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| − | [[Datei:Wonneberg von Süden.jpg|thumb|Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg von Süden]] | + | {{Salzburgbezug}}[[Datei:Wonneberg von Süden.jpg|thumb|Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg von Süden]] |
| − | [[Datei:St.Leonhard am Wonneberg, Südansicht.jpg|thumb|Wallfahrtskirche St.Leonhard am Wonneberg, Südansicht]] | + | [[Datei:St. Leonhard.jpg|thumb|Wallfahrtskirche St.Leonhard am Wonneberg mit 52 m hohem Kirchturm]] |
| | + | [[Datei:St. Leonhard am Wonneberg, Innenansicht.jpg|thumb|Langhaus mit Presbyterium]] |
| | + | [[Datei:Altarfoto von St. Leonhard am Wonneberg.jpg|thumb|Chor mit Chorgestühl]] |
| | Die '''Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg''' liegt in der Gemeinde Wonneberg bei [[Waging am See]] im [[Rupertiwinkel]] in [[Bayern]]. Von einigen Häusern umgeben steht sie auf dem höchsten Punkt einer Anhöhe. | | Die '''Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg''' liegt in der Gemeinde Wonneberg bei [[Waging am See]] im [[Rupertiwinkel]] in [[Bayern]]. Von einigen Häusern umgeben steht sie auf dem höchsten Punkt einer Anhöhe. |
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| | + | == Patrozinium == |
| | + | Sie ist dem [[Leonhard von Limoges|hl. Leonhard]] geweiht, das [[Patrozinium]] wird am [[Leonhardstag]], dem [[6. November]], begangen. |
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| | ==Geschichte== | | ==Geschichte== |
| | + | Wonneberg wird als "Wagingerberg" erstmals um das Jahr [[1000]] in einer Urkunde von [[Erzbischof]] [[Hartwig]] erwähnt. Ab etwa [[1207]] gehörten die drei Anwesen auf der Anhöhe dem Zisterzienserkloster [[Raitenhaslach]], welches bis zur [[Säkularisation]] von [[1803]] die Grundherrschaft ausübte. Der erste Kirchenbau und das Patrozinium dürften auf die Zisterzienser zurückgehen, da diese den hl. Leonhard besonders verehrten. Bei Grabungen wurden unter dem heutigen Gotteshaus die Fundamente zweier Vorgängerkirchen festgestellt, das ältere stammt wohl aus dem späten [[13. Jahrhundert]]. |
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| − | Wonneberg wird als „Wagingerberg“ erstmals um das Jahr [[1000]] in einer Urkunde von Erzbischof [[Hartwig]] erwähnt. Ab etwa [[1207]] gehörten die drei Anwesen auf der Anhöhe dem Zisterzienserkloster [[Raitenhaslach]], welches bis zur Säkularisation von [[1803]] die Grundherrschaft ausübte. Der erste Kirchenbau und das Patrozinium dürften auf die Zisterzienser zurückgehen, da diese den [[heiligen Leonhard]] besonders verehrten. Bei Grabungen wurden unter dem heutigen Gotteshaus die Fundamente zweier Vorgängerkirchen festgestellt, das ältere stammt wohl aus dem späten [[13. Jahrhundert]].
| + | Die aufblühende Wallfahrt um die Mitte des [[15. Jahrhundert]]s könnte der Grund für den spätgotischen Neubau unter Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] gewesen sein, der [[1496]] vollendet wurde. Nach einem Niedergang in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stiegen die Wallfahrten um [[1600]] wieder stark an. Dies führte zu der [[Barock|frühbarocken]] Ausmalung der Kirche in den Jahren [[1631]] bis [[1634]]. Im Jahre [[1682]] wurde ein neuer Hochaltar mit Gemälden des Salzburger Malers [[Johann Friedrich Pereth]] aufgestellt und [[1691]] der Turm um das achteckige Geschoss und die Zwiebelhaube aufgestockt. |
| − | Die aufblühende Wallfahrt um die Mitte des [[15. Jahrhundert]]s könnte der Grund für den spätgotischen Neubau unter Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] gewesen sein, der [[1496]] vollendet wurde. Nach einem Niedergang in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stiegen die Wallfahrten um [[1600]] wieder stark an. Dies führte zu der [[frühbarock]]en Ausmalung der Kirche in den Jahren [[1631]] bis [[1634]]. Im Jahre [[1682]] wurde ein neuer Hochaltar mit Gemälden des Salzburger Malers [[Johann Friedrich Pereth]] aufgestellt und [[1691]] der Turm um das achteckige Geschoss und die Zwiebelhaube aufgestockt. | |
| − | Eine neue Ausstattung erhielt die Kirche [[1862]] mit den beiden Seitenaltären und der Kanzel, sowie [[1895]] mit dem neuen Hochaltar, in den die noch vorhandenen [[spätgotisch]]en Altartafeln integriert wurden. In den Jahren von [[1980]] bis [[1986]] wurden die überstrichenen frühbarocken Fresken freigelegt. Seither ist die Kirche verstärkt zum Ziel von Kunstfreunden geworden.
