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| | == Urgeschichte und Altertum == | | == Urgeschichte und Altertum == |
| − | Aus der [[Steinzeit]], vor 10 000 Jahre v. Chr., 5 000 Jahre nach dem Rückzug der [[Gletscher]] des Bühlstadiums vom Raum Pichler Schanz - Steinbach - Mellecker Berg, konnte Mag. [[Helmut Adler]] in einer Halbhöhle am [[Oberrainer Knogel]] ([[Abri von Unken]]) Steinklingen von Jägern finden. Sie sind mit den Zeichen der [[Schlenken-Durchgangshöhle]] die ältesten Funde der Humangeschichte des Landes Salzburg und sind im Museum [[Festung Kniepass]] zu sehen. | + | Aus der Zeit des [[Steinzeit#Spätpaläolithikum|Spätpaläolithikum]], etwa 5 000 Jahre nach dem Rückzug der [[Gletscher]] im Zuge des des Spätglazialen Eiszerfalls, vom Raum Pichler Schanz - Steinbach - Mellecker Berg, konnten durch Mag. [[Helmut Adler]] im Verlauf von Grabungsarbeiten in den Jahren 1968 und 1969 in einer Halbhöhle am [[Oberrainer Knogel]] ([[Abri von Unken]]) Steinwerkzeuge von Jägern, Reste einer Feuerstelle, Knochenmaterial, eine ausgebrannte Adlerklaue, sowie das Fragment einer Geweihharpune geborgen werden.<ref>Helmut Adler/ Manfred Menke, Das Abri von Unken an der Saalach. ein spätpaläolithischer Fundplatz der Alpenregion, Wiesbaden 1978, 8.</ref><ref>Manuel Windisch, Die Steingeräte aus der Halbhöhle von Oberrain in Unken, Bachelorarbeit, Innsbruck 2014, 5.</ref> Sie sind mit den [[Steinzeit|steinzeitlichen]] [[Schlenken-Durchgangshöhle#Geschichte|Funden in der Schlenken-Durchgangshöhle]] die ältesten Artefakte der Humangeschichte des Landes Salzburg.<ref>[[Roland Floimair]] / [[Heinz Dopsch]], Daten + Fakten Bundesland Salzburg, Salzburg 1990, 27.</ref> Einzelne Fundstücke des Abri von Unken sind im [[Museum Festung Kniepass]] zu besichtigen. |
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| | + | Die Auffindung von bronzenen Lappenbeilen, einem Bronzedolch und der Belegfund einer Kleinsiedlung am Maislknogl<ref>Helmut Adler, Die Urgeschichtlichen Funde im Unteren Saalachtal, Chronikbeitrag, Dorfarchiv Unken, Hängeregister Nr. 3</ref> weisen darauf hin, dass das Unkener Tal auch während der [[Bronzezeit|Bronze-]] und [[Hallstattzeit]] als wichtiges Durchzugs- und Siedlungsgebiet gegolten haben dürfte.<ref>[[Ludwig Hohenwarter]], Bei uns in Unken. Vergangenes und Gegenwärtiges aus einem Dorf inner Gebirg, Unken 2000, 32ff.</ref> Geräte aus der Zeit der [[Kelten]] und [[Römer]] wurden bislang im Gebiet Unken noch nicht nachgewiesen. Im [[Saalfeldener Becken]] siedelten nachweislich die [[Kelten]] und im [[Loferer Becken]] konnten römische Gefäße aus ''Terra Sigillata'' aufgefunden werden.<ref>[[Stefan Ecker]], Chronik des Marktes und Gerichtsbezirkes Lofer, Lofer 1900, 16.</ref> |
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| − | Artefakte aus der [[Bronzezeit]], der Hügelgräber Kultur 1 200 v. Chr., Tonscherben vom Meislknogel, der [[Hallstattzeit]] 800 v. Chr. verdanken wir auch H. Adler. Geräte aus der Zeit der [[Kelten]] und [[Römer]] mit dem Fundort Unken fehlen noch. Im [[Saalfeldener Becken]] siedelten nachweislich die [[Kelten]] und im [[Loferer Becken]] konnte wieder Adler römische Gefäße aus ''Terra Sigillata'' finden.
