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| − | [[Datei:Hölzerne Amtstafel einer bayerischen Beimautstation aus dem 18. Jahrhundert, wie sie auch beim Alten Mauthaus in Schwarzbach stand.png|thumb|Hölzerne Amtstafel einer bayerischen Beimautstation aus dem 18. Jahrhundert, wie sie auch beim Alten Mauthaus in Schwarzbach stand]] | + | [[Datei:Erkundungsflug zu Ausfahrtssperren A10 hier Autobahn Grenzübergang Walserberg.jpg|thumb|Der [[Autobahn-Grenzübergang Walserberg]] im Juli 2019.]] |
| − | [[Datei:Das Alte Mauthaus in Schwarzbach besaß in den 1970er Jahren noch weitgehend sein ursprüngliches Aussehen.jpg|thumb|Das Alte Mauthaus in Schwarzbach besaß in den 1970er Jahren noch weitgehend sein ursprüngliches Aussehen]]
| + | [[Datei:Der Plan des Walserberges vor der Errichtung des Zollamtes 1972.png|thumb|Der Plan des Walserberges vor der Errichtung des Zollamtes 1972.]] |
| − | [[Datei:Erstes öster. Mauthaus bei Walserberg 1807.jpg|thumb|Erstes öster. Mauthaus bei Walserberg 1807]]
| + | Als '''Grenzübergang Walserberg''' werden zwei Grenzübergängen zwischen der [[Republik Österreich]] und der [[Bundesrepublik Deutschland]] im Westen des [[Flachgau]]s bezeichnet. |
| − | [[Datei:Bayerisches Grenzschild aus Gußeisen.jpg|thumb|Bayerisches Grenzschild aus Gusseisen. Solche Schilder waren bemalt und wurden ab 1837 aufgestellt]] | |
| − | [[Datei:Im Neuen Mauthaus in Schwarzbach war das Zollamt bis 1936 untergebracht.png|thumb|Im Neuen Mauthaus in Schwarzbach war das Zollamt bis 1936 untergebracht]]
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| − | [[Datei:Erstes öster. Mauhaus bei Käferheim 1807.jpg|thumb|Erstes österr. Mauthaus in Walserberg 1807]]
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| − | [[Datei:Ehemaliges Österr. Zollamt.png|thumb|Ehemaliges Österr. Zollamt]]
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| − | [[Datei:Das 1949 erbaute deutsche Zollamt an der Nordseite der Bundesstraße.png|thumb|Das 1949 erbaute deutsche Zollamt an der Nordseite der Bundesstraße]]
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| − | [[Datei:Der Plan des Walserberges vor der Errichtung des Zollamtes 1972.png|thumb|Der Plan des Walserberges vor der Errichtung des Zollamtes 1972]] | |
| − | [[Datei:Deutsches autobahnzollam in den 1950er Jahren.png|thumb|Deutsches Autobahnzollamt in den 1950er Jahren]] | |
| − | [[Datei:Das österreichische Autobahnzollamt in den 1950er Jahren.png|thumb|Das österreichische Autobahnzollamt in den 1950er Jahren]] | |
| − | [[Datei:Das Gemeinschaftszollamt an der Südseite der Bundesstraße auf deutscher Seite wurde 1957 eröffnet.png|thumb|Das Gemeinschaftszollamt an der Südseite der Bundesstraße auf deutscher Seite wurde 1957 eröffnet]] | |
| − | [[Datei:Brückengebäude Walserberg.png|thumb|Brückengebäude Walserberg]]
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| | + | == Allgemeines == |
| | + | Beide Übergänge befinden sich am [[Walserberg]]. Bevor die Grenze durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union noch beiderseits von Kontrollposten besetzt war, lag der österreichische Posten im Gemeindegebiet von [[Wals-Siezenheim]] im Südwesten des Ortsteils [[Walserberg (Ort)|Walserberg]]. Der deutsche Posten befand sich im Stadtgebiet von [[Bad Reichenhall]] in [[Bayern]] (im Nordosten des Ortsteils Schwarzbach). |
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| − | Als '''Grenzübergang Walserberg''' werden zwei Grenzübergängen zwischen [[Österreich]] und [[Deutschland]] im Westen des [[Flachgau]]s bezeichnet.
| + | Die Staatsgrenze verläuft über den Höhenrücken des Walserberges. Auf dem Walserberg gibt es einen [[Autobahn-Grenzübergang Walserberg]] und einen [[Bundesstraße]]n-Grenzübergang. Die österreichische [[A 1 West Autobahn]] trifft am Autobahn-Grenzübergang Walserberg auf die deutsche Bundesautobahn A 8. Die österreichische [[B 1 Wiener Straße]] geht am Bundesstraßen-Grenzübergang Walserberg in die deutsche Bundesstraße B 21 über. Als Folge des Beitritts der Republik Österreich zur Europäischen Union wurden seit dem [[1. Jänner]] [[1995]] an den deutsch-österreichischen Grenzübergängen zunächst keine Zollkontrollen mehr durchgeführt. Am [[1. April]] [[1998]] trat das Schengener Abkommen mit Österreich in Kraft, wodurch auch die Passkontrollen entfielen. Seit dem Einsetzen der [[Flüchtlingsbewegung 2015]] finden aber wieder Grenzkontrollen in diesem Bereich statt. |
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| − | == Allgemeines ==
| + | Auf dem Walserberg befindet sich das deutsche Binnenzollamt Bad Reichenhall Autobahn. |
| − | Beide Übergänge befinden sich am [[Walserberg]]. Bevor die Grenze durch den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union noch beiderseits von Kontrollposten besetzt war, lag der österreichische Posten im Gemeindegebiet von [[Wals-Siezenheim]], westlich des Ortsteils [[Walserberg (Ort)|Walserberg]]. Der deutsche Posten befand sich im Stadtgebiet von [[Bad Reichenhall]] in [[Bayern]] (östlich des Ortsteils [[Schwarzbach]] bei [[Marzoll]]).
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| − | ==Die Lage==
| + | [[Datei:Das Gemeinschaftszollamt an der Südseite der Bundesstraße auf deutscher Seite wurde 1957 eröffnet.png|thumb|Das Gemeinschaftszollamt an der Südseite der Bundesstraße auf deutscher Seite wurde 1957 eröffnet.]] |
| − | Die Staatsgrenze verläuft über den Höhenrücken des Walserberges zwischen der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland. Auf dem Walserberg gibt es einen [[Autobahn]]-Grenzübergang und einen [[Bundesstraße]]n-Grenzübergang. Die österreichische [[Westautobahn]] (A 1) trifft am Autobahn-Grenzübergang Walserberg auf die deutsche [[Bundesautobahn A8]]. Die österreichische [[Wiener Straße]] (B 1) geht am Bundesstraßen-Grenzübergang Walserberg in die deutsche Bundesstraße B 21 über. Als Folge des Beitritts der Republik Österreich zur Europäischen Union werden seit dem [[1. Jänner]] [[ 1995]] an den deutsch-österreichischen Grenzübergängen keine Zollkontrollen mehr durchgeführt. Am [[1. April]] [[1998]] trat das Schengener Abkommen mit Österreich in Kraft, wodurch auch die Passkontrollen entfielen. Auf dem Walserberg befindet sich das deutsche Binnenzollamt Bad Reichenhall Autobahn.
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | === Die Grenze === | | === Die Grenze === |
| | + | Die Grafschaft im oberen (südlichen) [[Salzburggau]] war ab etwa [[1100]] an das Adelsgeschlecht der [[Grafen von Plain]] verlehnt, welche ihren Sitz auf der [[Plainburg]] in [[Großgmain]] hatten. Diese Grafschaft umfasste den südlichen Teil des heutigen [[Rupertiwinkel]]s, westlich und südlich des [[Waginger See]]s, das Gebiet südlich der [[Stadt Salzburg]] und das [[Salzachtal]] bis zum [[Pass Lueg]]. Nach dem Aussterben der Grafen von Plain im Jahre [[1260]] konnten die [[Erzbischöfe]] von Salzburg deren Herrschaftsgebiete größtenteils an sich bringen. Im [[1275]] geschlossenen "[[Zweiter Erhartinger Vertrag|Zweiten Erhartinger Vertrag]]" erkannte der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|bayerische Herzog]] die Westgrenze des erzbischöflichen Herrschaftsgebiets weitgehend an. Damit war die Ablösung des Salzburger Territoriums von Bayern einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Als Folge der Erlassung einer eigenen [[Salzburger Landesordnung]] im Jahre [[1328]] durch Erzbischof [[Friedrich III.]] kann von einem selbständigen "Land Salzburg" ([[1342]] erstmals so genannt) und damit einer tatsächlichen Landesgrenze gesprochen werden. Nach der [[1295]] erfolgten Aufteilung des Ortes [[Gmain]] zwischen Salzburg und Bayern wurde der Grenzverlauf im [[Reichenhaller Becken]] bis ins [[19. Jahrhundert]] nur noch unwesentlich verändert. |
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| − | Die Grafschaft im oberen (südlichen) [[Salzburggau]] war ab etwa [[1100]] an das Adelsgeschlecht der [[Grafen von Plain]] verlehnt, welche ihren Sitz auf der [[Plainburg]] bei [[Großgmain]] hatten. Diese Grafschaft umfasste den südlichen Teil des heutigen [[Rupertiwinkel]]s, westlich und südlich des [[Waginger See]]s, das Gebiet südlich der [[Stadt Salzburg]] und das [[Salzachtal]] bis zum [[Pass Lueg]]. Nach dem Aussterben der Grafen von Plain im Jahre [[1260]] konnten die [[Erzbischöfe]] von Salzburg deren Herrschaftsgebiete größtenteils an sich bringen. Im [[1275]] geschlossenen „[[Zweiter Erhartinger Vertrag|Zweiten Erhartinger Vertrag]]“ erkannte der [[Bayerische Herzöge in Salzburg|bayerische Herzog]] die Westgrenze des erzbischöflichen Herrschaftsgebiets weitgehend an. Damit war die Ablösung des Salzburger Territoriums von Bayern einen entscheidenden Schritt vorangekommen. Als Folge der Erlassung einer eigenen [[Salzburger Landesordnung]] im Jahre [[1328]] durch Erzbischof [[Friedrich III.]] kann von einem selbständigen „Land Salzburg“ ([[1342]] erstmals so genannt) und damit einer tatsächlichen Landesgrenze gesprochen werden. Nach der [[1295]] erfolgten Aufteilung des Ortes [[Gmain]] zwischen Salzburg und Bayern wurde der Grenzverlauf im [[Reichenhaller Becken]] bis ins [[19. Jahrhundert]] nur noch unwesentlich verändert.
