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[[Datei:Buchhandlung Hoellrigl.jpg|thumb|Buchhandlung Höllrigl]]
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[[Datei:2025_03_21_Buchhandlung Höllrigl Stadt_Salzburg_05.jpg|thumb|Die Buchhandlung Höllrigl, Außenansicht.]]
[[Datei:Buchhandlung Höllrigl, Hausfront.jpg|thumb|Buchhandlung Höllrigl, südliche Hausansicht]]
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[[Datei:Buchhandling Höllrigl, Nordseite.jpg|thumb|Buchhandling Höllrigl, Nordseite]]
   
Die '''Buchhandlung Höllrigl''' befindet sich im historischen [[Ritzerbogenhaus]] in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] 10 in der [[Salzburger Altstadt]]. Sie die älteste Buchhandlung in Salzburg und auch in Österreich.
 
Die '''Buchhandlung Höllrigl''' befindet sich im historischen [[Ritzerbogenhaus]] in der [[Sigmund-Haffner-Gasse]] 10 in der [[Salzburger Altstadt]]. Sie die älteste Buchhandlung in Salzburg und auch in Österreich.
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[[Datei:2025_03_21_Buchhandlung_Höllrigl_Stadt_Salzburg_01.jpg|thumb|In der Buchhandlung nach der umfassenden Renovierung Anfang 2025.]]
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
Der erste bekannte [[Salzburger Buchdrucker|Buchdrucker]] Salzburgs war [[Hans Baumann|Hanns Baumann von Rotenburg]], der von [[1551]] bis etwa [[1569]] in Salzburg arbeitete. Er druckte [[1533]] die Polizeiordnung des [[Fürsterzbischof]]s [[Matthäus Lang von Wellenburg]] "''Ordnung im Stifft vnd Lannd Salzburg, zu Abstellung des Fürkauffs und übermässiger staigerung der Pfennbert''".
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Der erste bekannte [[Salzburger Buchdrucker|Buchdrucker]] Salzburgs war [[Hans Baumann|Hanns Baumann von Rotenburg]], der von [[1551]] bis etwa [[1569]] in Salzburg arbeitete. Er druckte [[1533]] die Polizeiordnung des [[Fürsterzbischof]]s [[Matthäus Lang von Wellenburg]] ''Ordnung im Stifft vnd Lannd Salzburg, zu Abstellung des Fürkauffs und übermässiger staigerung der Pfennbert''.
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[[1598]] wurde die nachmalige Buchhandlung Höllrigl von [[Konrad Kürner]] als "Kürners Hof- Buchdrucker"gegründet. Sein erstes Druckwerk war ''Proprium Sanctorum Ecclesiae Salisburgensis cum Approbatione Sedis Apostolicae''.
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[[1598]] wurde die nachmalige Buchhandlung Höllrigl von [[Konrad Kürner]] als "Kürners Hof- Buchdrucker"gegründet. Sein erstes Druckwerk war "''Proprium Sanctorum Ecclesiae Salisburgensis cum Approbatione Sedis Apostolicae''".
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Sein Sohn Gregor Kürner folgte ihm [[1620]] und druckte [[1630]] ein ''Geistliches Vergißmein nit'', verließ Salzburg dann aber wieder. [[Christoph Katzenberger]] war sein Nachfolger. Die Buchhandlung nannte sich nun "Kürners Hof- und akademische Buchhandlung".
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Sein Sohn Gregor Kürner folgte ihm [[1620]] und druckte [[1630]] ein "''Geistliches Vergißmein nit''", verließ Salzburg dann aber wieder. [[Christoph Katzenberger]] war sein Nachfolger. Die Buchhandlung nannte sich nun "Kürners Hof- und akademische Buchhandlung".
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[[Datei:2025_03_21_Buchhandlung_Höllrigl_Stadt_Salzburg_04.jpg|thumb|In der Buchhandlung nach der umfassenden Renovierung Anfang 2025.]]
    
Nach dem Tod Katzenbergers im Jahr [[1653]] folgte diesem [[Johann Baptist Mayr|Johann Baptist Mayr von Mayregg]] (* [[1634]]; † [[1703]]), der dem Salzburger Buchdruck zu neuen Erfolgen verhalf. Hergestellt wurden die neuen Druckwerke in einer Presse, die dem Drucker von [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] geschenkt worden war. Hier entstanden nun auch die Missalen und Choralbücher für den [[Salzburger Dom]]. Als Johann Baptist starb, übernahm sein Sohn [[Mayr von Mayregg|Johann Joseph Mayr von Mayregg]] (* [[1689]]; † [[1724]]) die Geschäfte. Nach dessen Tod führten die Witwe Anna Barbara, geborene [[Laimprucher]](* [[1687]]; † [[1739]])<ref>1724 neuerlich verheiratet mit dem Münzwardein Johann Josef Moßhamer.</ref> und die Tochter [[Anna Viktoria Konhauser von Sternenfeld]] (* [[1712]]; † [[1788]]) die Firma unter dem Namen "Johann Joseph Mayrs seel. Erben" weiter. [[1775]] wurde die Druckerei als Strafe für ein Zensurvergehen (im Zusammenhang mit einer kirchenkritischen Schrift) zwangsweise verkauft, und zwar an das städtische Waisenhaus.
 
