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| | [[Datei:Herbert von Karajan Berlin 1966.jpg|thumb|Herbert von Karajan Berlin 1966]] | | [[Datei:Herbert von Karajan Berlin 1966.jpg|thumb|Herbert von Karajan Berlin 1966]] |
| − | {{#ev:youtube|FHFf7NIwOHQ|280|right|Strauss - Radetzky Marsch - Karajan, Video 6:09 min}}
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| | [[File:Bundesarchiv Bild 183-S47421, Herbert von Karajan.jpg|thumb|Herbert von Karajan im Jahr 1938]] | | [[File:Bundesarchiv Bild 183-S47421, Herbert von Karajan.jpg|thumb|Herbert von Karajan im Jahr 1938]] |
| | [[Datei:Herbert Eliette Karajan 1961.jpg|thumb|Herbert und Eliette von Karajan 1961.]] | | [[Datei:Herbert Eliette Karajan 1961.jpg|thumb|Herbert und Eliette von Karajan 1961.]] |
| | [[Datei:Herbert Eliette von Karajan Taufe Arabel.jpg|thumb|Herbert von Karajan und [[Eliette von Karajan]], Taufe von Tochter Arabel in Sankt Moritz, 1964.]] | | [[Datei:Herbert Eliette von Karajan Taufe Arabel.jpg|thumb|Herbert von Karajan und [[Eliette von Karajan]], Taufe von Tochter Arabel in Sankt Moritz, 1964.]] |
| − | [[Datei:Herbert von Karajan Carmen 1966.jpg|thumb|Herbert von Karajan bei der Inszenierung der Oper ''Carmen'' in [[Salzburg]] 1966.]] | + | [[Datei:Herbert von Karajan Carmen 1966.jpg|thumb|Herbert von Karajan bei der Inszenierung der Oper ''Carmen'' in der [[Stadt Salzburg]] 1966.]] |
| | [[Datei:Herbert von Karajan 1967 Tschaikowsky Konzert Berlin.jpg|thumb|Herbert von Karajan 1967, Tschaikowsky Konzert, Berlin mit Pianist Alexis Weissenberg.]] | | [[Datei:Herbert von Karajan 1967 Tschaikowsky Konzert Berlin.jpg|thumb|Herbert von Karajan 1967, Tschaikowsky Konzert, Berlin mit Pianist Alexis Weissenberg.]] |
| − | '''Herbert von Karajan''', eigentlich ''Heribert Ritter von Karajan'' (* [[5. April]] [[1908]] in der [[Stadt Salzburg]]; † [[16. Juli]] [[1989]] in [[Anif]]) war einer der bedeutendsten österreichischen Dirigenten des [[20. Jahrhundert]]s. | + | '''Herbert von Karajan''', eigentlich ''Heribert Ritter von Karajan'' (* [[5. April]] [[1908]] in der [[Stadt Salzburg]];<ref>Im Haus neben dem [[Café Fingerlos]], ''Franz-Josef-Str. 11''; Rainer, Werner / Walterskirchen, Gerhard: ''Historisches Salzburg. Stadt der Musik, Stadt des Theaters'', Europäische Bibliothek-Zaltbommel / Niederlande 1999, Abb. 109.</ref> † [[16. Juli]] [[1989]] in [[Anif]]) war einer der bedeutendsten österreichischen Dirigenten des [[20. Jahrhundert]]s. |
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| | ==Leben == | | ==Leben == |
