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== Leben ==
 
== Leben ==
Am 18. Februar 1765 als illegitimer Sohn des Wolfgang Oberlechner und der Christina Leitnerin geboren, wurde später durch Eheschließung der Eltern legitimiert. Er besucht das Gymnasium in Salzburg. Im Jahresbericht 1778 ist zu lesen, dass er in der „Vorbereitungsklasse“ des Gymnasiums als 13-jähriger 15. in Orthographie und 14. in der Christenlehre wurde. Oberlechner studierte in [[Wien]] und wurde im Decanatsjahr [[1790]] gleichzeitig mit [[Michael Hanselmann]] und Caspar Duftschmied und zwar am [[3. November]] durch P. Collin zum Doktor der Medizin promoviert.<ref>Anton Edler von Rosas: "Geschichte der k. k. österr. medic. Bildungs-, Heil- und Wohlthätigkeits-Anstalten, dann medic. Statistik und Topographie der k. k. österr. Monarchie. Kurzgefasste Geschichte der Wiener Hochschule im Allgemeinen und der medicinischen Facultät derselben insbesondere", in: Wilhelm Edler von Well, Hg. "Medicinische Jahrbücher des kaiserl. königl. österreichischen Staates", Wien 1848, 81–354, hier: 73–74.</ref>
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Am 18. Februar 1765 als illegitimer Sohn des Wolfgang Oberlechner und der Christina Leitnerin geboren, wurde später durch Eheschließung der Eltern legitimiert.<ref>Kirchdorf - Taufbuch 5 (Teil 1),1759-1769,78-79.</ref> Er besucht das Gymnasium in Salzburg. Im Jahresbericht 1778 ist zu lesen, dass er in der „Vorbereitungsklasse“ des Gymnasiums als 13-jähriger 15. in Orthographie und 14. in der Christenlehre wurde.<ref>Archiv Sankt Peter.</ref> Oberlechner studierte in [[Wien]] und wurde im Decanatsjahr [[1790]] gleichzeitig mit [[Michael Hanselmann]] und Caspar Duftschmied und zwar am [[3. November]] durch P. Collin zum Doktor der Medizin promoviert.<ref>Anton Edler von Rosas: "Geschichte der k. k. österr. medic. Bildungs-, Heil- und Wohlthätigkeits-Anstalten, dann medic. Statistik und Topographie der k. k. österr. Monarchie. Kurzgefasste Geschichte der Wiener Hochschule im Allgemeinen und der medicinischen Facultät derselben insbesondere", in: Wilhelm Edler von Well, Hg. "Medicinische Jahrbücher des kaiserl. königl. österreichischen Staates", Wien 1848, 81–354, hier: 73–74.</ref>
       
== Gerichtsarzt in Kitzbühel ==
 
== Gerichtsarzt in Kitzbühel ==
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Am 4. Oktober 1791 heirateten Wolfgang Oberlechner (26) und Magdalena Lindtnerin (30) und leben an der Adresse Kitzbühel Nr. 51.<ref>Kitzbühel/Traubuch/Traubuch 1784-1843.</ref> 1793 wird der Sohn Josephus W. geboren.<ref>Kitzbühel/Traubuch/Traubuch 1784-1843, 558.</ref>
 
"Seine Rechtschaffenheit und die vielen rühmlichen Kuren in verzweifelten Krankheitsfällen, die er in seiner dreijährigen Praxis seinen guten Studien und trefflichen Talenten gemäß mit dem größten Fleiße ausübte, und dadurch seinen großen Werth öffentlich an den Tag legte". Von seiner 3-jährigen Tätigkeit in Kitzbühel existierte ein Zeugnis des Stadt- und Landrichters Franz Kaisermann vom 28. November 1793.<ref>Jakob Balde, Jakob Balde's Medizinische Satyren Bd 1, München1833, XXIV.</ref> Oberlechner war also von 1790 bis [[1793]] als Arzt in [[Kitzbühel]] tätig.
 
"Seine Rechtschaffenheit und die vielen rühmlichen Kuren in verzweifelten Krankheitsfällen, die er in seiner dreijährigen Praxis seinen guten Studien und trefflichen Talenten gemäß mit dem größten Fleiße ausübte, und dadurch seinen großen Werth öffentlich an den Tag legte". Von seiner 3-jährigen Tätigkeit in Kitzbühel existierte ein Zeugnis des Stadt- und Landrichters Franz Kaisermann vom 28. November 1793.<ref>Jakob Balde, Jakob Balde's Medizinische Satyren Bd 1, München1833, XXIV.</ref> Oberlechner war also von 1790 bis [[1793]] als Arzt in [[Kitzbühel]] tätig.
    