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| − | ==Äußeres==
| + | Eine neue Ausstattung erhielt die Kirche [[1862]] mit den beiden Seitenaltären und der Kanzel, sowie [[1895]] mit dem neuen Hochaltar, in den die noch vorhandenen [[Gotik|spätgotischen]] Altartafeln integriert wurden. In den Jahren von [[1980]] bis [[1986]] wurden die überstrichenen frühbarocken Fresken freigelegt. Seither ist die Kirche verstärkt zum Ziel von Kunstfreunden geworden. |
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| − | Die spätgotische Kirche wurde 1496 unter Erzbischof [[Leonhard von Keutschach]] vollendet. Am Gesims des Langhauses und des Chores verläuft ein spätgotisches ornamentales Freskenband. Der Turm erhielt [[1691]] statt seines Spitzhelms den achteckigen Aufsatz mit der vierfachen Zwiebelhaube. Dem spätgotischen Südportal in der Vorhalle gegenüber befindet sich das heute zugemauerte Nordportal. Dies weist darauf hin, dass St. Leonhard eine so genannte „Rittkirche“ war. Zum Zwecke der Segnung führte man die Pferde durch das Gotteshaus. | + | ==Der Bau == |
| | + | Die spätgotische Kirche wurde 1496 unter Fürsterzbischof [[Leonhard von Keutschach]] vollendet. Am Gesims des Langhauses und des Chores verläuft ein spätgotisches ornamentales Freskenband. Der Turm erhielt [[1691]] statt seines Spitzhelms den achteckigen Aufsatz mit der vierfachen Zwiebelhaube. Dem spätgotischen Südportal in der Vorhalle gegenüber befindet sich das heute zugemauerte Nordportal. Dies weist darauf hin, dass St. Leonhard eine so genannte "Rittkirche" war. Zum Zwecke der Segnung führte man die Pferde durch das Gotteshaus. |
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| − | ==Inneres==
| + | Der Innenraum wird von einem spätgotischen Gewölbe überspannt. Die Zwischenräume der Gewölberippen wurden [[1631]] bis [[1634]] von einem unbekannten Maler mit qualitätvollen frühbarocken Fresken geschmückt. Die Fresken im Altarraum zeigen in der Mitte acht Engel mit Leidenswerkzeugen Christi. Sie sind umgeben von einem Passionszyklus mit 14 Szenen (Kreuzwegstationen). Diese zählen zu den ältesten Darstellungen dieses Themas in ganz Bayern. An den Stichkappen sind 14 weibliche Heilige dargestellt. Das Gewölbe im Langhaus ist als "Heiligenhimmel" gestaltet und zeigt zahlreiche heilige Männer, die jeweils mit ihrem Namen bezeichnet sind. An der Südwand (rechts) ist die Auferstehung Christi dargestellt, gegenüber der heilige Leonhard. An den Wänden des Langhauses haben sich Inschriften erhalten, die von einstigen Wallfahrern stammen. |
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| − | Der Innenraum wird von einem spätgotischen Gewölbe überspannt. Die Zwischenräume der Gewölberippen wurden [[1631]] bis [[1634]] von einem unbekannten Maler mit qualitätvollen frühbarocken Fresken geschmückt. Die Fresken im Altarraum zeigen in der Mitte acht Engel mit Leidenswerkzeugen Christi. Sie sind umgeben von einem Passionszyklus mit 14 Szenen (Kreuzwegstationen). Diese zählen zu den ältesten Darstellungen dieses Themas in ganz Bayern. An den Stichkappen sind 14 weibliche Heilige dargestellt. Das Gewölbe im Langhaus ist als „Heiligenhimmel“ gestaltet und zeigt zahlreiche heilige Männer, die jeweils mit ihrem Namen bezeichnet sind. An der Südwand (rechts) ist die Auferstehung Christi dargestellt, gegenüber der heilige Leonhard. An den Wänden des Langhauses haben sich Inschriften erhalten, die von einstigen Wallfahrern stammen. | |
