Franziska Kobler nachstehende Gegenstände zum Geschenk von Ihnen, sehr geehrter Herr, übergeben worden: 1. Ein Holzlöffel mit Silberstiel mit den eingravierten Buchstaben A. R./ 2. Ein Messingsiegelstempel mit dem Monogramm A. W./ 3. Zwei salzburgische Einquartierungszettel aus dem Jahre 1800. [so ein Meldezettel siehe oben, 1840]/ 4. Zwei weitere salzburgische Drucksorten Posttarif und Einladungskarte./ 5. Eine Pergamenturkunde XXX der Marie Hueber, Bierbrauerin in Salzburg 1714./ 6. 2 Faszikel Aktenstücke betreffend XXX bezüglich des Durchganges neben der Michaeler Kirche 1874-40./ 7. 5 Sanitätsberichte der Stadtphisiken in Salzburg 1858-61 und 1863, sowie andere Sanitätsreferate. [Richard Schlegel ist [[Stadtärzte in Salzburg|Stadtarzt in Salzburg]]. ]/ 8. Ein Aktenstück, die Armen XXX XXX betreffend./ 9. [...] 25. 8. 1886.''<ref>[[Kobler-Spängler-Briefe von 1886]]</ref> |
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| | === Im 20. Jahrhundert === | | === Im 20. Jahrhundert === |
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| | *[[1924]] erfolgte die Aufstellung der [[Volkskunde Museum|volkskundlichen Sammlung]] im [[Monatsschlössl]] in [[Schloss Hellbrunn|Hellbrunn]]. | | *[[1924]] erfolgte die Aufstellung der [[Volkskunde Museum|volkskundlichen Sammlung]] im [[Monatsschlössl]] in [[Schloss Hellbrunn|Hellbrunn]]. |
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| − | Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurden aus Furcht vor [[Bomben auf Salzburg|Fliegerbomben auf Salzburg]] umfangreiche Verlagerungen der Kunstobjekte in Schlösser und Bergwerksstollen durchgeführt. Trotzdem waren durch die Bombentreffer auf das Museumsgebäude im Oktober und November [[1944]] erhebliche Verluste zu beklagen. In den Wirren des Kriegsendes und des Beginns der [[Besatzungszeit|Zeit der Besatzung]] durch [[USFA|amerikanische Truppen]] wurden viele wertvolle Objekte, insbesondere die wertvolle Goldmünzensammlung, entwendet. Ab [[1947]] wurden die immer noch in der Bombenruine am [[Franz-Josef-Kai]] untergebrachten Sammlungen des ''Salzburger Museums Carolino-Augusteum'' in das [[Altes Borromäum|Alte Borromäum]] an der [[Dreifaltigkeitsgasse]] übersiedelt. | + | Im [[Zweiten Weltkrieg]] wurden aus Furcht vor [[Bomben auf Salzburg|Fliegerbomben auf Salzburg]] umfangreiche Verlagerungen der Kunstobjekte in Schlösser und Bergwerksstollen durchgeführt. Trotzdem waren durch die Bombentreffer auf das Museumsgebäude im Oktober und November [[1944]] erhebliche Verluste zu beklagen. In den Wirren des Kriegsendes und des Beginns der [[Besatzungszeit|Zeit der Besatzung]] durch [[USFA|amerikanische Truppen]] wurden viele wertvolle Objekte, insbesondere die wertvolle Goldmünzensammlung, entwendet. Ab [[1947]] wurden die immer noch in der Bombenruine am [[Franz-Josef-Kai]] untergebrachten Sammlungen des ''Salzburger Museums Carolino-Augusteum'' in das [[Altes Borromäum|Alte Borromäum]] an der [[Dreifaltigkeitsgasse]] übersiedelt. |
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| − | Nach langen Verhandlungen einigten sich Stadt und Land auf eine gemeinsame Finanzierung des Museums je zur Hälfte ab [[1. Jänner]] [[1966]] und die Errichtung eines Neubaus auf einem Teil des alten Museumsareals an der [[Griesgasse]], der [[1967]] eröffnet wurde. Schon bald danach begannen die Diskussionen um eine Erweiterung bzw. einen Neubau für das aus allen Nähten platzende Museum. Trotz mehrerer konkreter Planungen und Architektenwettbewerbe kam es lange zu keiner Entscheidung. | + | Im Mai [[1961]] wurde der Wettbewerb für den Neubau des Museums ausgeschrieben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=uBuVmiUeYCjyO4p1oPVDCqv8eQqxxlteLJ4MqSLRX7YHVGTbMHpbU8G%2F1ls15%2BxTTli4agfK15oXGOHDLhNYXeUvNfNTawZdnT0KJR%2Fuv8ZuPX4Z5ebbZr70t5VyufJ2&id1=19610603_13&q=Museumsneubau#slide13 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 3. Juni 1961, Seite 13</ref> Im Herbst [[1962]] begann der für 15 Monate geplante Neubau.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=D1Urto9OvYpqaCER%2BgL18IqSR9kLApLtNrFefLi%2F7GciDhZvxxp7XHBfdTMo68fHmMf7Roh6evzE6hHHvf7CqsMnIGla2CYUoLF%2BebbrKActn46dTXumbBh8ycGcTHJk&id1=19620309_07&q=Museumsneubau#slide7 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. März 1962, Seite 7</ref> |