== Landschaftsphysiker in Zell im Pinzgau ==
 
== Landschaftsphysiker in Zell im Pinzgau ==
Im Jahr [[1794]] wurde er zum [[Landschaftsphysikus]] in [[Zell am See]] (bzw. [[Kaprun]] - beides wird genannt) ernannt. und Im Jahr [[1803]] konnte er seine Schreibrequisiten vom [[Pfleggericht Zell|Pfleggericht]] beziehen: "Nachdem der Hr Wolfgang Oberlechner alle Monate den anbefohlenen Sanitätsbericht, und in verschiedenen vorkommenden Fällen von Amtswegen Berichte zu verfassen hat; so hat man unter heutgen Tag die Weisung an das Pfleggericht erlassen, daß es denselben mit den nöthigen Kanzley-Requsisten versehen, welches demselben zu seiner Wissenschaft hiermit bekannt gemacht wird. Salzburg in dem von sr k Hoheit Herrn [[Ferdinand III. von Toskana|Erzherzog Ferdinand]] provisor. bestättigten Hofrath den 11 März 1803 [[Peter Zillner|Johann von Zillerberg]]".<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 037 Jungwirth.</ref>
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Im Jahr [[1794]] wurde er zum [[Landschaftsphysikus]] in [[Zell am See]] (bzw. [[Kaprun]] - beides wird genannt) ernannt. Im selben Jahr im Februar kam sein Sohn  Wolfgangus Franc. Blasius zur Welt, der im Jahr 1800 sechsjährig an den Blattern verstarb, gegen die leider erst ab ca. 1802 im Pinzgau geimpft werden konnte.<ref>Zell Am See - St. Hippolyt, 1774-1808 Taufen, 225; Zell Am See - St. Hippolyt, 1780-1836 Sterbefälle.</ref>
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Im Jahr der Säkularisation Salzburgs [[1803]] konnte er seine Schreibrequisiten vom [[Pfleggericht Zell|Pfleggericht]] beziehen und musste sie nicht selbst kaufen: "Nachdem der Hr Wolfgang Oberlechner alle Monate den anbefohlenen Sanitätsbericht, und in verschiedenen vorkommenden Fällen von Amtswegen Berichte zu verfassen hat; so hat man unter heutgen Tag die Weisung an das Pfleggericht erlassen, daß es denselben mit den nöthigen Kanzley-Requsisten versehen, welches demselben zu seiner Wissenschaft hiermit bekannt gemacht wird. Salzburg in dem von sr k Hoheit Herrn [[Ferdinand III. von Toskana|Erzherzog Ferdinand]] provisor. bestättigten Hofrath den 11 März 1803 [[Peter Zillner|Johann von Zillerberg]]".<ref>SLA churf. u k.k. österr Reg XI 037 Jungwirth.</ref>
    
   
 
   
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== Stadtphysiker in Salzburg ==
 
== Stadtphysiker in Salzburg ==
Nachdem er einige Jahre als praktizierender Arzt in Salzburg gearbeitet hatte, wurde er am [[27. Februar]] [[1814]] unter [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|bayerischer Herrschaft]] bei der bayerischen Organisierung des Medizinalwesens zum Stadtgerichtsarzt II. Klasse ernannt.<ref>18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt.</ref>
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Nachdem er einige Jahre als praktizierender Arzt in Salzburg gearbeitet hatte, wurde er am [[27. Februar]] [[1814]] unter [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|bayerischer Herrschaft]] bei der bayerischen Organisierung des Medizinalwesens zum Stadtgerichtsarzt II. Klasse ernannt.<ref>18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt.</ref>  
    
Am [[26. August]] [[1816]], als Salzburg wieder unter österreichischer Herrschaft stand, schrieb er einen umfassenden Beschwerdebrief an die Landesregierung in [[Linz]]. Er beschrieb darin anhand zahlreicher Beispiele das Handeln von Dr. [[Joseph von Barisani|Barisani]], "der durch 6 Jahre über ärztliche Individuen wie ein Despot im Kreise herrschte". Er bezeichnete Dr. Barisani in diesem Brief als "Schwätzer, Lügner, Falsarius" und nannte ihn einen "Verächter des höchsten Hauses Österreichs und seiner Majestät selbst".<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 149.</ref> Nichtsdestotrotz wurde Barisani zum Kreisarzt ernannt und führte in dieser Funktion auch noch die Organisierung des Sanitätswesens 1818/19 durch.
 
Am [[26. August]] [[1816]], als Salzburg wieder unter österreichischer Herrschaft stand, schrieb er einen umfassenden Beschwerdebrief an die Landesregierung in [[Linz]]. Er beschrieb darin anhand zahlreicher Beispiele das Handeln von Dr. [[Joseph von Barisani|Barisani]], "der durch 6 Jahre über ärztliche Individuen wie ein Despot im Kreise herrschte". Er bezeichnete Dr. Barisani in diesem Brief als "Schwätzer, Lügner, Falsarius" und nannte ihn einen "Verächter des höchsten Hauses Österreichs und seiner Majestät selbst".<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 149.</ref> Nichtsdestotrotz wurde Barisani zum Kreisarzt ernannt und führte in dieser Funktion auch noch die Organisierung des Sanitätswesens 1818/19 durch.