| + | [[Datei:Hölzerne Amtstafel einer bayerischen Beimautstation aus dem 18. Jahrhundert, wie sie auch beim Alten Mauthaus in Schwarzbach stand.png|thumb|Hölzerne Amtstafel einer bayerischen Beimautstation aus dem 18. Jahrhundert, wie sie auch beim alten Mauthaus in Schwarzbach stand.]] |
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| | === Straßen und Mauten === | | === Straßen und Mauten === |
| | + | Die erste befestigte Straße über den Walserberg war die von den [[Römer]]n angelegte Verbindung zwischen der Stadt [[Juvavum]] (Salzburg) und ''Salinas'' (Reichenhall). Sie führte über [[Maxglan]], [[Loig]], [[Gois (Wals-Siezenheim)|Gois]], durch den Einschnitt zwischen Wartberg und [[Walserberg]] nach [[Marzoll]] und weiter am Fuße des Kirchholzes zu den [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Salinen]]. Die heutige Trasse der Bundesstraße zur "Nachtbarschafft ennter deß Bergs" wurde [[1536]] zum ersten Mal erwähnt und erscheint auf historischen Karten als "Chaussee nach Salzburg". |
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| − | Die erste befestigte Straße über den Walserberg war die von den [[Römer]]n angelegte Verbindung zwischen der Stadt [[Juvavum]] (Salzburg) und ''Salinas'' (Reichenhall). Sie führte über [[Maxglan]], [[Loig]], [[Gois]], durch den Einschnitt zwischen Wartberg und [[Walserberg]] nach Marzoll, und weiter am Fuße des Kirchholzes zu den [[Saline Reichenhall|Reichenhaller Salinen]]. Die heutige Trasse der Bundesstraße zur „''Nachtbarschafft ennter deß Bergs''“ wurde [[1536]] zum ersten Mal erwähnt und erscheint auf historischen Karten als „''Chaussee nach Salzburg''“.
| + | Mautstellen lagen im [[Mittelalter]] meist nicht an den Landesgrenzen. Vielmehr handelte es sich dabei um so genannte Binnenmauten, die oft an Brücken (z. B. [[München]]), Überfuhren, Furten, Talengen oder Straßengabelungen lagen. Dies waren Orte, an denen der Verkehr leicht zu kontrollieren war. Das Erheben von Zöllen war ursprünglich ein Recht des Landesherrn, der meist Grafen mit der Durchführung beauftragte. Am Walserberg oder in Schwarzbach ist bis ins [[18. Jahrhundert]] keine Mautstelle belegbar. Schwarzbach war aber wohl eine bedeutende Raststation an der Straße von Reichenhall nach Salzburg, wo der Weg zur Bichlbruck abzweigte. Immerhin besaßen in Schwarzbach, das aus acht Anwesen bestand, neben dem imposanten Wirtshaus noch zwei weitere Häuser die Berechtigung, Gäste zu bewirten und zu beherbergen. Dazu gab es noch einen Schmied und einen Wagner, welche zu einem großen Teil von den Durchreisenden lebten. Das Dorf hätte sich daher gut als Ort für eine Mautstelle geeignet. |
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| − | Mautstellen lagen im [[Mittelalter]] meist nicht an den Landesgrenzen. Vielmehr handelte es sich dabei um so genannte Binnenmauten, die oft an Brücken (z. B. München), Überfuhren, Furten, Talengen oder Straßengabelungen lagen. Dies waren Orte, an denen der Verkehr leicht zu kontrollieren war. Das Erheben von Zöllen war ursprünglich ein Recht des Landesherrn, der meist Grafen mit der Durchführung beauftragte. Am Walserberg oder in Schwarzbach ist bis ins [[18. Jahrhundert]] keine Mautstelle belegbar. Schwarzbach war aber wohl eine bedeutende Raststation an der Straße von Reichenhall nach Salzburg, wo der Weg zur [[Bichlbruck]] abzweigte. Immerhin besaßen in Schwarzbach, das aus acht Anwesen bestand, neben dem imposanten Wirtshaus noch zwei weitere Häuser die Berechtigung, Gäste zu bewirten und zu beherbergen. Dazu gab es noch einen Schmied und einen Wagner, welche zu einem großen Teil von den Durchreisenden lebten. Das Dorf hätte sich daher gut als Ort für eine Mautstelle geeignet. | |
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| | === Zollstellen an der Grenze === | | === Zollstellen an der Grenze === |
| | + | Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef [[1765]] die "Mauth- und Accis-Ordnung" eingeführt wurde, ist eine "Churbaierische Beymauth" in Schwarzbach belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen (An der Schanz 1) untergebracht, bis sie Ende der [[1780er]]-Jahre ins benachbarte "Alte Mauthaus" (Reichenhaller Straße 95) umzog. Auf der Grundlage der "Provisorischen Zoll- und Mautordnung" von [[1799]]/[[1800]] wurden die Binnenmauten im [[Kurfürstentum Bayern]] aufgelöst und dafür Zollstellen an den Landesgrenzen geschaffen. Damit gab es in Reichenhall ein Mautamt, dem die Beiämter in Schwarzbach, Mauthausen und Melleck, sowie Zollstationen auf der bayerischen Gmain und an der [[Staufenbrücke|Staufenbruck]] unterstellt waren. Im Jahre [[1805]] übersiedelten die Schwarzbacher Zöllner ins "Neue Mauthaus" (Reichenhaller Straße 105), dass wenige hundert Meter weiter in Richtung Grenze errichtet worden war. Auf Salzburger Seite wurde erst nach dem Ende des [[Erzstift Salzburg|Erzstifts]] im Zuge der [[Säkularisation]] von [[1803]] ein Zollamt eingerichtet. [[Ferdinand III. von Toskana]] hatte das Land übernommen und am Walserberg eine "Toscanische Zoll- Tabaks- und Salzaufsicht" installiert. |
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| − | Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef [[1765]] die „''Mauth- und Accis-Ordnung''“ eingeführt wurde, ist eine „''Churbaierische Beymauth''“ in Schwarzbach belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen (An der Schanz 1) untergebracht, bis sie Ende der 1780-er Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 95) umzog. Auf der Grundlage der „Provisorischen Zoll- und Mautordnung“ von 1799/1800 wurden die Binnenmauten in Bayern aufgelöst und dafür Zollstellen an den Landesgrenzen geschaffen. Damit gab es in Reichenhall ein Mautamt, dem die Beiämter in Schwarzbach, Mauthausen und Melleck, sowie Zollstationen auf der bayerischen Gmain und an der Staufenbruck unterstellt waren. Im Jahre [[1805]] übersiedelten die Schwarzbacher Zöllner ins „Neue Mauthaus“ (Reichenhaller Straße 105), dass wenige hundert Meter weiter in Richtung Grenze errichtet worden war. Auf Salzburger Seite wurde erst nach dem Ende des Erzstifts im Zuge der [[Säkularisation]] von [[1803]] ein Zollamt eingerichtet. [[Ferdinand III. von Toskana]] hatte das Land übernommen und am Walserberg eine „''Toscanische Zoll- Tabaks- und Salzaufsicht''“ installiert.
| + | [[Datei:Erstes öster. Mauthaus bei Walserberg 1807.jpg|thumb|Erstes österreichisches k.k. Mauthaus bei Walserberg 1807.]] |
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| − | Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und [[Berchtesgaden]] zu Österreich. Auf Befehl Kaisers [[Franz I.]] galt ab [[17. Juli]] [[1807]] in beiden Territorien die „deutsch-erbländische Zollordnung“, worauf ein „k.k. Komerzial-Zollamt“ in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung der Stadt Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen Flachen Land ([[Außergebirg]]) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert. Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die [[Weißbachschlucht]] nach [[Inzell]] führte mit dem bayerischen Territorium verbunden. | + | Von [[1806]] bis [[1810]] gehörten Salzburg und [[Berchtesgaden]] zum [[Kaisertum Österreich]]. Auf Befehl Kaisers [[Franz I.]] galt ab [[17. Juli]] [[1807]] in beiden Territorien die "deutsch-erbländische Zollordnung", worauf ein "k.k. Komerzial-Zollamt" in [[Wals]] eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom [[Venedigerwaren|Fernhandel]] lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große [[Habsburger]] Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung von Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen Flachen Land ([[Außergebirg]]) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert. Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die Weißbachschlucht nach [[Inzell]] führte mit dem bayerischen Territorium verbunden. |
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| | === Gemeinschaftszollamt und Transitverkehr === | | === Gemeinschaftszollamt und Transitverkehr === |
| | + | In Bayern trat 1807 die "Zoll- und Mautordnung für die Gesamtstaaten des Königreiches Baiern" in Kraft. Sie stellte die Einheitlichkeit des Zollgebietes für ganz Bayern auf eine neue Grundlage. In Reichenhall gab es nun ein Maut- und Hallamt, dem die Beimautämter Schwarzbach und Melleck, und die Zollstationen an der Staufenbruck und am Obertor (Tiroler Tor) in Reichenhall unterstellt waren. Von 1810 bis 1816 waren die Zollstellen aufgelöst, da das Salzburger Land in dieser Zeit zum [[Königreich Bayern]] gehörte. Durch den "Münchner Vertrag" jedoch fiel das Land Salzburg am [[1. Mai]] [[1816]] wieder an Österreich zurück. Mit den Landgerichten [[Tittmoning]], [[Laufen an der Salzach|Laufen]], [[Waging am See]] und [[Teisendorf]] auf der linken Seite von [[Salzach]] und [[Saalach]] aber blieb ein Gebiet bei Bayern, welches später [[Rupertiwinkel]] genannt wurde. Das wieder eingerichtete Beizollamt Schwarzbach war mit einem Beizollbeamten und einem Amtsdiener, später auch mit einem Amtsschreiber besetzt und wurde zweimal im Jahr durch die Zollinspektion München kontrolliert. |
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| − | In Bayern trat 1807 die „''Zoll- und Mautordnung für die Gesamtstaaten des Königreiches Baiern''“ in Kraft. Sie stellte die Einheitlichkeit des Zollgebietes für ganz Bayern auf eine neue Grundlage. In Reichenhall gab es nun ein Maut- und Hallamt, dem die Beimautämter Schwarzbach und Melleck, und die Zollstationen an der Staufenbruck und am Obertor (Tiroler Tor) in Reichenhall unterstellt waren. Von 1810 bis 1816 waren die Zollstellen aufgelöst, da das Salzburger Land in dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörte. Durch den „[[Münchner Vertrag]]“ jedoch fiel Salzburg am [[1. Mai]] [[1816]] wieder an Österreich zurück. Mit den Landgerichten [[Tittmoning]], [[Laufen]], [[Waging am See]] und [[Teisendorf]] auf der linken Seite von [[Salzach]] und [[Saalach]] aber blieb ein Gebiet bei Bayern, welches später Rupertiwinkel genannt wurde. Das wieder eingerichtete Beizollamt Schwarzbach war mit einem Beizollbeamten und einem Amtsdiener, später auch mit einem Amtsschreiber besetzt und wurde zweimal im Jahr durch die Zollinspektion München kontrolliert.
