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'''Phyllonorycter comparella''' (''Elachista comparella'' Duponchel, [1843]: 318) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
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'''Phyllonorycter comparella''' (''Elachista comparella'' Duponchel, [1843]: 318) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
    
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Trotz einer gewissen Ähnlichkeit zu ''[[Phyllonorycter populifoliella]]'' ist ''P. comparella'' an Hand der dunkelbraunen Marmorierung der Vorderflügel mit klarer weißer Zeichnung meist gut zu erkennen. Der faunistische Nachweis über die Minen ist eindeutig, da nach bisheriger Kenntnis keine andere ''Phyllonorycter''-Art an Weißpappel miniert.
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Trotz einer gewissen Ähnlichkeit zu ''[[Phyllonorycter populifoliella]]'' ist ''P. comparella'' an Hand der dunkelbraunen Marmorierung der Vorderflügel mit klarer weißer Zeichnung und einem schwarzen Längsstrich im Apikalbereich meist gut zu erkennen. Der faunistische Nachweis über die Minen an Weißpappel ist eindeutig, da nach bisheriger Kenntnis keine andere ''Phyllonorycter''-Art an Weißpappel miniert.
    
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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''P. comparella'' scheint in der Faunenliste von Embacher et al. (2011) noch nicht auf, da der Erstnachweis für das Land [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] erst am 28.10.2011 erfolgte ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Zwei Minen wurden an einer jungen Weiß[[pappel]] am Salzachufer in [[Salzburg-Süd]], in der Nähe des [[Überfuhrsteg]]es gefunden. Eine darauf folgende gezielte Suche an weiteren Stellen entlang der [[Salzach]] im Süden des Stadtgebietes (Zone Ia nach Embacher et al. 2024) brachte dann noch einige weitere Funde entlang des [[Treppelweg]]es auf der linken [[Salzach]]seite. Schließlich konnte bei der Revision der Unterfamilie der Lithocolletinae durch Kurz & Embacher (2019) noch ein bereits am 5.5.1964 durch [[Friedrich Mairhuber|Fritz Mairhuber]] bei den [[Salzachseen]] gefangenes Exemplar in der Salzburger Landessammlung am [[Haus der Natur]] entdeckt werden. Die wenigen bekannten Funde verteilen sich somit auf einen Höhenbereich von rund 400 bis 425 m. Lebensraum der Art sind die Baumstreifen und Auwaldreste entlang der [[Salzach]] im Stadtgebiet. Raupenfunde datieren aus dem August, die einzige bekannte [[Glossar Biologie#I|Imag]]o wurde im Mai gefangen ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025).
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''P. comparella'' scheint in der Faunenliste von Embacher et al. (2011) noch nicht auf, da der Erstnachweis für das Land [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] erst am 28.10.2011 erfolgte (Embacher, Kurz & Nelwek 2012, [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Zwei Minen wurden an einer jungen Weiß[[pappel]] am Salzachufer in [[Salzburg Süd]], in der Nähe des [[Überfuhrsteg]]es gefunden. Eine darauf folgende gezielte Suche an weiteren Stellen entlang der [[Salzach]] im Süden des [[Stadt Salzburg|Stadtgebietes]] (Zone Ia nach Embacher et al. 2024) brachte dann noch einige weitere Funde entlang des [[Treppelweg]]es auf der linken [[Salzach]]seite. Schließlich konnte bei der Revision der Unterfamilie der Lithocolletinae durch Kurz & Embacher (2019) noch ein bereits am [[5. Mai]] [[1964]] durch [[Friedrich Mairhuber|Fritz Mairhuber]] bei den [[Salzachseen]] gefangenes Exemplar in der Salzburger Landessammlung am [[Haus der Natur]] entdeckt werden. Die wenigen bekannten Funde verteilen sich somit auf einen Höhenbereich von rund 400 bis 425 m. Lebensraum der Art sind die Baumstreifen und Auwaldreste entlang der [[Salzach]] im Stadtgebiet. Raupenfunde datieren aus dem August, die einzige bekannte [[Glossar Biologie#I|Imag]]o wurde im Mai gefangen (Kurz & Kurz 2025).
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