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| | == Mittelalter == | | == Mittelalter == |
| | === Frühmittelalter === | | === Frühmittelalter === |
| − | Im frühen [[Mittelalter]] errichtet Bischof [[Rupert von Worms]] im verlassenen römischen ''Opidum'' [[Iuvavum]] am Fuße des [[Mönchsberg]]es das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] und wird von den [[Agilolfinger]]n mit Wälder im [[Salzachtal]], im [[Saalachtal]] und mit [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] beschenkt. Um 800 n. Chr. steht im [[Salzburger Güterverzeichnis]] des Benediktinerstifts St. Peter, dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Grundabgrenzung durch Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Unter [[Erzbischof]] [[Friedrich I.]] wird [[987]] das Kloster St. Peter von der Kirche Salzburg getrennt. Von den zuvor gemeinschaftlich genutzten Gütern bleibt dem Kloster ein bescheidener Anteil u. a. zwei Salzpfannen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Der Großteil der Schenkungen der Herzöge, wie die Wälder im Saalachtal, werden Eigentum der [[Erzdiözese Salzburg]]. Um die Jahrtausendwende beginnt unter Erzbischof [[Hartwig]] die umfangreiche Rodung und Besiedlung im Saalachtal. Die bevölkerungsbedingte Kolonisierung erfolgt durch die Erzbischöfe als Grundherrn planmäßig - das sichert eine ausgeglichene Zuteilung von Grund und Boden an die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Grundholden]]. | + | Im frühen [[Mittelalter]] errichtet Bischof [[Rupert von Salzburg]] im verlassenen römischen ''Opidum'' [[Iuvavum]] am Fuße des [[Mönchsberg]]es das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Kloster St. Peter]] und wird von den [[Agilolfinger]]n mit Wälder im [[Salzachtal]], im [[Saalachtal]] und mit [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] beschenkt. Um 800 n. Chr. steht im [[Salzburger Güterverzeichnis]] des Benediktinerstifts St. Peter, dass die St. Petrischen Wälder im [[Saalachtal]] die [[Saline Reichenhall|Salinen in Reichenhall]] mit Holz versorgen. Die Wälder sind verlackt (Grundabgrenzung durch Einkerbungen in Baumstämmen) und durch Wege erschlossen. Unter [[Erzbischof]] [[Friedrich I.]] wird [[987]] das Kloster St. Peter von der Kirche Salzburg getrennt. Von den zuvor gemeinschaftlich genutzten Gütern bleibt dem Kloster ein bescheidener Anteil u. a. zwei Salzpfannen in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]]. Der Großteil der Schenkungen der Herzöge, wie die Wälder im Saalachtal, werden Eigentum der [[Erzdiözese Salzburg]]. Um die Jahrtausendwende beginnt unter Erzbischof [[Hartwig]] die umfangreiche Rodung und Besiedlung im Saalachtal. Die bevölkerungsbedingte Kolonisierung erfolgt durch die Erzbischöfe als Grundherrn planmäßig - das sichert eine ausgeglichene Zuteilung von Grund und Boden an die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Grundholden]]. |
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| | ==== Erste urkundliche Erwähnung von Reit ==== | | ==== Erste urkundliche Erwähnung von Reit ==== |
| − | [[976]] übergibt Erzbischof [[Friedrich I.]] tauschweise dem Erzpriester Perhtold und dem edlen Kleriker Rihheri neben Liegenschaften in Abtsdorf ("''Himminga''"), Saaldorf ("''Cheminata''") und Trostberg ("''Engertsham''") noch zwei Höfe in "''Ruite''" (heute Reit in [[Unken]]) bei "''Pisonzia''" (auch "Bisonzia", mittelalterl. Bezeichnung für [[Pinzgau]]) samt allen dazugehörigen Zinsbauern, sowie dreißig namentlich angeführten Sklaven und Sklavinnen ("''mancipia''") auf beider vorgenannter Lebenszeit.<ref>Willibald Hauthaler, Salzburger Urkundenbuch. I. Band: Traditionscodices, Salzburg 1910, 177-178.</ref> | + | [[976]] übergibt Erzbischof [[Friedrich I.]] tauschweise dem Erzpriester Perhtold und dem edlen Kleriker Rihheri neben Liegenschaften in Abtsdorf ("Himminga"), Saaldorf ("Cheminata") und Trostberg ("Engertsham") noch zwei Höfe in "Ruite" (heute Reit in [[Unken]]) bei "Pisonzia" (auch "Bisonzia", mittelalterl. Bezeichnung für [[Pinzgau]]) samt allen dazugehörigen Zinsbauern, sowie dreißig namentlich angeführten Sklaven und Sklavinnen ("mancipia") auf beider vorgenannter Lebenszeit.<ref>[[Willibald Hauthaler]], [[Salzburger Urkundenbuch]]. I. Band: Traditionscodices, Salzburg 1910, 177-178.</ref> |
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| | === Hochmittelalter === | | === Hochmittelalter === |