| | + | Nach langen Verhandlungen einigten sich Stadt und Land auf eine gemeinsame Finanzierung des Museums je zur Hälfte ab [[1. Jänner]] [[1966]] und die Errichtung eines Neubaus auf einem Teil des alten Museumsareals an der [[Griesgasse]], der [[1967]] eröffnet wurde. Den "[[Salzburger Nachrichten]]" ist jedoch zu entnehmen, dass der Neubau bereits im Sommer 1964 fast fertiggestellt war.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=ABaqZ816OeVQXIA3lEhN3IzH0AOJCEWUodwRlVRt6YSh0jZ2MDO3F2SiOhmdKjrGKbJJm%2FuHXvm8bfPcF0NZkyq8JEkSdcKtfg0IeQfhj3A4RWPNCNz0EDB2ucyVzi3V&id1=19640522_05&q=%2522Ludwig%2520Hau%2522#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 22. Mai 1964, Seite 5</ref> Schon bald danach begannen die Diskussionen um eine Erweiterung bzw. einen Neubau für das aus allen Nähten platzende Museum. Trotz mehrerer konkreter Planungen und Architektenwettbewerbe kam es lange zu keiner Entscheidung. |
| | * [[1984]] konnte nach fünfjähriger Bauzeit das [[Salzburger Freilichtmuseum]] in Großgmain eröffnet werden. | | * [[1984]] konnte nach fünfjähriger Bauzeit das [[Salzburger Freilichtmuseum]] in Großgmain eröffnet werden. |
| | * [[1986]] wurde das Freilichtmuseum aus dem SMCA ausgegliedert und in das Alleineigentum des Landes Salzburg übergeben. | | * [[1986]] wurde das Freilichtmuseum aus dem SMCA ausgegliedert und in das Alleineigentum des Landes Salzburg übergeben. |
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| | Im Herbst [[2005]] konnte das neue [[Panorama Museum]] eröffnet werden, das alte "Haupthaus" am [[Museumsplatz (Stadt Salzburg)|Museumsplatz]] wurde geschlossen. | | Im Herbst [[2005]] konnte das neue [[Panorama Museum]] eröffnet werden, das alte "Haupthaus" am [[Museumsplatz (Stadt Salzburg)|Museumsplatz]] wurde geschlossen. |
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| − | Mit [[1. Mai]] [[2007]] wurde das Salzburger Museum Carolino-Augusteum in [[Salzburg Museum]] umbenannt und mit 1. Juni 2007 der neue Standort in der Neuen Residenz für das Publikum geöffnet. Insgesamt wurde für das neue Salzburg Museum von Stadt und Land Salzburg die Summe von 19,1 Millionen € investiert. Im ersten Jahr zählte das neu gestaltete Museum (einschließlich des [[Panorama Museum|Panorama-Museum]]s) 62.174 Besucher, was gegenüber den Besucherzahlen im alten Haus eine Verdopplung der Eintritte bedeutet. In allen Häusern des Salzburg Museum werden jährlich mehr als 700.000 Besucher gezählt. | + | Mit [[1. Mai]] [[2007]] wurde das Salzburger Museum Carolino-Augusteum in [[Salzburg Museum]] umbenannt und mit 1. Juni 2007 der neue Standort in der Neuen Residenz für das Publikum geöffnet. Insgesamt wurde für das neue Salzburg Museum von Stadt und Land Salzburg die Summe von 19,1 Millionen € investiert. Im ersten Jahr zählte das neu gestaltete Museum (einschließlich des [[Panorama Museum|Panorama-Museum]]s) 62 174 Besucher, was gegenüber den Besucherzahlen im alten Haus eine Verdopplung der Eintritte bedeutet. In allen Häusern des Salzburg Museum werden jährlich mehr als 700 000 Besucher gezählt. |
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| | + | ==== Vorübergehende Schließung wegen Generalsanierung ==== |
| | + | Ab Ende Oktober 2023 steht die Neue Residenz leer und es wird vorerst keine Ausstellungen mehr im Salzburg Museum geben. Für wie lange geschlossen sein wird, ist noch nicht klar. "Wir sperren nicht unkontrolliert zu", sagt Museumsdirektor [[Martin Hochleitner]] im [[SN]]-Gespräch. Nach der Schließung Ende Oktober wird zunächst der Ausstellungsbereich abgebaut, damit es zu keiner Gefährdung von Objekten kommt. Grund für die Schließung ist die Generalsanierung der Neuen Residenz, in der das Salzburg Museum untergebracht ist. Dazu kommt auch die Erweiterung des Museums um das "[[Belvedere Salzburg|Belvedere]]"-Projekt. Durch die Sanierung - unter anderem der Räume der ehemaligen Amtsdruckerei und der bisher von Büros des Landes genutzten Teile - und die Erweiterung des Museums sei an einen sicheren Betrieb im Haus nicht zu denken. Außerdem muss wegen der Baumaßnahmen die Infrastruktur des ganzen Gebäudekomplexes - Kanal, Heizung und Strom - unterbrochen werden. |
