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| − | Die '''{{PAGENAME}}''' ist ein Unternehmen des [[Zell am See|Zeller]] Hoteliers [[Wilfried Holleis|Dr. Wilfried Holleis]]. | + | Die '''Holleis-Hotelgruppe''' ist ein Unternehmen des [[Zell am See|Zeller]] Hoteliers Dr. [[Wilfried Holleis]]. |
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| | == Allgemeines == | | == Allgemeines == |
| − | Zur Holleis Hotelgruppe gehören in [[Zell am See]] das [[Grandhotel Zell am See]] und das Fünf-Sterne Hotel [[Salzburgerhof]], das Drei-Sterne-[[Berghotel Rudolfshütte]] in der [[Weißsee Gletscherwelt]] im Süden von [[Uttendorf]] sowie das Adria-Relax-Resort Miramar in Opatja, [[Kroatien]].
| + | Die "Holleis Privat-Hotels Ges.m.b.H." ist Gesellschafter folgender Unternehmen: Abbazia Riviera-Hotel GmbH (100,00 %), Garda Wellness GmbH (100,00 %) und Berghotel Rudolfshütte GmbH (93,00 %). Datenstand September 2024<ref>[https://www.firmenabc.at/holleis-privat-hotels-ges-m-b-h_FoYq www.firmenabc.at], abgefragt am 27. September 2024</ref> Gesellschafter der "Berghotel Rudolfshütte GmbH" sind Dr. Wilfried Holleis als Privatperson mit 3,50 %, Gisela Holleis als Privatperson mit 3,50 % und die "Holleis Privat-Hotels Ges.m.b.H." (93,00 %). Die Beteiligung der "Berghotel Rudolfshütte GmbH" an der "Weißsee-Gletscherwelt GmbH" beträgt 79,34 % .<ref>[https://www.firmenabc.at/berghotel-rudolfshuette-gmbh_FutP www.firmenabc.at], abgefragt am 27. September 2024</ref> |
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| − | Der Jahresumsatz des studierten Betriebswirts betrug 2011 rund 20 Millionen Euro mit etwa 1 000 Hotelbetten, die jährlich 200 000 Nächtigungen bringen.
| + | Zur Holleis-Hotelgruppe gehören in [[Zell am See]] das [[Grandhotel Zell am See]] und das Fünf-Sterne Hotel [[Salzburgerhof]] sowie das Adria-Relax-Resort Miramar in Opatja (Abbazia), [[Kroatien]]. |
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| − | In Planung war seit 2011 ein Wellness-Resort im Stile eines italienischen Landhotels inmitten der Weinberge am Südufer des Gardasees in Venetien in [[Italien]]. | + | == Daten == |
| | + | Der Jahresumsatz des studierten Betriebswirts betrug [[2011]] rund 20 Millionen Euro mit etwa 1 000 Hotelbetten, die jährlich 200 000 Nächtigungen bringen. In Planung war seit 2011 ein Wellness-Resort im Stile eines italienischen Landhotels inmitten der Weinberge am Südufer des Gardasees in Venetien in [[Italien]]. Die Holleis-Hotelgruppe beschäftigte 2024 rund 450 Mitarbeiter. |
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| − | === 2020: Die Infektionskrankheit Covid-19 veränderte die Planungen === | + | == Geschichte == |
| − | Nach rund zehn Jahren Vorlaufzeit wollte der Zeller Hotelier im April mit der Erweiterung der Rudolfshütte und 2021 mit einem Wellnesshotel am Gardasee beginnen. Doch durch den Ausbruch der [[Infektionskrankheit Covid-19]] musste er die Pläne ad acta legen.