| + | [[Datei:Bayerisches Grenzschild aus Gußeisen.jpg|thumb|Bayerisches Grenzschild aus Gusseisen. Solche Schilder waren bemalt und wurden ab 1837 aufgestellt.]] |
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| − | In Österreich nahm am [[11. Mai]] [[1830]] eine „''Kameral-Gefällen-Verwaltung''“ ihre Arbeit auf, welche unter anderem für die Zollabgaben, sowie die Weg-, Brücken- und Wassermauten zuständig war. Das „''Gränzzollamt Walserberg''“ war ein „''Commerzialzollamt''“ und unterstand dem „[[Vereinten Gefälls-Inspektorat]]“ in Salzburg. Beim [[Röhrenwirt]] im Ort Walserberg begann man im selben Jahr mit dem Neubau eines Zollamtsgebäudes, in welchem das österreichische Zollamt bis zum [[Anschluss]] 1938 untergebracht war. Von [[1853]] bis [[1866]], in einer Zeit der politischen Annäherung zwischen Bayern und Österreich, bestand sogar ein österreichisch-bayerisches Gemeinschaftszollamt in diesem Gebäude. In jenen Jahren gab es auch schon einen Transitverkehr durch das später so genannte [[Kleines Deutsches Eck|Kleine Deutsche Eck]]“ zwischen dem Walserberg und dem [[Steinpass]]. | + | In Österreich nahm am [[11. Mai]] [[1830]] eine "Kameral-Gefällen-Verwaltung" ihre Arbeit auf, welche unter anderem für die Zollabgaben, sowie die Weg-, Brücken- und Wassermauten zuständig war. Das "Gränzzollamt Walserberg" war ein "Commerzialzollamt" und unterstand dem "[[Vereintes Gefälls-Inspektorat|Vereinten Gefälls-Inspektorat]]" in Salzburg. |
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| − | === „Tausend-Mark-Sperre“ und „Anschluss“ ===
| + | Beim Röhrenwirt im Ort Walserberg begann man im selben Jahr mit dem Neubau eines Zollamtsgebäudes, in welchem das österreichische Zollamt bis zum [[Anschluss]] [[1938]] untergebracht war. Von [[1853]] bis [[1866]], in einer Zeit der politischen Annäherung zwischen Bayern und Österreich, bestand sogar ein österreichisch-bayerisches Gemeinschaftszollamt in diesem Gebäude. In jenen Jahren gab es auch schon einen Transitverkehr durch das später so genannte [[Kleines Deutsches Eck|Kleine Deutsche Eck]]" zwischen dem Walserberg und dem [[Steinpass]]. |
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| − | Trotz des Beitritts Bayerns zum neuen deutschen Kaiserreich im Jahre [[1871]] blieben die Zollämter bayerische Behörden und die Zöllner bayerische Beamte. In den Jahren bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurden ständig neue Verordnungen und Gesetzte für die Zollämter erlassen und wieder außer Kraft gesetzt. Aber schon das ganze [[19. Jahrhundert]] über hatten die Zöllner alle paar Jahre mit geänderten Rahmenbedingungen bei der Ausübung ihres Dienstes zu tun gehabt. Erst nach dem Ersten Weltkrieg ging im Jahre [[1919]] die Zuständigkeit für die Zollverwaltung von den Ländern auf das Deutsche Reich über. In der Zeit der Weimarer Republik blühte am Walserberg vor allem der Schmuggel von Vieh. Schon kurz nach dem Regierungsantritt der [[Nationalsozialisten]] trat am 1. Juni 1933 das „Gesetz über die Beschränkung der Reisen nach der Republik Österreich“, die so genannte „[[1000-Mark-Sperre]]“ in Kraft. Der Grenzverkehr in Schwarzbach ging daraufhin um etwa 90 Prozent zurück. Nach der Aufhebung des Gesetzes im Jahre 1936 durften im Monat nur bis zu zehn [[Reichsmark]] mit nach Österreich genommen werden. Diese absurden Verhältnisse haben den Schriftsteller [[Erich Kästner]] zu seiner heiteren Geschichte „Der kleine Grenzverkehr“ inspiriert, die unter anderem auf dem Grenzübergang am Walserberg angesiedelt ist. | + | === "Tausend-Mark-Sperre" und "Anschluss" === |
| | + | Trotz des Beitritts Bayerns zum neuen deutschen Kaiserreich im Jahre [[1871]] blieben die Zollämter bayerische Behörden und die Zöllner bayerische Beamte. In den Jahren bis zum [[Ersten Weltkrieg]] wurden ständig neue Verordnungen und Gesetzte für die Zollämter erlassen und wieder außer Kraft gesetzt. Aber schon das ganze [[19. Jahrhundert]] hindurch hatten die Zöllner alle paar Jahre mit geänderten Rahmenbedingungen bei der Ausübung ihres Dienstes zu tun gehabt. Erst nach dem Ersten Weltkrieg ging im Jahre [[1919]] die Zuständigkeit für die Zollverwaltung von den Ländern auf das Deutsche Reich über. In der Zeit der Weimarer Republik blühte am Walserberg vor allem der [[Schmuggel]] von Vieh. Schon kurz nach dem Regierungsantritt der [[Nationalsozialisten]] trat am [[1. Juni]] [[1933]] das "Gesetz über die Beschränkung der Reisen nach der Republik Österreich", die so genannte "[[1000-Mark-Sperre]]", in Kraft. Der Grenzverkehr in Schwarzbach ging daraufhin um etwa 90 Prozent zurück. Nach der Aufhebung des Gesetzes im Jahre [[1936]] durften im Monat nur bis zu zehn Reichsmark mit nach Österreich genommen werden. Diese absurden Verhältnisse hatten den Schriftsteller [[Erich Kästner]] zu seiner heiteren Geschichte "[[Der kleine Grenzverkehr]]" inspiriert, die unter anderem auf dem Grenzübergang am Walserberg angesiedelt ist. |
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| − | Im Jahre [[1937]] zog das bisher im Neuen Mauthaus untergebrachte Zollamt Schwarzbach auf Anweisung des Reichsfinanzministeriums in eine direkt an der Grenze neu erbaute Baracke. Gleichzeitig wurden in den Grenzorten Wohnungen für die Zollbediensteten erbaut. Die in charakteristischen Dreiergruppen errichteten Häuser im schlichten Heimatstil prägen einige Ortsbilder, wie etwa in Schwarzbach, Weißbach, Marzoll und Pidingerau bis heute. Im Jahr 1937 mussten die 25 Beamten des Zollamts über 187 000 Fahrzeuge abfertigen, zu denen noch viele Fußgänger und an Sonn- und Feiertagen bis zu 800 Radler kamen. Im Jahr darauf nahm eine Grenzpolizeistation ihren Dienst auf. Am [[31. März]] [[1939]], erst ein Jahr nach dem „[[Anschluss]]“ Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das Zollamt Schwarzbach geschlossen. Die Autobahn von München wurde auf österreichischer Seite über den Walserberg weiter gebaut und der dort bis dahin geltende Linksverkehr abgeschafft. | + | [[Datei:12. März 1938, Hitlerjugend entfernt am Walserberg den Grenzbaum.png|thumb|12. März 1938, Hitlerjugend entfernt am Walserberg den Grenzbaum.]] |
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| | + | Im Jahre [[1937]] zog das bisher im neuen Mauthaus untergebrachte Zollamt Schwarzbach auf Anweisung des Reichsfinanzministeriums in eine direkt an der Grenze neu erbaute Baracke. Gleichzeitig wurden in den Grenzorten Wohnungen für die Zollbediensteten erbaut. Die in charakteristischen Dreiergruppen errichteten Häuser im schlichten Heimatstil prägen einige bayerische Ortsbilder, wie etwa in Schwarzbach, Weißbach, Marzoll und Pidingerau bis heute. Im Jahr 1937 mussten die 25 Beamten des Zollamts über 187 000 Fahrzeuge abfertigen, zu denen noch viele Fußgänger und an Sonn- und Feiertagen bis zu 800 Radfahrer kamen. Im Jahr darauf nahm eine Grenzpolizeistation ihren Dienst auf. Am [[31. März]] [[1939]], erst ein Jahr nach dem "[[Anschluss]]" Österreichs an das Deutsche Reich, wurde das Zollamt Schwarzbach geschlossen. Die [[Reichsautobahn|Autobahn von München]] wurde auf österreichischer Seite über den Walserberg weiter gebaut und der dort bis dahin geltende Linksverkehr abgeschafft. |
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| | === Neuanfang === | | === Neuanfang === |
| | + | Am [[3. Mai]] [[1945]] sprengten Wehrmachtseinheiten die Autobahnbrücke über die [[Saalach]], was die Amerikaner bei ihrem Vormarsch aufhalten sollte. Nach dem Ende des Krieges wurde die Grenze zu Österreich wieder hergestellt und die Grenzübergänge an der Bundesstraße und an der Autobahn durch amerikanische Soldaten abgeriegelt. Der bayerische Zoll und die Grenzpolizei nahmen am [[15. Februar]] [[1946]] ihren Dienst am Grenzübergang an der Autobahn auf. Das "Zollamt Piding-Autobahn" bestand aus einer Baracke, die zuvor als Rot-Kreuz-Dienststelle zur Betreuung von Heimkehrern genutzt worden war. Dort verrichteten ein Zollinspektor, fünf Zollsekretäre und ein Zollassistent ihren Dienst. Die Baracke befand sich auf der Autobahn-Einreiseseite nach Bayern und beherbergte in primitivster Weise drei Dienststellen: das österreichische Zollamt, die Grenzpolizei und das bayerische Zollamt. Die Verfügungsgewalt im juristischen Sinne hatte niemand. Es wurde nicht nur der Autobahnverkehr, sondern auch der Verkehr (der Bundesstraße) Bad Reichenhall – Salzburg über die Autobahn in Betrieb genommen. Zu letzterem Zweck nützte man das früher stillgelegte Stück der alten Salzburger Straße (heute Zufahrt Firma Reber) über die Autobahn hinweg wieder. Der zivile Grenzverkehr hielt sich im Rahmen, da das Wirtschaftsleben darnieder lag und Genehmigungen zu Grenzüberschreitungen nur spärlich erteilt wurden. Das österreichische Zollamt verließ [[1947]] als erstes die Baracke und etablierte sich auf österreichischem Gebiet in einem neu errichteten provisorischen Zollamt. |
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| − | Am [[3. Mai]] [[1945]] sprengten Wehrmachtseinheiten die [[Autobahnbrücke (Saalach)]] über die [[Saalach]], was die Amerikaner bei ihrem Vormarsch aufhalten sollte. Nach dem Ende des Krieges wurde die Grenze zu Österreich wieder hergestellt und die Grenzübergänge an der Bundesstraße und an der Autobahn durch amerikanische Soldaten abgeriegelt. Der bayerische Zoll und die Grenzpolizei nahmen am [[15. Februar]] [[1946]] ihren Dienst am Grenzübergang an der Autobahn auf. Das „Zollamt Piding-Autobahn“ bestand aus einer Baracke, die zuvor als Rot-Kreuz-Dienststelle zur Betreuung von Heimkehrern genutzt worden war. Dort verrichteten ein Zollinspektor, fünf Zollsekretäre und ein Zollassistent ihren Dienst. Die Baracke befand sich auf der Autobahn-Einreiseseite nach Bayern und beherbergte in primitivster Weise drei Dienststellen: das österreichische Zollamt, die Grenzpolizei und das bayerische Zollamt. Die Verfügungsgewalt im juristischen Sinne hatte niemand. Es wurde nicht nur der Autobahnverkehr, sondern auch der Verkehr (der Bundesstraße) Bad Reichenhall – Salzburg über die Autobahn in Betrieb genommen. Zu letzterem Zweck nützte man das früher stillgelegte Stück der alten Salzburger Straße (heute Zufahrt Firma [[Reber]]) über die Autobahn hinweg wieder. Der zivile Grenzverkehr hielt sich im Rahmen, da das Wirtschaftsleben darnieder lag und Genehmigungen zu Grenzüberschreitungen nur spärlich erteilt wurden. Das österreichische Zollamt verließ [[1947]] als erstes die Baracke und etablierte sich auf österreichischem Gebiet in einem neu errichteten provisorischen Zollamt.