| − | Geboren wurde Karajan nicht im Hause an der [[Josef-Friedrich-Hummel-Straße|Hummelstraße]] 1 in der Salzburger [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]], wie ein Schild an der Hauswand dort verkündet, sondern in einem heute nicht mehr bestehenden Sanatorium an der [[Franz-Josef-Straße]]<ref>Quelle Leserbrief in den [[Salzburger Nachrichten|SN]] vom 1. Februar 2011 von [[Horst Erwin Reischenböck]], Stadtführer in Salzburg</ref>. | + | Geboren wurde Karajan nicht im Haus an der [[Josef-Friedrich-Hummel-Straße|Hummelstraße 1]] in der Salzburger [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]], wie ein Schild an der Hauswand dort verkündet,<ref>Quelle Leserbrief in den [[Salzburger Nachrichten|SN]] vom 1. Februar 2011 von [[Horst Erwin Reischenböck]], [[Fremdenführer|Stadtführer]] in Salzburg.</ref> sondern im [[Sanatorium Schenk]]. |
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| − | Im Alter von vier Jahren begann Karajan [[1912]] mit der pianistischen Ausbildung bei [[Franz Ledwinka]]. Zeitweise hatte er gemeinsam mit [[Adele Lenhoff]] Klavierunterricht. Von [[1916]] bis [[1926]] setzte Karajan als Schüler am [[Mozarteum]]-Konservatorium in Salzburg seine Studien bei Ledwinka, [[Franz Sauer]] (Harmonielehre) und [[Bernhard Paumgartner]] (Komposition, Kammermusik) fort. | + | Im Alter von vier Jahren begann Karajan [[1912]] mit der pianistischen Ausbildung bei [[Franz Ledwinka]]. Zeitweise hatte er gemeinsam mit [[Adele Lenhoff]] Klavierunterricht. Von [[1916]] bis [[1926]] setzte Karajan als Schüler am [[Universität Mozarteum|Mozarteum]]-Konservatorium in Salzburg seine Studien bei Ledwinka, [[Franz Sauer]] (Harmonielehre) und [[Bernhard Paumgartner]] (Komposition, Kammermusik) fort. |
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| − | [[1926]] absolvierte Karajan die Matura am [[Humanistisches Gymnasium|humanistischen Gymnasium]] in Salzburg. Noch im selben Jahr begann Karajan mit dem Studium an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst (Klavier bei Josef Hofmann, Dirigieren bei Alexander Wunderer). Am [[22. Jänner]] [[1929]] trat Karajan erstmals als Dirigent des [[Mozarteum Orchester]]s in Salzburg auf. Von [[1929]] bis [[1934]] wurde er daraufhin als Leiter der Dirigenten-Sommerkurse an der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] Salzburg engagiert. Am [[12. April]] [[1935]] erfolgte die Ernennung Karajans zum Generalmusikdirektor des Aachener Stadttheaters. Das Jahr gilt heute auch als gültiges Eintrittsdatum Karajans in die [[NSDAP]]. Am [[1. Juni]] [[1937]] dirigiert Karajan erstmals an der Wiener Staatsoper. [[1939]] wird Karajan als Staats-Kapellmeister an die Berliner Staatsoper berufen. [[1942]] laufen die Verträge mit der Stadt Aachen und der Berliner Staatsoper aus. Noch vor Kriegsende [[1945]] flüchtet Karajan nach Italien, wo er sich einige Zeit bei seinem Freund von Banfield (Träger des [[Maria-Theresien-Orden|Maria-Theresien-Ordens]]) in [[Küstenland#Triest|Triest]] versteckt hielt. Karajan war auch mit dem Sohn von Banfield, Raffaello de Banfield, sehr gut befreundet.
