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[[Datei:Windisch Matrei um 1890.jpg|thumb|Windisch-Matrei um [[1890]], eine Aufnahme von [[Würthle & Spinnhirn]].]]
 
[[Datei:Windisch Matrei um 1890.jpg|thumb|Windisch-Matrei um [[1890]], eine Aufnahme von [[Würthle & Spinnhirn]].]]
'''Matrei in Osttirol''' ist eine Marktgemeinde im Norden [[Osttirol]]s mit rund 4 700 Einwohnern (Stand 2018).  
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'''Matrei in Osttirol''' ist eine Marktgemeinde im Norden [[Osttirol]]s mit rund 4 600 Einwohnern (Stand 2022).  
    
== Geografie ==  
 
== Geografie ==  
atrei befindet sich am Südrand des [[Alpenhauptkamm]]s der [[Hohen Tauern]] der [[Ostalpen]].
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Matrei befindet sich am Südrand des [[Alpenhauptkamm]]s der [[Hohen Tauern]] der [[Ostalpen]].
    
Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], mit dem es durch [[Felbertauern-Tunnel]] mit der [[Felbertauern Straße]] verbunden ist. Es erstreckt sich über das gesamte Tauerntal und Teile des oberen Iseltals.
 
Das Gemeindegebiet grenzt im Norden an das [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]], mit dem es durch [[Felbertauern-Tunnel]] mit der [[Felbertauern Straße]] verbunden ist. Es erstreckt sich über das gesamte Tauerntal und Teile des oberen Iseltals.
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Am westlichen Teil des Nationalparks mit der [[Venedigergruppe]] hat das Gemeindegebiet Matreis ebenso Anteil wie am östlichen Teil mit der [[Granatspitzgruppe]]; die dazwischen liegenden, u. a. dem Durchzugsverkehr oder als Siedlungsgebiet dienenden Teile des Gemeindegebietes, sind nicht Teil des Nationalparks.
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Am westlichen Teil des Nationalparks mit der [[Venedigergruppe]] hat das Gemeindegebiet Matreis ebenso Anteil wie am östlichen Teil mit der [[Granatspitzgruppe]]; die dazwischen liegenden, u. a. dem Durchzugsverkehr oder als Siedlungsgebiet dienenden, Teile des Gemeindegebietes sind nicht Teil des Nationalparks.
    
Der Markt Matrei selbst liegt etwa 29 km nördlich von Lienz an der Einmündung des Tauernbaches in die Isel. In Matrei befindet sich der Verwaltungssitz des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]].
 
Der Markt Matrei selbst liegt etwa 29 km nördlich von Lienz an der Einmündung des Tauernbaches in die Isel. In Matrei befindet sich der Verwaltungssitz des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks Hohe Tauern]].
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Matrei gehörte ab dem Beginn des [[13. Jahrhundert]]s zum [[Fürsterzbistum Salzburg]] und teilte das politische Schicksal des Landes Salzburg noch bis [[1810]]; nach der Niederringung [[Napoleon]]s kam es zu [[Tirol]].  
 
Matrei gehörte ab dem Beginn des [[13. Jahrhundert]]s zum [[Fürsterzbistum Salzburg]] und teilte das politische Schicksal des Landes Salzburg noch bis [[1810]]; nach der Niederringung [[Napoleon]]s kam es zu [[Tirol]].  
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Als Teil des Fürsterzbistums Salzburg bestand das Land- oder [[Pflegegericht Windisch-Matrei]] noch aus 28 Rotten oder Steuergemeinden, von denen 16 im heutigen Gemeindegebiet (Matrei-Markt und Matrei Land [so die spätere Bezeichnung der [[Katastralgemeinden im Land Salzburg|Katastralgemeinden]]]) und zwölf im – vom Iseltal westwärts ansteigenden – [[Defereggental]] (das also nur teilweise zu Salzburg gehörte) liegen.
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Als Teil des Fürsterzbistums Salzburg bestand das Land- oder [[Pfleggericht Windisch-Matrei]] noch aus 28 Rotten oder Steuergemeinden, von denen 16 im heutigen Gemeindegebiet (Matrei-Markt und Matrei Land [so die spätere Bezeichnung der [[Katastralgemeinden im Land Salzburg|Katastralgemeinden]]]) und zwölf im – vom Iseltal westwärts ansteigenden – [[Defereggental]] (das also nur teilweise zu Salzburg gehörte) liegen.
    
