| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | [[Datei:Salzburg Kupferstich 1750 Detail Nr 59 St. Vitalisbastei.jpg|thumb|300px|Bollwerk St. Vitalis<br/> [[Salzburg (Kupferstich) Johann Friedrich Probst]], 1750]] | + | [[File:Salzburg Mirabellgarten Plan 1775.jpg|thumb|Der Mirabellgarten, Plan 1775, im unteren Bildteil das Bollwerk St. Vital. die hohe Wehrmauer des Bollwerkes ist nur als dünne hellrote Linie sichtbar, sehr deutlich dagegen die Vorbefestigung mit dem Abhang zum Urgelände]] |
| − | Das '''Bollwerk St. Vital''', auch ''Bollwerk St. Vitalis'', später auch ''St. Vital Schanze'' und im späten 18. und im 19. Jahrhundert ''Bastion St. Vital'' oder kurz ''Bastion I'' genannt, war eines von vier Bollwerken und einem halben Bollwerk der Salzburger [[Stadtbefestigung]] am rechten Salzachufer. | + | Das '''Bollwerk St. Vital''', auch ''Bollwerk St. Vitalis'', Bastei St. Vital, später auch ''St. Vital Schanze'' und im späten [[18. Jahrhundert|18.]] und im [[19. Jahrhundert]] ''Bastion St. Vital'' oder kurz ''Bastion I'' genannt, war eines von vier [[Bollwerk]]en und einem halben Bollwerk der Salzburger [[Befestigung der Stadt Salzburg|Stadtbefestigung]] am rechten [[Salzach]]<nowiki>ufer</nowiki>. |
| | | | |
| | == Lage == | | == Lage == |
| − | Einstmals direkt am Ufer der [[Salzach]] gelegen, bildete es gemeinsam mit dem Bollwerk [[St. Virgil Bollwerk|St. Virgil]], dem Bollwerk [[St. Heinrich Bollwerk|St. Heinrich]], dem Bollwerk [[St. Rupert Bollwerk|St. Rupert]] und dem halben Bollwerk [[St. Sebastian Bollwerk|St. Sebastian]] am [[Kapuzinerberg]] die starke [[Paris Graf Lodron|Lodronsche]] [[Stadtbefestigung]] der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]]. Das Bollwerk befand sich nordwestlich von [[Schloss Mirabell]] dort, wo sich heute der [[Kurgarten]] befindet. Der Erdkern der Bastion ist bis heute als [[Rosenhügel]] noch gut zu erkennen. Auf der verbindenden Wehranlage (genannt Kurtine bzw. Courtine) zum östlich gelegenen Bollwerk St. Virgil befand sich das [[Mirabelltor]]. Die Kurtine nach Süden hin (d. h. östlich des Zwergelgartens) wurde zwar später im Sockel eingeschüttet, ist aber im Wesentlichen erhalten geblieben. Das Bollwerk war an der Flankenbasis (Kehle) nur 59 m breit, am breitesten Eckpunkt zwischen Flanke und Face aber 122 m. In nordwestlicher Richtung war es von der Basis bis zur bis zur Spitze des Wehrbauwerkes knapp 100 m lang. | + | Einstmals direkt am Ufer der Salzach gelegen, bildete es gemeinsam mit den Bollwerken [[St. Virgil Bollwerk|St. Virgil]], [[St. Heinrich Bollwerk|St. Heinrich]], [[St. Rupert Bollwerk|St. Rupert]] und dem halben Bollwerk [[St. Sebastian Bollwerk|St. Sebastian]] am [[Kapuzinerberg]] die starke [[Paris Graf Lodron|Lodronsche]] [[Stadtbefestigung]] der [[Altstadt (rechtes Salzachufer)|rechtsufrigen Altstadt]]. Das Bollwerk befand sich nordwestlich von [[Schloss Mirabell]], dort, wo sich heute der [[Kurgarten]] befindet. Der Erdkern der Bastion ist bis heute als [[Rosenhügel]] noch gut zu erkennen. Auf der verbindenden Wehranlage (genannt ''Kurtine'', franz. ''Courtine'') zum östlich gelegenen Bollwerk St. Virgil befand sich das [[Mirabelltor]]. Die Kurtine nach Süden hin (d. h. östlich des [[Zwergelgarten]]s) wurde zwar später im Sockel eingeschüttet, ist aber im Wesentlichen erhalten geblieben. Das Bollwerk war an der Flankenbasis (Kehle) 59 m breit, am breitesten Eckpunkt zwischen Flanke und ''Face'' aber 122 m. In nordwestlicher Richtung war es von der Basis bis zur bis zur Spitze des Wehrbauwerkes knapp 100 m lang. |