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| | === Zunehmender Grenzverkehr === | | === Zunehmender Grenzverkehr === |
| | + | Die Umbenennung der deutschen Dienststelle in "Zollamt Schwarzbach-Autobahn" erfolgte [[1948]]. Die neun Beamten hatten damals täglich durchschnittlich nur 180 Fahrzeuge zu kontrollieren, der Verkehr nahm jedoch stetig zu. Eine Hochblüte erlebte in den Jahren nach dem Krieg der [[Schmuggel von Kaffee und Zigaretten nach 1945|Schmuggel von Zigaretten und Kaffee]], welcher ungeahnte Ausmaße annahm. Ein Jahr nach der 1949 erfolgten Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Zollverwaltung zu einer Bundesbehörde. |
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| − | Die Umbenennung der deutschen Dienststelle in „Zollamt Schwarzbach – Autobahn“ erfolgte 1948. Die neun Beamten hatten damals täglich durchschnittlich nur 180 Fahrzeuge zu kontrollieren, der Verkehr nahm jedoch stetig zu. Eine Hochblüte erlebte in den Jahren nach dem Krieg der Schmuggel von Zigaretten und Kaffee, welcher ungeahnte Ausmaße annahm. Ein Jahr nach der [[1949]] erfolgten Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde die Zollverwaltung zu einer Bundesbehörde. Am 7. Juli 1949 konnten an der Autobahn und an der Bundesstraße neue Dienstgebäude ihrer Bestimmung übergeben werden, welche jedoch den Anforderungen schon bald nicht mehr genügten und daher mehrere Zubauten erhielten. Im Jahre [[1952]] öffnete in Bad Reichenhall wieder ein Hauptzollamt, was nach dem „Anschluss“ 1938 geschlossen worden war. Die Grenzzollämter wurden diesem unterstellt. Seit [[1957]] gab es am „Kleinen Walserberg“ (Grenzübergang Bundesstraße) wieder ein Gemeinschaftszollamt auf deutscher Seite. Anfang der 1950-er Jahre war die Autobahnbrücke wieder errichtet und Erschwernisse beim Grenzübertritt, wie etwa eine Ausreiseerlaubnis abgeschafft worden. Der Verkehr über den Walserberg nahm damit immer weiter zu, wodurch auch die Zahl der Bediensteten, vor allem des Autobahnzollamts, stieg. Ab [[1954]] wurden deshalb „An der Schanz“ in Schwarzbach große Wohnblocks für die Bediensteten des Zollamts gebaut. 1955 hatten noch 3,5 Millionen Reisende in 750 000 Fahrzeugen das Zollamt passiert, zehn Jahre später waren es bereits 15 Millionen Personen in vier Millionen Fahrzeugen. Der „Große Walserberg“ (Autobahngrenzübergang) entwickelte sich zu einem der größten Grenzübergänge in Europa. Dieser Umstand wirkte sich auch auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen der umliegenden Gemeinden aus, wo die an den Zollämtern beschäftigten Menschen wohnten.
| + | [[Datei:Das 1949 erbaute deutsche Zollamt an der Nordseite der Bundesstraße.png|thumb|Das 1949 erbaute deutsche Zollamt an der Nordseite der Bundesstraße.]] |
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| − | === Staus und „E-Spur“ ===
| + | Am [[7. Juli]] [[1949]] konnten an der Autobahn und an der Bundesstraße neue Dienstgebäude ihrer Bestimmung übergeben werden, welche jedoch den Anforderungen schon bald nicht mehr genügten und daher mehrere Bauten erhielten. Im Jahre [[1952]] öffnete in Bad Reichenhall wieder ein Hauptzollamt, was nach dem "Anschluss" 1938 geschlossen worden war. Die Grenzzollämter wurden diesem unterstellt. Seit [[1957]] gab es am "Kleinen Walserberg" (Grenzübergang Bundesstraße) wieder ein Gemeinschaftszollamt auf deutscher Seite. |
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| − | Im Jahr [[1972]] wurde ein markantes, alle Fahrbahnen überspannendes „Brückengebäude“ errichtet. Darin nahmen die Beamten beider Staaten eine gemeinsame Personenabfertigung auf. Im Jahre [[1975]] fuhren knapp 23 Millionen Reisende in über sechs Millionen Fahrzeugen auf der Autobahn über den Walserberg. Das deutsche Zollamt an der Bundesstraße wurde [[1977]] als „Abfertigungsstelle Bundesstraße“ dem Autobahnzollamt angegliedert. Ab Mitte der [[1970er]] Jahre gehörten auf Grund des sprunghaft angestiegenen Südost-Verkehrs kilometerlange Lkw-Staus auf der Autobahn zum alltäglichen Bild. Mit der Einführung der so genannten „E-Spur“ sollte 1984 für deutsche und österreichische Reisende ein erleichtertes Kontrollsystem geschaffen und damit die Wartezeiten an den Grenzen verkürzt werden. Durch das Mitführen einer grünen „E-Plakette“ hinter der Windschutzscheibe versicherten die Autoinsassen, dass sie die grenzpolizeilichen Vorschriften einhielten und nur Waren unter der Freigrenze mit sich führten. Der Missbrauch dieser Regelung durch viele Reisende führte dazu, dass auf der „E-Spur“ ebenso genau kontrolliert wurde, wie auf den anderen Spuren. Obwohl die E-Spur-Regelung offiziell bis 1995 galt, wurde sie schon bald nach ihrer Einführung nicht mehr angewandt. In den [[1990er]] Jahren wurde der Walserberg von etlichen Organisationen als idealer Platz für Demonstrationen entdeckt. Tiertransporte, Lkw-Transit und Asylpolitik waren die häufigsten Themen dieser Aktionen, die oft zu kilometerlangen Staus führten.
| + | Anfang der [[1950er]]-Jahre war die Autobahnbrücke wieder errichtet und Erschwernisse beim Grenzübertritt, wie etwa eine Ausreiseerlaubnis abgeschafft worden. Der Verkehr über den Walserberg nahm damit immer weiter zu, wodurch auch die Zahl der Bediensteten, vor allem des Autobahnzollamts, stieg. Ab [[1954]] wurden deshalb "An der Schanz" in Schwarzbach große Wohnblocks für die Bediensteten des Zollamts gebaut. 1955 hatten noch 3,5 Millionen Reisende in 750 000 Fahrzeugen das Zollamt passiert, zehn Jahre später waren es bereits 15 Millionen Personen in vier Millionen Fahrzeugen. Der "Große Walserberg" (Autobahngrenzübergang) entwickelte sich zu einem der größten Grenzübergänge in Europa. Dieser Umstand wirkte sich auch auf die Entwicklung der Einwohnerzahlen der umliegenden Gemeinden aus, wo die an den Zollämtern beschäftigten Menschen wohnten. |
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| − | === Kontrollen abgeschafft ===
| + | Am [[29. Juni]] [[1968]] wurden rund 10 000 Fahrzeuge gezählt, am stärksten Reisetag jenes Sommers, Samstag, den [[13. Juli]] 1968, schätzte man rund 11 000 Fahrzeuge.<ref>{{Quelle SN|15. Juli 1968, Faksimile vom 19. Juli 2018}}</ref> |
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| − | Im Jahr [[1994]] überschritten etwa 34 Millionen Personen in zehn Millionen Pkw, 900 000 Lkw und 100 000 Bussen die Grenze am Walserberg. In diesem Jahr waren knapp 180 Menschen beim deutschen Autobahnzollamt tätig. Zusammen mit dem österreichischen Zollamt (140), der Grenzpolizei (100), den Grenzspeditionen (ca. 250), der Bundesanstalt für den Güterfernverkehr und weiteren Einrichtungen, arbeiteten auf dem Walserberg insgesamt fast 700 Menschen.
| + | [[Datei:Das Alte Mauthaus in Schwarzbach besaß in den 1970er Jahren noch weitgehend sein ursprüngliches Aussehen.jpg|thumb|Das Alte Mauthaus in Schwarzbach besaß in den 1970er-Jahren noch weitgehend sein ursprüngliches Aussehen.]] |
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| − | Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 und dem Wegfall der Zollkontrollen wurde das deutsche Zollamt auf dem Walserberg in ein Binnenzollamt umgewandelt. Das österreichische Zollamt musste, da es von der Wirtschaft kaum noch frequentiert wurde, wenig später schließen. Am [[1. April]] 1998 trat das Schengener Abkommen mit Österreich in Kraft, wodurch auch die Passkontrollen entfielen. Die Grenzpolizei löste man auf, das „Brückengebäude“ an der Autobahn und die Dienstgebäude an der Bundesstraße wurden 2003 abgerissen. Das deutsche Binnenzollamt „Bad Reichenhall Autobahn“ übersiedelte 2004 in einen Neubau an der Nordseite der Autobahn.
| + | === Staus und "E-Spur" === |
| | + | [[1971]] waren über den Walserberg nach Deutschland eingereist: 6,2 Millionen Menschen (unter ihnen viele [[Gastarbeiter in Salzburg|Gastarbeiter]] oder Personen mit Wurzeln in südosteuropäischen Ländern), über zwei Millionen Pkw, 180 000 Lkw und 27 000 Reisebusse. |
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| − | ==Hotel statt Zoll== | + | Im Jahr [[1972]] wurde ein markantes, alle Fahrbahnen überspannendes Brückengebäude errichtet, das am [[16. August]] 1972 seiner Bestimmung übergeben wurde. Darin nahmen die Beamten beider Staaten eine gemeinsame Personenabfertigung auf. Mit einer Länge von fast 70 Metern spannte es sich über 14 Fahrspuren. Das Bauwerk kostete 30 Millionen [[Schilling]] (rund 2,18 Millionen Euro, Stand Anfang der 2020er-Jahre).<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=2tkHlIZ2yj3sLOX5zLTeGO5XkwdMw2S2xxruxQoe1Amdrvd13VpLTbuyjvXqfEzRpFEkE6kTdYmngeLlYvKXfapI20N87Jk21Xwk3I8xgZB4DJMJoZy%2Fv65npSgiQZ5U&id1=19720817_06&q=%2522Herta%2520Lonski%2522#slide6 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 17. August 1972, Seite 6</ref> |
| − | An ehemaligen Grenzübergang Walserberg (A 8 München, Richtung Salzburg) wurde im Jahr [[2006]] das Hotel Servus Europa in Betrieb genommen.
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| − | ==Erinnerungen an Vergangenes==
| + | Im Jahre [[1975]] passierten knapp 23 Millionen Reisende in über sechs Millionen Fahrzeugen auf der Autobahn den Walserberg. Das deutsche Zollamt an der Bundesstraße wurde [[1977]] als "Abfertigungsstelle Bundesstraße" dem Autobahnzollamt angegliedert. Ab Mitte der [[1970er]]-Jahre gehörten auf Grund des sprunghaft angestiegenen Südostverkehrs kilometerlange Lkw-Staus auf der Autobahn zum alltäglichen Bild. Mit der Einführung der so genannten "E-Spur" sollte [[1984]] für deutsche und österreichische Reisende ein erleichtertes Kontrollsystem geschaffen und damit die Wartezeiten an den Grenzen verkürzt werden. Durch das Mitführen einer grünen "E-Plakette" hinter der Windschutzscheibe versicherten die Autoinsassen, dass sie die grenzpolizeilichen Vorschriften einhielten und nur Waren unter der Freigrenze mit sich führten. Der Missbrauch dieser Regelung durch viele Reisende führte dazu, dass auf der "E-Spur" ebenso genau kontrolliert wurde, wie auf den anderen Spuren. Obwohl die "E-Spur"-Regelung offiziell bis [[1995]] galt, wurde sie schon bald nach ihrer Einführung nicht mehr angewandt. In den [[1990er]]-Jahren wurde der Walserberg von etlichen Organisationen als idealer Platz für Demonstrationen entdeckt. Tiertransporte, Lkw-Transit und Asylpolitik waren die häufigsten Themen dieser Aktionen, die oft zu kilometerlangen Staus führten. |
| − | === Walserberg, ade ===
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| − | Aus den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom [[2. April]] [[1998]] von [[Norbert Lublasser]].
