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| | == Mittelalter == | | == Mittelalter == |
| | === Frühmittelalter === | | === Frühmittelalter === |
| − | Im frühen [[Mittelalter]] errichtet Bischof [[Rupert von Worms]] im verlassenen römischen ''Opidum'' [[Iuvavum]] am Fuße des [[Mönchsberg]]es das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] und wird von den [[Agilolfinger]]n mit Wälder im [[Salzachtal]], im [[Saalachtal]] und mit [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] beschenkt. Um 800 n. Chr. steht im [[Salzburger Güterverzeichnis]] des Benediktinerstifts St. Peter, dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Grundabgrenzung durch Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Unter [[Erzbischof]] [[Friedrich I.]] wird [[987]] das Kloster St. Peter von der Kirche Salzburg getrennt. Von den zuvor gemeinschaftlich genutzten Gütern bleibt dem Kloster ein bescheidener Anteil u. a. zwei Salzpfannen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Der Großteil der Schenkungen der Herzöge, wie die Wälder im Saalachtal, werden Eigentum der [[Erzdiözese Salzburg]]. Um die Jahrtausendwende beginnt unter Erzbischof [[Hartwig]] die umfangreiche Rodung und Besiedlung im Saalachtal. Die bevölkerungsbedingte Kolonisierung erfolgt durch die Erzbischöfe als Grundherrn planmäßig - das sichert eine ausgeglichene Zuteilung von Grund und Boden an die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Grundholden]]. | + | Im frühen [[Mittelalter]] errichtet Bischof [[Rupert von Salzburg]] im verlassenen römischen ''Opidum'' [[Iuvavum]] am Fuße des [[Mönchsberg]]es das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] und wird von den [[Agilolfinger]]n mit Wälder im [[Salzachtal]], im [[Saalachtal]] und mit [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] beschenkt. Um 800 n. Chr. steht im [[Salzburger Güterverzeichnis]] des Benediktinerstifts St. Peter, dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Grundabgrenzung durch Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Unter [[Erzbischof]] [[Friedrich I.]] wird [[987]] das Kloster St. Peter von der Kirche Salzburg getrennt. Von den zuvor gemeinschaftlich genutzten Gütern bleibt dem Kloster ein bescheidener Anteil u. a. zwei Salzpfannen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Der Großteil der Schenkungen der Herzöge, wie die Wälder im Saalachtal, werden Eigentum der [[Erzdiözese Salzburg]]. Um die Jahrtausendwende beginnt unter Erzbischof [[Hartwig]] die umfangreiche Rodung und Besiedlung im Saalachtal. Die bevölkerungsbedingte Kolonisierung erfolgt durch die Erzbischöfe als Grundherrn planmäßig - das sichert eine ausgeglichene Zuteilung von Grund und Boden an die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Grundholden]]. |
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| | ==== Erste urkundliche Erwähnung von Reit ==== | | ==== Erste urkundliche Erwähnung von Reit ==== |
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| | === Hochmittelalter === | | === Hochmittelalter === |
| − | [[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle.<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL [https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter www.monasterium.net], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 </ref> [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ([[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]]) des Herzogtums Bayern dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] verliehen. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. | + | [[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle.<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL [https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter www.monasterium.net], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 </ref> [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ([[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]]) des Herzogtums Bayern dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] verliehen. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Kelheimer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. |
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| | ==== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ==== | | ==== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ==== |
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| | ==== Ursprünge geschlossenen Siedlungsraumes in Unken ==== | | ==== Ursprünge geschlossenen Siedlungsraumes in Unken ==== |
| − | Im Siedlungsraum Unken bestehen im Hochmittelalter bereits rund 60 Höfe<ref>Kurt Klein, Historisches Ortslexikon, Statistische Dokumentationzur Bevölkerungs-und Siedlungsgeschichte Salzburg, Wien 2016, ÖAW online unter [https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Einfuehrung.pdf www.oeaw.ac.at], pdf, Seite 125.</ref>, welche im Eigentum von sieben Grundherrschaften stehen ([[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit sechs Güter, das Stift St. Peter neun, das Stift Sankt Zeno mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das Fürsterzbistum Salzburg ebenfalls mit drei Hofstätten). Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicherweise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den, im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]] in [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des Jahres [[1405]] auf. | + | Im Siedlungsraum Unken bestehen im Hochmittelalter bereits rund 60 Höfe<ref>Kurt Klein, Historisches Ortslexikon, Statistische Dokumentationzur Bevölkerungs-und Siedlungsgeschichte Salzburg, Wien 2016, ÖAW online unter [https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Einfuehrung.pdf www.oeaw.ac.at], pdf, Seite 125.</ref>, welche im Eigentum von sieben Grundherrschaften stehen ([[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit sechs Güter, das Stift St. Peter neun, das Stift Sankt Zeno mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das Fürsterzbistum Salzburg ebenfalls mit drei Hofstätten). Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der "Boden", gerodet und besiedelt worden sein. Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicherweise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den, im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]] in [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des Jahres [[1405]] auf. |
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| | ===== Niederland/Entache ===== | | ===== Niederland/Entache ===== |
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| | === Spätmittelalter === | | === Spätmittelalter === |
| − | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall - 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Siebzig Pfannen befinden sich in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Erst ab [[1328]] ist der Erzbischof auch Landesfürst und somit auch alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. Fortan wird das Erzstift Salzburg vom [[Fürsterzbischof]] regiert. [[1380 ]] wird das Sodergut am Unkenberg<ref>[[Friederike Zaisberger]], [[Geschichte Salzburgs]], Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: [[Salzburger Chronik]] für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt. [[1400]] werden das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erstmalig erwähnt.[[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden. Herzog Albrecht V. klagt um 1560 erneut gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. | + | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall - 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Siebzig Pfannen befinden sich in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Erst ab [[1328]] ist der Erzbischof auch Landesfürst und somit auch alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. Fortan wird das Erzstift Salzburg vom [[Fürsterzbischof]] regiert. [[1380]] wird das Sodergut am Unkenberg<ref>[[Friederike Zaisberger]], [[Geschichte Salzburgs]], Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: [[Salzburger Chronik]] für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt. [[1400]] werden das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erstmalig erwähnt.[[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden. Herzog Albrecht V. klagt um 1560 erneut gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. |