| + | 1926 absolvierte Karajan die Matura am [[Humanistisches Gymnasium|humanistischen Gymnasium]] in Salzburg. Noch im selben Jahr begann Karajan mit dem Studium an der Wiener Akademie für Musik und darstellende Kunst (Klavier bei Josef Hofmann, Dirigieren bei Alexander Wunderer). Am [[22. Jänner]] [[1929]] trat Karajan erstmals als Dirigent des [[Mozarteum Orchester]]s in Salzburg auf. Von [[1929]] bis [[1934]] wurde er daraufhin als Leiter der Dirigenten-Sommerkurse an der [[Internationale Stiftung Mozarteum|Internationalen Stiftung Mozarteum]] Salzburg engagiert. Am [[12. April]] [[1935]] erfolgte die Ernennung Karajans zum Generalmusikdirektor des Aachener Stadttheaters. Das Jahr gilt heute auch als gültiges Eintrittsdatum Karajans in die [[NSDAP]]. Am [[1. Juni]] [[1937]] dirigierte Karajan erstmals an der Wiener Staatsoper. [[1939]] wird Karajan als Staats-Kapellmeister an die Berliner Staatsoper berufen. [[1942]] laufen die Verträge mit der Stadt Aachen und der Berliner Staatsoper aus. Noch vor [[Zweiter Weltkrieg|Kriegsende]] [[1945]] flüchtete Karajan nach Italien, wo er sich einige Zeit bei seinem Freund von Banfield (Träger des [[Maria-Theresien-Orden|Maria-Theresien-Ordens]]) in [[Küstenland#Triest|Triest]] versteckt hielt. Karajan war auch mit dem Sohn von Banfield, Raffaello de Banfield, sehr gut befreundet. |
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| − | [[1946]] gibt Karajan sein erstes Nachkriegskonzert mit den Wiener Philharmonikern im Wiener Musikverein. Bald darauf erhält er wegen seiner [[NSDAP]]-Mitgliedschaft Dirigierverbot durch die russische Besatzungsmacht. Nach Aufhebung des Verbots [[1947]] wird Karajan von [[1948]] bis [[1953]] Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Es folgen zahlreiche Gastverpflichtungen in Deutschland, [[Italien]], Schweiz, England und [[Österreich]]. | + | [[1946]] gab Karajan sein erstes [[Nachkriegszeit|Nachkriegs]]<nowiki>konzert</nowiki> mit den [[Wiener Philharmoniker]]n im Wiener Musikverein. Bald darauf erhielt er wegen seiner [[NSDAP]]-Mitgliedschaft Dirigierverbot durch die russische Besatzungsmacht. Nach Aufhebung des Verbots [[1947]] wurde Karajan von [[1948]] bis [[1953]] Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Es folgten zahlreiche Gastverpflichtungen in Deutschland, [[Italien]], [[Schweiz]], [[England]] und [[Österreich]]. |
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| − | Von [[1948]] bis [[1968]] ist Karajan ständiger Gastdirigent der Mailänder Scala und Leiter der deutschen "stagione" (deutsche Spielsaison). [[1955]] wird Karajan, als Nachfolger [[Wilhelm Furtwängler]]s, Chefdirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters. Ab [[1956]] hält er diesen Posten "auf Lebenszeit" inne. Von [[1956]] bis [[1960]] wird Karajan künstlerischer Leiter der [[Salzburger Festspiele]]. | + | Von [[1948]] bis [[1968]] war Karajan ständiger Gastdirigent der Mailänder Scala und Leiter der deutschen ''stagione'' (deutsche Spielsaison). [[1955]] wurde Karajan, als Nachfolger [[Wilhelm Furtwängler]]s, Chefdirigent des Berliner Philharmonischen Orchesters. Ab [[1956]] hielt er diesen Posten "auf Lebenszeit" inne. Von [[1956]] bis [[1960]] war Karajan künstlerischer Leiter der [[Salzburger Festspiele]]. |