Mit Ausnahme von Osttirol ist ''P. comparella'' aus allen österreichischen Bundesländern bekannt (Huemer 2013). Klimesch (1990) meldet die Art in Oberösterreich aus dem Mühlviertel und dem Alpenvorland. In Bayern wird sie rezent aus dem Tertiär-Hügelland und den voralpinen Schotterplatten sowie dem Schichtstufenland gemeldet, mit Funden vor 1970 auch aus dem voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland und dem Alpengebiet (Haslberger & Segerer 2016). Im ostbayrischen Grundgebirge ist der Nachweis nicht gesichert.
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Mit Ausnahme von [[Osttirol]] ist ''P. comparella'' aus allen österreichischen Bundesländern bekannt (Huemer 2013). Klimesch (1990) meldet die Art in [[Oberösterreich]] aus dem [[Mühlviertel]] und dem [[Alpenvorland]]. In [[Bayern]] wird sie rezent aus dem Tertiär-Hügelland und den voralpinen Schotterplatten sowie dem Schichtstufenland gemeldet, mit Funden vor 1970 auch aus dem voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland und dem [[Alpen]]gebiet (Haslberger & Segerer 2016). Im ostbayrischen Grundgebirge ist der Nachweis nicht gesichert.
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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Außer der Futterpflanze der Raupen, der Weißpappel (''[[Populus alba]]'') sind kaum Daten zur Biologie der Art in Salzburg bekannt. An der Nahrungspflanze können auch mehrere Raupen im selben Blatt leben und sich dadurch gegenseitig beeinflussen und auch ''[[Phyllocnistis xenia]]'' wurde an denselben Nahrungspflanzen nachgewiesen. Eine zuverlässige Beurteilung einer eventuellen Gefährdung der Art im Land ist zur Zeit noch nicht möglich. Da aber auch Weißpappeln im Wesentlichen auf den Bereich entlang der Salzach nördlich der Stadt beschränkt sind, wird ''P. comparella'' vorerst als gefährdet eingestuft.
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Außer der Nahrungspflanze der Raupen, der Weißpappel (''[[Populus alba]]'') sind kaum Daten zur Biologie der Art in Salzburg bekannt. An dieser Pflanze können auch mehrere Raupen im selben Blatt leben und sich dadurch gegenseitig beeinflussen und auch ''[[Phyllocnistis xenia]]'' wurde an denselben Nahrungspflanzen nachgewiesen. Die Art soll zudem auch an ''[[Populus nigra]]'' minieren, wurde in Salzburg an dieser Pflanze aber noch nicht nachgewiesen. Eine zuverlässige Beurteilung einer eventuellen Gefährdung der Art im Land ist zur Zeit noch nicht möglich. Da aber auch Weißpappeln im Wesentlichen auf den Bereich entlang der Salzach nördlich der Stadt beschränkt sind, wird ''P. comparella'' vorerst als gefährdet eingestuft (Einstufung VU nach Embacher et al. 2024).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
{{Quelle Embacher et al.}}
 
{{Quelle Embacher et al.}}
*[[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz, M. A.]]; [[Marion Kurz|Kurz, M. E.]] 2000–2021. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 19 Jänner 2021].
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*Embacher, G., M. A. Kurz & [[Heimo Nelwek|H. Nelwek]] 2012. 1. Nachtrag zu "Die Schmetterlinge des Landes Salzburg" (Insecta: Lepidoptera). Beiträge zur Entomofaunistik 13: 9-14.
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{{Quelle Embacher et al. 2024}}
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*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
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*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum [[Linz]]: 1–332.
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*Kurz, M. A.; Kurz, M. E. 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.06.10].
 
*Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik 20: 93-104.
 
*Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik 20: 93-104.
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== Einzelnachweis ==
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<references/>
    
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]