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| | [[1350]] wird die Talsperre "chniepoz" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref> | | [[1350]] wird die Talsperre "chniepoz" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref> |
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| | === 19. Jahrhundert === | | === 19. Jahrhundert === |
| − | Zur Jahrhundertwende wird die Schönheit der Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie [[Franz Michael Vierthaler|Dr. Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] begehbar (siehe unten). | + | Zur Jahrhundertwende wird die Schönheit der Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie Dr. [[Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] begehbar (siehe unten). |
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| − | Im zweiten, dritten und vierten Koalitionskrieg, in den [[Befreiungskriege (Überblick)|Befreiungskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt. Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen aus Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der, für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfe, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. | + | Im zweiten, dritten und fünften der [[Koalitionskriege (Überblick)|Kolationskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt (siehe [[Gefecht bei Unken]]). Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen aus Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der, für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfe, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. |
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| − | [[1803]] wird das Erzstift Salzburg das [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen Kaisertums Österreich. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] eine eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das Stift St. Zeno seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als Salzburgkreis dem Erzherzogtum Ob der Enns angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des 1876 in Unken verstorbenen Präsidenten der oberösterreichischen Landesregierung, Philipp Freiherr von Skrbensky im Ortsfriedhof.[[File:Philipp Skrbensky Litho.jpg|thumb|Philipp Freiherr von Skrbensky]] | + | [[1803]] wird das [[Erzstift Salzburg]] das [[Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen [[Kaisertum Österreich|Kaisertums Österreich]]. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] eine eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno|Stift St. Zeno]] seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als [[Salzburgkreis]] dem [[Oberösterreich|Erzherzogtum Ob der Enns]] angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des 1876 in Unken verstorbenen Präsidenten der oberösterreichischen Landesregierung, Philipp Freiherr von Skrbensky im Ortsfriedhof.[[File:Philipp Skrbensky Litho.jpg|thumb|Philipp Freiherr von Skrbensky]] |
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| | Die Wälder im Unkental und Reit sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. | | Die Wälder im Unkental und Reit sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. |
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| − | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reit werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reit. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des Benediktinerstifts Salzburg und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. | + | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reit werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reit. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts Salzburg]] und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. |
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| | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. | | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. |
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| − | In den [[1870er]] Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) | + | In den [[1870er]]-Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) |
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| | Die Postverbindung nach Unken sind gut in den letzten Jahrzehnten des [[19. Jahrhundert]]. Zweimal am Tag von Reichenhall (zwei Stunden), dreimal von Lofer (eine Stunde) und einmal von [[Saalfelden]] (drei Stunden). Nach dem Bau der [[Giselabahn]] von [[Bischofshofen]] nach Wörgl und der Linie Salzburg Reichenhall in den [[1870er]] Jahren ist Unken über Saalfelden und Reichenhall am mitteleuropäischen Eisenbahnnetz gelegen! Das Eisenbahnvorhaben Ende der [[1890er]] Jahre Salzburg - Unken - Lofer - Saalfelden bzw. Lofer - St. Johann i. Tirol wird ab [[1914]] nicht mehr weiter verfolgt. | | Die Postverbindung nach Unken sind gut in den letzten Jahrzehnten des [[19. Jahrhundert]]. Zweimal am Tag von Reichenhall (zwei Stunden), dreimal von Lofer (eine Stunde) und einmal von [[Saalfelden]] (drei Stunden). Nach dem Bau der [[Giselabahn]] von [[Bischofshofen]] nach Wörgl und der Linie Salzburg Reichenhall in den [[1870er]] Jahren ist Unken über Saalfelden und Reichenhall am mitteleuropäischen Eisenbahnnetz gelegen! Das Eisenbahnvorhaben Ende der [[1890er]] Jahre Salzburg - Unken - Lofer - Saalfelden bzw. Lofer - St. Johann i. Tirol wird ab [[1914]] nicht mehr weiter verfolgt. |
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| | ==== Bad Unken ==== | | ==== Bad Unken ==== |
| − | :''Hauptartikel [[Bad Unken]] | + | :''Hauptartikel [[Bad Unken (Heilbad)|Bad Unken]] |
| − | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. | + | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein "Pavillon" zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. |
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| | ==== Der Regenschirm der Kaiserin ==== | | ==== Der Regenschirm der Kaiserin ==== |
| − | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. | + | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. |
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| | === 20. Jahrhundert === | | === 20. Jahrhundert === |
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| | ==== Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg ==== | | ==== Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg ==== |
| − | Schlimm sind die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem „Aufhausen“ (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der [[NSDAP|Nationalsozialisten]], vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen, sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April [[1938]] stimmen 99.9 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. [[Adolf Hitler]] wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr [[1933]]). | + | Schlimm sind die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem "Aufhausen" (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der [[NSDAP|Nationalsozialisten]], vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen, sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April [[1938]] stimmen 99.9 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. [[Adolf Hitler]] wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr [[1933]]). |
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| | Im [[Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. | | Im [[Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. |