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| − | [[1967]] erfolgt die Gründung der Salzburger [[Osterfestspiele]] unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung. Im selben Jahr ist er zum ersten Mal als Gastdirigent an der ''Metropolitan Opera'' in New York zu sehen. [[1968]] wird die [[Herbert von Karajan Stiftung]] in Berlin zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung bewussten musikalischen Empfindens gegründet. Daran angeschlossen werden in der Folge ein Dirigentenwettbewerb und die Orchesterakademie des Berliner Philharmonischen Orchesters. 1969 wird am Psychologischen Institut der [[Universität Salzburg]] ein Forschungsinstitut der Karajan Stiftung für experimentelle Musikpsychologie eingerichtet, das Symposien in Anschluss an die Osterfestspiele veranstaltet. | + | [[1967]] erfolgte die Gründung der Salzburger [[Osterfestspiele]] unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung. Im selben Jahr war er zum ersten Mal als Gastdirigent an der ''Metropolitan Opera'' in New York zu sehen. [[1968]] wurde die "Herbert von Karajan Stiftung" in Berlin zur Förderung der wissenschaftlichen Erforschung bewussten musikalischen Empfindens gegründet. Daran angeschlossen wurden in der Folge ein Dirigentenwettbewerb und die Orchesterakademie des Berliner Philharmonischen Orchesters. [[1969]] wurde am Psychologischen Institut der [[Universität Salzburg]] ein Forschungsinstitut der Karajan Stiftung für experimentelle Musikpsychologie eingerichtet, das Symposien in Anschluss an die Osterfestspiele veranstaltete. |
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| − | [[1973]] erfolgt die Gründung der [[Pfingstkonzerte Salzburg|Salzburger Pfingstkonzerte]] unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung. Am [[15. April]] [[1981]] erfolgt die Weltpräsentation des "''Compact Disc Digital Audio System''" gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten des japanischen Konzerns [[Sony]], Akio Morita, und dem Vizepräsidenten, Norio Ohga, im Rahmen einer Pressekonferenz der Salzburger Osterfestspiele. | + | [[1973]] erfolgte die Gründung der [[Pfingstkonzerte Salzburg|Salzburger Pfingstkonzerte]] unter Karajans künstlerischer Gesamtleitung. Am [[15. April]] [[1981]] erfolgte die Weltpräsentation des ''Compact Disc Digital Audio System'' gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten des japanischen Konzerns [[Sony]], Akio Morita, und dem Vizepräsidenten, Norio Ohga, im Rahmen einer Pressekonferenz der Salzburger Osterfestspiele.<ref>[http://salzburg-geschichte-kultur.at/weltpraesentation-des-compact-disc-digital-audio-system-audio-cd/ Weltpräsentation des "Compact Disc Digital Audio System."] Salzburg Geschichte Kultur.</ref> |
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| − | [[1982]] wird die Firma [[Telemondial]] gegründet mit dem Ziel, Karajans musikalisches Vermächtnis auf Video und Laserdisc festzuhalten. [[1984]] erfolgt daraufhin die erste digitale Gesamtaufnahme der neun Beethoven-Symphonien mit den Berliner Philharmonikern sowie deren Verfilmung durch die Firma Telemondial. Zur von Papst Johannes Paul II. zelebrierten Peter-und-Paul-Messe im Petersdom in Rom wird am [[29. Juni]] [[1985]] die [[Krönungsmesse]] von [[Wolfgang Amadé Mozart|W. A. Mozart]] aufgeführt. Am [[1. Jänner]] [[1987]] dirigiert Karajan das [[Neujahr]]skonzert der Wiener Philharmoniker, das via TV-Übertragung weltweit ausgestrahlt wird. [[1988]] veranstaltet Karajan seine letzte Tournee mit dem Berliner Philharmonischen Orchester in Japan, Europa und USA. Während der Probenarbeiten zu G. Verdis "''Un Ballo in Maschera''" stirbt Karajan schließlich im Juli [[1989]] an den Folgen eines Herzversagens in seinem Haus in [[Anif]]. Er