| − | [[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle.<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter>, zuletzt abgerufen: am 12.02.2022 </ref> [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ([[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]]) des Herzogtums Bayern dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] verliehen. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Bayer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. | + | [[1186]] beschenkt Erzbischof [[Adalbert III.|Adalbert III]] das [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Stift St. Peter]] mit einem Gut zu Unken samt zugehöriger Familie, sowie einer Salzquelle.<ref>St. Peter, Archiv der Erzabtei St. Peter, Archiv der Erzabtei (1005-1981) Urk. Nr. 27 - 1186, in: monasterium.net, URL [https://www.monasterium.net/mom/AT-StiASP/Urkunden/Urk_Nr_27-1186/charter www.monasterium.net], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 </ref> [[1228]] wird die Grafschaft Pinzgau ([[Mitterpinzgau|Mitter]]-, [[Unterpinzgau|Unter]]- und [[Oberpinzgau]]) des Herzogtums Bayern dem [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr#Erzstift|Erzstift]] verliehen. [[1234]] einigt sich Erzbischof [[Eberhard II. von Regensberg]] mit Ludwig I. der Kelheimer als Lehensträger der Grafschaft Reichenhall, von Salzburg anerkannt, über die Holzbezugsrechte im Saalachtal. Bis 1260 besitzen die [[Grafen von Plain]] das Saalach- und den östliche Teil des Salzachgebietes mit den Nebentälern als Afterlehen. |
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| | ==== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ==== | | ==== Erste urkundliche Erwähnung Unkens ==== |
| − | [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einer Salzpfanne in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Hofstätten in den Wäldern von ''Vnchen'' (Unken).<ref>Reichersberg, Stiftsarchiv Urkunden (1137-1857) 1137, in: monasterium.net, URL <https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAR/ReichersbergCanReg/1137/charter>, zuletzt abgerufen: am 12.02.2022 (deutsch).</ref> | + | [[1137]] beschenkt [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] das [[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit einer Salzpfanne in [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] und sechs Hofstätten in den Wäldern von ''Vnchen'' (Unken).<ref>Reichersberg, Stiftsarchiv Urkunden (1137-1857) 1137, in: monasterium.net, URL [https://www.monasterium.net/mom/AT-StiAR/ReichersbergCanReg/1137/charter www.monasterium.net], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 (deutsch).</ref> |
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| | ==== Ursprünge geschlossenen Siedlungsraumes in Unken ==== | | ==== Ursprünge geschlossenen Siedlungsraumes in Unken ==== |
| − | Im Siedlungsraum Unken bestehen im Hochmittelalter bereits rund 60 Höfe<ref>Kurt Klein, Historisches Ortslexikon, Statistische Dokumentationzur Bevölkerungs-und Siedlungsgeschichte Salzburg, Wien 2016, ÖAW online unter:https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Einfuehrung.pdf, 125.</ref>, welche im Eigentum von sieben Grundherrschaften stehen ([[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit sechs Güter, das Stift St. Peter neun, das Stift Sankt Zeno mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das Fürsterzbistum Salzburg ebenfalls mit drei Hofstätten). Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der “Boden”, gerodet und besiedelt worden sein. Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicherweise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den, im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]] in [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des Jahres [[1405]] auf. | + | Im Siedlungsraum Unken bestehen im Hochmittelalter bereits rund 60 Höfe<ref>Kurt Klein, Historisches Ortslexikon, Statistische Dokumentationzur Bevölkerungs-und Siedlungsgeschichte Salzburg, Wien 2016, ÖAW online unter [https://www.oeaw.ac.at/fileadmin/subsites/Institute/VID/PDF/Publications/diverse_Publications/Historisches_Ortslexikon/Ortslexikon_Einfuehrung.pdf www.oeaw.ac.at], pdf, Seite 125.</ref>, welche im Eigentum von sieben Grundherrschaften stehen ([[Augustiner-Chorherrenstift Reichersberg]] mit sechs Güter, das Stift St. Peter neun, das Stift Sankt Zeno mit fünf, [[Kloster Höglwörth]] mit sieben, die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Fürstpropstei Berchtesgaden]] mit sieben, die Stiftung [[Lodron]]<nowiki>kollegialität</nowiki> mit drei und das Fürsterzbistum Salzburg ebenfalls mit drei Hofstätten). Bevorzugt dürfte zu Beginn die große Ebene des [[Unkenbach]]<nowiki>schwemmkegels</nowiki>, der "Boden", gerodet und besiedelt worden sein. Die Landnahme dürfte im Hochmittelalter großteils zum Abschluss gekommen sein. Siedlungen im Spätmittelalter sind jedoch nicht auszuschließen, gleich die Teilungen von [[Halber Bauernhof|Huben]] oder Halbhuben. Ein Kleinweiler mit den vier Gütern Schrempf, Fritz, Kalchofen und Percht, die anschließende Rotte mit Aschl, Falter, Unterhager, Heistl und Fuchs, die Einzelhöfe am Schemmkegelrand Hölzl und [[Oberrain (Unken)|Oberrain]] und auf der linken oberen Saalachterrasse die Güter Flatscher, Kaltenbach (Forsthaus) bilden möglicherweise den ersten geschlossenen Siedlungsraum von Unken. Das heutige ländliche Siedlungsgefüge gleicht letztlich dem des Mittelalters. Die Neubauten des [[20. Jahrhundert|20.]] und [[21. Jahrhundert]]s stehen auf den, im 11. und 12. Jahrhundert gerodeten Fluren. Von den Almen, den Nieder- wie von den Hochalmen ist die Quellenlage dürftig. [[1346]] wird die [[Kallbrunnalm]] in [[Weißbach bei Lofer]], genannt, die [[1996]] ihre 650 Jahrfeier hatte. Verbriefte Almrechte der Zeche Gföll scheinen zu Beginn des Jahres [[1405]] auf. |