Nach dem Tod Katzenbergers im Jahr [[1653]] folgte diesem [[Johann Baptist Mayr|Johann Baptist Mayr von Mayregg]] (* [[1634]]; † [[1703]]), der dem Salzburger Buchdruck zu neuen Erfolgen verhalf. Hergestellt wurden die neuen Druckwerke in einer Presse, die dem Drucker von [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] geschenkt worden war. Hier entstanden nun auch die Missalen und Choralbücher für den [[Salzburger Dom]]. Als Johann Baptist starb, übernahm sein Sohn [[Mayr von Mayregg|Johann Joseph Mayr von Mayregg]] (* [[1689]]; † [[1724]]) die Geschäfte. Nach dessen Tod führten die Witwe Anna Barbara, geborene [[Laimprucher]](* [[1687]]; † [[1739]])<ref>1724 neuerlich verheiratet mit dem Münzwardein Johann Josef Moßhamer.</ref> und die Tochter [[Anna Viktoria Konhauser von Sternenfeld]] (* [[1712]]; † [[1788]]) die Firma unter dem Namen "Johann Joseph Mayrs seel. Erben" weiter. [[1775]] wurde die Druckerei als Strafe für ein Zensurvergehen (im Zusammenhang mit einer kirchenkritischen Schrift) zwangsweise verkauft, und zwar an das städtische Waisenhaus.
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[[Datei:2025_03_21_Buchhandlung_Höllrigl_Stadt_Salzburg_03.jpg|thumb|In der Buchhandlung nach der umfassenden Renovierung Anfang 2025.]]
    
Die "Waisenhauspresse" veröffentlichte [[1784]] das bekannte Werk »[[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn|Kleimayern]]s Juvavia«. 1784 kaufte die Druckerei und Buchhandlung [[Franz Xaver Duyle]] (* [[1743]]; † [[1804]]), der seit [[1781]] Geschäftsführer der Waisenhauspresse gewesen war. Nach seinem Tode folgte sein Sohn Franz Xaver Duyle jun., der seinerseits die Buchhandlung im Jahr [[1843]] an Christoph Gottfried Lindig abtrat, die Druckpresse aber behielt.
 
Die "Waisenhauspresse" veröffentlichte [[1784]] das bekannte Werk »[[Johann Franz Thaddäus von Kleimayrn|Kleimayern]]s Juvavia«. 1784 kaufte die Druckerei und Buchhandlung [[Franz Xaver Duyle]] (* [[1743]]; † [[1804]]), der seit [[1781]] Geschäftsführer der Waisenhauspresse gewesen war. Nach seinem Tode folgte sein Sohn Franz Xaver Duyle jun., der seinerseits die Buchhandlung im Jahr [[1843]] an Christoph Gottfried Lindig abtrat, die Druckpresse aber behielt.
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Nach Lindig folgten [[Max Glonner]] (1852&ndash;1879) und 1879&ndash;1881 die Brüder Franz und Mathias (* [[22. Jänner]] [[1855]] in [[Linz]]) [[Krackowizer|Krakowitzer]]<ref>Quelle [http://www.desbrosses.at/sippe/fam1415.htm Stammbaum Krakowitzer]</ref>; der Name "Duyle'sche Buchhandlung" blieb dabei bestehen. [[1881]] ging die Buchhandlung an Hermann Kerber und verblieb in dessen Eigentum bis Ende 1900. Seit [[1897]] führte die Buchhandlung Hermann Kerber den Titel eines K. u. k. Hofbuchhändlers.
 