findet seine letzte Ruhestätte auf dem dortigen Friedhof. | + | [[1982]] wurde die Firma [[Telemondial]] gegründet mit dem Ziel, Karajans musikalisches Vermächtnis auf Video und Laserdisc festzuhalten. [[1984]] erfolgte daraufhin die erste digitale Gesamtaufnahme der neun Beethoven-Symphonien mit den Berliner Philharmonikern sowie deren Verfilmung durch die Firma Telemondial. Zur von Papst Johannes Paul II. zelebrierten Peter-und-Paul-Messe im Petersdom in Rom wurde am [[29. Juni]] [[1985]] die [[Krönungsmesse]] von [[Wolfgang Amadé Mozart|W. A. Mozart]] aufgeführt. Am [[1. Jänner]] [[1987]] dirigierte Karajan das [[Neujahr]]skonzert der Wiener Philharmoniker, das via TV-Übertragung weltweit ausgestrahlt wird. [[1988]] veranstaltete Karajan seine letzte Tournee mit dem Berliner Philharmonischen Orchester in Japan, Europa und [[USA]]. |
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| − | [[1995]] wurde das Herbert von Karajan Centrum in Wien eröffnet, das seitdem seinen künstlerischen und musikalischen Nachlass verwaltet. Am [[26. November]] [[2007]] übersiedelte das [[Karajan-Archiv]] in das [[Eliette und Herbert von Karajan Institut]] in der Salzburger [[Getreidegasse]]. | + | Während der Probenarbeiten zu Giuseppe Verdis ''Un Ballo in Maschera'' starb Karajan im Juli [[1989]] an den Folgen eines Herzversagens in seinem Haus in [[Anif]]. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem dortigen Friedhof. |
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| | + | [[1995]] wurde das "Herbert von Karajan Centrum" in [[Wien]] eröffnet, das seitdem seinen künstlerischen und musikalischen Nachlass verwaltet. Am [[26. November]] [[2007]] übersiedelte das [[Karajan-Archiv]] in das [[Eliette und Herbert von Karajan Institut]] in der Salzburger [[Getreidegasse]]. |
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| | == Familie == | | == Familie == |
| − | Sein Vater, Dr. [[Ernst von Karajan]] (* 1868; † 1951), war Primararzt und Chirurg am [[Salzburger Landeskrankenhaus]], seine Mutter [[Martha Kosma|Martha]] stammte aus der Slowakei. Sein Bruder [[Wolfgang von Karajan]] (* 1906; † 1987) war Elektrotechniker, Orgelbauer und Leiter des [[Orgel-Ensemble Wolfgang von Karajan|Orgel-Ensembles Wolfgang von Karajan]]. | + | Sein Vater, Dr. [[Ernst von Karajan]] (* 1868; † 1951), war Primararzt und Chirurg am [[Salzburger Landeskrankenhaus]], seine Mutter [[Martha Kosma|Martha]] stammte aus der [[Slowakei]]. Sein Bruder [[Wolfgang von Karajan]] (* 1906; † 1987) war Elektrotechniker, Orgelbauer, [[Motorradrennfahrer]] und Leiter des [[Orgel-Ensemble Wolfgang von Karajan|Orgel-Ensembles Wolfgang von Karajan]]. |
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| | + | Karajan war dreimal verheiratet: in erster Ehe mit der Sängerin [[Elmy Holgerloef]] ([[26. Juli]] [[1938]] in Aachen), in zweiter Ehe mit [[Anita Gütermann]] (Oktober [[1942]]) und in dritter Ehe mit der erst 19-jährigen [[Eliette von Karajan|Eliette Mouret]] (standesamtlich am [[6. Oktober]] [[1958]]). [[Pfarrer von Oberndorf in Tirol]] [[Karl Födinger]] nahm in der [[Bergkapelle Oberndorf in Tirol|Bergkapelle]], der Privatkapelle des Wiener Industriellen Dr. Kloiber, am [[12. August]] [[1964]] mit der in aller Stille gefeierten kirchlichen Trauung von Herbert von Karajan mit Eliette Mouret seine prominenteste Amtshandlung vor.<ref>[https://www.oberndorf-tirol.at/bergkapelle/ oberndorf-tirol.at > bergkapelle] sowie [https://www.sn.at/archivsn?img=K6RynIsuFwCfz6qcmgf2qewvx0efdViBwq%2BD11uSX%2FuBdadQKg4XcRLMm4sBcTmwltgEyxXn0ocZebiSTN20rbcoXISyF6pqY0vvfWyAPu%2FbV%2FZx24J4DecIROWjWXmX&id1=19640813_07&q=F%25C3%25B6dinger#slide7 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 13. August 1964, Seite 7</ref> |