| | | | |
| − | Auch dieses Bollwerk bestand hinter dem tiefen gut 30 m breiten mit der Salzach verbundenen Wehrgraben aus einer hohen und mächtigen Wehrmauer (Bastionsmauer), hinter der sich geschützt der etwa 4 - 5 Meter breite Rondengang befand. Vom Rondengang führte zur oberen Krone der Bastion ein mächtiger und hoher Erdwall, auf dem hinter einer weitgehend kugelsicheren Erddeckung im Verteidigungsfall die Geschütze standen. | + | Auch dieses Bollwerk bestand hinter dem tiefen gut 30 m breiten mit der Salzach verbundenen Wehrgraben aus einer hohen und mächtigen Wehrmauer (Bastionsmauer), hinter der sich geschützt der etwa vier bis fünf Meter breite Rondengang befand. Vom Rondengang führte zur oberen Krone der Bastion ein mächtiger und hoher Erdwall, auf dem hinter einer weitgehend kugelsicheren Erddeckung im Verteidigungsfall die Geschütze standen. |
| | | | |
| − | Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das [[St. Vital Ravelin]]. Bis zum späten [[17. Jahrhundert]] befand sich noch weiter davor - d.h. als weiteres vorgelagertes Vorwerk - das [[Hornwerk St. Vital]]. Im Gegensatz zu den anderen Bollwerken besaß dieses im hohen aufgesetzten Erdwass nur eine Kasematte (Casamatta), die stadtseitig mit einem Torbogen endete. Die war zur Gänze unterirdisch angelegt und mündete versteckt im Rondengang. Im [[19. Jahrhundert]] war hier ein Verwaltungsmagazin untergebracht. | + | Vor dem eigentlichen St. Vital Bollwerk (Bastion) befand sich als Vorwerk das [[St. Vital Ravelin]]. Bis zum späten [[17. Jahrhundert]] befand sich noch weiter davor - d. h. als weiteres Vorwerk - das [[St. Vital Hornwerk]]. Im Gegensatz zu den anderen Bollwerken besaß dieses im hohen aufgesetzten [[Begriffe Stadtbefestigungen und Verteidigungsanlagen#Mauer und Wall|Erdwall]] nur eine Kasematte (Casamatta), die stadtseitig mit einem Torbogen endete. Sie war zur Gänze unterirdisch angelegt und mündete versteckt im Rondengang. Im [[19. Jahrhundert]] war hier ein Verwaltungsmagazin untergebracht. |
| | | | |
| | == Funktion == | | == Funktion == |
| − | Das Bollwerk wurde zwischen [[1621]] und [[1623]] errichtet und um [[1865]] geschliffen. Sie diente gemeinsam mit den anderen Bollwerken nicht nur der Sicherung der Rechten Altstadt, sondern gemeinsam mit kleinen [[Wasserbastei]] (Bastei am Wasser), auf der derzeit provisorisch die Zwerge des [[Zwergelgarten]]s stehen, gemeinsam mit dem Klausenkavalier (heute [[Humboldtterrasse]]) und der [[Müllner Schanze]] (historisch Bollwerk St. Augustin) auch der militärischen Sicherung der damals noch breiten Salzach. Ein wesentlicher Grund für die Schleifung des Bollwerkes dafür war, dass die schweren Blocksteine als günstiges Material zur Uferbefestigung der Salzach ([[Salzachregulierung]]) dienen konnten. | + | Das Bollwerk wurde zwischen [[1621]] und [[1623]] errichtet und um [[1865]] geschliffen. Es diente gemeinsam mit den anderen Bollwerken nicht nur der Sicherung der Rechten Altstadt, sondern gemeinsam mit kleinen [[Wasserbastei]] (Bastei am Wasser), auf der derzeit provisorisch die Zwerge des [[Zwergelgarten]]s stehen, gemeinsam mit dem Klausenkavalier (heute [[Humboldtterrasse]]) und der [[Müllner Schanze]] (historisch Bollwerk St. Augustin) auch der militärischen Sicherung der damals noch breiten Salzach. Ein wesentlicher Grund für die Schleifung des Bollwerkes war, dass die schweren Blocksteine als günstiges Material zur Uferbefestigung der Salzach bei der [[Salzachregulierung]] dienen konnten. |