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| | === Spätmittelalter === | | === Spätmittelalter === |
| − | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall - 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Siebzig Pfannen befinden sich in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Erst ab [[1328]] ist der Erzbischof auch Landesfürst und somit auch alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. Fortan wird das Erzstift Salzburg vom [[Fürsterzbischof]] regiert. [[1380 ]] wird das Sodergut am Unkenberg<ref>Friederike Zaisberger, Geschichte Salzburg, Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: Salzburger Chronik für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt. [[1400]] werden das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erstmalig erwähnt.[[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden. Herzog Albrecht V. klagt um 1560 erneut gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. | + | [[1285]] werden vom Erzbischof [[Rudolf I. von Hohenegg]] und dem Baiernherzog Heinrich XIII. die Rechte an Holz im Saalachtal erneut festgehalten. Ende des 13. Jahrhunderts sind die Bayernherzöge, die Wittelsbacher, alleinige Besitzer der Sudrechte in Reichenhall - 70 Pfannen sind im Betrieb, mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Siebzig Pfannen befinden sich in Betrieb und werden mit Holz aus eigenen Schwarzwäldern im Saalachtal versorgt. Erst ab [[1328]] ist der Erzbischof auch Landesfürst und somit auch alleiniger Herrscher des Reichsfürstentums und Erzstiftes Salzburg. Fortan wird das Erzstift Salzburg vom [[Fürsterzbischof]] regiert. [[1380]] wird das Sodergut am Unkenberg<ref>[[Friederike Zaisberger]], [[Geschichte Salzburgs]], Wien 1998, 144.</ref>, bei dem es sich um einen der ältesten [[Erbhof|Erbhöfe]] im Land Salzburg handelt<ref>N.N., die ersten hundert Erbhöfe im Lande Salzburg, in: [[Salzburger Chronik]] für Stadt und Land 109, 11.05.1935, 5.</ref>erwähnt. [[1400]] werden das [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#M|Moargut]] und das Wimmergut in Hintergföll erstmalig erwähnt.[[1412]] beschwert sich Herzog Heinrich XVI. von Bayern beim Fürsterzbischof [[Eberhard III. von Neuhaus]], dass die Schwarzwälder im Pinzgau durch Einfänge und Schwendungen stark leiden. Herzog Albrecht V. klagt um 1560 erneut gegenüber Fürsterzbischof [[Johann Jakob Kuen von Belasy]] über das Brennen und Schwenden der Bauern. Durch den Vertrag von [[Mühldorf am Inn|Mühldorf]] [[1525]] unter Fürsterzbischof Kardinal [[Matthäus Lang von Wellenburg]] und Herzog Ludwig X. sind die Rechte Bayerns über die Schwarzwälder im Saalchtal endgültig verbrieft. |
| − | [[1350]] wird die Talsperre "''chniepoz''" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref> | + | |
| | + | [[1350]] wird die Talsperre "chniepoz" ([[Kniepass]]) in den Erzbischöflichen Steuerbüchern<ref>Herbert Klein, Die bäuerlichen Eigenleute des Fürsterzbistums Salzburg im späteren Mittelalter, in: MGSLK 73, 1933, 109ff</ref> (Urbare) erstmalig genannt.<ref>Friederike Zaisberger, Der Kniepass, in: Knieppass-Schriften 1, 1974, 1</ref> |
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| | ==== Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren ==== | | ==== Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren ==== |
| | :''Hauptartikel [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Unken)|Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren]] | | :''Hauptartikel [[Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren (Unken)|Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren]] |
| − | Durch Erzbischof Konrad I. wurde [[1136]] das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno| Augustiner Chorherrenstift St. Zeno]] gegründet. Dem Stift St. Zeno obliegt auch die Seelsorge im Saalachtal mit der Mutterkirche [[St. Martin bei Lofer|St. Martin]] und den Filialkirchen in Lofer und in Unken. Die sechs Siedlungsräume in Unken-Reit mit den rund siebzig Gütern bilden ab spätestens [[1353]]<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 93.</ref> die Kreuztracht Unken bzw. die Zechen Boden (heute: Unken), Niederland, [[Unkenberg (Unken)|Unkenberg]] und Gföll. Im Jahr [[1554]] ist die Kirche "''am thurm, Überzimmer und Glockhen durch das wild Feuer verprunnen''". [[1556]] wird das Gotteshaus St. Jakob der Kreuztracht Unken auf Befehl des Fürsterzbischof [[Michael von Kuenburg]] zur Vikariatskirche erhoben<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 128.</ref>, der zwei Chorherrn des Sifts St. Zeno zugeordnet sind. Am 5. September 1756 kommt es zu einem verheerenden Brand, welcher von einem Feuer beim benachbarten Mayrwirtshaus ausging und auf die Kirche übergriff.<ref>Pfarre Unken, Pfarrkirche Unken, online unter: https://www.pfarrverband-saalachtal.at/pfarre-unken/kirchen-kapellen/#.YggotZqZO70, zuletzt abgerufen am: 12.02.2022 (deutsch).