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| − | Dem Journalistenherz gibt's einen Stich: Ein Ort vieler - oft nächtlicher Einsätze - existiert nicht mehr. Den EU-Bürger freut's: Endlich freie Fahrt über den Walserberg, Europas einst größten Grenzübergang. Ein Rückblick auf eine bewegte Geschichte.
| + | === Mit Beitritt zur Europäischen Union wurden die Kontrollen abgeschafft === |
| | + | Im Jahr [[1994]] benutzten etwa 34 Millionen Personen in zehn Millionen Pkw, 900 000 Lkw und 100 000 Bussen die Grenze am Walserberg. In diesem Jahr waren knapp 180 Menschen beim deutschen Autobahnzollamt tätig. Zusammen mit dem österreichischen Zollamt (140), der Grenzpolizei (100), den Grenzspeditionen (ca. 250), der Bundesanstalt für den Güterfernverkehr und weiteren Einrichtungen, arbeiteten auf dem Walserberg insgesamt fast 700 Menschen. |
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| − | Stunden, in Summen Tage, haben wir auf dem Walserberg verbracht. Ob die Drogenfahnder wieder Rekordfunde melden konnten, ob Lkw-Blockaden den Verkehr lahm legten, ob die sommerliche Blechlawine das berühmte "nichts geht mehr" ansagte; ob Demonstranten die Autobahn besetzten, ob menschliche Katastrophen über Flüchtlinge hereinbrachen, ob Tierleid auf Transportern deutlich wurde. Immer war eine Schar Journalisten von dies- und jenseits der Grenze am Ort des Geschehens.
| + | Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 und dem Wegfall der Zollkontrollen wurde das deutsche Zollamt auf dem Walserberg in ein Binnenzollamt umgewandelt. Das österreichische Zollamt musste, da es von der Wirtschaft kaum noch frequentiert wurde, wenig später schließen. Am [[1. April]] [[1998]] trat das Schengener Abkommen mit Österreich in Kraft, wodurch auch die Passkontrollen entfielen. Die Grenzpolizei löste man auf, das Brückengebäude über der Autobahn und die Dienstgebäude an der Bundesstraße wurden 2003 abgerissen. Das deutsche Binnenzollamt "Bad Reichenhall Autobahn" übersiedelte 2004 in einen Neubau an der Nordseite der Autobahn. |
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| − | Aus, Ende, vorbei. Nur mehr das Brückengebäude (in das McDonalds so gerne eingezogen wäre, hört man) wird an die ehemalige Grenzstation erinnern. Eine Grenzstation, die genaugenommen seit 1765 bestand. So weit wollen wir nicht zurückgehen. Die eigentliche Geschichte der Autobahngrenze auf dem Walserberg hätte 1937 beginnen sollen. Hitler hatte seine Autobahn von München Richtung Salzburg gebaut und wollte eine riesige Grenzstation errichten lassen. Planer war kein geringerer als Albert Speer, monumental waren seine Entwürfe. Umgesetzt wurden sie allerdings nicht: Ein kleiner Aktenvermerk im Frühjahr 1938 versenkte die Pläne. Grund: "Änderung der Sachlage". Österreich war ein Teil des deutschen Reichs geworden. Nach dem Krieg machten die Amerikaner die Grenze dicht: Nur US-Bürger durften von Salzburg nach Bayern und zurück wechseln. GIs wachten darüber, dass die strenge Separation eingehalten wurde: Nicht einmal das Sprechen über den Grenzbalken hinweg war erlaubt.
| + | === Die Flüchtlingsbewegung führte ab 2015 zu neuerlichen Grenzkontrollen === |
| | + | Mit Beginn der starken [[Flüchtlingsbewegung 2015]] begannen die deutschen Behörden wieder mit Grenzkontrollen, vornehmlich von Fahrzeugen, die in die Bundesrepublik Deutschland einreisten. In den folgenden Jahren wurden diese Grenzkontrollen manchmal wieder reduziert, manchmal wieder vermehrt durchgeführt. Diese Kontrollen beschränkten sich jedoch interessanterweise hauptsächlich auf zwei Grenzübergänge: den [[Autobahn-Grenzübergang Walserberg]] und den [[Grenzübergang Freilassing]]. Alle andere Grenzübergänge wie beispielsweise die [[Länderbrücke]] zwischen [[Laufen an der Salzach]] und [[Oberndorf bei Salzburg]] oder [[Bayerisch Gmain]] und [[Großgmain]] wurden selten oder gar nicht kontrolliert. In den [[2020er]]-Jahren verstärkten die bayrischen Behörden wieder ihre Kontrollen am Autobahn-Grenzübergang Walserberg, was an verlängerten Feiertagswochenende, Ferienbeginn in deutschen Bundesländern und generell zur Ferienzeit im Sommer regelmäßig zu langen Staus auf beiden Seiten der Grenze führte. |
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| − | In diesen Tagen, so geht aus den Chroniken von [[Albin Kühnel]], dem Leiter des deutschen Zollamtes am Walserberg, hervor, wurden die Menschen erfinderisch. So fand der salzburgisch-bayerische Austausch im Gebirge statt. Vor allem im [[Purtschellerhaus]] im [[Göllmassiv]], durch das sich die Grenze zog. Dort wurden sogar bilaterale Ehen geschlossen. Erst 1947/48 konnte man mit Verwandten und Bekannten von "drüben" sprechen: An der Grenze, die Erlaubnis kostete 50 Reichspfenning. Der Autoverkehr tröpfelte noch so spärlich über den Walserberg, dass ohne dessen Beeinträchtigungen auf der Autobahn Seifenkistenrennen durchgeführt werden konnten.
| + | ==Erinnerungen an Vergangenes== |
| | + | === Walserberg, ade === |
| | + | Ein Beitrag in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom [[2. April]] [[1998]] von [[Norbert Lublasser]]: |
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| − | 1949 gab es für die Grenzbevölkerung Erleichterungen, 1950 durften deutsche Staatsbürger gar zu den [[Salzburger Festspiele]]n reisen. Fünf Mark kostete ein Visum. 1952 wurde der Sichtvermerkszwang gelockert. Der Verkehr entwickelte sich danach sprunghaft: 1955 passierten schon 3,5 Millionen Reisende in 750 000 Fahrzeugen die Grenze. Zehn Jahre später waren es bereits 15 Millionen Reisende in vier Millionen Kraftfahrzeugen. Und eine weitere Dekade darauf, 1975, wurden 22,8 Millionen Reisende in 6,2 Millionen Fahrzeugen gezählt. Mit der Lockerung der Grenzkontrollen wurden auch die Zählungen eingestellt. Die letzte fand 1994 statt: damals frequentieren 34 Mill. Reisende in 10 Mill. Pkw, 900 000 Lkw und 100 000 Busse den Walserberg.
| + | ''Dem Journalistenherz gibt's einen Stich: Ein Ort vieler - oft nächtlicher Einsätze - existiert nicht mehr. Den EU-Bürger freut's: Endlich freie Fahrt über den Walserberg, Europas einst größten Grenzübergang. Ein Rückblick auf eine bewegte Geschichte. |
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| − | Geschmuggelt wurde in der Grenzregion um den Walserberg auf Teufel komm raus. Eine Hochblüte erreichte das Geschäft mit dem illegalen Warenverkehr in den Jahren zwischen 1949 und 1951. Manch junger Mann und auch manch korrupter Beamter verdiente sich eine goldene Nase: Polizisten in Uniform schlossen sich Schmugglerbanden an, Zöllner verrieten Dienstpläne. Auf allen nur möglichen und unmöglichen Wegen wurde tonnenweise Kaffee aus den großen US-Lagern in Salzburg über die Grenze gebracht. Monatlich an die fünf Tonnen Kaffee, abgefüllt in 50-Kilo-Säcken, wurden von den Zöllnern sichergestellt. Man kann sich die Menge vorstellen, die nicht entdeckt wurde. Pro Sack erhielt der Träger 100 Mark, eine Menge Geld damals. Oder wie es in Kühnels Chronik heißt: Burschen in modischer Kleidung würden auf den neuesten Motorrädern die Gegend unsicher machen und ihr leichtverdientes Geld in Lokalen durchbringen. Und es soll, erzählt Kühnel, gar vorgekommen sein, dass sich ein Zöllner in einem Gasthaus eine Zigarette anzünden wollte und ihm ein Bursch einen brennenden 100-Mark-Schein hinhielt.
| + | ''Stunden, in Summen Tage, haben wir auf dem Walserberg verbracht. Ob die Drogenfahnder wieder Rekordfunde melden konnten, ob Lkw-Blockaden den Verkehr lahm legten, ob die sommerliche Blechlawine das berühmte "nichts geht mehr" ansagte; ob Demonstranten die Autobahn besetzten, ob menschliche Katastrophen über Flüchtlinge hereinbrachen, ob Tierleid auf Transportern deutlich wurde. Immer war eine Schar Journalisten von dies- und jenseits der Grenze am Ort des Geschehens. |
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| − | Schon damals kamen Hunde zum Einsatz: Sie witterten den Kaffee. Jahre später wurden ihre Artgenossen auf viel gefährlichere Schmuggelware angesetzt: Mitte der [[1960er]] setzte der Handel mit Rauschgift ein, der erste Fund datiert vom [[19. Jänner]] [[1969]]. Ein Türke versuchte, 2,7 Kilo Haschisch über die Grenze zu bringen. Elf Monate später wurden im Dach eines deutschen Reisebusses schon 509 Kilo Cannabisharz entdeckt. Die Schmuggler wurden immer gerissener: So wurde 1971 das erste Mal Suchtgift - 270 Liter Morphinbasis - in einem doppelwandigen Treibstofftank gefunden.
| + | ''Aus, Ende, vorbei. Nur mehr das Brückengebäude (in das McDonalds so gerne eingezogen wäre, hört man) wird an die ehemalige Grenzstation erinnern. Eine Grenzstation, die genaugenommen seit 1765 bestand. So weit wollen wir nicht zurückgehen. Die eigentliche Geschichte der Autobahngrenze auf dem Walserberg hätte 1937 beginnen sollen. Hitler hatte seine Autobahn von München Richtung Salzburg gebaut und wollte eine riesige Grenzstation errichten lassen. Planer war kein geringerer als Albert Speer, monumental waren seine Entwürfe. Umgesetzt wurden sie allerdings nicht: Ein kleiner Aktenvermerk im Frühjahr 1938 versenkte die Pläne. Grund: "Änderung der Sachlage". Österreich war ein Teil des deutschen Reichs geworden. Nach dem Krieg machten die Amerikaner die Grenze dicht: Nur US-Bürger durften von Salzburg nach Bayern und zurück wechseln. GIs wachten darüber, dass die strenge Separation eingehalten wurde: Nicht einmal das Sprechen über den Grenzbalken hinweg war erlaubt. |
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| − | Der letzte große Haschischtransport mit 1 743 Kilo "schwarzem Afghanen" wurde 1976 entdeckt, danach boomte das Geschäft mit Heroin. Auf der sogenannten Balkanroute wurden Tonnen transportiert. Die Zöllner am Walserberg rüsteten mit modernster Technik und einem Spezialtrupp auf. Und sie konnten immer wieder spektakuläre Erfolge erzielen. 50 Prozent des Erfolgs entstünden durch Informationen, der Rest durch Spürsinn, meint Zollchef Kühnel: Seine Beamten hätten immer wieder die richtige Intuition gehabt. Und dann schon mal bis zu 24 Stunden lang einen Lkw zerlegt.