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| | + | Am [[25. Juni]] [[1960]] wurde seine erste Tochter [[Isabel Karajan|Isabel]] geboren, für die die [[Wiener Philharmoniker]] die Patenschaft übernahmen. Am [[2. Jänner]] [[1964]] wurde seine zweite Tochter [[Arabel Karajan|Arabel]] geboren, für diese übernahmen die [[Berliner Philharmoniker]] die Patenschaft. |
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| − | Karajan war dreimal verheiratet: in erster Ehe mit der Sängerin [[Elmy Holgerloef]] ([[26. Juli]] [[1938]] in Aachen), in zweiter Ehe mit [[Anita Gütermann]] (Oktober [[1942]]) und in dritter Ehe mit der erst 19-jährigen [[Eliette von Karajan|Eliette Mouret]] ([[6. Oktober]] [[1958]]). Am [[25. Juni]] [[1960]] wurde seine erste Tochter [[Isabel Karajan|Isabel]] geboren, für die die [[Wiener Philharmoniker]] die Patenschaft übernahmen. Am [[2. Jänner]] [[1964]] wurde seine zweite Tochter [[Arabel Karajan|Arabel]] geboren, für diese übernahmen die [[Berliner Philharmoniker]] die Patenschaft. | + | == Privat == |
| | + | Die Familie Karajan hatte St. Moritz in der [[Schweiz]] als Hauptwohnsitz (auch heute noch seine Frau Eliette). Waren sie in Salzburg, wohnten sie seit [[1970]] in der [[Villa Karajan in Anif|Villa Karajan]] in [[Anif]]. |
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| | == Auszeichnungen == | | == Auszeichnungen == |
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| | * [[4. April]] [[1968]]: [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg]] | | * [[4. April]] [[1968]]: [[Ehrenbürger der Stadt Salzburg]] |
| | * [[8. April]] [[1968]]: das "Goldene Grammophon" der Deutschen Grammophon-Gesellschaft | | * [[8. April]] [[1968]]: das "Goldene Grammophon" der Deutschen Grammophon-Gesellschaft |
| − | * [[14. August]] [[1968]]: Ernennung zum [[Ehrensenator der Universität Salzburg]] | + | * [[14. August]] [[1968]]: Ernennung zum [[Ehrensenatorenwürde der Universität Salzburg|Ehrensenator]] der [[Universität Salzburg]] |
| | * [[1969]]: Kunstpreis der Stadt Luzern | | * [[1969]]: Kunstpreis der Stadt Luzern |
| | * [[24. November]] [[1973]]: Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin | | * [[24. November]] [[1973]]: Ehrenbürgerschaft der Stadt Berlin |
| | * [[13. April]] [[1977]]: Verleihung des "Ernst von Siemens-Musikpreises" in München | | * [[13. April]] [[1977]]: Verleihung des "Ernst von Siemens-Musikpreises" in München |
| | * [[12. Mai]] [[1978]]: Ernennung zum "Doctor philosophiae h. c." der [[Universität Salzburg]] | | * [[12. Mai]] [[1978]]: Ernennung zum "Doctor philosophiae h. c." der [[Universität Salzburg]] |
| − | * [[21. Juni]] [[1978]]: Ernennung zum "Doctor of Music h. c." der University of Oxford | + | * [[21. Juni]] [[1978]]: Ernennung zum "Doctor of Music h. c." der ''University of Oxford'' in [[England]] |
| | * [[1978]]: Ehrendoktorwürde der Universität München | | * [[1978]]: Ehrendoktorwürde der Universität München |
| | * [[13. Oktober]] [[1979]]: Ehrendoktorat der Waseda-Universität Tokio | | * [[13. Oktober]] [[1979]]: Ehrendoktorat der Waseda-Universität Tokio |
| | * März [[1983]]: Verleihung der "Gold Medal" der Royal Philharmonic Society in [[London]] | | * März [[1983]]: Verleihung der "Gold Medal" der Royal Philharmonic Society in [[London]] |