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| | ==Ausstattung== | | ==Ausstattung== |
| | + | In den [[1895]] errichteten Hochaltar wurden vier noch erhaltene spätgotische Tafeln aus dem Vorvorgängeraltar eingefügt. Bei geöffnetem Schrein zeigen die Tafeln links die Heiligen Laurentius und Johannes den Täufer, rechts Sebastian und Stephan. In der Mitte stehen drei neugotische Figuren von 1895: Agnes, der Kirchenpatron Leonhard, und Aloisius. Bei geschlossenem Schrein (in der Fastenzeit) sind die vier spätgotischen Tafeln mit Passionsdarstellungen zu sehen. Sie zeigen von links nach rechts Jesus am Ölberg, Kreuztragung, Kreuzigung und Auferstehung Christi. Die Ölbergszene zeigt Salzburg und den [[Gaisberg (Berg)|Gaisberg]] im Hintergrund. Die Kreuztragung ist in der [[Bad Reichenhall|Reichenhaller]] Gegend dargestellt. Die Kreuzigung geschieht vor der Kulisse von [[Hallein]] und des [[Göllstock]]s. Die Auferstehung ist in der Gegend von [[Teisendorf]] dargestellt, mit Fuderheuberg, [[Staufen]] und [[Zwiesel]] im Hintergrund. Die Tafeln stammen aus der Werkstatt des [[Gordian Guckh]] aus [[Laufen]] und sind in den Jahren [[1511]] bis [[1513]] entstanden. Sie gelten als die qualitätvollsten Malereien, die sich aus der Werkstatt Guckh erhalten haben. Über den Tafeln im Gesprenge des Altars finden sich eine Kreuzigungsgruppe und die Bauernheiligen Isidor und Notburga (1895). |
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| − | In den [[1895]] errichteten Hochaltar wurden vier noch erhaltene spätgotische Tafeln aus dem Vorvorgängeraltar eingefügt. Bei geöffnetem Schrein zeigen die Tafeln links die Heiligen Laurentius und Johannes den Täufer, rechts Sebastian und Stephan. In der Mitte stehen drei neugotische Figuren von 1895: Agnes, der Kirchenpatron Leonhard, und Aloisius. Bei geschlossenem Schrein (in der Fastenzeit) sind die vier spätgotischen Tafeln mit Passionsdarstellungen zu sehen. Sie zeigen von links nach rechts Jesus am Ölberg, Kreuztragung, Kreuzigung und Auferstehung Christi. Die Ölbergszene zeigt [[Salzburg]] und den [[Gaisberg]] im Hintergrund. Die Kreuztragung ist in der Reichenhaller Gegend dargestellt. Die Kreuzigung geschieht vor der Kulisse von [[Hallein]] und dem [[Hohen Göll]]. Die Auferstehung ist in der Gegend von [[Teisendorf]] dargestellt, mit Fuderheuberg, [[Staufen]] und [[Zwiesel]] im Hintergrund. Die Tafeln stammen aus der Werkstatt des [[Gordian Guckh]] aus [[Laufen]] und sind in den Jahren [[1511]] bis [[1513]] entstanden. Sie gelten als die qualitätvollsten Malereien, die sich aus der Werkstatt Guckh erhalten haben. Über den Tafeln im Gesprenge des Altars finden sich eine Kreuzigungsgruppe und die Bauernheiligen Isidor und Notburga (1895).