| + | ==== Hotels in Kroatien ==== |
| | + | Holleis' internationale Expansion begann knapp vor der [[21. Jahrhundert|Jahrtausendwende]]: In Kroatien erwarb er die 51-Prozent-Mehrheit an der Hotelinsel Katarina vor Rovinj. Er war damals einer der ersten ausländischen Investoren in einem Land, das sich nach den Zerfall von [[Jugoslawien]] und den folgenden Kriegsjahren im Aufbau befand - und ausländische Investoren dabei gut gebrauchen konnte. Holleis erkannte das Potenzial und griff zu. Für umgerechnet nur knapp zwei Millionen Euro war die Hotelinsel damals zu haben. Holleis investierte weiter drei Millionen Euro in die Modernisierung, sollte mit dem Investment aber nicht glücklich werden. Der Pinzgauer hatte die 51 Prozent von der Tourismusagentur Jadran erworben, die restlichen 49 Prozent verkaufte diese in der Folge an den kroatischen Tabakkonzern TDR, der Holleis in den Wirren der Privatisierungswelle bald seine Eigentumsrechte streitig machen sollte. |
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| − | In ihren bestehenden Hotels im Pinzgau und in Kroatien beschäftigt die Familie Holleis normalerweise rund 450 Mitarbeiter. Nun mussten die Dienstverträge mit den Saisonniers aufgelöst werden und nur mehr 60 bis 70 Leute kümmern sich um die Erhaltung der Anlagen. Durch Ausreisebeschränkungen von Österreich sowie Einreisebeschränkungen in anderen europäischen Ländern saß ein Teil der Saisonniers in den Mitarbeiterwohnungen fest (Stand Ende März 2020). Vor allem für die Mitarbeiter in Kroatien bedeutete die Schließung des Hotels nach nur einem Tag der Öffnung besondere Probleme. Denn Kroatien bietet nur sehr geringe Unterstützung.
| + | Es folgte ein jahrelanger Rechtsstreit, in dem Holleis auch die touristische Weiterentwicklung der Insel durch die Behörden verwehrt wurde, worauf er [[2008]] entnervt das Handtuch warf und seine Mehrheit an den kroatischen Tabakkonzern verkaufte. Für den kroatischen Rechtsstaat fand Holleis damals keine guten Worten. Das Verwaltungsrecht liege im Argen. Es lasse zu große Spielräume für die Ausführenden, womit es zu "Willkür und natürlich Korruption" neige. Es sollte nicht der letzte Verdruss des Hoteliers mit Behörden und Politik aus. Auch das aktuelle Aus für die Rudolfshütte und das Skigebiet Weißsee Gletscherwelt kommentiert Holleis mit heftigen Vorwürfen gegen die [[Landesumweltanwaltschaft]] sowie das Land Salzburg, weil sich geplante Ausbauen wegen umweltschutzrechtlicher Auflagen und Einsprüche seit Jahren hinziehen. |
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| | + | Am touristischen Boom Kroatiens wollte der Pinzgauer trotzdem weiter mitnaschen. Die schlechten Erfahrungen in Rovinj hakte er ab und schuf ein echtes Juwel. Schon [[2004]] hatte Holleis in der Kvarner-Bucht in Opatija die [[1870]] erbaute Villa Neptun in spektakulärer Lage am Meer erworben und zum Viersterne-Resort Miramar mit über 200 Zimmern ausgebaut. Es sollte eine große Erfolgsgeschichte werden. Unter der langjährigen Hoteldirektorin Martina Riedl, einer Kärntnerin, wurde nicht nur die Sommersaison massiv verlängert (heute hat das Miramar neun von zwölf Monaten offen), sondern auch die Auslastung massiv nach oben getrieben. Zum Standard wurde auch ein täglichen Vier-Gänge-Menü am Abend. So wurde das Miramar in der Ära von Holleis zu einem zweite Wohnzimmer vieler Salzburger. 90 bis 95 Prozent der Gäste im Miramar kommen aus [[Österreich]], der Stammgästeanteil ist mit 75 Prozent außergewöhnlich hoch. Die umworbene Gästeschicht: 55+. Familien findet man im Miramar kaum. |