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| | + | Die Mitarbeiter des Museums sind seit einigen Monaten schon in einem Ausweichquartier in der Alpenstraße tätig. Das Publikum muss anderswohin kommen, um diese Arbeit zu erleben. "Sichtbar und präsent" bleiben - und zwar in der ganzen Stadt - will das Museum. Das wird unter dem Namen "Salzburg Museum Gastspiel" stattfinden. |
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| | + | Dazu wird es in den kommenden wohl drei Jahren Kooperation mit anderen Kultureinrichtungen der Stadt geben. "Wir sind da im Moment im ''Fine-Tuning'', arbeiten an einer schönen Choreografie", sagt Hochleitner. Unter anderem wird dabei auch mit "[[Salzkammergut]] - Kulturhauptstadt 2024" kooperiert. Im [[Keltenmuseum]] in [[Hallein]] findet in dieser Kooperation ein Projekt mit Valie Export statt, die sich schon in den [[1970er]]-Jahren mit der damals männlich dominierten Archäologieszene auseinandergesetzt hat. Ein Projekt rund um eine digitale Aufarbeitung des [[Sattler Panorama]]s wird mit der ''Ars Electronic'' für [[Linz]] realisiert. Weitere Kooperationspartner sind unter anderem das [[Rupertinum]], der Fotohof und die "Initiative Architektur". Der inhaltliche Rahmen ergebe sich dabei durch eine Verbindung aus einem "Blick in unsere Sammlung und der Kernkompetenz der Partner", sagt Hochleitner. Details über die Kooperationen werden Ende Oktober präsentiert. |
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| | + | Weiterlaufen werden trotz der Schließung verschiedene Vermittlungsprogramme des Museums, für die teilweise neue Konzepte ausgearbeitet werden mussten. Die "Museumsgespräche" werden künftig im Rupertinum stattfinden. Schulprogramme finden im Ausweichquartier des Museums in der Alpenstraße statt. Dort ums Eck befindet sich auch ein Depot der Sammlung. "Wir haben dort den Mehrwert, dass wir im Schulprogramm dann auch Werke aus dem Depot zeigen können", sagt Hochleitner. Für das Schulprogramm wird auch ein eigener Lehrraum geschaffen. |
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| | + | Wann das Salzburg Museum seinen Ausstellungsbetrieb in der [[Innenstadt]] wieder aufnehmen wird, ist noch unklar. [[2025]] soll als erster Schritt der Sanierung und Erweiterung zunächst das Sattler Panorama in der [[Orangerie Schloss Mirabell|Orangerie]] im [[Mirabellgarten|Garten]] von [[Schloss Mirabell]] untergebracht und zugänglich sein. Was am Hauptstandort passieren wird, hängt auch vom Baufortschritt ab. Erster möglicher Termin für ein Wiederhochfahren des Ausstellungsbetriebs könnte Herbst [[2026]] sein. 2027 wird dann das Belvedere Salzburg und damit die Erweiterung des Salzburg Museums fertig sein. "Ob wir 2026 starten oder erst mit einem großen Bang nach der Fertigstellung des Zubaus, ist noch nicht klar", sagt Hochleitner. |
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| | + | Nach der Innenstadt-Museumsbaustelle ist vor der [[Mönchbergbaustelle]]. Auch das [[Museum der Moderne]] wird schließen müssen. Es muss dort das Dach saniert werden. Zunächst war das für 2025 geplant. Nun wird man warten, bis das Salzburg Museum wieder öffnet. Geplanter Sanierungsbeginn am Berg ist daher das Frühjahr 2027.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/kultur/das-salzburg-museum-macht-zu-und-schmiedet-plaene-um-sichtbar-zu-bleiben-144959173 www.sn.at], 8. September 2023</ref> |
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| | === Liste der Direktoren seit 1834 === | | === Liste der Direktoren seit 1834 === |