| − | * [[5. April]] [[1983]]: Deutscher Schallplattenpreis "Goldene Schallplatte" | + | * [[5. April]] [[1983]]: Deutscher Schallplattenpreis, die "Goldene Schallplatte" |
| | * August [[1983]]: Internationaler Musikpreis der UNESCO | | * August [[1983]]: Internationaler Musikpreis der UNESCO |
| | * August [[1985]]: Verleihung des [[Ehrenring der Salzburger Festspiele|Ehrenrings der Salzburger Festspiele]] zum 25-jährigen Bestehen des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] | | * August [[1985]]: Verleihung des [[Ehrenring der Salzburger Festspiele|Ehrenrings der Salzburger Festspiele]] zum 25-jährigen Bestehen des [[Großes Festspielhaus|Großen Festspielhauses]] |
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| | == Widmungen == | | == Widmungen == |
| | In Salzburg ist ihm der [[Herbert-von-Karajan-Platz]] in der [[Altstadt]] gewidmet. | | In Salzburg ist ihm der [[Herbert-von-Karajan-Platz]] in der [[Altstadt]] gewidmet. |
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| | + | Herbert von Karajan war begeisterter Privatpilot. Das Fliegen hatte er beim Salzburger Flughafenleiter [[Hans Messner]] gelernt. Als am Ostermontag, den [[23. April]] [[1984]] erstmals das Überschallverkehrsflugzeug ''[[Concorde]]'' auf dem [[Salzburg Airport W. A. Mozart|Flughafen Salzburg]] landete, war Karajan beim ersten der beiden angebotenen Österreich-Rundflüge an Bord. Aufgrund seiner Leidenschaft zum Fliegen und zum Salzburger Flughafen wurde [[1999]] dem [[Herbert-von-Karajan-General-Aviation-Terminal]] sein Name gegeben. |
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| | + | === Diskussion Umbenennung === |
| | + | Nach jahrelangen Diskussionen um [[NS-belastete Straßennamen in Salzburg]] lag im Juni [[2021]] ein Historiker-Bericht vor. In diesem wird die Umbenennung dieses Platzes empfohlen. Siegfried Trenker, Sprecher des KZ-Verbandes in Salzburg, ist für einen definitive Umbenennung. Dabei stellt er nicht die künstlerische Qualität von Karajan in Frage. Es geht ihm darum, dass Karajan zwei Mitgliedsnummern in der [[NSDAP]] hatte. Er fragt sich, warum jemand zwei Anträge stellt, um bei einer Partei Mitglied zu werden? Trenker will auch das Argument "Was hätte er denn machen sollen?" nicht gelten lassen, schließlich hätten sich andere Dirigenten anders verhalten. "[[Arturo Toscanini|Toscanini]] hat Österreich verlassen und 1945 in Italien ein Konzert dirigiert, wo er die Alliierten geehrt hat. Toscanini hat sich gegen autoritäre Figuren aufgestellt. Man kann also durchaus auch als berühmter Künstler für Demokratie und gegen Totalitarismus sein." Und das sei der wesentliche Unterschied zu Karajan, der solche Kräfte unterstützt und sich angedient habe. |
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| | + | [[Robert Kriechbaumer]], ein renommierter Historiker in Salzburg, seit 1993 wissenschaftlicher Leiter der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]] und Autor des Werks "Die Dunkelheit des politischen Horizonts. Salzburg von 1933 bis 1938", sieht den Namen Karajan im Zusammenhang mit einer Straßenbenennung anders. Der sei letztlich ein Karrierist gewesen. "Ich habe den gesamten Entnazifizierungsakt Karajans bei mir. Er hat immer gesagt, warum er Nazi geworden ist. Weil er den Posten des Generalmusikdirektors in Aachen wollte. Er war nie aktives Parteimitglied. Dass man den jetzt als Nazi, als Bösen hinstellt, das ist ja geradezu absurd."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/pro-contra-die-krux-im-umgang-mit-braunen-strassennamen-in-salzburg-104762602 www.sn.at], 5. Juni 2021</ref> |