| + | ''In diesen Tagen, so geht aus den Chroniken von Albin Kühnel, dem Leiter des deutschen Zollamtes am Walserberg, hervor, wurden die Menschen erfinderisch. So fand der salzburgisch-bayerische Austausch im Gebirge statt. Vor allem im [[Purtschellerhaus]] im [[Göllstock]], durch das sich die Grenze zog. Dort wurden sogar bilaterale Ehen geschlossen. Erst 1947/48 konnte man mit Verwandten und Bekannten von "drüben" sprechen: An der Grenze, die Erlaubnis kostete 50 Reichspfennig. Der Autoverkehr tröpfelte noch so spärlich über den Walserberg, dass ohne dessen Beeinträchtigungen auf der Autobahn Seifenkistenrennen durchgeführt werden konnten. |
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| − | So ein Fall ereignete sich im Frühjahr 1992: Ein Beamter hatte ein "Kribbeln im Bauch" und entdeckte unter Tonnen von Gemüse, die ein Kühlwagen transportierte, 65 Kilo reinstes Heroin im Wert von mehreren Hundert Millionen Schilling. Trotz ihrer Erfolge wussten die Fahnder: Nur ein bis fünf Prozent des auf der Balkanroute geschmuggelten Heroins wurde tatsächlich entdeckt. Mit der Öffnung des Ostens und dem Ende des Warschauer Paktes verlagerte sich die Balkanroute immer mehr nach Norden, die Schmuggler scheuten immer mehr die salzburgisch-bayerische Grenze.
| + | ''1949 gab es für die Grenzbevölkerung Erleichterungen, 1950 durften deutsche Staatsbürger gar zu den [[Salzburger Festspiele]]n reisen. Fünf Mark kostete ein Visum. 1952 wurde der Sichtvermerkszwang gelockert. Der Verkehr entwickelte sich danach sprunghaft: 1955 passierten schon 3,5 Millionen Reisende in 750 000 Fahrzeugen die Grenze. Zehn Jahre später waren es bereits 15 Millionen Reisende in vier Millionen Kraftfahrzeugen. Und eine weitere Dekade darauf, 1975, wurden 22,8 Millionen Reisende in 6,2 Millionen Fahrzeugen gezählt. Mit der Lockerung der Grenzkontrollen wurden auch die Zählungen eingestellt. Die letzte fand 1994 statt: damals frequentieren 34 Mill. Reisende in 10 Mill. Pkw, 900 000 Lkw und 100 000 Busse den Walserberg. |
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| − | === Anekdote ===
| + | ''Geschmuggelt wurde in der Grenzregion um den Walserberg auf Teufel komm raus. Eine Hochblüte erreichte das Geschäft mit dem illegalen Warenverkehr in den Jahren zwischen 1949 und 1951. Manch junger Mann und auch manch korrupter Beamter verdiente sich eine goldene Nase: Polizisten in Uniform schlossen sich Schmugglerbanden an, Zöllner verrieten Dienstpläne. Auf allen nur möglichen und unmöglichen Wegen wurde tonnenweise Kaffee aus den großen US-Lagern in Salzburg über die Grenze gebracht. Monatlich an die fünf Tonnen Kaffee, abgefüllt in 50-Kilo-Säcken, wurden von den Zöllnern sichergestellt. Man kann sich die Menge vorstellen, die nicht entdeckt wurde. Pro Sack erhielt der Träger 100 Mark, eine Menge Geld damals. Oder wie es in Kühnels Chronik heißt: Burschen in modischer Kleidung würden auf den neuesten Motorrädern die Gegend unsicher machen und ihr leichtverdientes Geld in Lokalen durchbringen. Und es soll, erzählt Kühnel, gar vorgekommen sein, dass sich ein Zöllner in einem Gasthaus eine Zigarette anzünden wollte und ihm ein Bursch einen brennenden 100-Mark-Schein hinhielt. |
| − | Kühnel sagt, er habe viel erlebt auf dem Walserberg: Kinder wurden geboren und Menschen sind gestorben. Ein Erlebnis behält er aber in besonderer Erinnerung: Ein Deutscher fragte ihn eines Sonntags, ob den Heiratsgut auch zu verzollen wäre. Er habe nämlich eine österreichische Frau geheiratet, und die bringe einen Weinkeller mit in die Ehe. Kühnel verwies darauf, dass auch alkoholische Getränke nicht unter zollfreies Heiratsgut fielen. Darauf der Deutsche: "''Wenn ich das gewusst hätt, hätt ich nicht geheiratet.''"
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| | + | ''Schon damals kamen Hunde zum Einsatz: Sie witterten den Kaffee. Jahre später wurden ihre Artgenossen auf viel gefährlichere Schmuggelware angesetzt: Mitte der [[1960er]] setzte der Handel mit Rauschgift ein, der erste Fund datiert vom [[19. Jänner]] [[1969]]. Ein Türke versuchte, 2,7 Kilo Haschisch über die Grenze zu bringen. Elf Monate später wurden im Dach eines deutschen Reisebusses schon 509 Kilo Cannabisharz entdeckt. Die Schmuggler wurden immer gerissener: So wurde 1971 das erste Mal Suchtgift - 270 Liter Morphinbasis - in einem doppelwandigen Treibstofftank gefunden. |
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| − | === Historische Anekdoten vom Grenzübergang Walserberg ===
| + | ''Der letzte große Haschischtransport mit 1 743 Kilo "schwarzem Afghanen" wurde 1976 entdeckt, danach boomte das Geschäft mit Heroin. Auf der sogenannten Balkanroute wurden Tonnen transportiert. Die Zöllner am Walserberg rüsteten mit modernster Technik und einem Spezialtrupp auf. Und sie konnten immer wieder spektakuläre Erfolge erzielen. 50 Prozent des Erfolgs entstünden durch Informationen, der Rest durch Spürsinn, meint Zollchef Kühnel: Seine Beamten hätten immer wieder die richtige Intuition gehabt. Und dann schon mal bis zu 24 Stunden lang einen Lkw zerlegt. |
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| − | Sicherlich hat jeder, der die 1995 abgeschafften Zollkontrollen am Walserberg und an anderen Grenzen noch kannte, seine eigenen Erfahrungen damit gemacht. Über anekdotenhafte Ereignisse am Walserberg in früheren Zeiten ist dagegen sehr wenig bekannt. Einige wenige liegen hier gesammelt vor.
| + | ''So ein Fall ereignete sich im Frühjahr 1992: Ein Beamter hatte ein "Kribbeln im Bauch" und entdeckte unter Tonnen von Gemüse, die ein Kühlwagen transportierte, 65 Kilo reinstes Heroin im Wert von mehreren Hundert Millionen Schilling. Trotz ihrer Erfolge wussten die Fahnder: Nur ein bis fünf Prozent des auf der Balkanroute geschmuggelten Heroins wurde tatsächlich entdeckt. Mit der Öffnung des Ostens und dem Ende des Warschauer Paktes verlagerte sich die Balkanroute immer mehr nach Norden, die Schmuggler scheuten immer mehr die salzburgisch-bayerische Grenze. |
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| | + | === Anekdote === |
| | + | Kühnel sagte, er habe viel erlebt auf dem Walserberg: Kinder wurden geboren und Menschen sind gestorben. Ein Erlebnis behält er aber in besonderer Erinnerung: Ein Deutscher fragte ihn eines Sonntags, ob den Heiratsgut auch zu verzollen wäre. Er habe nämlich eine österreichische Frau geheiratet, und die bringe einen Weinkeller mit in die Ehe. Kühnel verwies darauf, dass auch alkoholische Getränke nicht unter zollfreies Heiratsgut fielen. Darauf der Deutsche: "Wenn ich das gewusst hätt', hätt ich nicht geheiratet." |
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| − | Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef 1765 die „Mauth- und Accis-Ordnung“ eingeführt wurde, ist eine „Churbaierische Beymauth“ in Schwarzbach bei Reichenhall belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen untergebracht, bis sie Ende der 1780er Jahre ins benachbarte „Alte Mauthaus“ umzog. Dass es damals beim Grenzübertritt nicht immer friedlich zuging, lässt sich aus einem salzburgischen Hofratsprotokoll ersehen:
| + | === Historische Anekdoten vom Grenzübergang Walserberg === |
| | + | Sicherlich hat jeder, der die 1995 abgeschafften Zollkontrollen am Walserberg und an anderen Grenzen noch kannte, seine eigenen Erfahrungen damit gemacht. Über anekdotenhafte Ereignisse am Walserberg in früheren Zeiten ist dagegen sehr wenig bekannt. Einige wenige liegen hier gesammelt vor. |
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| − | Der Salzburger Postillion Michael Zellner passierte mit seiner Postkutsche im Juli 1787 wie üblich die Mautstation Schwarzbach. Als er dem Mautdiener auf dessen Frage eine ungebührliche Antwort gab, versetzte ihm dieser mehrere Faustschläge. Der vorgesetzte Beamte, der bayerische Mautner, unternahm nichts zur Beendigung des sich entwickelnden Handgemenges. Die Salzburger Regierung beschwerte sich später bei der Regierung in München und warf dem Mautner eine „gehässige Verfahrensart und hierdurch an den Tag gelegte Geringschätzung gegen das Hochfürstl. [salzburgische] Postamt“, sowie „unnachbarliches und hartes Betragen“ vor. Der Salzburger Hofrat gestand allerdings zu, dass der Postillion den „gehörigen Respect und die schuldige Achtung“ habe vermissen lassen. Außerdem habe er „durch seine bezeigte Unart und Widersetzlichkeit“ die Handgreiflichkeit provoziert.
