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Es dauerte keine zwei Jahre, dass die Luftfahrt-Euphorie nach der ersten bemannten Ballonfahrt der französischen Gebrüder Montgolfier im Jahr [[1783]] auch Salzburg erreichte. Der groß angekündigte erste Ballonaufstieg in Salzburg war allerdings unbemannt und "der Ballon blieb sitzen, der vermutlich nur mit Luft aufgeblasen dastand, um die Leute anzulocken", wie [[Leopold Mozart]] als Augenzeuge skeptisch bemerkte.  
 
Es dauerte keine zwei Jahre, dass die Luftfahrt-Euphorie nach der ersten bemannten Ballonfahrt der französischen Gebrüder Montgolfier im Jahr [[1783]] auch Salzburg erreichte. Der groß angekündigte erste Ballonaufstieg in Salzburg war allerdings unbemannt und "der Ballon blieb sitzen, der vermutlich nur mit Luft aufgeblasen dastand, um die Leute anzulocken", wie [[Leopold Mozart]] als Augenzeuge skeptisch bemerkte.  
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Für den [[9. September]] [[1810]] gab es im "[[Salzburger Intelligenzblatt]]" die Ankündigung, dass Johann Baptist Gely-Latour zuerst einen kleinen Ballon (Höhe sechs [[Alte Maße und Gewichte (Salzburg)#Schuh (Salzburger), Fuß (Salzburger)|Schuh]], Breite fünf Schuh) und dann einen großen Ballon (Höhe 16 Schuh, Breite elf Schuh) im Hofe von [[Schloss Mirabell]] aufsteigen lassen werde.<ref>https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18100908&seite=7&zoom=33 ANNO], "Salzburger Intelligenzblatt", Ausgabe vom 8. September 1810, Seite 7</ref> Diese zwei Ballone waren mutmaßlich unbemannt und ob sie tatsächlich aufstiegen, ist quellenmäßig nicht nachweisbar. Danach folgte allerlei Feuerwerk.  
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Für den [[9. September]] [[1810]] gab es im "[[Salzburger Intelligenzblatt]]" die Ankündigung, dass Johann Baptist Gely-Latour zuerst einen kleinen Ballon (Höhe sechs [[Alte Maße und Gewichte (Salzburg)#Schuh (Salzburger), Fuß (Salzburger)|Schuh]], Breite fünf Schuh) und dann einen großen Ballon (Höhe 16 Schuh, Breite elf Schuh) im Hofe von [[Schloss Mirabell]] aufsteigen lassen werde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sza&datum=18100908&seite=7&zoom=33 ANNO], "Salzburger Intelligenzblatt", Ausgabe vom 8. September 1810, Seite 7</ref> Diese zwei Ballone waren mutmaßlich unbemannt und ob sie tatsächlich aufstiegen, ist quellenmäßig nicht nachweisbar. Danach folgte allerlei Feuerwerk.  
    
Der Historiker [[Harald Waitzbauer]] hält als Premiere der bemannten Luftfahrt in Salzburg die Fahrt mit einem mit Warmluft gefüllten Ballon am [[4. September]] [[1811]] durch Madame Constanze Bittorf aus Nürnberg.<ref>[https://books.google.at/books?id=dcW0h-2cc-0C&pg=RA2-PA3&dq=Ballon+Madame+Bittorf&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjZjPmV_4jiAhXR8qYKHW4_BKk4ChDoAQgtMAE#v=onepage&q=Ballon%20Madame%20Bittdorf&f=false books.google.at/Salzburger Chronik, 2. September 1875, Seite 1 ]</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19310415&query=%22Ballon%22+%22Bittorf%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 15. April 1931, Seite 6 "Der erste Ballonaufstieg in Salzburg"</ref> Madame Bittorf, die zuvor in Ulm und Augsburg war, stieg mit dem rund 18 Meter hohen Ballon, einer Mongolfiere mit flammendem Feuer unter der Gondel zur Heißluftbereitung, vom Kasernenplatz vor dem Schloss Mirabell aus etwa 3&nbsp;000 Fuß (knapp ein Kilometer) über die Stadt auf und schwenkte die – damals gültige – bayerische Fahne. Der Ballon ging dann in der Nähe der [[Müllner Kirche]] am [[Mönchsberg]] nieder. Die Polizei half durch eine Kollekte, damit die Familie von Mechanikus August Bittorf das sonst übliche Eintrittsgeld aus der großen Menge der Zuschauer bekam.
 