==== Der Erwerb Matreis durch den Erzbischof von Salzburg ====
 
==== Der Erwerb Matreis durch den Erzbischof von Salzburg ====
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==== Aufstände ====
 
==== Aufstände ====
An den [[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert|Bauernaufständen]] von [[1525]] beteiligten sich auch die Matreier. Während der örtliche Pfleger flüchten konnte, sperrte die Bevölkerung alle anderen Beamten im Schloss Weißenstein ein und plünderten Schloss und Amtshof. Der [[Habsburger|habsburgische]] Herrscher Ferdinand nützte die Gelegenheit und besetzte Matrei. Er anerkannte die Aufrührer, während diese ihm huldigten und so kurzfristig Tiroler wurden. Bereits im November [[1526]] musste die Tiroler Regierung jedoch die Herrschaft und das Schloss an den [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr|Fürsterzbischof von Salzburg]] zurückgeben.
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An den [[Salzburger Bauernaufstände|Bauernaufständen]] von [[1525]] beteiligten sich auch die Matreier. Während der örtliche Pfleger flüchten konnte, sperrte die Bevölkerung alle anderen Beamten im Schloss Weißenstein ein und plünderten Schloss und Amtshof. Der [[Habsburger|habsburgische]] Herrscher Ferdinand nützte die Gelegenheit und besetzte Matrei. Er anerkannte die Aufrührer, während diese ihm huldigten und so kurzfristig Tiroler wurden. Bereits im November [[1526]] musste die Tiroler Regierung jedoch die Herrschaft und das Schloss an den [[Erzbischof als Landesherr oder Grundherr|Fürsterzbischof von Salzburg]] zurückgeben.
    
[[1645]] führte die Einführung einer Sondersteuer im [[Zillertal]] zu einem Aufstand, der sich auch auf Matrei ausbreitete. Auch [[1672]], [[1678]] und [[1685]] musste Salzburg Soldaten nach Matrei senden, um die Untertanen in die Schranken zu weisen. Zum größten Aufstand kam es jedoch zur Zeit des Spanischen Erbfolgekriegs. Nach schlechten Ernten, dem Versiegen der Erzvorkommen und einer starken Vermurung sahen sich die Bürger im Jahr [[1703]] außerstande, die Weihesteuer für den neuen [[Salzburger Dompröpste|Dompropst]] zu zahlen. Letztlich konnten ein Steuernachlass und ein gerechterer Steuerschlüssel erreicht werden.
 
[[1645]] führte die Einführung einer Sondersteuer im [[Zillertal]] zu einem Aufstand, der sich auch auf Matrei ausbreitete. Auch [[1672]], [[1678]] und [[1685]] musste Salzburg Soldaten nach Matrei senden, um die Untertanen in die Schranken zu weisen. Zum größten Aufstand kam es jedoch zur Zeit des Spanischen Erbfolgekriegs. Nach schlechten Ernten, dem Versiegen der Erzvorkommen und einer starken Vermurung sahen sich die Bürger im Jahr [[1703]] außerstande, die Weihesteuer für den neuen [[Salzburger Dompröpste|Dompropst]] zu zahlen. Letztlich konnten ein Steuernachlass und ein gerechterer Steuerschlüssel erreicht werden.
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==== Matrei während der Napoleonischen Kriege ====
 
==== Matrei während der Napoleonischen Kriege ====
 
[[Datei:Tirol 1808.png|thumb|right|200px|Matrei als Teil Salzburgs am Beginn des 19. Jahrhunderts]]
 
[[Datei:Tirol 1808.png|thumb|right|200px|Matrei als Teil Salzburgs am Beginn des 19. Jahrhunderts]]
Kurze Zeit später warfen bereits die [[Befreiungskriege_(%C3%9Cberblick)|Napoleonischen Kriege]] ihren Schatten auf Matrei. [[1797]] beteiligten sich die Matreier an der Abwehr des Franzoseneinfalls durch die Tiroler Schützen.
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Kurze Zeit später warfen bereits die [[Koalitionskriege (Überblick)|Napoleonischen Kriege]] ihren Schatten auf Matrei. [[1797]] beteiligten sich die Matreier an der Abwehr des Franzoseneinfalls durch die Tiroler Schützen.
    
Nach der [[Säkularisierung]] von [[1803]] und dem Regierungsantritt des neuen Kurfürsten [[Ferdinand III. von Toskana]] widersetzten sich die Matreier der Truppenrekrutierung, nur unter Zwang konnten vier der elf geforderten Rekruten nach Salzburg gebracht werden.
 
Nach der [[Säkularisierung]] von [[1803]] und dem Regierungsantritt des neuen Kurfürsten [[Ferdinand III. von Toskana]] widersetzten sich die Matreier der Truppenrekrutierung, nur unter Zwang konnten vier der elf geforderten Rekruten nach Salzburg gebracht werden.
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Mit Salzburg kam im Jahr [[1806]] auch Matrei zur [[Habsburgermonarchie]], das im Gegenzug Tirol an das mit [[Frankreich]] verbündete [[Bayern]] abtreten musste.
 