</ref> Ab [[1812]] ist Unken eine selbständige [[Pfarre Unken|Pfarre]] der [[Erzdiözese Salzburg]], jedoch weiterhin mit von Augustiner Chorherrn, (Stift 1803 aufgelöst), als Seelsorger betreut. | + | Durch Erzbischof Konrad I. wurde [[1136]] das [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno| Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno]] gegründet. Dem Stift St. Zeno obliegt auch die Seelsorge im Saalachtal mit der Mutterkirche [[St. Martin bei Lofer|St. Martin]] und den Filialkirchen in Lofer und in Unken. Die sechs Siedlungsräume in Unken-Reit mit den rund siebzig Gütern bilden ab spätestens [[1353]]<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 93.</ref> die Kreuztracht Unken bzw. die Zechen Boden (heute: Unken), Niederland, [[Unkenberg (Unken)|Unkenberg]] und Gföll. Im Jahr [[1554]] ist die Kirche "am thurm, Überzimmer und Glockhen durch das wild Feuer verprunnen". [[1556]] wird das Gotteshaus St. Jakob der Kreuztracht Unken auf Befehl des Fürsterzbischof [[Michael von Kuenburg]] zur Vikariatskirche erhoben<ref>[[Josef Dürlinger]], Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 128.</ref>, der zwei Chorherrn des Sifts St. Zeno zugeordnet sind. Am 5. September 1756 kommt es zu einem verheerenden Brand, welcher von einem Feuer beim benachbarten Mayrwirtshaus ausging und auf die Kirche übergriff.<ref>Pfarre Unken, Pfarrkirche Unken, online unter [https://www.pfarrverband-saalachtal.at/pfarre-unken/kirchen-kapellen/#.YggotZqZO70 www.pfarrverband-saalachtal.at], zuletzt abgerufen am 12.02.2022 (deutsch).</ref> Ab [[1812]] ist Unken eine selbständige [[Pfarre Unken|Pfarre]] der [[Erzdiözese Salzburg]], jedoch weiterhin mit von Augustiner Chorherrn, (Stift 1803 aufgelöst), als Seelsorger betreut. |
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| | [[File:Steinpass Unken Paris Lodron Stein.jpg|thumb|Paris-Lodron-Wappenstein, beim 1930 abgetragenen Steinpaß-Tor]] | | [[File:Steinpass Unken Paris Lodron Stein.jpg|thumb|Paris-Lodron-Wappenstein, beim 1930 abgetragenen Steinpaß-Tor]] |
| | Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] sichert der Landesherr Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] die Grenzen des Benediktinerstifts auch in Unken. Er baut von [[1643]] bis [[1648]] beim Kniepass eine [[Festung Kniepass|Festungsanlage]] und Jahre zuvor ein Straßentor beim [[Steinpass]]. Die Schweden stoßen nicht über München nach Salzburg bzw. nach Unken vor. | | Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] sichert der Landesherr Fürsterzbischof [[Paris Graf Lodron]] die Grenzen des Benediktinerstifts auch in Unken. Er baut von [[1643]] bis [[1648]] beim Kniepass eine [[Festung Kniepass|Festungsanlage]] und Jahre zuvor ein Straßentor beim [[Steinpass]]. Die Schweden stoßen nicht über München nach Salzburg bzw. nach Unken vor. |
| − | Am 25. Mai [[1632]] verstarb in Unken der jesuitische [[Professor]] der Theologie und [[Hexenprozess|Hexentheoretiker]] Adam Tanner auf der Flucht vor den Schweden am Weg von Ingolstadt nach Innsbruck.<ref>Abraham a Sancta Clara, Judas Der Ertz-Schelm, Salzburg 1695, 312.</ref> | + | Am 25. Mai [[1632]] verstarb in Unken der jesuitische [[Professor]] der Theologie und [[Hexenprozess|Hexentheoretiker]] Adam Tanner auf der Flucht vor den Schweden am Weg von Ingolstadt nach Innsbruck.<ref>[[Abraham a Sancta Clara]], Judas Der Ertz-Schelm, Salzburg 1695, 312.</ref> |
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| | ==== Die Meislquelle ==== | | ==== Die Meislquelle ==== |
| − | Die Meislquelle, auch Bischofsquelle am Pfannhausberg oder Pfannhausquelle, wurde 1186 erstmalig in einer Schenkungsurkunde Erzbischofs [[Adalbert III. von Böhmen|Adalbert III.]] an das Stift St. Peter erwähnt, welche 1210 erneut bestätigt wurde.<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 202.</ref> Die Salzquelle geriet offenbar im Verlauf der folgenden Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst im Jahr 1666 wird die Meislquelle durch die beiden Unkener Bauern Thomas Pfannhauser und Johann Möschl nahe dem Stift Petrischen Pfannhausgut (wieder)entdeckt.<ref>Lorenz Hübner, | + | Die Meislquelle, auch Bischofsquelle am Pfannhausberg oder Pfannhausquelle, wurde 1186 erstmalig in einer Schenkungsurkunde Erzbischofs [[Adalbert III. von Böhmen|Adalbert III.]] an das Stift St. Peter erwähnt, welche 1210 erneut bestätigt wurde.<ref>Josef Dürlinger, Von Pinzgau: geschichtliche Übersichten, Orte- und Kirchenmatrikel ; mit chronologischer Tabelle, Salzburg 1866, 202.</ref> Die Salzquelle geriet offenbar im Verlauf der folgenden Jahrhunderte in Vergessenheit. Erst im Jahr 1666 wird die Meislquelle durch die beiden Unkener Bauern Thomas Pfannhauser und Johann Möschl nahe dem Stift Petrischen Pfannhausgut (wieder)entdeckt.<ref>[[Lorenz Hübner]], Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik: Das Salzburgische Gebirgland : Pangau, Lungau und Pinzgau, Salzburg 1796, 645.</ref> Beim Nachgraben habe man verschiedenes, altes Holzwerk zwischen Stauden und Steinen gefunden, was auf eine frühere Nutzung der Quelle hinweise. Nach einer Wasserprobenentnahme konnte nach dreistündigem Sieden ein zwölfprozentiger Salzgehalt festgestellt werden (2 Pfund Salz bei 6 Viertel Wasser).<ref>Ebd.</ref> Die Salzburger Hofkammer befahl, dass sechs alte Männer über die Entstehung bzw. dem Unterbleiben der bisherigen Nutzung zu befragen seinen. Am [[10. Juli]] [[1666]] bestätigte Sebastian Heitzmann die einstimmigen Angaben der Männer mit den Worten: |
| − | Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinsicht auf Topographie und Statistik: ¬Das Salzburgische Gebirgland : Pangau, Lungau und Pinzgau, Salzburg 1796, 645.</ref> Beim Nachgraben habe man verschiedenes, altes Holzwerk zwischen Stauden und Steinen gefunden, was auf eine frühere Nutzung der Quelle hinweise. Nach einer Wasserprobenentnahme konnte nach 3-stündigem Sieden ein 12%iger Salzgehalt festgestellt werden (2 Pfund Salz bei 6 Viertel Wasser).<ref>Ebd.</ref> Die Salzburger Hofkammer befahl, dass sechs alte Männer über die Entstehung bzw. dem Unterbleiben der bisherigen Nutzung zu befragen seinen. Am 10 Juli 1666 bestätigte Sebastian Heitzmann die einstimmigen Angaben der Männer mit den Worten: | |
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| − | ''"Die gemein Sag ist schon lang herumgegangen und gar von denen Alten für ain Prophezeyung gehalten worden, wann man zu Reichenhall dem Arbeither zu hart mitfahre, so werde zu Unken ain Salzbrunn aufstehen und auf der Kranwettau dasselbsten ain Salzpfann aufkommen."''<ref>Dürlinger, Pinzgau, 202.</ref>
| + | "Die gemein Sag ist schon lang herumgegangen und gar von denen Alten für ain Prophezeyung gehalten worden, wann man zu Reichenhall dem Arbeither zu hart mitfahre, so werde zu Unken ain Salzbrunn aufstehen und auf der Kranwettau dasselbsten ain Salzpfann aufkommen."<ref>Dürlinger, Pinzgau, 202.</ref> |
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| | Trotz anschließender Freilegung wurde auf eine wirtschaftliche Nutzung der Meislquelle verzichtet. Bis zum Verbot ab dem Jahr 1710 wurde den Unknerischen Untertanen jeweils auf ein Jahr, gegen 6 Gulden Pacht die Bewilligung erteilt, die Meislquelle zum Benetzen der trockenen Futter zu nützen, um dieses für das Vieh genießbarer zu machen.<ref>Hübner, Beschreibung des Erzstiftes, 646.</ref> Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden wieder Pläne zur Nutzung der Meislquelle durch den Bau einer Soleleitung zur ''Bade- und Trink-Cur-Anstalt'' zu Oberrain durch den Badinhaber [[Hermann Schmidtmann]] aufgenommen.<ref>Joseph Ottokar Freiherr von Buschman, Das "Industrie-Salz", Wien 1892, 224.</ref> Das Vorhaben kommt über die Erstellung eines Projektplans nicht hinaus. | | Trotz anschließender Freilegung wurde auf eine wirtschaftliche Nutzung der Meislquelle verzichtet. Bis zum Verbot ab dem Jahr 1710 wurde den Unknerischen Untertanen jeweils auf ein Jahr, gegen 6 Gulden Pacht die Bewilligung erteilt, die Meislquelle zum Benetzen der trockenen Futter zu nützen, um dieses für das Vieh genießbarer zu machen.<ref>Hübner, Beschreibung des Erzstiftes, 646.</ref> Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden wieder Pläne zur Nutzung der Meislquelle durch den Bau einer Soleleitung zur ''Bade- und Trink-Cur-Anstalt'' zu Oberrain durch den Badinhaber [[Hermann Schmidtmann]] aufgenommen.<ref>Joseph Ottokar Freiherr von Buschman, Das "Industrie-Salz", Wien 1892, 224.</ref> Das Vorhaben kommt über die Erstellung eines Projektplans nicht hinaus. |
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| | === 19. Jahrhundert === | | === 19. Jahrhundert === |
| − | Zur Jahrhundertwende wird die Schönheit der Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie [[Franz Michael Vierthaler|Dr. Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] begehbar (siehe unten). | + | Zur Jahrhundertwende wird die Schönheit der Natur entdeckt. In Salzburg durchwandern und beschreiben Persönlichkeit wie Dr. [[Franz Michael Vierthaler]], [[Friedrich Graf Spaur]], [[Salzburger Domkapitel]], [[Domherr]] zu Salzburg, das Land. Vierthaler schildert [[1816]] seinen Aufstieg auf das [[Sonntagshorn]], die prachtvolle Aussicht von dort zum 'Bayerischen Meer'(Chiemsee). Er beschreibt das Almdorf Hochalm mit seinen dreißig Kasern, und nicht das erste Mal den [[Staubachfall]] im Heutal. Die Heilkraft des Wassers beim ''Schütterbad'' ist bekannt. Die [[Schwarzbergklamm]] ist seit [[1776]] begehbar (siehe unten). |
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| − | Im zweiten, dritten und vierten Koalitionskrieg, in den [[Befreiungskriege (Überblick)|Befreiungskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt. Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen aus Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der, für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfe, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. | + | Im zweiten, dritten und fünften der [[Koalitionskriege (Überblick)|Kolationskriege]], in den Franzosenkriegen [[1800]], [[1805]] und [[1809]] finden im Raum Unken schwere Kämpfe statt (siehe [[Gefecht bei Unken]]). Friedhof, [[Steinpass]], [[Melleck]] und Bodenberg sind die Orte, wo die Schützen aus Unken, Lofer und [[Tirol]] gegen die angreifenden Franzosen bzw. Bayern heftigen Widerstand leisten. Trotz der, für die heimischen Verteidiger erfolgreichen Kämpfe, müssen sie in all diesen Jahren die Waffen niederlegen, denn das österreichische Heer unterliegt an anderen Orten stets dem Heer Napoleons. |
