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| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Maria Schärlerin (auch Scharlerin) wurde als eheliche Tochter des Urban Schärler (Müller zu Clausen) und der Hebamme Christina Päurin/Bäuerin (1708-1793<ref>Stuhlfelden, 1764-1811 Sterbefälle, 58.</ref>) geboren. | + | Maria Schärlerin (auch Scharlerin) wurde als eheliche Tochter des Urban Schärler (Müller zu Clausen) und der Hebamme Christina Päurin/Bäuerin (1708-1793<ref>Stuhlfelden, 1764-1811 Sterbefälle, 58.</ref>) geboren. Sie bezeichnete sich in der Vernehmung als "gebürtge Bäckers Tochter" und gab 1803 an als verwitwete Mesnerin 1200 fl Vermögen zu besitzen, das zur dieser Zeit an zehn verschiedene Personen ausgeliehen war.<ref>SLA, kurf. k.k. ö. Reg. XII, Nr. 14.</ref> |
| − | In Stuhlfelden arbeitet Maria Scharlin als Hebamme, ein Gewerbe das sie von ihrer Mutter Christina erlernt hatte. | + | In Stuhlfelden arbeitet Maria Scharlin auch als Hebamme, ein Gewerbe das sie von ihrer Mutter Christina erlernt hatte. |
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| | [[1792]] allerdings - Scharlerin war bereits 49 Jahre alt - wurde in Salzburg ein Hebammenlehrkurs errichtet. Damit einher ging die zunehmende Diskriminierung der gelernten Hebammen, die nun als "Pfuscherinnen" bezeichnet wurden.<ref>Gunda Barth-Scalmani (1994): Die Reform des Hebammenwesens in Salzburg zwischen 1760 und 1815. – Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde – 134: 365 - 398, hier: 379.</ref> | | [[1792]] allerdings - Scharlerin war bereits 49 Jahre alt - wurde in Salzburg ein Hebammenlehrkurs errichtet. Damit einher ging die zunehmende Diskriminierung der gelernten Hebammen, die nun als "Pfuscherinnen" bezeichnet wurden.<ref>Gunda Barth-Scalmani (1994): Die Reform des Hebammenwesens in Salzburg zwischen 1760 und 1815. – Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde – 134: 365 - 398, hier: 379.</ref> |
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| | Im März 1803 wurden die drei Mütter vernommen, deren Kinder bei der Geburt verstorben waren. Die Verhörprotokolle sind erhalten und geben interessante Aufschlüsse über Geburten und Geburtshilfe bei Frauen unterschiedlichen Standes. Die Bäuerin Barbara Kendlerin erhielt von der Hebamme "einigemal zu einer Herz Stärke ein kleines Stück von einer gedörrten Datel ein und auch andere Herzstärkende Sachen, als Alkamus Zelteln etc auch gab sie mir einen warmen Wein, und zu weilen eine Hennen Suppe". Die ledige Dirne Maria Kamerin konnte sich an keine Gabe von Medizin erinnern und hatte laut Aussage der Hebamme nur etwas Muskat auf einer Suppe bekommen. | | Im März 1803 wurden die drei Mütter vernommen, deren Kinder bei der Geburt verstorben waren. Die Verhörprotokolle sind erhalten und geben interessante Aufschlüsse über Geburten und Geburtshilfe bei Frauen unterschiedlichen Standes. Die Bäuerin Barbara Kendlerin erhielt von der Hebamme "einigemal zu einer Herz Stärke ein kleines Stück von einer gedörrten Datel ein und auch andere Herzstärkende Sachen, als Alkamus Zelteln etc auch gab sie mir einen warmen Wein, und zu weilen eine Hennen Suppe". Die ledige Dirne Maria Kamerin konnte sich an keine Gabe von Medizin erinnern und hatte laut Aussage der Hebamme nur etwas Muskat auf einer Suppe bekommen. |
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| − | Maria Schärlerin wurde zunächst zu einer zweimonatigen Zuchthausstrafe verurteilt, was in eine "gnädige Geld Buße" umgewandelt wurde. | + | Nun war die Erbarmung der Stuhlfelder Bauers Gemeinde über die Scharlerin so groß, dass |
| | + | sich dieselbe entschloss, Sie nach Salzburg zu schicken, und in den Wissenschaften der |
| | + | Geburts Hilfe prüfen zu lassen, Dabey glaubt diese Gemeinde den Zweck zu erreichen, die alte |
| | + | Pfuscherin beybehalten und sich derselben in ihren Krankheiten bedienen zu können. |
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| | + | Maria Schärlerin wurde zunächst (26. März) zu einer zweimonatigen Zuchthausstrafe verurteilt, was in eine "gnädige Geld Buße" umgewandelt wurde. |
| | Sie starb im Alter von 67 Jahren in Stuhlfelden an der Wassersucht. | | Sie starb im Alter von 67 Jahren in Stuhlfelden an der Wassersucht. |
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