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| | Das Gemälde des heiligen Christophorus an der Nordwand des Langhauses wird ebenfalls der Werkstatt des Gordian Guckh zugeschrieben. Die im Jahr [[1862]] aufgestellten Seitenaltäre zeigen links den heiligen Ägidius und rechts den Evangelisten Johannes. Aus dem gleichen Jahr stammt die Kanzel. Die obere hölzerne Empore wurde ebenfalls im [[19. Jahrhundert]] eingebaut. An der Nordwand sind in einer Vitrine mittelalterliche Eisenvotive ausgestellt, die bei Bauarbeiten im Bereich des Fundaments der Vorgängerkirche gefunden wurden. | | Das Gemälde des heiligen Christophorus an der Nordwand des Langhauses wird ebenfalls der Werkstatt des Gordian Guckh zugeschrieben. Die im Jahr [[1862]] aufgestellten Seitenaltäre zeigen links den heiligen Ägidius und rechts den Evangelisten Johannes. Aus dem gleichen Jahr stammt die Kanzel. Die obere hölzerne Empore wurde ebenfalls im [[19. Jahrhundert]] eingebaut. An der Nordwand sind in einer Vitrine mittelalterliche Eisenvotive ausgestellt, die bei Bauarbeiten im Bereich des Fundaments der Vorgängerkirche gefunden wurden. |
| | + | == Orgel == |
| | + | [[Datei:Alois Linder-Orgel, St. Leonhard Wonneberg 2017.jpg|mini|Linder-Orgel 2016 im neugotischen Gehäuse]] |
| | + | Die Orgel baute [[Orgelmacher]] Alois Linder aus Nußdorf a. Inn, die Weihe fand am 16. Oktober 2016 statt. Das Orgelgehäuse stammt von Orgelbauer Max Schöglmann (* 1851; † 1896) aus Burghausen, er hatte es 1883 für ein Instrument mit 6 Registern geschaffen, ein 7. Register, das Pedalregister, stand hinter der Orgel. |
| | + | === Disposition === |
| | + | {| border="0" cellspacing="0" cellpadding="10" style="border-collapse:collapse;" |
| | + | | style="vertical-align:top" | |
| | + | {| border="0" |
| | + | |colspan="2"| '''I. Manual''' (56 Tasten C–g<sup>3</sup>) |
| | + | ---- |
| | + | |- |
| | + | | Principal || 8'<sup><ref group="Anm.">C – H mit Octavbaß 8', ab c im Prospekt, 87,5 % Zinn</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Amarosa || 8'<sup><ref group="Anm.">C – H mit Copel 8', ab c Holz, offen, von Schöglmann 1883</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Octave || 4'<sup><ref group="Anm.">75 % Zinn, teilweise von Schöglmann 1883</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Traversflöte || 4'<sup><ref group="Anm.">ab c<sup>1</sup>45 % Zinn, überblasend</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Superoctave || 2' |
| | + | |- |
| | + | | Quinte || 1<sup>1</sup>/<sub>3</sub>'<sup><ref group="Anm.">Vorabzug aus der Mixtur</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Mixtur III-IV || 1<sup>1</sup>/<sub>3</sub>' |
| | + | |} |
| | + | | style="vertical-align:top" | |
| | + | {| border="0" |
| | + | |colspan="2"| '''II. Manual''' (wie Manual I) |
| | + | ---- |
| | + | |- |
| | + | | Copel || 8'<sup><ref group="Anm."> Fichtenholz, von Schöglmann 1883</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Salicional || 8'<sup><ref group="Anm.">C – H mit Innenkröpfung, ab c offen, 75% Zinn</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Gemshorn || 4' |
| | + | |- |
| | + | | Quinte || 2<sup>2</sup>/<sub>3</sub>' |
| | + | |- |
| | + | | Flautino || 2' |
| | + | |- |
| | + | | Terz || 1<sup>3</sup>/<sub>5</sub>' |
| | + | |} |
| | + | | style="vertical-align:top" | |
| | + | {| border="0" |
| | + | |colspan="2"| '''Pedal:''' (30 Tasten C–f<sup>1</sup>) |
| | + | ---- |
| | + | |- |
| | + | | Subbaß || 16' |
| | + | |- |
| | + | | Octavbaß || 8' |
| | + | |- |
| | + | | Gedeckbaß || 8'<sup><ref group="Anm.">Fortsetzung von Subbaß</ref></sup> |
| | + | |- |
| | + | | Choralbaß || 4'<sup><ref group="Anm.">Fortsetzung von Oktavbaß</ref></sup> |
| | + | |} |