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| − | [[1803]] wird das Erzstift Salzburg das [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen Kaisertums Österreich. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] eine eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das Stift St. Zeno seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als Salzburgkreis dem Erzherzogtum Ob der Enns angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des 1876 in Unken verstorbenen Präsidenten der oberösterreichischen Landesregierung, Philipp Freiherr von Skrbensky im Ortsfriedhof.[[File:Philipp Skrbensky Litho.jpg|thumb|Philipp Freiherr von Skrbensky]] | + | [[1803]] wird das [[Erzstift Salzburg]] das [[Kurfürstentum Salzburg]], [[1806]] das [[Herzogtum Salzburg]] des jungen [[Kaisertum Österreich|Kaisertums Österreich]]. [[1810]] ist Salzburg ein Teil des [[Salzachkreis]]es des Königreichs Bayern. Im [[Pflegegericht]] Lofer, nun königl. bayr. Landkreis Lofer, wird das Vikariat Unken [[1812]] eine eigene Pfarre. Für die Seelsorge sorgen weiter die Augustiner Chorherren, wenngleich das [[Augustiner Chorherrenstift St. Zeno|Stift St. Zeno]] seit 1803 aufgelöst ist. [[1816]] wird Salzburg als [[Salzburgkreis]] dem [[Oberösterreich|Erzherzogtum Ob der Enns]] angegliedert. An diese Jahre erinnert die Grabstätte des 1876 in Unken verstorbenen Präsidenten der oberösterreichischen Landesregierung, Philipp Freiherr von Skrbensky im Ortsfriedhof.[[File:Philipp Skrbensky Litho.jpg|thumb|Philipp Freiherr von Skrbensky]] |
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| | Die Wälder im Unkental und Reit sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. | | Die Wälder im Unkental und Reit sind nicht mehr in bayerischem Besitz. Nahezu zwei Jahrzehnte wird kein Holz nach Reichenhall getriftet. Bayern will nachhaltig wieder in den Besitz der Wälder gelangen. [[1821]] wird der Tausch der Zechen Gföll, Unkenberg, Boden und Niederland gegen Gebiete westlich vom [[Untersberg]] angestrebt. Letztlich kommt es [[1829]] zum Abschluss der [[Salinenkonvention]]. 18 000 ha Wald im Saalachtal auf k.u.k. österreichischem Gebiet gelangen in das Eigentum des Königreichs Bayern. |
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| − | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reit werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reit. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des Benediktinerstifts Salzburg und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. | + | Im Revolutionsjahr [[1848]] wird Salzburg als Herzogtum ein eigenes [[Kaiserliches Kronland (Überblick)|Kronland]]. Die Zechen Boden, Niederland, Unkenberg, Gföll und Reit werden zur Ortsgemeinde Unken zusammengefasst, die [[1861]] die Gemeindeautonomie erhält. Schon zuvor, [[1830]] bilden Zechen die Katastralgemeinden Unken, Gföll und Reit. Mit dem Staatsgrundgesetz [[1867]] findet die Verwaltungsreform ihren Abschluss. Verwaltungseinheiten sind: die Ortsteile (früher Zechen), die Katastralgemeinden, die Ortsgemeinde (zum Teil mit Autonomie), der Gerichtsbezirk ([[Saalfelden]]), der polit. Bezirk ([[Zell am See]]) und das Kronland Salzburg (mit z. T. eigener Gesetzgebung (heute [[Landtag]]) und eigener Verwaltung (heute [[Landesregierung]]). Das [[Pflegegericht]] (Lofer)und die Zechen (s. o.) waren Verwaltungseinheiten des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts Salzburg]] und kurzzeitig des Kronlandes Salzburg. |
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| | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. | | Die Erkundungen des Raum Unken zu Beginn des 19. Jahrhunderts machen Unken bekannt. Ansichten als Kupfer- und Steindrucke von der [[Schwarzbergklamm]], von Melleck, vom der Post, vom Dorf zwei verschiedene, von Bad Oberrain und kleine Broschüren laden zur Erholung und zu Wanderungen in Unken ein. |
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| − | In den [[1870er]] Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) | + | In den [[1870er]]-Jahren wird von der Gemeinde ein eigenes Schulhaus mit vier Klassen auf dem Standort von heute gebaut. (Reichsvolksschulgesetz [[1869]]) |
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| | Die Postverbindung nach Unken sind gut in den letzten Jahrzehnten des [[19. Jahrhundert]]. Zweimal am Tag von Reichenhall (zwei Stunden), dreimal von Lofer (eine Stunde) und einmal von [[Saalfelden]] (drei Stunden). Nach dem Bau der [[Giselabahn]] von [[Bischofshofen]] nach Wörgl und der Linie Salzburg Reichenhall in den [[1870er]] Jahren ist Unken über Saalfelden und Reichenhall am mitteleuropäischen Eisenbahnnetz gelegen! Das Eisenbahnvorhaben Ende der [[1890er]] Jahre Salzburg - Unken - Lofer - Saalfelden bzw. Lofer - St. Johann i. Tirol wird ab [[1914]] nicht mehr weiter verfolgt. | | Die Postverbindung nach Unken sind gut in den letzten Jahrzehnten des [[19. Jahrhundert]]. Zweimal am Tag von Reichenhall (zwei Stunden), dreimal von Lofer (eine Stunde) und einmal von [[Saalfelden]] (drei Stunden). Nach dem Bau der [[Giselabahn]] von [[Bischofshofen]] nach Wörgl und der Linie Salzburg Reichenhall in den [[1870er]] Jahren ist Unken über Saalfelden und Reichenhall am mitteleuropäischen Eisenbahnnetz gelegen! Das Eisenbahnvorhaben Ende der [[1890er]] Jahre Salzburg - Unken - Lofer - Saalfelden bzw. Lofer - St. Johann i. Tirol wird ab [[1914]] nicht mehr weiter verfolgt. |
