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| | [[Datei:2007-11-28, Almkanal in Salzburg, 052.jpg|thumb|Tafel beim Stiftsarmstollen, Inschrift: ''[[Stiftsarmstollen]] errichtet 1137-1143'']] | | [[Datei:2007-11-28, Almkanal in Salzburg, 052.jpg|thumb|Tafel beim Stiftsarmstollen, Inschrift: ''[[Stiftsarmstollen]] errichtet 1137-1143'']] |
| | [[Datei:Stiftsbäckerei St. Peter Mühlrad.JPG|thumb|Das durch das Wasser des Stiftsarmstollens angetriebene Mühlrad der [[Stiftsbäckerei St. Peter]] im Hof vor der [[Stiftsbäckerei St. Peter|Stiftsbäckerei]] in der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]].]] | | [[Datei:Stiftsbäckerei St. Peter Mühlrad.JPG|thumb|Das durch das Wasser des Stiftsarmstollens angetriebene Mühlrad der [[Stiftsbäckerei St. Peter]] im Hof vor der [[Stiftsbäckerei St. Peter|Stiftsbäckerei]] in der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]].]] |
| − | Der '''Stiftsarmstollen''' des [[Almkanal]]s ist der älteste [[mittelalter]]liche Wasserstollen Mitteleuropas. Er wurde zwischen [[1136]] und [[1143]] ausgebrochen und diente zur Wasserversorgung des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktiner-Erzstifts St. Peter]]. | + | Der '''Stiftsarmstollen''' des [[Almkanal]]s ist der älteste [[mittelalter]]liche Wasserstollen Mitteleuropas. Er wurde zwischen [[1136]] und [[1143]] ausgebrochen und diente zur Wasserversorgung des [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Benediktinerstifts St. Peter]]. |
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| | Die Voraussetzungen dafür, dass es bereits ein römisches Aquädukt als Vorläufer des heutigen Stiftsarmes gegeben haben könnte, wären gut. Die geologischen Voraussetzung wären günstig, ein Höhenunterschied zwischen der Quelle in der [[Riedenburg]] zur römischen Siedlung wäre mit rund neun Metern ebenfalls gegeben. Der heute nicht mehr vorhandene Riedenburgbach dürfte sein Wasser aus Terrassenschotter aus einer Tiefe von zwei bis fünf Metern erhalten haben, also klares Wasser. Er hätte also Lieferant für römisches Trink- und Nutzwasser sein können. Eine spekulative Wasserführung von etwa 36 m³/h wären denkbar. Diese Annahme stützt sich auf bekanntes Wissen, dass um 800 Mühlen vom Riedenburgbach angetrieben worden waren. | | Die Voraussetzungen dafür, dass es bereits ein römisches Aquädukt als Vorläufer des heutigen Stiftsarmes gegeben haben könnte, wären gut. Die geologischen Voraussetzung wären günstig, ein Höhenunterschied zwischen der Quelle in der [[Riedenburg]] zur römischen Siedlung wäre mit rund neun Metern ebenfalls gegeben. Der heute nicht mehr vorhandene Riedenburgbach dürfte sein Wasser aus Terrassenschotter aus einer Tiefe von zwei bis fünf Metern erhalten haben, also klares Wasser. Er hätte also Lieferant für römisches Trink- und Nutzwasser sein können. Eine spekulative Wasserführung von etwa 36 m³/h wären denkbar. Diese Annahme stützt sich auf bekanntes Wissen, dass um 800 Mühlen vom Riedenburgbach angetrieben worden waren. |
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| − | Der Bau selbst sollte für die Römer keine Probleme dargestellt haben. Der Stollen wurde beidseitig angeschlagen. Nach jeweils etwa 100 Metern war der Durchschlag erfolgt. Diese Anlage blieb bis Ende des [[7. Jahrhundert]]s in Betrieb. Also etwa bis zur Ankunft von [[Rupert von Worms]] in Salzburg. Er wählte dann zur (Neu)Gründung des Klosters einen sicheren Platz, der gegen Hochwasser geschützt und mit einer sicheren [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Trinkwasserversorgung]] ausgestattet war. | + | Der Bau selbst sollte für die Römer keine Probleme dargestellt haben. Der Stollen wurde beidseitig angeschlagen. Nach jeweils etwa 100 Metern war der Durchschlag erfolgt. Diese Anlage blieb bis Ende des [[7. Jahrhundert]]s in Betrieb. Also etwa bis zur Ankunft von [[Rupert von Salzburg]] in Salzburg. Er wählte dann zur (Neu)Gründung des Klosters einen sicheren Platz, der gegen Hochwasser geschützt und mit einer sicheren [[Trinkwasser für die Stadt Salzburg|Trinkwasserversorgung]] ausgestattet war. |