| + | Seit auf Anordnung von Kurfürst Max III. Josef [[1765]] die "Mauth- und Accis-Ordnung" eingeführt wurde, ist eine "Churbaierische Beymauth" in Schwarzbach bei Reichenhall belegt. Diese war anfangs im Brödl-Anwesen untergebracht, bis sie Ende der [[1780er]]-Jahre ins benachbarte "Alte Mauthaus" umzog. Dass es damals beim Grenzübertritt nicht immer friedlich zuging, lässt sich aus einem [[Salzburger Hofrat|salzburgischen Hofratsprotokoll]] ersehen: |
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| + | Der Salzburger Postillon Michael Zellner passierte mit seiner Postkutsche im Juli [[1787]] wie üblich die Mautstation Schwarzbach. Als er dem Mautdiener auf dessen Frage eine ungebührliche Antwort gab, versetzte ihm dieser mehrere Faustschläge. Der vorgesetzte Beamte, der bayerische Mautner, unternahm nichts zur Beendigung des sich entwickelnden Handgemenges. Die Salzburger Regierung beschwerte sich später bei der Regierung in München und warf dem Mautner eine "gehässige Verfahrensart und hierdurch an den Tag gelegte Geringschätzung gegen das Hochfürstl.'' [salzburgische] ''Postamt", sowie "unnachbarliches und hartes Betragen" vor. Der Salzburger Hofrat gestand allerdings zu, dass der Postillon den "gehörigen Respect und die schuldige Achtung" habe vermissen lassen. Außerdem habe er "durch seine bezeigte Unart und Widersetzlichkeit" die Handgreiflichkeit provoziert. |
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| − | Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und Berchtesgaden zu Österreich. Auf Befehl Kaisers Franz I. galt ab 17. Juli 1807 in beiden Territorien die „deutsch-erbländische Zollordnung“, worauf ein „k.k. Komerzial-Zollamt“ in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung der Stadt Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen Flachen Land (Außergebirg) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert. So erinnerte sich ein Zeitzeuge: | + | Von 1806 bis 1810 gehörten Salzburg und Berchtesgaden zu Österreich. Auf Befehl Kaisers Franz I. galt ab 17. Juli 1807 in beiden Territorien die "deutsch-erbländische Zollordnung", worauf ein "k.k. Komerzial-Zollamt" in Wals eingerichtet wurde. Als kleines Land, dessen Hauptstadt zu einem guten Teil vom Fernhandel lebte, hatte sich Salzburg bis dahin nicht gegen seine Nachbarn abgeschottet. Das große Österreich aber, zu dem es jetzt gehörte, begann mit der Errichtung einer wesentlich weniger durchlässigen Grenze, welche sich drastisch auch auf die Nachbarn im bayerischen Landgericht Reichenhall auswirken sollte. Die seit jeher notwendige Versorgung der Stadt Reichenhall mit Lebensmitteln aus dem salzburgischen Flachen Land (Außergebirg) wurde nun durch den strengen Kurs der österreichischen Zöllner erheblich erschwert. So erinnerte sich ein Zeitzeuge: |
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| − | „Die bestellten Bankalaufseher [Zöllner], das hässlichste Insekt eines modernen Staates, hausten auf den Straßen von Wals, Piding und Gmain mit so übertriebener Vollmacht, dass sie Eier, Butter, Schmalz Hühner – kurz alles, was man nach Reichenhall zu Markte bringen wollte – auch in unbedeutender Quantität wegnahmen.“ Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die Weißbachschlucht nach Inzell führte mit dem bayerischen Territorium verbunden.
| + | "Die bestellten Bankalaufseher [Zöllner], das hässlichste Insekt eines modernen Staates, hausten auf den Straßen von Wals, Piding und Gmain mit so übertriebener Vollmacht, dass sie Eier, Butter, Schmalz Hühner – kurz alles, was man nach Reichenhall zu Markte bringen wollte – auch in unbedeutender Quantität wegnahmen." Das rigorose Vorgehen des österreichischen Zolls führte in Reichenhall zu einem empfindlichen Engpass bei der Versorgung mit Lebensmitteln. Die Stadt war nämlich auf drei Seiten von österreichischem Gebiet umgeben und nur durch einen schmalen Weg, der über die Weißbachschlucht nach Inzell führte mit dem bayerischen Territorium verbunden. |
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| + | Von 1810 bis 1816 waren die Zollstellen aufgelöst, da das Salzburger Land in dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörte. Durch den "Münchner Vertrag" jedoch fiel Salzburg am 1. Mai 1816 wieder an Österreich zurück. Das wieder eingerichtete Beizollamt Schwarzbach war mit einem Beizollbeamten und einem Amtsdiener, später auch mit einem Amtsschreiber besetzt. Nach § 47 der k.b. Zoll- und Mautordnung von 1811 "muss der Reisende bei der Ankunft an der Mautstätte ohne Ausnahme und ohne Rücksicht, ob er viel, wenig oder gar nichts Mautbares bei sich hat, anhalten und seinen Reisepaß vorlegen. Aus diesem muß zu entnehmen seyn, wie sich der Reisende nenne, wessen Standes und Karakters er sey, woher er komme, wohin er gehe". Manche Grenzgänger hielten sich nicht an die Vorschriften und etliche versuchten sogar im Schutz der Dunkelheit ihr Glück als Schmuggler. Am [[25. September]] [[1818]] beobachteten österreichische Zöllner zwei Schwärzer dabei, wie sie eine Kuh über die grüne Grenze bringen wollten und nahmen ihnen das Tier ab. Die beiden Schmuggler aber entkamen unerkannt nach Bayern. Die Zollverwaltung veröffentlichte daraufhin einen Aufruf im Amtsblatt, in dem stand, dass sich die Delinquenten innerhalb von 30 Tagen freiwillig stellen sollten. |
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| − | Von 1810 bis 1816 waren die Zollstellen aufgelöst, da das Salzburger Land in dieser Zeit zum Königreich Bayern gehörte. Durch den „Münchner Vertrag“ jedoch fiel Salzburg am 1. Mai 1816 wieder an Österreich zurück. Das wieder eingerichtete Beizollamt Schwarzbach war mit einem Beizollbeamten und einem Amtsdiener, später auch mit einem Amtsschreiber besetzt. Nach § 47 der k.b. Zoll- und Mautordnung von 1811 "muss der Reisende bei der Ankunft an der Mautstätte ohne Ausnahme und ohne Rücksicht, ob er viel, wenig oder gar nichts Mautbares bei sich hat, anhalten und seinen Reisepaß vorlegen. Aus diesem muß zu entnehmen seyn, wie sich der Reisende nenne, wessen Standes und Karakters er sey, woher er komme, wohin er gehe". Manche Grenzgänger hielten sich nicht an die Vorschriften und etliche versuchten sogar im Schutz der Dunkelheit ihr Glück als Schmuggler. Am 25. September 1818 beobachteten österreichische Zöllner zwei Schwärzer dabei, wie sie eine Kuh über die grüne Grenze bringen wollten und nahmen ihnen das Tier ab. Die beiden Schmuggler aber entkamen unerkannt nach Bayern. Die Zollverwaltung veröffentlichte daraufhin einen Aufruf im Amtsblatt, in dem stand, dass sich die Delinquenten innerhalb von 30 Tagen freiwillig stellen sollten.
| + | Unter den Schmugglern, die auf dem Walserberg erwischt wurden, war der Komponist Richard Wagner wohl einer der prominentesten. Er hatte [[1861]] seine Frau Cosima in Reichenhall besucht, die dort zur Kur weilte. Am [[13. August]] fuhr er mit einer Kutsche nach Salzburg. Was er dabei am österreichischen Zollamt Walserberg erlebte, hat er später niedergeschrieben: |
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| + | "In einem Einspänner fuhr ich zunächst das Tal hinab nach Salzburg. An der Grenze hatte ich ein Abenteuer mit dem Zollamte zu bestehen. Liszt hatte mir in Weimar ein Kistchen der kostbarsten, von Baron Sina ihm selbst verehrten Zigarren geschenkt; von einem Aufenthalt in Venedig her die unerhörten Chikanen kennend, durch welche die Einbringung dieses Artikels in Österreich erschwert ist, war ich darauf verfallen gewesen, die Zigarren einzeln unter meiner Wäsche und in den Kleidertaschen zu verstecken. Der Zolldiener, ein alter Soldat, schien aber auf solche Vorsichtsmaßnahmen vorbereitet zu sein und zog geschickt aus allen Falten meines kleinen Reisekoffers die Corpora delicti hervor. Ich hatte ihn durch ein Trinkgeld zu bestechen gesucht; dieses hatte er auch wirklich zu sich genommen, und ich war desto empörter, als er mich nun doch vor dem Amte denunzierte. Hier hatte ich eine starke Strafe zu zahlen, erhielt aber nun die Erlaubnis, die Zigarren zurückkaufen zu können, wovon ich jedoch wütend abstand; als mir dann die Quittung für meine ausgezahlte Strafe zugestellt wurde, übergab man mir auch zugleich den preußischen Taler, welchen vorher der Zollsoldat ruhig zu sich gesteckt hatte. Als ich mich dann zur Weiterreise in den Wagen setzte, sah ich diesen Zolldiener ruhig vor einem Schoppen sitzen und sein Stück Brot mit Käse verzehren, wobei er mich höflich grüßte; ich bot ihm jetzt seinen Taler wiederum an, diesmal aber weigerte er sich ihn anzunehmen. Ich habe mich später noch oft darüber geärgert, dass ich damals nicht den Namen dieses Menschen mir geben ließ, da ich den Gedanken festhielt, er müsse ein ausgezeichnet treuer Diener sein, als welchen ich ihn später gern zu mir genommen hätte..." |
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| − | Unter den Schmugglern, die auf dem Walserberg erwischt wurden, war der Komponist Richard Wagner wohl einer der prominentesten. Er hatte 1861 seine Frau Cosima in Reichenhall besucht, die dort zur Kur weilte. Am 13. August fuhr er mit einer Kutsche nach Salzburg. Was er dabei am österreichischen Zollamt Walserberg erlebte, hat er später niedergeschrieben:
| + | Am 21. August 1984 wurde nach Gesprächen der Bundeskanzler der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland, Fred Sinowatz und Helmut Kohl, ein erleichtertes Kontrollverfahren an den gemeinsamen Grenzen eingeführt; die so genannte "E-Spur" (Europa-Spur). Damit sollten die Wartezeiten für österreichische und deutsche Staatsangehörige an den Grenzen verkürzt und Staus vermieden werden. Durch das Mitführen einer grünen "E-Plakette" hinter der Windschutzscheibe versicherten die Autoinsassen, dass sie die grenzpolizeilichen Vorschriften einhielten und nur erlaubte Waren unter der Freigrenze mit sich führten. Ein Jahr später war in einem Erfahrungsbericht der Oberfinanzdirektion München zu lesen: "...hat sich der bisherige Umfang der Kontrollen österreichischerseits nicht verringert. Teilweise werden die Benützer von E-Plaketten häufiger und eingehender kontrolliert als die übrigen Reisenden..." Obwohl die E-Spur-Regelung offiziell bis zum Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 galt, wurde sie schon bald nach ihrer Einführung auch von den deutschen Grenzbehörden nicht mehr angewandt. |
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| − | „In einem Einspänner fuhr ich zunächst das Tal hinab nach Salzburg. An der Grenze hatte ich ein Abenteuer mit dem Zollamte zu bestehen. Liszt hatte mir in Weimar ein Kistchen der kostbarsten, von Baron Sina ihm selbst verehrten Zigarren geschenkt; von einem Aufenthalt in Venedig her die unerhörten Chikanen kennend, durch welche die Einbringung dieses Artikels in Österreich erschwert ist, war ich darauf verfallen gewesen, die Zigarren einzeln unter meiner Wäsche und in den Kleidertaschen zu verstecken. Der Zolldiener, ein alter Soldat, schien aber auf solche Vorsichtsmaßnahmen vorbereitet zu sein und zog geschickt aus allen Falten meines kleinen Reisekoffers die Corpora delicti hervor. Ich hatte ihn durch ein Trinkgeld zu bestechen gesucht; dieses hatte er auch wirklich zu sich genommen, und ich war desto empörter, als er mich nun doch vor dem Amte denunzierte. Hier hatte ich eine starke Strafe zu zahlen, erhielt aber nun die Erlaubnis, die Zigarren zurückkaufen zu können, wovon ich jedoch wütend abstand; als mir dann die Quittung für meine ausgezahlte Strafe zugestellt wurde, übergab man mir auch zugleich den preußischen Taler, welchen vorher der Zollsoldat ruhig zu sich gesteckt hatte. Als ich mich dann zur Weiterreise in den Wagen setzte, sah ich diesen Zolldiener ruhig vor einem Schoppen sitzen und sein Stück Brot mit Käse verzehren, wobei er mich höflich grüßte; ich bot ihm jetzt seinen Taler wiederum an, diesmal aber weigerte er sich ihn anzunehmen. Ich habe mich später noch oft darüber geärgert, dass ich damals nicht den Namen dieses Menschen mir geben ließ, da ich den Gedanken festhielt, er müsse ein ausgezeichnet treuer Diener sein, als welchen ich ihn später gern zu mir genommen hätte…“
| + | ==Bildergalerie== |
| | + | ; Karten |
| | + | '''Bild 1:''' Walserbergkarte um das Jahr 1810.<br /> |
| | + | '''Bild 2:''' Karte des Walserbergs mit früheren und gegenwärtigen Maut- und Zollgebäuden, sowie weiteren historischen Bauten (Karte [[Andreas Hirsch]]).<br /> |
| | + | '''Bild 3:''' Der Ort Walserberg Mitte des 20. Jahrhunderts.<br /> |
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| | + | Datei:Walserbergkarte 1810 von A. Hirsch.png|Walserbergkarte um das Jahr 1810. |
| | + | Datei:Karte vom Walserberg mit früheren und gegenwärtigen Bauten v. Andreas Hirsch.jpg|Karte des Walserbergs mit früheren und gegenwärtigen Maut- und Zollgebäuden, sowie weiteren historischen Bauten (Karte Andreas Hirsch). |
| | + | Datei:Der Ort Walserberg Mitte des 20. Jahrhunderts.jpg|Der Ort Walserberg Mitte des 20. Jahrhunderts. |
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| − | Am 21. August 1984 wurde nach Gesprächen der Bundeskanzler der Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland, Fred Sinowatz und Helmut Kohl, ein erleichtertes Kontrollverfahren an den gemeinsamen Grenzen eingeführt; die so genannte „E-Spur“ (Europa-Spur). Damit sollten die Wartezeiten für österreichische und deutsche Staatsangehörige an den Grenzen verkürzt und Staus vermieden werden. Durch das Mitführen einer grünen „E-Plakette“ hinter der Windschutzscheibe versicherten die Autoinsassen, dass sie die grenzpolizeilichen Vorschriften einhielten und nur erlaubte Waren unter der Freigrenze mit sich führten. Ein Jahr später war in einem Erfahrungsbericht der Oberfinanzdirektion München zu lesen: „…hat sich der bisherige Umfang der Kontrollen österreichischerseits nicht verringert. Teilweise werden die Benützer von E-Plaketten häufiger und eingehender kontrolliert als die übrigen Reisenden…“ Obwohl die E-Spur-Regelung offiziell bis zum Beitritt Österreichs zur Europäischen Union 1995 galt, wurde sie schon bald nach ihrer Einführung auch von den deutschen Grenzbehörden nicht mehr angewandt.