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| | ==== Bad Unken ==== | | ==== Bad Unken ==== |
| − | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein „Pavillon“ zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. | + | :''Hauptartikel [[Bad Unken (Heilbad)|Bad Unken]] |
| | + | Am [[27. Juli]] [[1894]] wird mittels Verordnung der k. k. [[Landesregierung]] Salzburg für den ''heilklimatischen Curort Unken'' erstmals eine Kurordnung genehmigt.<ref>Gesetze und Verordnungen für das Herzogthum Salzburg, Jahrgang 1894, Stück 21, 27.07.1894 unter [https://alex.onb.ac.at/cgi-content/alex?aid=lgs&datum=18940004&seite=00000097 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref> Bäder werden verabreicht im ''Schütterbad'' (seit dem [[17. Jahrhundert]]), auf [[Oberrain]]<ref>N.N., Bade- und Trink-Cur-Anstalt zu Oberrain, in: [[Salzburger Volksblatt]]: unabhängige Tageszeitung für Stadt und Land Salzburg, 13.07.1878, 5.</ref> (seit dem [[18. Jahrhundert]]) und beim Gasthof Post (ab [[1870]])<ref>Josef Mayrgschwendtner, Gasthaus zur Post in Unken, in [[Salzburger Zeitung]], 1870, 23.07.1870, 4, online unter [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18700623&seite=4&zoom=33 ANNO], zuletzt abgerufen am: 06.05.2022 (deutsch).</ref>. Vier Gasthäuser, das Gast- und Badhaus Oberrain (siehe auch [[Schloss Oberrain]]), das Gasthaus "Zum weißen Lamm" (Kramerwirt), der Gasthof Post, und das Schütterbad bieten preiswerte Zimmer mit gesamt über 100 Fremdenbetten an. Nikolaus Rainer und die Familie Mayrgwendtner sind die "Investoren". Bei der ''Löwenquelle'' ladet seit [[1844]] ein "Pavillon" zum Verweilen ein. Westlich von Oberrain bietet eine Kastanienpromenade<ref>noch heute sind Teile des Baumbestandes von damals erhalten, gleich wie Spazierwege</ref> Schatten, gleich wie ein Baumbestand im Gastgarten des Gasthofs Post. Ein Spazierweg an des Saalach, der Josephieweg mit Ruhenbänken ermöglicht unmittelbares Naturerlebnis. In der Fellner Au wird ein Lawn-Tennisplatz (Rasentennis) angelegt. Mit Fuhrwerken ist die Schwarzenbergklamm (seit 1836 ? begehbar) und mit Trägern zu günstigem Tarif sind die Hochalm und das Sonntagshorn erreichbar. |
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| | ==== Der Regenschirm der Kaiserin ==== | | ==== Der Regenschirm der Kaiserin ==== |
| − | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. | + | Im März [[1848]] flieht ein Teil der kaiserlichen Familie zum Hof nach Innsbruck. Bei der frühen Rückfahrt im Mai d. J. beginnt es in Unken, nahe Salzburg, zu regnen. Maria Anna Caroline von Sardinien - Piemont, die Gemahlin Kaisers Ferdinand (Onkel [[Franz Joseph I.]]), erbittet sich beim Gasthof Post einen Regenschirm. Gleich nach ihrer Ankunft in Wien geht von dort eine Eilpost nach Unken. Ein rubinroter Glaspokal steht heute wohl verwahrt im Safe des Familien Erlebnis Hotel Post. |
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| | === 20. Jahrhundert === | | === 20. Jahrhundert === |
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| | ==== Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg ==== | | ==== Zwischenkriegszeit und Zweiter Weltkrieg ==== |
| − | Schlimm sind die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem „Aufhausen“ (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der [[NSDAP|Nationalsozialisten]], vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen, sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April [[1938]] stimmen 99.9 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. [[Adolf Hitler]] wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr [[1933]]). | + | Schlimm sind die folgende Jahrzehnte. Viele Bauern, vor allem in Gföll, sind vor dem "Aufhausen" (Konkurs). Unken wird von der Propaganda der [[NSDAP|Nationalsozialisten]], vor allem aus Bayern, bedrängt. Jenseits der Grenze von Melleck schallen aus Lautsprechern Hitlerparolen und Marschmusik. Viele, auch Frauen, sind als "Illegale" aktiv. Familien sind gespalten in Schwarz und Braun wie die des Verfassers. Bei der Volksabstimmung im April [[1938]] stimmen 99.9 % für den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich. [[Adolf Hitler]] wird Ehrenbürger von Unken (beschlossen bereits im Frühjahr [[1933]]). |
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| | Im [[Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. | | Im [[Zweiten Weltkrieg]] kämpfen nahezu vierhundert Männer aus Unken in den Ländern vom Nordkap bis zur Mittelmeerküste Afrikas, von Brest in der Bretagne bis Stalingrad an der Wolga. Nahe Hundert kehren von dort nicht mehr heim. Ein Heldenhain, schon [[1943]] im Dorf angelegt, erinnert an die Gefallenen. In der Friedhofskapelle sind auf fünf [[Marmor]]tafeln alle Namen bzw. die Länder der gefallenen Helden beider Weltkriege festgehalten. |