| | * 1834–1868: [[Vinzenz Maria Süß]] (Steuerbeamter und Leihhausverwalter) | | * 1834–1868: [[Vinzenz Maria Süß]] (Steuerbeamter und Leihhausverwalter) |
| − | * 1868–1870: [[Johann Riedl]] (k.k. Hauptmann i.R.) | + | * 1868–1870: [[Johann Riedl]] (k.k. Hauptmann i. R.) |
| | * 1870–1881: [[Jost Schiffmann]] (Landschaftsmaler) | | * 1870–1881: [[Jost Schiffmann]] (Landschaftsmaler) |
| | * 1881–1902: Dr. [[Alexander Petter]] (Apotheker) | | * 1881–1902: Dr. [[Alexander Petter]] (Apotheker) |
| | * 1902–1919: Prof. [[Eberhard Fugger]] (Geologe und Realschullehrer) | | * 1902–1919: Prof. [[Eberhard Fugger]] (Geologe und Realschullehrer) |
| − | * 1919–1920: [[Oskar Seefeldner]] (Oberst a.D.), interimistisch | + | * 1919–1920: [[Oskar Seefeldner]] (Oberst a. D.), interimistisch |
| | * 1921–1933: [[Julius Leisching]] (Architekt) | | * 1921–1933: [[Julius Leisching]] (Architekt) |
| | * 1933–1942: Dr. [[Max Silber]] (Archäologe) | | * 1933–1942: Dr. [[Max Silber]] (Archäologe) |
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| | * [[Panorama Museum]], [[Residenzplatz]] | | * [[Panorama Museum]], [[Residenzplatz]] |
| − | ** ''Die [[Trapp-Familie]] - Realität und „[[Sound of Music]]“'', 4. November 2011 bis 15. September 2013 | + | ** ''Die [[Trapp-Familie]] - Realität und "[[Sound of Music]]"'', 4. November 2011 bis 15. September 2013 |
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| | * [[Volkskunde Museum]], [[Monatsschlössl]], [[Hellbrunn]] | | * [[Volkskunde Museum]], [[Monatsschlössl]], [[Hellbrunn]] |
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| | :: im [[Volkskunde Museum]]: 14 368 Besucher | | :: im [[Volkskunde Museum]]: 14 368 Besucher |
| | :: im [[Spielzeug Museum]]: 65 750 Besucher | | :: im [[Spielzeug Museum]]: 65 750 Besucher |
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| | + | == Sonstige Artikel über das Museum im SALZBURGWIKI == |
| | + | * [[Salzburg Museum bereitet Restitution von acht Kulturgütern vor]] |
| | + | * [[Salzburg Museum GmbH]] |
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| | == Öffnungszeiten (Neue Residenz)== | | == Öffnungszeiten (Neue Residenz)== |
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| | Telefon: (06 62) 62 08 08-722<br> | | Telefon: (06 62) 62 08 08-722<br> |
| | Mobil: (06 64) 4 10 09 93<br> | | Mobil: (06 64) 4 10 09 93<br> |
| − | Telefax: (06 62) 62 08 08-720 | + | '[[Bürotechnik einst und jetzt#Telefax hält Einzug|Telefax]]: (06 62) 62 08 08-720 |
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| | == Bildergalerie == | | == Bildergalerie == |
| | Die Bilder wurden bei einem Workshop "Feuerstein und Faustkeil" mit den 2. Klassen einer Hauptschule aufgenommen. | | Die Bilder wurden bei einem Workshop "Feuerstein und Faustkeil" mit den 2. Klassen einer Hauptschule aufgenommen. |
| − | <gallery> | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | Datei:Museumspädagogik.JPG | | Datei:Museumspädagogik.JPG |
| | Datei:Museumspädagogik(1).JPG | | Datei:Museumspädagogik(1).JPG |
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| | * {{Commonscat|Salzburg Museum}} | | * {{Commonscat|Salzburg Museum}} |
| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
| − | {{Homepage|http://www.salzburgmuseum.at}}
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| | *[http://www.salzburgmuseum.at/16.html| Angebote des Museumspädagogischen Dienstes] | | *[http://www.salzburgmuseum.at/16.html| Angebote des Museumspädagogischen Dienstes] |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | {{Homepage|http://www.salzburgmuseum.at}} | + | {{Homepage|https://www.salzburgmuseum.at}} |
| | * diverse Internetseiten | | * diverse Internetseiten |
| − | * Ergänzungen durch Salzburgwiki-Benutzer | + | * Ergänzungen durch SALZBURGWIKI-Benutzer |
| | *{{Quelle SW-SN|21. Jänner 2011 - Besucherzahlen 2009 u. 2010}} | | *{{Quelle SW-SN|21. Jänner 2011 - Besucherzahlen 2009 u. 2010}} |
| − | ==== Einzelnachweise ====
| + | == Einzelnachweise == |
| | <references/> | | <references/> |
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