| + | '''Bild 1:''' Salzburger Grenztafel um [[1850]]. Ausstellung "Grenzen überschreiten - Bayern und Salzburg 1810 bis 2010.<br /> |
| | + | '''Bild 2:''' Der [[Grenzstein]] Nr. 15 aus dem Jahr 1818 am Grenzübergang Bundesstraße auf dem Walserberg um 1990.<br /> |
| | + | '''Bild 3:''' Österreichisches Grenzzeichen aus dem 19. Jahrhundert.<br /> |
| | + | '''Bild 4:''' Amtstafel einer "K.K. Finanzwach-Abteilung", aus dem 19. Jahrhundert.<br /> |
| | + | '''Bild 5:''' Amtstafel eines deutschen Zollamtes aus der Zeit der "Weimarer Republik" (1918–1933). <br /> |
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| − | | + | ; Historische Grenzzeichen |
| − | | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| − | ==Bildergalerie== | + | Datei:Wappen vom Grenzübergang Walserberg A.jpg|Salzburger Grenztafel um [[1850]]. Ausstellung "Grenzen überschreiten - Bayern und Salzburg 1810 bis 2010. |
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| − | Datei:Walserbergkarte 1810 von A. Hirsch.png|Walserbergkarte um das Jahr 1810 | |
| − | Datei:Autobahnbau am Walserberg im Jahr 1938.png|Autobahnbau am Walserberg im Jahr 1938
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| − | Datei:12. März 1938, Hitlerjugend entfernt am Walserberg den Grenzbaum.png|12. März 1938, Hitlerjugend entfernt am Walserberg den Grenzbaum
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| − | Datei:Der Ort Walserberg Mitte des 20. Jahrhunderts.jpg|Der Ort Walserberg Mitte des 20. Jahrhunderts
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| − | Datei:Grenzübergang Walserberg um 1950, v. Andreas Hirsch.png|Autobahn-Grenzübergang Walserberg um 1950
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| − | Datei:Eröffnung des Gemeinschaftszollamtes am Walserberg.png|Einweihung des Gemeinschaftszollamtes am Walserberg im Jahr 1957
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| | Datei:Grenzfoto v. Andreas Hirsch Feb. 2014.png|Der Grenzstein Nr. 15 aus dem Jahr 1818 am Grenzübergang Bundesstraße auf dem Walserberg um 1990. | | Datei:Grenzfoto v. Andreas Hirsch Feb. 2014.png|Der Grenzstein Nr. 15 aus dem Jahr 1818 am Grenzübergang Bundesstraße auf dem Walserberg um 1990. |
| − | Datei:Luftbild des Autobahngrenzübergangs Walserberg vor 1970 mit Blick auf das unverbaute Walserfeld.png|Luftbild des Autobahngrenzübergangs Walserberg vor 1970 mit Blick auf das unverbaute Walserfeld
| + | Datei:Österreichisches Grenzzeichen.jpg|Österreichisches Grenzzeichen aus dem 19. Jahrhundert. |
| − | Datei:Ehemalige Grenzstelle an der Bundesstraße am Walserberg.jpg|Ehemalige Grenzstelle an der Bundesstraße am Walserberg
| + | Datei:Zallamstafel, aus dem Museum Perwang.jpg|Amtstafel einer "K.K. Finanzwach-Abteilung", aus dem 19. Jahrhundert. |
| − | Datei:Autobahn-Grenzübergang Walserberg im März 2014.png|Autobahn-Grenzübergang Walserberg im März 2014, Blickrichtung Österreich
| + | Datei:Amtstafel Zollamt v. A. Hirsch.png|Amtstafel eines deutschen Zollamtes aus der Zeit der "Weimarer Republik" (1918–1933). |
| − | Datei:Zollamt Bad Reichenhall - Autobahn.png|Das deutsche Binnenzollamt am Walserberg, „Zollamt Bad Reichenhall – Autobahn“
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| − | Datei:Österreichisches Grenzzeichen.jpg|Österreichisches Grenzzeichen aus dem 19. Jahrhundert | |
| − | Datei:Zallamstafel, aus dem Museum Perwang.jpg|Amtstafel einer „K.K. Finanzwach-Abteilung“, aus dem 19. Jahrhundert | |
| − | Datei:!cid image001 jpg@01CFF1DD.jpg|10 Jahre "Neues Zollamt" auf der Autobahn bei Bad Reichenhall
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| − | Datei:Amtstafel Zollamt v. A. Hirsch.png|Amtstafel eines deutschen Zollamtes aus der Zeit der „Weimarer Republik“ (1918-1933). | |
| − | Datei:Wappen vom Grenzübergang Walserberg A.jpg|Salzburger Grenztafel um [[1850]]. Ausstellung „Grenzen überschreiten - Bayern und Salzburg 1810 bis 2010
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| − | Datei:Karte vom Walserberg mit früheren und gegenwärtigen Bauten v. Andreas Hirsch.jpg|Karte des Walserbergs mit früheren und gegenwärtigen Maut- und Zollgebäuden, sowie weiteren historischen Bauten (Karte: Andreas Hirsch)
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| − | Datei:Von der Gränzmauth zum Binnenzollamt von Albin Kühnel.jpg|"Von der Gränzmauth zum Binnenzollamt" von Albin Kühnel. Herausgegeben anläßlich 250 Jahre Zoll am Walserberg.
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| | + | ; Bilder Autobahn-Grenzübergang Walserberg |
| | + | Siehe Artikel [[Autobahn-Grenzübergang Walserberg]] |
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| | + | === weitere Bilder === |
| | + | {{Bildkat}} |
| | ==Weblink== | | ==Weblink== |
| − | * [https://www.google.at/search?q=grenz%C3%BCbergang+walserberg&client=firefox-a&hs=ukW&rls=org.mozilla:de:official&channel=sb&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=7B_1UtezJM2Shgenq4GwBw&ved=0CD8QsAQ&biw=1920&bih=951 Historische Bilder vom Grenzübergang Walserberg] | + | * [https://www.google.at/search?q=grenz%C3%BCbergang+walserberg&client=firefox-a&hs=ukW&rls=org.mozilla:de:official&channel=sb&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=7B_1UtezJM2Shgenq4GwBw&ved=0CD8QsAQ&biw=1920&bih=951 Historische Bilder vom Grenzübergang Walserberg] |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | * Herbert Fröhlich: ''Marzoll, eine oberbayerische Chronik'', Bad Reichenhall 2008 | | * Herbert Fröhlich: ''Marzoll, eine oberbayerische Chronik'', Bad Reichenhall 2008 |
| − | * [[Andreas Hirsch]]: ''Von Salzburg „retour nach Baiern“, Der Rupertiwinkel fiel vor 200 Jahren an das bayerische Königreich zurück'', Heimatblätter 9/2010 | + | * [[Andreas Hirsch]]: ''Von Salzburg "retour nach Baiern", Der Rupertiwinkel fiel vor 200 Jahren an das bayerische Königreich zurück'', Heimatblätter 9/2010 |
| | * [[Albin Kühnel]]: ''Von der Grenzmauth zum Binnenzollamt – 235 Jahre Zoll am Walserberg'', Bad Reichenhall 2000 | | * [[Albin Kühnel]]: ''Von der Grenzmauth zum Binnenzollamt – 235 Jahre Zoll am Walserberg'', Bad Reichenhall 2000 |
| | * [[Johannes Lang]]: ''Geschichte von Bad Reichenhall'', Neustadt/Aisch 2009 | | * [[Johannes Lang]]: ''Geschichte von Bad Reichenhall'', Neustadt/Aisch 2009 |
| | * [[Norbert Lublasser]]: ''Walserberg, ade'', [[Salzburger Nachrichten]] vom 2. April 1998 | | * [[Norbert Lublasser]]: ''Walserberg, ade'', [[Salzburger Nachrichten]] vom 2. April 1998 |
| − | * Reichenhaller Tagblatt vom 10. April 1957 | + | * Reichenhaller Tagblatt vom 10. April 1957 |
| | * Norbert Schindler: Mehrdeutige Schüsse, zur Mikrogeschichte der bayerisch-salzburgischen Grenze im 18. Jahrhundert, Salzburg Archiv 23 (1997) | | * Norbert Schindler: Mehrdeutige Schüsse, zur Mikrogeschichte der bayerisch-salzburgischen Grenze im 18. Jahrhundert, Salzburg Archiv 23 (1997) |
| | * [[Andreas Hirsch]], Bad Reichenhall, Textgestaltung des Artikels | | * [[Andreas Hirsch]], Bad Reichenhall, Textgestaltung des Artikels |
| | + | * Archiv der "Salzburger Nachrichten" (neuerliche Grenzkontrollen ab 2015) |
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