Mit Salzburg kam im Jahr [[1806]] auch Matrei zur [[Habsburgermonarchie]], das im Gegenzug Tirol an das mit [[Frankreich]] verbündete [[Bayern]] abtreten musste.
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[[1809]] erklärte der Kaiser [[Franz I.]] von Österreich Frankreich abermals den Krieg. Einen Teil des Kriegsgeschehens bildete der Tiroler Freiheitskampf, von dem die Tiroler die Rückkehr nach Österreich erhofften – vergebens. Im November und Dezember 1809 verlagerten sich die letzten Gefechte nach Osttirol. Der Matreier Pflegsverwalter Ägidius Kienberger versuchte die Matreier aus dem herannahenden Kampfgeschehen herauszuhalten, was ihm jedoch nicht gelang. Am [[24. Dezember]] drangen die Franzosen schließlich in Matrei ein und bezogen Quartier im Ort. Da man der gesuchten Schützenführer [[Anton Wallner]] und [[Johann Panzl]] nicht habhaft werden konnte, richtete man stattdessen am [[29. Dezember]] Franz Obersamer und Johann Weber hin.
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[[1809]] erklärte der Kaiser [[Franz I.]] von Österreich Frankreich abermals den Krieg. Einen Teil des Kriegsgeschehens bildete der Tiroler Abwehrkampf, von dem die Tiroler die Rückkehr nach Österreich erhofften – vergebens. Im November und Dezember 1809 verlagerten sich die letzten Gefechte nach Osttirol. Der Matreier Pflegsverwalter Ägidius Kienberger versuchte die Matreier aus dem herannahenden Kampfgeschehen herauszuhalten, was ihm jedoch nicht gelang. Am [[24. Dezember]] drangen die Franzosen schließlich in Matrei ein und bezogen Quartier im Ort. Da man der gesuchten Schützenführer [[Anton Wallner]] und [[Johann Panzl]] nicht habhaft werden konnte, richtete man stattdessen am [[29. Dezember]] Franz Obersamer und Johann Weber hin.
    
Nachdem Österreich in diesem Krieg (abermals) Napoleon unterlegen war, trennten sich die Wege Salzburgs und Matreis. Napoleon ließ sich unter anderem Salzburg und Kärnten abtreten, wobei er Salzburg gegen Gebiete einzutauschen wünschte, die seinem Verbündeten Bayern gehörten. Im diesen Gebietsabtausch regelnden Vertrag von Paris gab Bayern u. a. den östlichen Teil des heutigen Osttirol auf, und dieser wurde mit Matrei, Oberkärnten, [[Slowenien#Geschichte und historische Geografie|Krain]], [[Küstenland]] und noch weiter südöstlich gelegenen, von Österreich abgetretenen Gebieten zu den Illyrischen Provinzen Frankreichs vereinigt.
 
Nachdem Österreich in diesem Krieg (abermals) Napoleon unterlegen war, trennten sich die Wege Salzburgs und Matreis. Napoleon ließ sich unter anderem Salzburg und Kärnten abtreten, wobei er Salzburg gegen Gebiete einzutauschen wünschte, die seinem Verbündeten Bayern gehörten. Im diesen Gebietsabtausch regelnden Vertrag von Paris gab Bayern u. a. den östlichen Teil des heutigen Osttirol auf, und dieser wurde mit Matrei, Oberkärnten, [[Slowenien#Geschichte und historische Geografie|Krain]], [[Küstenland]] und noch weiter südöstlich gelegenen, von Österreich abgetretenen Gebieten zu den Illyrischen Provinzen Frankreichs vereinigt.
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== Töchter und Söhne der Marktgemeinde ==
 
== Töchter und Söhne der Marktgemeinde ==
* [[Wolfgang Adam Lasser]]  (* 1635; † 1694, ebenda) , Pfleger des [[Pfleggericht]]s [[Windisch-Matrei]]  
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* [[Wolfgang Adam Lasser]]  (* 1635; † 1694, ebenda), Pfleger des [[Pfleggericht]]s [[Windisch-Matrei]]  
 
* [[Simon von Stampfer]] (* [[1790]]; † [[1864]]), der erste "Zeichentrickfilmer" der Welt
 
* [[Simon von Stampfer]] (* [[1790]]; † [[1864]]), der erste "Zeichentrickfilmer" der Welt
* [[Johann Baptist Kaspar Pockh von Arnholz]]  (* ca. [[1659]] nahe Matrei † [[6. September]] [[1709]] in [[Seekirchen]]) war [[Stiftsvorstände des Kollegiatstifts Seekirchen|Stiftspropst]] von [[Kollegiatstift Seekirchen|Seekirchen]]
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* [[Johann Baptist Kaspar Pockh von Arnholz]]  (* ca. [[1659]] nahe Matrei; † [[6. September]] [[1709]] in [[Seekirchen]]) war [[Stiftsvorstände des Kollegiatstifts Seekirchen|Stiftspropst]] von [[Kollegiatstift Seekirchen|Seekirchen]]
    
== Weblinks ==
 
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[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
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[[Kategorie:Geografie]][[Kategorie:Tirol]]
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[[Kategorie:Tirol]]
 
[[Kategorie:Ort (Tirol)]]
 
[[Kategorie:Ort (Tirol)]]
 
[[Kategorie:Osttirol]]
 
[[Kategorie:Osttirol]]