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| | == Siehe auch == | | == Siehe auch == |
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
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| | + | Herbert von Karajan Eliette 1961.jpg|Herbert von Karajan mit seiner Frau [[Eliette von Karajan|Eliette]] und Tochter 1961 in Salzburg |
| | Datei:Denkmal_Herbert_von_Karajan.jpg|Denkmal für Herbert von Karajan im Garten seines vermeintlichen Geburtshauses | | Datei:Denkmal_Herbert_von_Karajan.jpg|Denkmal für Herbert von Karajan im Garten seines vermeintlichen Geburtshauses |
| − | Datei:Denkmal Herbert von Karajan bei Nacht.jpg |Bronzeplastik Herbert von Karajan bei Nacht
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| | Datei:Gedenktafel Herbert von Karajan.jpg|Gedenktafel für Herbert von Karajan an seinem vermeintlichen Geburtshaus | | Datei:Gedenktafel Herbert von Karajan.jpg|Gedenktafel für Herbert von Karajan an seinem vermeintlichen Geburtshaus |
| | Datei:Grabstätte von Herbert von Karajan im Friedhof Anif.jpg|Grabstätte von Herbert von Karajan im Friedhof Anif | | Datei:Grabstätte von Herbert von Karajan im Friedhof Anif.jpg|Grabstätte von Herbert von Karajan im Friedhof Anif |
| | Datei:Büste von Herbert von Karajan am Kirchenplatz in Anif.jpg|Büste von Herbert von Karajan am Kirchenplatz in Anif | | Datei:Büste von Herbert von Karajan am Kirchenplatz in Anif.jpg|Büste von Herbert von Karajan am Kirchenplatz in Anif |
| | Datei:Fotoaustellung über Karajan im ORF Studio Salzburg.JPG|Fotoausstellung über Herbert von Karajan im ORF Studio Salzburg, Frühjahr 2017 | | Datei:Fotoaustellung über Karajan im ORF Studio Salzburg.JPG|Fotoausstellung über Herbert von Karajan im ORF Studio Salzburg, Frühjahr 2017 |
| − | Datei:Karajan-Wohnaus in Anif Karajan-Haus in Anif.jpg| Karajan-Wohnhaus in Anif
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| | === weitere Bilder === | | === weitere Bilder === |
| | {{Bildkat}} | | {{Bildkat}} |
| − | * {{Commonscat|Herbert von Karajan}}
| + | {{Commonscat|Herbert von Karajan}} |
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| | == Weblinks == | | == Weblinks == |
| − | * [http://www.karajan.org/de/centrum/index.asp Herbert von Karajan Centrum] | + | * [https://www.klassikakzente.de/von-karajan/biografie www.klassikakzente.de], offizielle Biografie von Herbert von Karajan |
| | + | * [https://www.pinterest.com/pin/3166662222658472/ www.pinterest.com], Bilder von Herbert von Karajan |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * Website des Karajan-Zentrums | + | * [http://www.karajan.org/de/centrum/index.asp Herbert von Karajan Centrum] |
| | * {{austriaforum|AEIOU/Karajan,_Herbert_von}} | | * {{austriaforum|AEIOU/Karajan,_Herbert_von}} |
| − | * Salzburgwiki-Artikel | + | * [https://archive.salzburgerfestspiele.at/institution/archiv/archiv-suchergebnisse?k=Herbert%20von%20Karajan&dv=1.1.1900&db=31.12.2018&typ=0 archive.salzburgerfestspiele.at] |
| | + | * [[Werner Rainer|Rainer, Werner]] / [[Gerhard Walterskirchen|Walterskirchen, Gerhard]]: ''Historisches Salzburg. Stadt der Musik, Stadt des Theaters'', Europäische Bibliothek-Zaltbommel / Niederlande 1999, ISBN: 90-288-1450-7. |
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| | == Einzelnachweise == | | == Einzelnachweise == |
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