| | + | |} |
| | + | * Tremulant |
| | + | * Normalkoppeln als Tritte |
| | + | ;Anmerkungen |
| | + | <references group="Anm." /> |
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| | ==Wallfahrt== | | ==Wallfahrt== |
| − | | + | [[Datei:Mittelalterliche Votivgaben in St. Leonhard vor 1496.jpg|thumb|[[Votiv]]e aus der Zeit vor 1496]] |
| − | Um [[1450]] nahm das Wallfahrtsgeschehen seinen Anfang, ließ aber bis etwa [[1580]] nach. Zum Ende des [[16. Jahrhundert]]s stieg dann die Zahl der Wallfahrer wieder stark an. Die Wallfahrt zum Viehpatron Leonhard war derart einträglich, dass die [[Salzburger Hofkammer]] oft ihre leeren Kassen mit Geldern der Wonneberger Wallfahrtskirche auffüllte. Im [[18. Jahrhundert]] musste St. Leonhard sogar einen bestimmten Prozentsatz der Einnahmen an die Hofkammer abführen. Neben Geld haben die Wallfahrer vorwiegend Naturalien, vor allem aber eiserne Votivgaben (Ketten, Hufeisen, Tierdarstellungen) geopfert, die dann wieder an Schmiede zum Materialpreis verkauft wurden. Nach einer Visitation im Jahre [[1787]] mussten die vielen Votivgaben in der Kirche beseitigt werden. | + | Um [[1450]] nahm das Wallfahrtsgeschehen seinen Anfang, ließ aber bis etwa [[1580]] nach. Zum Ende des [[16. Jahrhundert]]s stieg dann die Zahl der Wallfahrer wieder stark an. Die Wallfahrt zum Viehpatron Leonhard war derart einträglich, dass die [[Salzburger Hofkammer]] oft ihre leeren Kassen mit Geldern der Wonneberger Wallfahrtskirche auffüllte. Im [[18. Jahrhundert]] musste St. Leonhard sogar einen bestimmten Prozentsatz der Einnahmen an die Hofkammer abführen. Neben Geld haben die Wallfahrer vorwiegend Naturalien, vor allem aber eiserne Votivgaben (Ketten, Hufeisen, Tierdarstellungen) geopfert, die dann wieder an Schmiede zum Materialpreis verkauft wurden. Nach einer Visitation im Jahre [[1787]] mussten die vielen Votivgaben in der Kirche beseitigt werden. |
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| | ==Leonhardiritt== | | ==Leonhardiritt== |
| | + | Der traditionelle Pferderitt (wohl am Ostermontag) wurde nach [[1785]] im Zuge der Reformen des Fürsterzbischofs [[Hieronymus Graf Colloredo]] verboten. Für das [[19. Jahrhundert]] sind vereinzelte Pferderitte belegt, die jedoch nicht mehr am Ostermontag und auch nicht am Leonharditag stattfanden. In den 1920-er Jahren wurde die Tradition (jeweils am Patroziniumstag, 6. November) wieder aufgenommen und - mit Unterbrechungen in den Weltkriegen - bis 1966 aufrechterhalten. Danach war die Durchführung des [[Leonhardiritt]]es wegen des Mangels an Pferden für einige Jahre nicht mehr möglich. Im Jahr [[1973]] gründete sich der Leonhardi-Verein Wonneberg, der seither den Fortbestand des Umrittes sichert. Nach Angaben des Vereins ist der Wonneberger Leonhardiritt einer der ältesten in Bayern und der größte im [[Landkreis Traunstein]]. |
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| − | Der traditionelle Pferderitt (wohl am Ostermontag) wurde nach [[1785]] im Zuge der Reformen des Fürsterzbischofs [[Hieronymus Graf Colloredo]] verboten. Für das [[19. Jahrhundert]] sind vereinzelte Pferderitte belegt, die jedoch nicht mehr am Ostermontag und auch nicht am Leonharditag stattfanden. In den 1920-er Jahren wurde die Tradition (jeweils am Patroziniumstag, 6. November) wieder aufgenommen und - mit Unterbrechungen in den Weltkriegen - bis 1966 aufrechterhalten. Danach war die Durchführung des Leonhardirittes wegen des Mangels an Pferden für einige Jahre nicht mehr möglich. Im Jahr [[1973]] gründete sich der Leonhardi-Verein Wonneberg, der seither den Fortbestand des Umrittes sichert. Nach Angaben des Vereins ist der [[Wonneberger Leonhardiritt]] einer der ältesten in Bayern und der größte im Landkreis Traunstein.