| | | | |
| | == Der Große Bastionsgarten == | | == Der Große Bastionsgarten == |
| − | Bis nach 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt. Wohl um 1730 wurde die obere Wehrplattform aber zu einem Gartenteil des Schlosses Mirabell ausgestaltet und hieß danach "Haus und Garten auf der Schanz" oder auch "Großer Bastionsgarten" (im Gegensatz zum "Kleinen Bastionsgarten" auf der Wasserbastei). Die dorgige Gartenanlage besaß eine im Zeitablauf unterschiedliche Gestalt und unterschiedliche Wegeinteilung, Er besaß zudem ein mittiges geräumiges Gartenhaus (um 1800: 25 m lang und mittig neun Meter (randlich 5,5 m) Breite. | + | :''Hauptartikel [[Großer Bastionsgarten]]'' |
| | + | Bis um 1700 war dieses Bollwerk rein militärisch genutzt. |
| | + | |
| | + | == Weblinks == |
| | + | * [http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/flora/dan03.jpg Franz Anton Danreiter/Mirabellgarten, um 1735, → lit. 'D' Befestigungen bey 'E' St.Virgilstor] |
| | + | * [https://www.arcanum.hu/hu/online-kiadvanyok/OsterreichischerStadtatlas-osterreichischer-stadteatlas-1/salzburg-3CA2/wachstumsphasenkarte-mit-legende-3D36/ Wachstumsphasenkarte mit Legende, von den Anfängen bis 1830] |
| | + | : → [[Österreichischer Städteatlas Salzburg]] → bezüglich Aktualität siehe [[Diskussion:Österreichischer Städteatlas Salzburg]] |
| | | | |
| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * Die Entwicklung der Befestigungsanlagen Plan IV/4, in : [[Historischer Atlas der Stadt Salzburg]], [[Salzburg Archiv]], 1999 | + | * Die Entwicklung der Befestigungsanlagen Plan IV/4, in. [[Historischer Atlas der Stadt Salzburg]], [[Salzburg Archiv]], 1999 |
| | * historischer Plan von [[Philipp Harpff]], [[1643]] | | * historischer Plan von [[Philipp Harpff]], [[1643]] |
| − | * [[Stadtbefestigung der Stadt Salzburg]] | + | * [[Befestigung der Stadt Salzburg]] |
| − | | |
| − | == Weblinks historische Karten ==
| |
| − | Historisches Kartenmaterial über die Stadt Salzburg:
| |
| − | * [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/#OV_48_1 Österreichischer Städteatlas/Salzburg]
| |
| − | * [http://mapire.eu/oesterreichischer-staedteatlas/salzburg/view/salzburg_06.ecw/?zoom=2&lat=-3885&lon=5476.5&layers=B Wachstumsphasenkarte mit Legende, von den Anfängen bis 1830]
| |
| | | | |
| | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] | | [[Kategorie:Stadt Salzburg]] |
| − | [[Kategorie:Neustadt]] | + | [[Kategorie:Altstadt]] |
| | + | [[Kategorie:Altstadt (rechtes Salzachufer)]] |
| | + | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] |
| | [[Kategorie:Architektur]] | | [[Kategorie:Architektur]] |
| | [[Kategorie:Verteidigungsanlage]] | | [[Kategorie:Verteidigungsanlage]] |
| | [[Kategorie:nicht mehr existierende Gebäude]] | | [[Kategorie:nicht mehr existierende Gebäude]] |