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| | Um 800 n. Chr. liegen Berichte vor, dass der Riedenburgbach um den [[Rainberg]] umgeleitet worden war, um die Mühlenbetriebe in Mülln aufrecht erhalten zu können. Die Gründe, weshalb man trotz der Bedeutung einer sicheren Trinkwasserversorgung für das damalige Salzburg diesen Bach umleiten musste, finden sich in einer Hangrutschung. Diese hatte den südlichen Teil des römischen Stollens weitreichend eingeschüttet und unbrauchbar gemacht. So staute der Bach und versumpfte die wichtigen Weideplätze der St. Peter Wiesen. Die Umleitung schuf Abhilfe. | | Um 800 n. Chr. liegen Berichte vor, dass der Riedenburgbach um den [[Rainberg]] umgeleitet worden war, um die Mühlenbetriebe in Mülln aufrecht erhalten zu können. Die Gründe, weshalb man trotz der Bedeutung einer sicheren Trinkwasserversorgung für das damalige Salzburg diesen Bach umleiten musste, finden sich in einer Hangrutschung. Diese hatte den südlichen Teil des römischen Stollens weitreichend eingeschüttet und unbrauchbar gemacht. So staute der Bach und versumpfte die wichtigen Weideplätze der St. Peter Wiesen. Die Umleitung schuf Abhilfe. |
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| | Eine neue Wasserleitung wurde dann nach dem großen Stadtbrand von [[1127]] und einem katastrophalen [[Bergsturz]] im Jahr [[1130]] unbedingt notwendig. Der Bergsturz dürfte durch übermäßigen Abbau von Baumaterial zur Behebung der Brandschäden ausgelöst worden sein. Dies lässt sich beispielsweise im sogenannten "Ankerhaus" [[Waagplatz 1]] feststellen. Dort wurde über einem Brandhorizont auf [[Dachsteinkalk]] Mauerwerk mit Konglomerat saniert. Der Bergsturz ist heute noch im Bereich des [[Petersfriedhof|Petersfriedhofes]] erkennbar. | | Eine neue Wasserleitung wurde dann nach dem großen Stadtbrand von [[1127]] und einem katastrophalen [[Bergsturz]] im Jahr [[1130]] unbedingt notwendig. Der Bergsturz dürfte durch übermäßigen Abbau von Baumaterial zur Behebung der Brandschäden ausgelöst worden sein. Dies lässt sich beispielsweise im sogenannten "Ankerhaus" [[Waagplatz 1]] feststellen. Dort wurde über einem Brandhorizont auf [[Dachsteinkalk]] Mauerwerk mit Konglomerat saniert. Der Bergsturz ist heute noch im Bereich des [[Petersfriedhof|Petersfriedhofes]] erkennbar. |
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| − | Dieser Bergsturz war der Auslöser zur Errichtung des Almkanals. [[1136]] wurde dann an der Grenze des harten [[Dolomitstein|Hauptdomolit]] des [[Festungsberg]]es zum weichen Gosausandstein ein neuer Stollen in Richtung Riedenburg angefahren. Es war auch die Grenze des Erzstifts St. Peter zum [[Domkapitel]]. | + | Dieser Bergsturz war der Auslöser zur Errichtung des Almkanals. [[1136]] wurde dann an der Grenze des harten [[Dolomitstein|Hauptdomolit]] des [[Festungsberg]]es zum weichen Gosausandstein ein neuer Stollen in Richtung Riedenburg angefahren. Es war auch die Grenze des Benediktinerstifts St. Peter zum [[Domkapitel]]. |
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| | Es wurden zunächst nur sechs Meter aus dem Sandstein gebohrt. Da der Versuch erfolgreich verlief, reisten die Betreiber im Jänner [[1137]] nach [[Admont]], wo sich [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] im [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstift]] aufhielt. Er unterzeichnete am [[27. Februar]] 1137 den Bauvertrag. | | Es wurden zunächst nur sechs Meter aus dem Sandstein gebohrt. Da der Versuch erfolgreich verlief, reisten die Betreiber im Jänner [[1137]] nach [[Admont]], wo sich [[Erzbischof]] [[Konrad I. von Abenberg]] im [[Benediktinerstift Admont|Benediktinerstift]] aufhielt. Er unterzeichnete am [[27. Februar]] 1137 den Bauvertrag. |
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| | Es gibt also zwar keinen direkten Nachweis einer römischen Wasserleitung zur Versorgung von Juvavum. Aber die Dimensionen der gefundenen Abwasserkanäle deuten auf große Mengen von Wasser hin. Ob das verschlammte und sumpfige Wasser am Mönchbergfuß dazu ausgereicht hatten, erscheint den Wissenschaftern zweifelhaft. | | Es gibt also zwar keinen direkten Nachweis einer römischen Wasserleitung zur Versorgung von Juvavum. Aber die Dimensionen der gefundenen Abwasserkanäle deuten auf große Mengen von Wasser hin. Ob das verschlammte und sumpfige Wasser am Mönchbergfuß dazu ausgereicht hatten, erscheint den Wissenschaftern zweifelhaft. |
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| − | Die geowissenschaftliche oben ausgeführte These zeigt, dass aus dieser Sicht eine römische Wasserleitung durch den Mönchsber nicht nur möglich sondern sogar wahrscheinlich wäre. | + | Die geowissenschaftliche oben ausgeführte These zeigt, dass aus dieser Sicht eine römische Wasserleitung durch den Mönchsberg nicht nur möglich sondern sogar wahrscheinlich wäre. |
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