Der Historiker [[Harald Waitzbauer]] hält als Premiere der bemannten Luftfahrt in Salzburg die Fahrt mit einem mit Warmluft gefüllten Ballon am [[4. September]] [[1811]] durch Madame Constanze Bittorf aus Nürnberg.<ref>[https://books.google.at/books?id=dcW0h-2cc-0C&pg=RA2-PA3&dq=Ballon+Madame+Bittorf&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjZjPmV_4jiAhXR8qYKHW4_BKk4ChDoAQgtMAE#v=onepage&q=Ballon%20Madame%20Bittdorf&f=false books.google.at/Salzburger Chronik, 2. September 1875, Seite 1 ]</ref> <ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19310415&query=%22Ballon%22+%22Bittorf%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 15. April 1931, Seite 6 "Der erste Ballonaufstieg in Salzburg"</ref> Madame Bittorf, die zuvor in Ulm und Augsburg war, stieg mit dem rund 18 Meter hohen Ballon, einer Mongolfiere mit flammendem Feuer unter der Gondel zur Heißluftbereitung, vom Kasernenplatz vor dem Schloss Mirabell aus etwa 3&nbsp;000 Fuß (knapp ein Kilometer) über die Stadt auf und schwenkte die – damals gültige – bayerische Fahne. Der Ballon ging dann in der Nähe der [[Müllner Kirche]] am [[Mönchsberg]] nieder. Die Polizei half durch eine Kollekte, damit die Familie von Mechanikus August Bittorf das sonst übliche Eintrittsgeld aus der großen Menge der Zuschauer bekam.
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Doch auch im Gebirge begann die Luftfahrt. Schon [[1924]] gab es einen [[Flugplatz Zell am See]], wenn auch auf dem Eis des Zeller Sees.
 
Doch auch im Gebirge begann die Luftfahrt. Schon [[1924]] gab es einen [[Flugplatz Zell am See]], wenn auch auf dem Eis des Zeller Sees.
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Am [[15. Februar]] [[1926]] startete der deutsche Luftfahrtingenieur Dr. Ing. Werner von Langsdorff vom [[Zeller See]] ([[Zell am See]]) zu seinem "[[Glocknerflug]]" nach Villach, [[Kärnten]], mit einer "Klemm L-20" (19 PS-Mercedesmotor). Auch im benachbarten [[Berchtesgadener Land]] gab es neben dem [[Flugplatz Reichenhall-Mayerhof]] noch eine [[Landewiese Berchtesgaden-Schönau]]. In den [[1930er]]-Jahren kam noch der [[Flugplatz Ainring]] dazu.
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Am [[15. Februar]] [[1926]] startete der deutsche Luftfahrtingenieur Dr. Ing. Werner von Langsdorff vom [[Zeller See]] ([[Zell am See]]) zu seinem "[[Glocknerflug]]" nach Villach, [[Kärnten]], mit einer "Klemm L-20" (19 PS-Mercedesmotor). Auch im benachbarten [[Berchtesgadener Land]] gab es neben dem [[Flugplatz Reichenhall-Mayerhof]] noch eine [[Flugfeld Berchtesgaden-Schönau|Landewiese Berchtesgaden-Schönau]]. In den [[1930er]]-Jahren kam noch der [[Flugplatz Ainring]] dazu.
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[[1937]] meldete das [[Salzburger Volksblatt]]: "Am Sonntag, dem [[18. Juli]], wurde das Flugfeld in Zell am See erstmals von einem angemeldeten Passagierflugzeug angeflogen."
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Am Ostersonntag, [[27. März]] [[1932]], landete ein einmotoriger Doppeldecker direkt bei der [[Südwiener Hütte]]. Der Großindustrielle Fred Riha aus Wiener Neustadt, der ein begeisterter Sportflieger war, landete mit seinem Flugzeug im Winter neben der Hütte. Diese erste Hochgebirgslandung am Radstädter Tauern vollführte Pilot Hauptmann a. D. Godwin Brumowsky mit einer ''Phönix-MeteorL-2/C'' auf Schneekufen.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=tag&datum=19320329&query=%22S%c3%bcdwiener+H%c3%bctte%22&ref=anno-search&seite=2 ANNO], "Der Tag", Ausgabe vom 29. März 1932, Seite 2; die Quelle Leitich ist fehlerhaft: Im Text auf Seite 56 richtiges Datum, die Bildunterschrift trägt ein falsches Datum (29. März)</ref><ref>{{Quelle Leitich}}</ref> Dazu hatten die Skilehrer eine Fläche mit ihren Skiern festgetreten und mit [[Latsche]]<nowiki>nzweigen</nowiki> die Landebahn gekennzeichnet. Die Landung auf der Ski-Übungswiese ging dank der an den Laufrädern angebrachten Schlittenkufen glatt von statten, nur kurz vor dem Stillstand überschlug sich das Flug­zeug leicht, wodurch aber keine Beschädigung oder Verletzung hervorgerufen wurde.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19320329&query=%22S%c3%bcdwiener+H%c3%bctte%22&ref=anno-search&seite=6 ANNO], "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 29. März 1932, Seite 6</ref>
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[[1937]] meldete das "[[Salzburger Volksblatt]]": "Am Sonntag, dem [[18. Juli]], wurde das Flugfeld in Zell am See erstmals von einem angemeldeten Passagierflugzeug angeflogen."
    
2001 übernahm dann die Familie [[Porsche]] den Zeller Flugplatz.
 
2001 übernahm dann die Familie [[Porsche]] den Zeller Flugplatz.