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| | + | Trotzdem beendete Holleis ausgerechnet zum 20-Jahre-Jubiläum im Frühjahr [[2024]] sein Engagement im Miramar. Den Verkauf des Juwels begründete er gegenüber den "[[Salzburger Nachrichten]]" (SN) mit "strategischen Gründen", doch klang dabei auch Frust durch. Großinvestitionen in den Tourismus würden sich generell immer weniger lohnen. Die Rahmenbedingungen und Vorschriften würden stetig verschärft, die Mitarbeitersuche sei schwierig und Fremdkapital wieder teuer. Holleis räumte ein, wie die gesamte Hotelbranche an den Folgen der Corona-Pandemie zu knabbern. Er habe 3,5 Millionen Euro mehr Schulden. Zum Verkaufspreis des Miramar wollte er sich nicht äußern. Der Käufer war ein hochkarätiger Investor - Lőrinc Mészáros, der reichste Ungarn und ein Jugendfreund des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán. "Orbans Installateur" titulieren ihn die ungarischen Medien. Denn Mészáros war im Schatten von Orbans politischer Regentschaft vom einfachen Installateurmeister zum Besitzer einer breit gefächerten Firmengruppe aufgestiegen, die heute 400 Firmen umfasst (vom Bau über Industrie, Banken, Medien bis Tourismus) und 40 000 Menschen beschäftigt. Was Mészáros zum Milliardär machte. Auf 1,4 Mrd. Euro hat das Magazin "Forbes" sein Vermögen zuletzt geschätzt. |
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| | + | Nur 44 Kilometer von Opatija entfernt gehört Holleis schon seit [[2014]] ein weiteres Hotel. Im ebenfalls an der Adriaküste liegenden Crikvenica steht das Hotel Kvarner Palace. Ein zweistelliger Millionenbetrag fließt aktuell (Stand [[2024]]) in den Ausbau des Prachtbau aus dem Jahr [[1895]]. 36 neue Zimmer waren im Herbst 2024 fertig (insgesamt aktuell 148) und ein großzügiger Wellnessbereich war im Entstehen - mit Saunen, Whirlpools, Warmbädern und einem 25 Meter langer Meerwasserpool, der einen Innen- wie Außenbereich hat. Die Fäden im Viereinhalb-Sternehaus zieht jene Martina Riedl, die schon das Mirmar für Holleis zur Erfolgsgeschichte machte. Im Frühjahr 2024 bekräftigte der 64-jährige Holleis gegenüber den SN, insgesamt kürzer treten zu wollen. |
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| | + | ==== 2024: Investition in Italien ==== |
| | + | Auch in Italien ist der promovierte Betriebswirt aktiv. Bis die ersten Gäste in den Agriturismo in Salò am Gardasee einziehen, dürfte es aber noch einige Zeit dauern. Der Spatenstich für das Projekt mit 60 Betten war im Herbst 2024 erfolgt. |
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| | + | ==== Schließung der Unternehmen im Stubachtal ==== |
| | + | Nach rund zehn Jahren Vorlaufzeit wollte der Zeller Hotelier im April mit der Erweiterung der Rudolfshütte und [[2021]] mit einem Wellnesshotel am Gardasee beginnen. Doch durch den Ausbruch der [[Infektionskrankheit Covid-19]] (Coronapandemie) musste er die Pläne zunächst ad acta legen. |
| | + | Mit [[29. September]] [[2024]] schloss das Drei-Sterne-[[Berghotel Rudolfshütte]] in der [[Weißsee Gletscherwelt]] im Süden von [[Uttendorf]] sowie der Betrieb der [[Weißsee Gletscherbahn]]. Dr. Holleis zog sich völlig aus der Weißsee Gletscherwelt zurück.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/aus-rudolfshuette-bergbahn-stubachtal-uttendorf-holleis-unternehmen-165513874 www.sn.at], 23. September 2024</ref> |
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| | + | ==== Anfang Oktober 2024: Potenzieller Käufer für Rudolfshütte: Hoffnung für Hotel und Lift am Weißsee ==== |
| | + | Einen potenziellen Käufer für Rudolfshütte und Weißsee-Gletscherbahn hat [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer junior]] aufgetan. Anfang Oktober starteten Verhandlungen.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/rudolfshuette-uttendorf-hoffnung-hotel-lift-weisssee-166058467 www.sn.at], 2. Oktober 2024</ref> |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| | * {{Quelle PiN|27. Mai 2011}} | | * {{Quelle PiN|27. Mai 2011}} |
| | * {{Quelle SN|23. März 2020}} | | * {{Quelle SN|23. März 2020}} |
| | + | * [https://www.sn.at/salzburg/chronik/von-kroatien-gardasee-das-reich-wilfried-holleis-165545758 www.sn.at], 25. September 2024: "Der streitbare Wilfried Holleis: Große Erfolge und herbe Rückschläge prägen die Karriere des Zeller Hoteliers" |
| | + | * Einträge bei den erwähnten [[SALZBURGWIKI]]-Artikeln |
| | + | == Einzelnachweise == |
| | + | <references/> |
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| | [[Kategorie:Tourismus]] | | [[Kategorie:Tourismus]] |
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