Nach Lindig folgten [[Max Glonner]] (1852&ndash;1879) und 1879&ndash;1881 die Brüder Franz und Mathias (* [[22. Jänner]] [[1855]] in [[Linz]]) [[Krackowizer|Krakowitzer]]<ref>Quelle [http://www.desbrosses.at/sippe/fam1415.htm Stammbaum Krakowitzer]</ref>; der Name "Duyle'sche Buchhandlung" blieb dabei bestehen. [[1881]] ging die Buchhandlung an Hermann Kerber und verblieb in dessen Eigentum bis Ende 1900. Seit [[1897]] führte die Buchhandlung Hermann Kerber den Titel eines K. u. k. Hofbuchhändlers.
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Anfang des Jahres [[1901]] verkaufte Hermann Kerber seine Buchhandlung an [[Eduard Höllrigl]], einen langjährigen Mitarbeiter aus [[Tirol]], dessen Grundsatz "Fleiß und Pflichterfüllung“ lautete. Höllrigl starb unerwartet bereits Endes des Jahres 1901.  
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Anfang des Jahres [[1901]] verkaufte Hermann Kerber seine Buchhandlung an [[Eduard Höllrigl]], einen langjährigen Mitarbeiter aus [[Tirol]], dessen Grundsatz "Fleiß und Pflichterfüllung" lautete. Höllrigl starb unerwartet bereits Endes des Jahres 1901.  
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Seit [[1882]] war die Buchhandlung im [[Ritzerbogenhaus]] untergebracht. Anfang [[1902]] ging die Buchhandlung in den Besitz von [[Adolf Stierle senior]] und [[Otto Spinnhirn]] über, denen zu diesem Zeitpunkt das Haus je zur Hälfte gehörte.<ref>In ''105 Jahre Familie Stierle als Buchhändler in Salzburg'' (Heinz Stierle: Persönlicher Bericht über die Firmengeschichte, 2008) nach Wikipedia.de [April 2015], wird als Übernahmejahr dagegen 1903 angegeben.</ref> Beide führen diese unter dem Namen "Eduard Höllrigl, vorm. Herm. Kerber“ weiter. Nach etwa sieben Jahren erwarben die Besitzer das gesamte Ritzerbogenhaus.  
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Seit [[1882]] war die Buchhandlung im [[Ritzerbogenhaus]] untergebracht. Anfang [[1902]] ging die Buchhandlung in den Besitz von [[Adolf Stierle senior]] und [[Otto Spinnhirn]] über, denen zu diesem Zeitpunkt das Haus je zur Hälfte gehörte.<ref>In ''105 Jahre Familie Stierle als Buchhändler in Salzburg'' Heinz Stierle: Persönlicher Bericht über die Firmengeschichte, 2008, nach Wikipedia.de [April 2015], wird als Übernahmejahr dagegen 1903 angegeben.</ref> Beide führen diese unter dem Namen "Eduard Höllrigl, vorm. Herm. Kerber" weiter. Nach etwa sieben Jahren erwarben die Besitzer das gesamte Ritzerbogenhaus.  
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[[Datei:2025_03_21_Buchhandlung_Höllrigl_Stadt_Salzburg_02.jpg|thumb|In der Buchhandlung nach der umfassenden Renovierung Anfang 2025.]]
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Die ''Morawa Group'' teilte in einer Aussendung am [[7. Dezember]] [[2023]], dass sie die Traditionsbuchhandlung Höllrigl ab Jänner [[2024]] übernimmt. Den traditionellen Charakter des Geschäfts im historischen Ritzerbogenhaus wolle man erhalten. Buchhändler Wilhelm Sotsas wird die Buchhandlung weiterführen. Heutiger Eigentümer des Ritzerbogenbogenhauses ist Dr. med. [[Günter Stierle]].<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/morawa-buchhandlung-hoellrigl-mit-neustart-alten-149783131 www.sn.at], 7. Dezember 2023</ref>
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In den ersten Monaten des Jahres [[2025]] wurde die Buchhandlung sechs Wochen für eine grundlegende Renovierung geschlossen. Am [[19. Februar]] wurde sie wieder eröffnet. Rund 500.000 Euro wurden in den Umbau investiert. Von der historischen Gewölbedecke hängen Kristallluster, der düstere rote Ziegelboden ist einem hellen [[Kalkstein]]boden gewichen. Die Regale aus den [[1970er]]-Jahren wurden durch neue, zeitgemäße Regale ersetzt. Geblieben ist die geschwungene Holztreppe, die ins Obergeschoß führt. Sie wurde abgeschliffen und aufpoliert.<ref>{{Quelle SN|20. Februar 2025}}</ref>
    
== Adresse ==
 
== Adresse ==
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:''5020 Salzburg''
 
:''5020 Salzburg''
 
:''Telefon: (06 62) 84 11 46 0''
 
:''Telefon: (06 62) 84 11 46 0''
:''Telefax: (06 62) 84 11 46 20''
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:''[[Bürotechnik einst und jetzt#Telefax hält Einzug|Telefax]]: (06 62) 84 11 46 20''
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==Literatur==
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* [[Günter Stierle| Stierle, Günter]]: "Geschichte der Buchhandlung Höllrigl". In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] (MGSL), 162/163 (2022/2023), S. 130-139.
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== Bilder ==
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== Weblinks ==
 
== Weblinks ==
 
{{homepage|https://www.buchhandlung-frick.at/filialen/buchhandlung-hoellrigl}}
 
{{homepage|https://www.buchhandlung-frick.at/filialen/buchhandlung-hoellrigl}}