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
| − | <gallery> | + | <gallery mode="nolines" mode="packed-hover" heights="200"> |
| | Datei:Reichgegliedertes spätgotisches Portal und spätgotische Kirchentüre. in St. Leonhard am Wonneberg.jpg|Reichgegliedertes spätgotisches Portal und spätgotische Kirchentüre. in St. Leonhard am Wonneberg | | Datei:Reichgegliedertes spätgotisches Portal und spätgotische Kirchentüre. in St. Leonhard am Wonneberg.jpg|Reichgegliedertes spätgotisches Portal und spätgotische Kirchentüre. in St. Leonhard am Wonneberg |
| − | Datei:St. Leonhard am Wonneberg, Innenansicht.jpg|Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg, Innenansicht | + | Datei:Empore.JPG|Betempore mit darüberliegender Musikempore |
| − | Datei:Altarbild v. Wonneberg.jpg|Altarbild v. St. Leonhard am Wonneberg | + | Datei:Deckengemälde über den Hauptaltar.jpg|Deckengemälde über dem Hauptaltar |
| − | Datei:Empore.JPG|Empore der Wallfahrtskirche am Wonneberg | + | Datei:Kircheninneres St. Leonhard am Wonneberg.jpg|Kircheninneres St. Leonhard am Wonneberg |
| | + | Datei:St. Leonhard, Altartafeln aus der Werkstatt Gordian Guckh, 1.jpg|St. Leonhard, Altartafeln aus der Werkstatt Gordian Guckh |
| | + | Datei:Linke Altartafeln in St. Leonhard.jpg|Linke Altartafeln in St. Leonhard |
| | </gallery> | | </gallery> |
| | + | === weitere Bilder === |
| | + | {{Bildkat}} |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| | + | * Landkreis Traunstein (Hg.): Heimatbuch des Landkreises Traunstein, Band 5, Der nördliche Rupertiwinkel, Trostberg 1990 |
| | + | * Brenninger, Georg: ''Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg'', Kirchenführer, Regensburg 2000 |
| | + | * [[Andreas Hirsch]] Textgestaltung |
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| − | Landkreis Traunstein (Hg.): Heimatbuch des Landkreises Traunstein, Band 5, Der nördliche Rupertiwinkel, Trostberg 1990
| + | {{SORTIERUNG: St. Leonhard am Wonneberg, Wallfahrtskirche}} |
| − | | + | [[Kategorie:Deutschland]] |
| − | Brenninger, Georg: Wallfahrtskirche St. Leonhard am Wonneberg, (Kirchenführer) Regensburg 2000
| + | [[Kategorie:Bayern]] |
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| − | [[Andreas Hirsch]] Textgestaltung | |
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| | [[Kategorie:Rupertiwinkel]] | | [[Kategorie:Rupertiwinkel]] |
| | + | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | + | [[Kategorie:Religion]] |
| | + | [[Kategorie:Erzdiözese]] |
| | + | [[Kategorie:Geschichte (Erzdiözese)]] |
| | + | [[Kategorie:Kirche (Bauwerk)]] |
| | + | [[Kategorie:Katholische Kirche]] |
| | + | [[Kategorie:Katholische Kirche (Bauwerk)]] |
| | [[Kategorie:Wallfahrt]] | | [[Kategorie:Wallfahrt]] |
| − | [[Kategorie:Kirche|Bau]] | + | [[Kategorie:Wallfahrtskirche]] |
| − | [[Kategorie: Bayern]]
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